Freitag, 7. September 2018

NEU: Big Barrels

Clink Street Publishing 
Neuerscheinung


NJ  AYUK und Joao Gaspar Marques

BIG  BARRELS:
AFRIKANISCHES  ÖL  UND  GAS  UND  DAS  STREBEN  NACH  WOHLSTAND

Ein Jahr nach der Erstveröffentlichung in englischer Sprache erscheint nun die deutsche Fassung des
internationalen Rohstoff-Bestsellers „Big Barrels: Afrikanisches Öl und Gas und das Streben nach Wohlstand“.

“Die besondere Art der Erzählperspektive führte zum Erfolg dieses Buches", erklärt Autor NJ Ayuk, ein führender Energierechtler und erfolgreicher Anwalt afrikanischer Unternehmer, der heute als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der afrikanischen Wirtschaft gilt. 

"Big Barrels erzählt eine bisher unbekannte Geschichte der afrikanischen Öl- und Gasindustrie, eine Geschichte der positiven Errungenschaften und eine Geschichte der Hoffnung. Denn letztlich ist es die Hoffnung, mit der die afrikanische Ressourcenindustrie auch die Aussichten der afrikanischen Volkswirtschaften und ihrer Menschen verändern muss."

Die englische Version des Buches wurde im Juni 2017 auf der - Africa Oil & Power - Konferenz in Kapstadt veröffentlicht und ist seither ein großer Hit im englischsprachigen Ausland, inklusive vieler afrikanischer Länder. 
Das Buch setzt sich mit dem Eindruck auseinander, dass Öl und Gas in Afrika nur Schlechtes bringen, und argumentiert gegen die Wahrnehmung eines solchen "Ressourcenfluchs".

Big Barrels greift auf spezifische Fallstudien aus Ländern wie Nigeria, Ghana, Angola, Tansania und Äquatorialguinea zurück, um zu zeigen, wie afrikanische Volkswirtschaften auch positive Schritte bezüglich der Förderung ihrer Öl- und Gasvorkommen eingeleitet haben. Insbesondere wird auf
Erfolgsgeschichten wie beispielsweise die gute Regierungsführung in Ghana, Umweltschutz in Gabun sowie Beschäftigung und Unternehmensgründung in Nigeria verwiesen. Auf diese Weise öffnet Big Barrels die Manege für eine afrikanische Perspektive rund um die Öl- und Gasindustrie des Kontinents.

Seit Erstveröffentlichung hat Big Barrels bereits mehrfach in deutschen und internationalen Medien
auf sich aufmerksam gemacht. Der Bestseller wurde wiederholt in BBC Africa, CNBC, Forbes Africa, Bild Zeitung, Financial Afrik, SBC, Deutsche Welle und Voice of America vorgestellt und eingehend diskutiert.
In den Worten von Funke Michaels, einer Mason Fellow an der Harvard University: "Ich
lerne Leser kennen, die durch dieses Werk ermutigt, ja förmlich befreit wurden von dem Mythos,
dass der sogenannte “Ressourcenfluch“ in Afrika unheilbar sei.“

Die deutsche Ausgabe des Buches wird vom 5. bis 7. September 2018 auf der “Africa Oil & Power”
Konferenz in Kapstadt vorgestellt. (Quelle: Azmediacommunications)

Autor:
NJ Ayuk ist führender Energierechtler, erfolgreicher Anwalt afrikanischer Unternehmer und gilt heute als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der afrikanischen Wirtschaft. Als Global Shaper
des World Economic Forums, von Forbes als einer der zehn einflussreichsten Männer Afrikas in 2015 gekürt sowie als bekannter Dealmaker im Petroleum- und Energiesektor widmet NJ seine Karriere der Unterstützung von Unternehmern und der Karrierebildung von jungen afrikanischen Anwälten.
Als Gründer und CEO der Centurion Law Group, einer panafrikanischen Anwaltskanzlei, bemüht sich NJ um die Sicherstellung der positiven Beeinflussung afrikanischer Gesellschaften durch den Öl- und Gassektor.
NJ Ayuk graduierte an der Universität von Maryland College Park und erwarb einen Juris Doctor am William Mitchell College of Law. (Quelle: Azmediacommunications)


Nj Ayuk und Joao Gaspar Marques
Big Barrels: Afrikanisches Öl Und Gas Und Das Streben Nach Wohlstand  
178 Seiten
1.Auflage 2018
Euro 23,20 gebundenes Buch , 12,50 Taschenbuch
Verlag: CLINK STREET PUB
Das Buch ist bei Amazon, Barnes & Noble und anderen Händlern erhältlich.


Mittwoch, 5. September 2018

Rezension: Der vierte Spiegel

HWS
Rezension

Cluse Krings

Der vierte Spiegel                   

Der letzte Emir der Omayyaden, Abderrahmane ist nach einer abenteuerlichen Flucht aus Damaskus, die im ersten Band ausführlich beschrieben wird, in Ifriqiya (dem heutigen Tunesien) angekommen.
Die Familie seiner Mutter, die als Sklavin nach Syrien an den Hof gebracht wurde, hat ihn und seine Begleiter aufgenommen. Nun lebt er mit ihnen einige Jahre und lernt die Sitten und Gebräuche der Nafsa-Berber kennen.

In Syrien hatten die Abbasiden die Omayyaden vom Kalifenamt und der Macht vertrieben, in dem sie alle Mitglieder der Familie ermordeten, außer Abderrahmane und zwei Brüder, die nicht an dem letzten Bankett teilnahmen, bei dem das Gemetzel stattfand.

Nun erfährt Abderrahmane, dass der Führer der Abbasiden nicht mehr lebt. Er muss sich nicht mehr verstecken. Mit den Amazigh seiner Familie kann er sich nicht recht anfreunden, zu fremd ist ihm die Kultur der Berber in der Nordsahara. Er sendet seinen Diener in das heutige Andalusien, wo dieser die Ankunft des letzten Omayyaden-Emirs vorbereitet.

In Andalusien haben sich schon früher einige Omayyaden niedergelassen und Abderrahmane hofft auf deren Unterstützung bei seiner Ankunft. Die Situation vor Ort ist verwirrend, denn die vielen Gruppen - Goten, Amazigh, Araber, Juden, Christen und Muslime, Sunniten, Schiiten - wollen sich nicht einigen.
Abderrahmane wird von seinem Diener als künftiger Emir von Al Andalus, Befehlshaber der Gläubigen von Al Andalus angekündigt, aber seine Ankunft auf der iberischen Halbinsel verläuft eher ruhig als mit Prunk. Nachts landet das Schiff an der Küste, mit dem er das Mittelmeer überquert und die kleine Karawane mit den Neuankömmlingen und Begleitern macht sich eher heimlich und vorsichtig auf den Weg in das Landesinnere.

Zu verworren ist die Lage und ob alle Gruppen sich zu Abderrahmane hinwenden ist fraglich. Er muss sich auf viele neue Ratgeber verlassen, aber ist sich nicht sicher, ob er auch allen vertrauen kann.
Zwischen dem aktuellen Herrscher Jusuf und seinem General al-Sumail herrschen Spannungen und jeder will regieren. Da kommt Abderrahmane gerade recht, aber dieser hält zunächst nicht viel von Schlachten, sondern bemüht sich mit Verhandlungen die uneinigen Gruppen hinter sich zu sammeln. So werden seine Anhänger auf dem Weg nach Cordoba immer zahlreicher. Seine Begleiter allerdings nutzen die Ankunft des letzten Omayyaden zur Vorbereitung auf eine große Schlacht und mit List wird das Heer von Jusuf geschlagen.

Nach und nach einigt Abderrahmane das Land und verteidigt es gegen erneute Angriffe der Abbasiden, Karolinger und rachsüchtigen Gegnern im eigenen Land.
Nach über 20 Jahren an der Macht zieht Abderrahmane ein gemischtes Resümee. Sein Sohn Hischam I. wird 788 Nachfolger sein auf dem Thron.
Am Ende seiner Regierungszeit lässt er die heute berühmte Moschee von Cordoba bauen, dessen Fertigstellung er nicht mehr erlebt.

Autor:

Cluse Krings, geboren 1959 in Aachen, lebt und arbeitet in Berlin, München und Almeria. Er ist ein deutscher Autor, Theatermann, Ethnologe und Journalist. 2008 veröffentlichte Cluse Krings den ersten Band einer Roman-Biographie über Abd ar-Rahman I., den ersten Emir von Córdoba, unter dem Titel Die vier Spiegel des Emirs von Córdoba. Zwischen 2011 und 2013 erarbeitete er den Soundtrack für das Hörbuch Der Emir von Córdoba mit Musikern aus Berlin, Kairo und Andalusien. 2014 erschienen zeitgleich das Hörbuch und ein Album mit einer Musikauskopplung des Hörbuchs unter dem Titel New Andalusian Music. Seit Mitte der 2010er Jahre nutzte Cluse Krings seine Erfahrungen aus mehr als 20-jähriger Forschung zum aufgeklärten Islam Andalusiens für die Arbeit mit jungen Flüchtlingen. Er hält Vorträge über den Umgang von Therapeuten und Ärzten mit Menschen aus fremden Kulturen. Politisch vertritt er die These, dass die zunehmend ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen in Teilen der Bevölkerung von Politik und Medien systematisch erzeugt wurde. (Quelle: Wikipedia)


Fazit:
Dass das zweite Buch die Fortsetzung des ersten Bandes ist, erkennt man bereits an der Seitennummerierung, die fortlaufend ist und nach 1158 Seiten endet die Geschichte. Ebenso interessant ist auch die Entstehung, die Cluse Krings im Anhang unter dem Titel „Dichtung und Wahrheit“ auf über 40 Seiten detailliert erläutert. Nach 20jähriger Arbeit liegt nun ein sehr ausführliches Buch vor, das das Leben des letzten Omayyaden-Emirs Abderrahmane I. (ca. 730 - 788) nachzeichnet, von dem man kaum mehr wussste, als das er vor den Abbasiden nach Spanien geflohen war. Und doch fand der Autor bei seinen Recherchen viele historische Quellen und die meisten Personen, die im Buch eine größere Rolle spielen, sind historisch belegt.

Der Autor stellt den Beginn des Mittelalters durch die Beschreibung der Gegebenheiten im 8. Jahrhundert wie Sitten und Gebräuche der Einheimischen, Klima, Vegetation und Landschaft bildhaft vor. Die über Jahrhunderte mündlichen Überlieferungen finden sich, zusammen mit Erkenntnissen durch Ausgrabungen und Forschungen aus neuerer Zeit im Text wieder.
Das ausführliche Glossar und die Literaturhinweise komplettieren die interessante und spannende Biographie.
Das Buch ist eher ein romanhaftes Sachbuch als ein Historienroman, manchmal etwas langatmig, aber durchaus flüssig zu lesen, lehrreich und empfehlenswert.




NEU Siddhartas letztes Geheimnis

DVA
Neuerscheinung

ERICH  FOLLARTH  

SIDDHARTAS  LETZTES  GEHEIMNIS 
Eine Reise über die Seidenstraße zu den Quellen des Buddhismus

Sachbuch

Eine faszinierende Reise durch Geschichte und Gegenwart des Buddhismus

Er war Entdecker, Wissenschaftler, Abenteurer – und ein zutiefst gläubiger Reisen-der auf der Suche nach Erleuchtung. Gegen den Willen des chinesischen Kaisers zog der Mönch Xuanzang im Jahr 629 durch Wüsten und über Gebirgspässe der Seidenstraße nach Indien, auf der Suche nach Zeugnissen des Religionsstifters Siddharta Gautama.
Siebzehn Jahre und viele dramatische Erlebnisse später kehrte er im Triumph in die Heimat zurück, seine spirituelle Suche machte ihn zur Legende.
»Siddhartas letztes Geheimnis« lässt sich gleichermaßen als spannende historische Biografie, als Einführung in den Buddhismus und als geopolitische Analyse der heutigen Weltmächte China und Indien lesen.

Bestsellerautor Erich Follath hat sich ein Jahr lang auf seine Spur begeben und zeichnet das Leben und die Abenteuer des Xuanzang nach. (Verlagstext)


Autor:
Erich Follath, 1949 geboren, ist promovierter Politikwissenschaftler und bekannter Sachbuchautor. Lange Jahre war er für den SPIEGEL als Diplomatischer Korrespondent und als Auslandschef tätig, unterwegs war er vor allem im Nahen Osten, auf dem indischen Subkontinent und in Ostasien. Über die Geschichte dieser Regionen, über die Menschen und ihre Kulturen hat er zahlreiche Reportagen geschrieben. Seine Bücher »Das Vermächtnis des Dalai Lama« (2007) und »Die neuen Großmächte« (2013) wurden zu Bestsellern. Für »Jenseits aller Grenzen« (2016) hat er innerhalb eines Jahres die wichtigsten Stationen des Ibn Battuta besucht und die Eindrücke mit seinen früheren Reiseerlebnissen vereint. (Verlagstext)

Erich Follath
Siddhartas letztes Geheimnis  
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
16-seitiger farbiger Bildteil  
Format 13,5 x 21,5 cm
384 Seiten  
1.Auflage 27.August 2018
Euro 24,- inkl. MwSt.     hier kaufen



NEU: Der vierte Spiegel

HWS 
Neuerscheinung

CLUSE  KRINGS

DER  VIERTE  SPIEGEL  
des Emirs von Cordoba    

Historischer Roman

Der zweite und abschließende Band der viel gelobten historischen Saga um den Emir von Córdoba:
Die andalusischen Jahre des Abd al-Rahman I.

Eine Reise zurück in eine längst vergangene Welt. Mit dem Schwert wird ein neues Reich gefügt.
Ein Reich, das Jahrhunderte später noch als das herausragende Beispiel für Offenheit und Toleranz
gepriesen werden soll. (Verlagstext)


Autor:
Cluse Krings, geboren 1959 in Aachen, lebt und arbeitet in Berlin, München und Almeria. Er ist ein deutscher Autor, Theatermann, Ethnologe und Journalist. 2008 veröffentlichte Cluse Krings den ersten Band einer Roman-Biographie über Abd ar-Rahman I., den ersten Emir von Córdoba, unter dem Titel Die vier Spiegel des Emirs von Córdoba. Zwischen 2011 und 2013 erarbeitete er den Soundtrack für das Hörbuch Der Emir von Córdoba mit Musikern aus Berlin, Kairo und Andalusien. 2014 erschienen zeitgleich das Hörbuch und ein Album mit einer Musikauskopplung des Hörbuchs unter dem Titel New Andalusian Music. Seit Mitte der 2010er Jahre nutzte Cluse Krings seine Erfahrungen aus mehr als 20-jähriger Forschung zum aufgeklärten Islam Andalusiens für die Arbeit mit jungen Flüchtlingen. Er hält Vorträge über den Umgang von Therapeuten und Ärzten mit Menschen aus fremden Kulturen. Politisch vertritt er die These, dass die zunehmend ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen in Teilen der Bevölkerung von Politik und Medien systematisch erzeugt wurde. (Quelle: Wikipedia)

Die ideale Urlaubslektüre für Spanien

Cluse Krings
Der vierte Spiegel
Softcover mit aufwendiger grafischer Gestaltung
Beiliegendes Lesezeichen
38 Abbildungen
674 Seiten mit wissenschaftlichem Index
1. Auflage 2018
Euro 29,- inkl. MwSt.     hier kaufen



NEU: Was uns kostbar ist

Lenos Verlag
Neuerscheinung

KAOUTHER  ADIMI

WAS  UNS  KOSTBAR  IST   Roman

Ryad soll eine alte Buchhandlung in Algier leer räumen. Was er vorfindet, ist ein geschichtsträchtiger, einzigartiger Ort: Hier wirkte Edmond Charlot (1915–2004), der 1936 mit Les Vraies Richesses ein blühendes Zentrum der Bücher gründete, Bibliothek, Verlag und Treffpunkt in einem.

Edmond Charlot entdeckte Albert Camus und weitere literarische Größen des 20. Jahrhunderts und engagierte sich unermüdlich für die Literatur. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er »der Verleger des freien Frankreichs« genannt, Autorinnen und Autoren aus aller Welt gingen ein und aus. Er überlebte eine Inhaftierung unter dem Vichy-Regime, Papiermangel, finanzielle Nöte und zwei Sprengstoffattentate.

Kaouther Adimi gelingt mit ihrem preisgekrönten Roman eine Hommage an die Literatur und einen herausragenden Förderer. Lebensnah und einfühlsam skizziert sie mit Charlots fiktivem Tagebuch Momentaufnahmen aus seinem bewegten Leben, eingebettet in die Geschichte des kulturell und politisch engverwobenen Mittelmeerraums. Und sie schlägt den Bogen in die Gegenwart, wo ein Student Charlots Welt der Literatur neu entdeckt.
Ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot des lycéens und dem Prix du Style 2017. (Verlagstext)

Autorin:
Kaouther Adimi, geboren 1986 in Algier, lebt und arbeitet seit 2009 in Paris. Ihr erster Roman, Des Ballerines de papicha, erschien 2010 in Algerien und wurde 2011 unter dem Titel L’Envers des autres auch beim französischen Verlag Actes Sud aufgelegt; die Autorin wurde dafür mit dem Prix littéraire de la vocation und dem Prix littéraire de l’Association France-Algérie ausgezeichnet. Inzwischen hat sie ihren dritten Roman veröffentlicht. (Verlagstext)

Aus dem Französischen von Hilde Fieguth

Kaouther Adimi
Was uns kostbar ist
Hardcover gebunden, mit Schutzumschlag
224 Seiten
1.Auflage 2018
Euro 22,- inkl. MwSt.     hier kaufen


Pressestimmen
»Dieses unglaublich schöne Buch ist eine Reise nach Algerien und eine Hommage. An einen Mann und seinen grössten Schatz: die Literatur.«
Annabelle Hirsch, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Ein grossartiger, überwältigender Roman.«  Le Figaro


Donnerstag, 7. Juni 2018

Rezension: Der Erzähler von Algier

Papermoon
Rezension


Naceur-Charles Avecal

Der Erzähler von Algier      

Algerier habe ich bisher als freundlich zurückhaltende Männer, eher vornehm reserviert kennen gelernt, manchmal sogar wortkarg. Dann habe ich vor einiger Zeit einen Zeitungsartikel über einen algerischen Märchenerzähler gelesen und nun hat er bereits zwei Bücher herausgegeben, das neueste ist „Der Erzähler von Algier“ - Naceur-Charles Aceval.

27 Erzählungen und Märchen aus dem nordafrikanischen Maghreb (Tunesien, Algerien, Marokko) und Afrika, manche sehr kurz, andere einige Seiten lang, sind in diesem, knapp einhundert Seiten starken Band gesammelt. Anstelle eines Vorworts erzählt Herr Aceval über die Art und Weise, wie er sich vorbereitet, wie er Märchen für sich auswählt bzw. sie zu ihm kommen und er sich zuerst die Geschichten selbst erzählt, bevor er sie dem Publikum präsentiert.

Am Ende des Buches beschreibt sein Sohn, Hakim Aceval, den Lebensweg seines Vaters in Europa, der sich vom Gastarbeiter aus Algerien zum Koch, Philosophen und dann zum Märchenerzähler gewandelt hat.

Sagen und Legenden gibt es überall auf der Welt und so ähneln manche den deutschen Volksmärchen oder den Erzählungen von Tausend und einer Nacht, dann gibt es natürlich die eigenen Märchen aus Algerien.

Die Akteure im ersten wie im zweiten Buch sind neben Prinzessinnen, Prinzen, Sultane und Wesire, auch Nomaden, schlaue Bauerstöchter, Schneider, Zauberlehrlinge, Fischer, Sternenfrauen und Philosophen. Sie sind auf der Suche nach Weisheit, Reichtum, Glück und Wohlergehen.  
Löwen, Schmetterlinge, Eulen und Äpfel geben dem Schicksal seinen Lauf.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass der Verfasser den Leser direkt anspricht und ihn auffordert, die Geschichten weiter zu erzählen, so, wie es bei den Erzählabenden* ist, die man auch mit einem leckeren Essen buchen kann.

Im ersten Buch „Der Mann, der nicht sterben wollte“ werden vierzehn Erzählungen vorgestellt und die Geschichte des Mannes, der nicht sterben wollte, stellt die Rahmenhandlung dar, ganz nach der Vorlage der Erzählungen von Tausend und einer Nacht. Der Mann ist unterwegs und sucht einen Ort ohne Friedhof, weil er Angst vor dem Sterben hat. Als er glaubt am Ende seiner Reise angekommen zu sein, erlebt er eine unangenehme Überraschung.

Autor:
Naceur-Charles Aceval wurde 1951 in der Region Tiaret im Nordwesten Algeriens geboren. 1974 kam er über Frankreich nach Deutschland und lebt hier mit seiner Familie. Durch seine Erzählabende und seine Bücher versucht Aceval eine „Brücke zwischen dem Maghreb und Europa zu bauen“ (Verlag).

Fazit:
Sehr gut zu lesende Bücher, amüsant, lehrreich und vergnüglich. Märchen verbinden die Kulturen und so kommen einem etliche bekannt vor.
Auch der vielseitige Lebensweg des Vaters ist vom Sohn im neuen Buch interessant beschrieben. Beide Bücher sind empfehlenswert für aufgeschlossene Leser internationaler Märchen und Geschichten.


*Die Erzählabende, die auch für Kinder angeboten werden, dauern etwa eine Stunde und können durch Couscous oder Tajine ergänzt werden.




Sonntag, 20. Mai 2018

NEU: Unheimliche Orte in Deutschland

Frederking und Thaler

Neuerscheinung

HENNING  AUBEL   (Hrsg.)

DAS  BUCH  DER  UNHEIMLICHEN  ORTE  IN  DEUTSCHLAND
Schaurige Plätze und ihre Geschichten

- Düstere Sagen und gruselige Begebenheiten zwischen Hexenwald und Höllental
- Verwunschene Kultstätten, mystische Wälder und Hexenplätze und ihre Geschichte
- Mit historischen Karten sowie Bildmaterial aus dem ganzen Land

Geheimnisvolle Seen, legendäre Spukorte, Nixen, Moorleichen, verlassene Klöster und keltische Kultstätten: In Deutschland gibt es eine Vielzahl verwunschener Orte und sagenumwobener Plätze. Ob Blautopf, Falkensteiner Höhle, Externsteine oder Kyffhäuser: Dieser Bildband über Lost Places und das sagenhafte Deutschland porträtiert mystische Orte und verfluchte Stätten. Er lüftet Geheimnisse und stöbert dabei den ein oder anderen Waldgeist auf.


Herausgeber:
Als Redakteur, Lektor und Autor widmet sich Henning Aubel vor allem Themen aus Natur und Technik, Geschichte und Politik, Länderkunde und Reisen. Er entwickelt auch Konzepte und wagt sich an umfangreiche Aufgaben heran. Mit wachem Auge blickt der gelernte Historiker gern hinter die Dinge, um unter der Oberfläche Verborgenes ans Licht zu bringen.
mehr

  
Henning Aubel
Das Buch der unheimlichen Orte in Deutschland
Hardcover, ca. 140 Abbildungen
Format 19,3 x 26,1 cm
224 Seiten
1.Auflage März 2018
Euro 25,99  inkl. MwSt.   hier kaufen

Eine Buchbesprechung lesen Sie hier: Unheimliche Orte in Deutschland

Sonntag, 13. Mai 2018

Rezension: Madame LaFrance

Sujet
Rezension

MAISSA  BEY

Madame LaFrance                   

Das Kind hütet Ziegen, es schaut auf das Meer und sieht Schiffe aus dem morgendlichen Dunst auftauchen, immer mehr, Hunderte mit Matrosen und Soldaten und Kanonen.

Die  weiße Stadt erwacht, es ist Algier am Ende der osmanischen Zeit. Die Einwohner wissen noch nicht, was das Kind schon gesehen hat. Bald werden sie sich an die Kämpfe erinnern müssen. Es ist der 14. Juni 1830, als 37000 Mann einige Kilometer westlich von Algier an Land drängen und die weiße Stadt erobern. Der Beginn der Unterdrückung, Ausbeutung und des französischen Terrors in Algier, Oran, Constantine und allmählich des ganzen Landes.

Madame LaFrance ist angekommen.

Sie bringt kräftige Männer mit, die für sie die Sümpfe trocken legen, die für sie Straßen und Brücken bauen, die für sie Eisenbahnlinien verlegen, die für sie und nur für sie Felder bestellen und reiche Ernte einfahren, die das Mutterland dringend benötigt.

Madame LaFrance ist ehrgeizig.

Sie will, dass die Kinder der Araber zur Schule gehen und ihr Land lieben. Deshalb müssen sie jeden Morgen den Satz wiederholen: Ich liebe mein Land, Frankreich.
Wenn die Väter und Mütter des Landes sich wehren, werden sie in Höhlen getrieben mitsamt ihren Kindern, Nachbarn, Ochsen und Pferden. Dann wird die Höhle verschlossen und angezündet. Ganze Dörfer wurden dadurch ausgerottet. Warum ist das Kind an diesem Morgen aus dem Zelt gekrochen und hat sich auf dem Hügel versteckt? So hat es das Unglück mitansehen müssen. Allerdings kann es dadurch von dem Unfassbaren berichten, später, wenn es groß ist. Denn einem Kind würde man nicht glauben.

Madam LaFrance ist stolz.

Endlich ist es geschafft. Die Aufrührer vernichtet, das Land besetzt  und eingenommen. Nun können die Siedler kommen. Lange genug hat es gedauert und schwierig war es, die Aufstände niederzuschlagen. In Amerika ging es besser. Die Rothäute wurden mit Feuerwasser besiegt, aber die Araber trinken nicht. Andere Mittel mussten angewendet werden.

Madame LaFrance kann sich auf ihre treuen Untergebenen verlassen.

Ihre Barone, Fürsten, Akademiker, Soldaten der französischen Revolution. Dass ihre Strategien in Algerien auf so großen Widerstand stoßen, damit hat Madame nicht gerechnet. Dieses „hinterwäldlerische Volk“ wird nicht gehorsam, nicht dankbar, wehrt sich, hinterfragt die Macht von Madame LaFrance, will sie verjagen, dieser Emir Abdelkader und seine Anhänger, was erlaubt er sich?
Aber ihre treu ergebenen Strategen haben Erfahrung, sie werden mit den „zerlumpten, schmierigen Habenichtsen..“ schon fertig. Die Siedler vertreiben die rechtmäßigen Besitzer von ihren Feldern und siedeln ganze Dörfer um, trennen Familien und sperren sie in Lager.

Madame LaFrance hört nicht auf die warnenden Stimmen.

Sie hört nur, was sie hören will. Sie ist die „Herrscherin über ihre Ländereien“ und erfreut sich beim Anblick der Kirchen und Paläste auf denen die Trikolore in der afrikanischen Sonne flattert. Auf den Rathäusern liest sie zufrieden die Worte: „FREIHEIT, GLEICHHEIT, BRÜDERLICHKEIT“. Sie glaubt, ihre algerischen Kinder haben sich mit ihrer Präsenz abgefunden und lieben ihr neues Vaterland, für das sie schon in den Krieg ziehen mussten, im fernen Europa (1870/71).

Das Kind sieht alles, hört alles, es lernt, es geht zur Schule und lernt. Die Lehrerin redet von Zivilisation, sie wiederholt das Wort oft. Davon, dass sie aus den Kindern kleine gute Franzosen machen wird, die sauber sind, sich jeden Morgen waschen, rechnen und Französisch lernen. Sie will ihnen beibringen, wie man „Gemüse und Obstbäume“ anpflanzt, Frankreich, das Heimatland zu lieben, nützlich und ehrlich zu sein.

Das Kind weiß eigentlich gar nicht, was das Wort Zivilisation für es bedeuten soll. Denn schon bevor Madame LaFrance in sein Land kam, konnten der Vater und der Großvater das Land bestellen, es gab Oliven, Feigen, Orangen, Weintrauben in Hülle und Fülle, sie lebten gut von der Ernte. Sauber sind sie auch, denn vor jedem Gebet wäscht man sich, nicht nur einmal am Morgen, sondern fünfmal am Tag!  Sie konnten auch schon lesen, bevor Madame LaFrance kam, nämlich arabisch und den Koran.

Das Kind fragt sich, ob Zivilisation heißt so zu werden, wie die Franzosen? Aber wie soll es ein guter Franzose werden, wenn es bereits ein guter Araber ist ?
Das Kind traut sich nicht, seine Lehrerin Madame LaFrance dies zu fragen, es erträgt das Schicksal „Mektoub“ - noch!

Madame LaFrance ist vorsichtig.
Die Gewehre sind stets geputzt und einsatzbereit.

Das Kind sieht die Entwicklung voranschreiten. Es sieht, wie sich Madame LaFrance feiern lässt, mit einem großartigen Jahrmarkt in Paris zum 100jährigen Bestehen der Kolonie in Algerien.
Es beobachtet die schweren, grausamen Schicksalsschläge, die sein Land noch erleben muss, bevor es endlich zurückschlägt und die elenden französischen Terroristen aus seinem Land vertreiben kann.

Autorin:
Maissa Bey heißt eigentlich Samia Benameur und wurde 1950 in der Nähe von Algier geboren. Sie studierte Romanistik und arbeitete als Pädagogin. Im Kontext der blutigen Auseinandersetzungen, die ihr Land während des sogenannten schwarzen Jahrzehnts (1992-2002) überkamen, begann sie unter dem Namen ihrer Großmutter zu schreiben. Maissa Bey, die sich selbst als „Araberin von Geburt, Kultur und Sprache, tief geprägt von der muslimischen Kultur und Tradition“ bezeichnet, wählt die Ausdrucksform der Literatur, um mehr zu sein als eine stumme, passive Zeugin im Angesicht ihrer gewaltsamen und herausfordernden Zeitgeschichte.
Maissa Bey lebt und arbeitet in Sidi Bel Abbes in Algerien. (Verlag)


Fazit:
Maissa Bey untersucht in ihren Büchern Ausgeblendet und Madame LaFrance die Beziehung zwischen Algerien und Frankreich. Dazu greift sie einzelne Tatsachen aus der Geschichte auf,  um menschliche Schicksale (Begegnung zweier Personen, Verhöre, Folter, Tod in Ausgeblendet) oder die Kolonialisierung Frankreichs in Algerien (Madame LaFrance) zu beleuchten.
Sie macht sich intensiv Gedanken, wie diese unmenschliche, grausame Zeit für heutige Leser nachvollziehbar wird und entwickelt die Allegorie des unschuldigen Kindes, das mitansehen muss wie ihm sein Land von Fremden weggenommen wird. Es kann nicht verstehen, warum Fremde kommen und diktieren, was seine Eltern, Geschwister, Nachbarn zu tun und zu sagen haben - erstaunt, hilflos und machtlos.
Das Kind Algerien beobachtet die arrogante Dame Frankreich, die sich in seinem Land breitmacht, nimmt, was es will.
Aus der Sicht der Madame Frankreich stellt sich die Geschichte anders dar. Man muss den „Wilden“ die Zivilisation bringen. Wenn sie die nicht annehmen, müssen sie vernichtet werden. Wir werden es ihnen schon zeigen, wie das geht. In unserem Land, denn Algerien gehört zu Frankreich.

In 25 Kapiteln werden 132 Jahre Kolonialisierung und der Widerstand dagegen präzise reflektiert und ergreifend dargestellt. Ein Kind, das beobachtet und erlebt ist für den Leser ein besserer Protagonist als eine unpersönliche Masse von Menschen in einem Land. Und Frankreich die Persönlichkeit einer „Madame“ - einer Diva - zu geben, die das Kind bedroht, wirkt für den Leser greifbarer und nachvollziehbar, als nur die Beschreibung unpersönlicher Tatsachen der Geschichte als Ganzes - ein genialer Einfall der Schriftstellerin.

Ein intensives, beeindruckendes und betroffen machendes Buch, weil es die Taten und Tatsachen ausspricht und nicht „unter den Teppich kehrt“ oder „Ereignisse“ daraus macht, die während der Besetzung Frankreichs von 1830 bis 1962 und während des Unabhängigkeitskrieges von 1954 bis 1962 geschehen sind.
Ein herausragendes Dokument, unbedingt lesenswert.

zum Angebot

Freitag, 4. Mai 2018

NEU: Der Erzähler von Algier

Papermoon

NACEUR  CHARLES  ACEVAL
 
DER  ERZÄHLER  VON  ALGIER
Geschichten aus dem Maghreb und von anderswo nacherzählt  

„Was kann ich tun, um die Menschen glücklich zu machen?“ fragte er sich. „Was kann ich ihnen geben, damit sie glücklicher werden und so die Welt besser wird?“ Er kam auf die Idee, den Menschen das zu schenken, was für ihn am kostbarsten war: seine Geschichten, Märchen und Legenden.

 Der gebürtige Algerier Naceur-Charles Aceval hat sich eben dies seit Jahren zur Aufgabe gemacht. Geboren wurde er 1951 in Algerien, als Sohn einer Nomadenfrau aus dem Stamm der Ouled-Sidi-Khaled aus der Region Tiaret und eines baskischen Siedlers, der in Algerien zur Welt gekommen war. Seit 1974 lebt Naceur-Charles Aceval in Deutschland und versucht durch seine Erzählungen eine Brücke zwischen dem Maghreb und Europa zu bauen.

Illustrationen von Bendix Bauer


Naceur-Charles Aceval
Der Erzähler von Algier
Hardcover, 88 Seiten
Format 13,5 x 21,5 cm
nur Euro 15,-  inkl. MwSt.    hier kaufen

Mittwoch, 2. Mai 2018

NEU: Souq - von Mezze bis Pistazientorte

ZS
NEU

NADIA  ZEROUALI  und  MERIJM  TOL

SOUQ  -  VON  MEZZE  BIS  PISTAZIENTORTE - SO  KÖSTLICH  SCHMECKT  DER  ORIENT


Das Mezze Kochbuch mit Orient Rezepten



Das Mezze Kochbuch „Souq“ lädt uns zu einer spannenden kulinarischen Reise entlang der Mittelmeerküste und zu Orient Rezepte ein. Auf über 250 Seiten bietet das opulente Buch „Souq“ eine Vielfalt der Küche der Regionen, in dem es die wichtigsten orientalischen kleinen Speisen, die so genannten Mezze, in all ihrer Vielfalt vorstellt. Mezze sind arabische Genüsse für Gäste, Feste, große Tafeln und großen Genuss. Von Hummus über Mini-Mussaka, Tabouleh, gefüllten Weinblättern, Labneh oder Kibbeh bis hin zu Dukkah und Fladenbrot. Klingt exotisch, ist es auch. Und dabei ganz einfach zuzubereiten. Mit wunderbaren Zutaten und Gewürzen wie Piment, Sumach, frischer Minze, mit Rosenblüten, Kardamom. Mit einer Prise Griechenland, vielleicht ein Gramm Zypern, ein wenig Marokko, Jordanien, Türkei oder Libanon. Ein Märchen aus 1001 Nacht – Orient Rezepte. Kochen, träumen – und genießen.

Autorinnen:
Nadia Zerouali & Merijn Tol schreiben seit Jahren über die arabisch-mediterrane Küche. Sie bereisten Länder wie die vier nordafrikanischen Staaten Tunesien, Algerien, Marokko und Westsahara, Südeuropa und den Mittleren Osten, probierten sich durch die Küchen, schauten bei einheimischen Frauen in die Töpfe. Seit 2017 kann man die beiden talentierten Damen auch im niederländischen Fernsehen auf ihren ganz persönlichen kulinarischen Reisen begleiten.

Nadia Zerouali & Merijn Tol
Souq - Von Mezze bis Pistazientorte
Hardcover mit Farbbildern
256 Seiten
1.Auflage April 2018
Euro 24,99 inkl. MwSt.   hier bestellen