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Freitag, 5. Juni 2020

Was weisse Mensche nicht über Rassismus hören wollen

Hanserblau

ALICE  HASTERS

WAS  WEISSE  MENSCHEN  NICHT  ÜBER  RASSISMUS  HÖREN  WOLLEN
Warum ist es eigentlich so schwer, über Rassismus zu sprechen?

„Darf ich mal deine Haare anfassen?“, „Kannst du Sonnenbrand bekommen?“, „Wo kommst du her?“ Wer solche Fragen stellt, meint es meist nicht böse. Aber dennoch: Sie sind rassistisch. Warum, das wollen weiße Menschen oft nicht hören.
Alice Hasters erklärt es trotzdem. Eindringlich und geduldig beschreibt sie, wie Rassismus ihren Alltag als Schwarze Frau in Deutschland prägt. Dabei wird klar: Rassismus ist nicht nur ein Problem am rechten Rand der Gesellschaft. Und sich mit dem eigenen Rassismus zu konfrontieren, ist im ersten Moment schmerzhaft, aber der einzige Weg, ihn zu überwinden.

Autorin
Alice Hasters wurde 1989 in Köln geboren. Sie studierte Journalismus in München und arbeitet u. a. für die Tagesschau und den RBB. Mit Maxi Häcke spricht sie im monatlichen Podcast Feuer&Brot über Feminismus und Popkultur. Alice Hasters lebt in Berlin.
(Verlagstext)

Alice Hasters
Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen
Paperback
208 Seiten
1.Auflage 2019
Euro 17,00 inkl. MwSt.  Buch kaufen



Im Fernsehen:
Sonntag, 07.06. um 21:45 Uhr, ARD bei Anne Will:  Schalten Sie ein, wenn Alice Hasters im Rahmen eines Polittalks mit Samira El Ouassil, Cem Özdemir und Norbert Röttgen auftreten wird



Donnerstag, 7. Juni 2018

Rezension: Der Erzähler von Algier

Papermoon
Rezension


Naceur-Charles Avecal

Der Erzähler von Algier      

Algerier habe ich bisher als freundlich zurückhaltende Männer, eher vornehm reserviert kennen gelernt, manchmal sogar wortkarg. Dann habe ich vor einiger Zeit einen Zeitungsartikel über einen algerischen Märchenerzähler gelesen und nun hat er bereits zwei Bücher herausgegeben, das neueste ist „Der Erzähler von Algier“ - Naceur-Charles Aceval.

27 Erzählungen und Märchen aus dem nordafrikanischen Maghreb (Tunesien, Algerien, Marokko) und Afrika, manche sehr kurz, andere einige Seiten lang, sind in diesem, knapp einhundert Seiten starken Band gesammelt. Anstelle eines Vorworts erzählt Herr Aceval über die Art und Weise, wie er sich vorbereitet, wie er Märchen für sich auswählt bzw. sie zu ihm kommen und er sich zuerst die Geschichten selbst erzählt, bevor er sie dem Publikum präsentiert.

Am Ende des Buches beschreibt sein Sohn, Hakim Aceval, den Lebensweg seines Vaters in Europa, der sich vom Gastarbeiter aus Algerien zum Koch, Philosophen und dann zum Märchenerzähler gewandelt hat.

Sagen und Legenden gibt es überall auf der Welt und so ähneln manche den deutschen Volksmärchen oder den Erzählungen von Tausend und einer Nacht, dann gibt es natürlich die eigenen Märchen aus Algerien.

Die Akteure im ersten wie im zweiten Buch sind neben Prinzessinnen, Prinzen, Sultane und Wesire, auch Nomaden, schlaue Bauerstöchter, Schneider, Zauberlehrlinge, Fischer, Sternenfrauen und Philosophen. Sie sind auf der Suche nach Weisheit, Reichtum, Glück und Wohlergehen.  
Löwen, Schmetterlinge, Eulen und Äpfel geben dem Schicksal seinen Lauf.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass der Verfasser den Leser direkt anspricht und ihn auffordert, die Geschichten weiter zu erzählen, so, wie es bei den Erzählabenden* ist, die man auch mit einem leckeren Essen buchen kann.

Im ersten Buch „Der Mann, der nicht sterben wollte“ werden vierzehn Erzählungen vorgestellt und die Geschichte des Mannes, der nicht sterben wollte, stellt die Rahmenhandlung dar, ganz nach der Vorlage der Erzählungen von Tausend und einer Nacht. Der Mann ist unterwegs und sucht einen Ort ohne Friedhof, weil er Angst vor dem Sterben hat. Als er glaubt am Ende seiner Reise angekommen zu sein, erlebt er eine unangenehme Überraschung.

Autor:
Naceur-Charles Aceval wurde 1951 in der Region Tiaret im Nordwesten Algeriens geboren. 1974 kam er über Frankreich nach Deutschland und lebt hier mit seiner Familie. Durch seine Erzählabende und seine Bücher versucht Aceval eine „Brücke zwischen dem Maghreb und Europa zu bauen“ (Verlag).

Fazit:
Sehr gut zu lesende Bücher, amüsant, lehrreich und vergnüglich. Märchen verbinden die Kulturen und so kommen einem etliche bekannt vor.
Auch der vielseitige Lebensweg des Vaters ist vom Sohn im neuen Buch interessant beschrieben. Beide Bücher sind empfehlenswert für aufgeschlossene Leser internationaler Märchen und Geschichten.


*Die Erzählabende, die auch für Kinder angeboten werden, dauern etwa eine Stunde und können durch Couscous oder Tajine ergänzt werden.




Mittwoch, 14. September 2016

Erfolgreiches 36. Erlanger Poetenfest 2016

Claudia Ott, Ashraf Kateb und Salaheddin Maraqa
Photo: B.Agada

Über 12.000 Besucherinnen und Besucher ließen sich von tropischen Temperaturen während des 36. Erlanger Poetenfests nicht abschrecken 

Mit einem Porträt des griechisch-österreichisch-schwedischen Romanciers, Publizisten und Literaturwissenschaftlers Aris Fioretos fand das 36. Erlanger Poetenfest am Abend des 28. Augusts im Erlanger Markgrafentheater einen passenden Abschluss. In Person und Werk vereint Aris Fioretos prägende Themen der diesjährigen Poetenfest-Ausgabe, die wieder über 12.000 Besucherinnen und Besucher nach Erlangen lockte: Migration, kulturelle Vielfalt und die Zukunft Europas. Parallel zu den Lesungen im Erlanger Schlossgarten hatte kurz zuvor eine engagiert für Offenheit und Anerkennung kultureller Unterschiede plädierende Herta Müller über ihre eigenen Flucht- und Exilerfahrungen berichtet und mit Wilfried F. Schoeller diskutiert, welche Lehren daraus für die aktuelle Debatte um die Integration geflüchteter Menschen gezogen werden können.

Flucht und Exil war ein Themenkomplex, der sich wie ein roter Faden durch das Programm des diesjährigen Poetenfests zog, von den Lesungen im Schlossgarten bis zu den abendlichen Autorenporträts: Im überaus unterhaltsamen Gespräch mit Andreas Platthaus machte Ilija Trojanow deutlich, wie sehr seine weltläufige Biografie durch die Flucht als Kind aus Bulgarien geprägt ist. Nur wenige Kilometer von Erlangen entfernt, war die Erstaufnahmeeinrichtung in Zirndorf damals seine erste Station. Trojanow plädierte dafür, die derzeitigen Herausforderungen im historischen Kontext immer wieder auftretender Flüchtlingswellen zu sehen und – als Kenner Afrikas und langjähriger Verleger afrikanischer Literatur – die historische Verantwortung Europas für die Probleme in vielen Ländern Afrikas stärker wahrzunehmen.

Im Zentrum des Erlanger Poetenfests standen auch in diesem Jahr die langen Lesenachmittagen mit zahlreichen Buchpremieren im Erlanger Schlossgarten. Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Sharon Douda Otoo mit ihrem Klagenfurt-Text, Shida Bazyar, die aus ihrem druckfrischen Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ las, die mit „Drehtür“ für den deutschen Buchpreis nominierte Katja Lange-Müller, Katharina Winkler und Abbas Khider, die aus ihren Frühjahrserscheinungen „Blauschmuck“ und „Ohrfeige“ lasen und die niederländische Bestseller-Autorin Connie Palmen, die ihren neuen Roman über Sylvia Plath und Ted Hughes vorstellte, zählten zu den Höhepunkten. Auch Emma Braslavsky, Mara-Daria Cojocaru, Kurt Drawert, Gerhard Falkner, Joshua Groß, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Isabelle Lehn, José F. A. Oliver, Teresa Präauer, Tilman Rammstedt, Eberhard Rathgeb, Ulrike Almut Sandig, Silke Scheuermann und Arnold Stadler faszinierten das Publikum bei den Freiluft-Lesungen im Park. Ihre Kinder- und Jugendbücher präsentierten Norbert Bohnsack, Andreas Collin, Mario Fesler, Antje Herden, Anja Hilling mit Simona Sabato, Bob Konrad, Ute Krause und Valija Zinck.

Zum Auftakt des 36. Erlanger Poetenfests übertrug Bayern 2 am Abend des 25. Augusts die „Nacht der Poesie“ aus dem Markgrafentheater, am 27. August wurde auch das Büchermagazin „Diwan“ live vom Poetenfest gesendet. Als ein großer Erfolg erwies sich die Buchpremiere von Raoul Schrotts Ende September im Handel erscheinenden Epos‘ „Erste Erde“ in Form einer „Langen Nacht der Ersten Erde“, in der zunächst Raoul Schrott von Michael Krüger befragt wurde. Im weiteren Verlauf interviewte Raoul Schrott dann die Naturwissenschaftler William F. Martin, Klaus Mecke, Axel Munnecke und Ralph Neuhäuser zur Entstehung des Universums, der Sterne, der Erde und des Lebens. Zu Gast in der Dreizehnten Erlanger Übersetzerwerkstatt waren Sharon Dodua Otoo, Terézia Mora, José F. A. Oliver, Klaus-Jürgen Liedtke, Iain Galbraith, Brigitte Döbert, Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel sowie – anlässlich des 150. Todestags von Friedrich Rückert – die Orientalistinnen Claudia Ott und Wiebke Walther. Dem Dichter, Übersetzer und frühen Vermittler fremder Literaturen war in Zusammenarbeit mit dem Erlanger Stadtmuseum ein vielbeachteter Programmschwerpunkt gewidmet, der mit der spontan angesetzten Zusatzvorstellung von Claudia Otts Lesekonzert altarabischer Lyrik einen abschließenden Höhepunkt fand.

Deborah Feldman erzählte von ihren Erfahrungen mit religiösem Fanatismus. Beim Aktuellen Podium „Die Türkei zwischen den Extremen“ diskutierten Autoren und Journalisten die gegenwärtige Lage. „Europa erzählen“ lautete der Titel der traditionellen Sonntagsmatinee mit Dieter Bachmann, Aris Fioretos, Wilfried F. Schoeller und Ilija Trojanow in der Moderation von Alexander Kissler. „Mobbing in Literatur und Leben“ war Gegenstand eines bewegenden Gesprächs mit Astrid Frank, Brigitte Hamacher und Wolfgang Kindler. Eine Werkstattschau beschäftigte sich mit drei neuen Biografien von Peter-André Alt, Simon Elson und Deborah Vietor-Engländer über Sigmund Freud, Max J. Friedländer und Alfred Kerr. Birgit Weyhe präsentierte ihren mit dem Max und Moritz-Preis 2016 ausgezeichneten Comic „Madgermanes“ und Hans Hillmans „Fliegenpapier“ nach Dashiell Hammett verwandelte sich unter der künstlerischen Leitung des israelischen Komponisten und Pianisten Itay Dvori in ein multimediales Comic-Konzert. Auf Einladung der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur entwickelte Gunter Gebauer im Gespräch mit Helmut Böttiger eine „Philosophie des Fußballs“. Einen künstlerischen Beitrag zur Flüchtlingsdebatte lieferte das Künstler-Kollektiv Rimini Protokoll mit „Evros Walk Water“, einer Performance, die die Erlebnisse jugendlicher Flüchtlinge erlebbar macht. Auf einem eigenen Podium lasen in Erlangen lebende Geflüchtete Lyrik aus ihrer Heimat auf Arabisch, Kurdisch, Farsi und Ukrainisch. Ausstellungen und Filme rundeten das Programm des 36. Erlanger Poetenfests ab.

Das 37. Erlanger Poetenfest wird vom 24. bis 27. August 2017 stattfinden.


Veranstalter
Kulturamt der Stadt Erlangen
Abteilung Festivals und Programme


Samstag, 2. Juli 2016

AKWABA bei den Nürnberger Mittagslesungen


AKWABA 8. Afrika-Tage in Nürnberg Mittagslesungen im Juli mit TUAREG-Roman

An den beliebten Mittagslesungen im Künstlerhaus (KunstKulturQuartier), ehemals K4, beteiligen sich auch in diesem Jahr die AKWABA-Afrika-Kulturtage. Bei freiem Eintritt und einer Tasse Kaffee oder Tee dürfen sich die interessierten Zuhörer entspannt zurücklehnen und den Vorträgen der Damen und Herren lauschen, die ihre Lieblingsbücher vorstellen.

Im Rahmen der AKWABA - Afrika-Kulturtage präsentiert Frau Birgit Agada am Donnerstag, 07.07.2016 den Roman „Azahru - wer den Weg verliert“ von Richard Mackenrodt.

Der Regisseur ist einer interessanten und spannenden Geschichte auf die Spur gekommen, die im Kern wahr ist:


In den 1930er Jahren reiste ein deutsches Ehepaar über Libyen in die nigrische Sahara - die Ténéré.
Der Ethnologe Franz und seine Frau Luise, eine Malerin, versuchen sich mit den dortigen Tuareg anzufreunden, die mit ihren Karawanen Salz und Hirse durch die Wüste transportieren.
Eines Tages kommt jemand in die Sahara, der einen Jungen sucht. Welche Absichten hat dieser Fremde?
Bei den Tuareg lebt ein Junge, der etwas anders aussieht als die anderen. „Das ist halt so“, erklärt der Amenokal, das Oberhaupt der Gruppe den Kindern, „auch bei den Kamelen und Ziegen gibt es helleres und dunkleres Fell, so ist das auch bei der menschlichen Haut - die eine ist heller, die andere dunkler. Trotzdem sind alle Menschen gleich.“
Lassen Sie sich überraschen.

Anschließend wird sich die Moderation mit der Vortragenden über das Gelesene austauschen.

Die Programmkarten für Juli liegen in der Kulturinformation und anderen Kultureinrichtungen aus.  

Eintritt frei
Wann: Donnerstag, 07.07.2016
Uhrzeit: 14:00 - 14:45 Uhr
Ort der Veranstaltung: Künstlerhaus im KunstKulturQuartier - Hinterzimmer
Königstr. 93, 90402 Nürnberg

Weitere Informationen zur Lesereihe bekommen Sie bei Madeleine Weishaupt Tel. 0911/3263525, Katharina Gloser Tel. 0911/397142, Elke Thoma & Christiane Rumpf Tel. 0911/231 3365 oder über die Internetseite :Nürnberger Mittagslesungen