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Dienstag, 2. Juni 2020

Quer durch Afrika

Edition Erdmann
GERHARD  ROHLFS

QUER  DURCH  AFRIKA
Die Erstdurchquerung der Sahara von Tripolis bis zum Golf von Guinea. 1865 - 1867

Gerhard Rohlfs Erstdurchquerung der Sahara brachte dem deutschen Forschungsreisenden Weltruhm ein: Im Jahr 1865 hatte der mutige junge Mann von Tripolis aus teils zu Fuß, teils auf Kamel- und Pferderücken die gesamte Sahara durchquert, wobei er durch Savannen und Urwälder bis nach Lagos am Golf von Guinea vorgedrungen war und aus heutiger Sicht unglaubliche Strapazen und lebensbedrohliche Gefahren erduldete. Rohlfs fundierte Kenntnisse der landestypischen Sitten und Gebräuche, sein Blick fürs Detail und seine unstillbare Neugier machen seinen fesselnd geschriebenen Reisebericht zu einem der bedeutendsten Werke der Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts.



Autor
Gerhard Rohlfs (1831 – 1896) wurde als Sohn eines Landarztes geboren. Bereits in der Schule zeichnet sich ab, dass Rohlfs wenig für einen bürgerlichen Beruf geeignet ist. 1849 verlässt er endgültig das Gymnasium und schließt sich der Armee an, wo er sich durch außerordentliche Tapferkeit auszeichnet. Im Jahr 1855 betritt er als Fremdenlegionär in Algerien zum ersten Mal afrikanischen Boden. In den Jahren 1860 bis 1885 unternimmt er in diplomatischer Mission im Auftrag Bismarcks mit jeweils immer besserer Unterstützung und größerem Aufwand Expeditionen in ganz Afrika, dank derer er einen unschätzbaren Beitrag zur Erschließung des Kontinents leistet.

 Dr. Herbert Gussenbauer (1940 – 2009) war freischaffender Ethnologe und Afrikanist in Wien. Studien- und Forschungsreisen führten ihn alljährlich durch den afrikanischen Kontinent. Er war Mitarbeiter des Österreichischen Rundfunks und beschäftigte sich jahrzehntelang mit ethnohistorischen Themenkreisen. (Verlagstext)


Gerhard Rohlfs
Quer durch Afrika
Leinen mit Schutzumschlag und Lesebändchen
62 schwarz-weiß Abbildungen
Format: 21 x 13 cm
376 Seiten
Erschienen 2012
Euro 24,00 inkl. MwSt.   Buch kaufen

Reise nach Timbuktu

Edition Erdmann

RENÉ  CAILLIÉ  (Heinrich Pleticha (Hrsg.)

REISE  NACH  TIMBUKTU
Der erste Bericht über die sagenumwobene Stadt. 1824 - 1828

Obwohl René Caillié Denkwürdiges vollbracht hat, deckt sich sein Bild nicht unmittelbar mit den träumerisch-verklärten Vorstellungen, die wir uns gewöhnlich von bedeutenden Forschungsreisenden machen. Entgegen der Mehrzahl der wegweisenden Entdecker stammte Caillié aus der französischen Unterschicht und verfügte über keinerlei geographische oder militärische Ausbildung. Dennoch gelingt dem jungen Franzosen durch Zähigkeit und Willensstärke die Umsetzung jenes Vorhabens, an dem die großen geographischen Gesellschaften aus Paris und London kläglich scheiterten: Als Araber verkleidet, erreicht er beinahe mittellos und vollkommen auf sich allein gestellt am 20. April 1828 die sagenumwobene Oasenstadt Timbuktu.

Autor
René Caillié (1799-1838) stammte aus einfachen Verhältnissen. Schon früh durch die Lektüre von Robinson Crusoe fasziniert, beschloss er im Alter von sechzehn Jahren sein Glück in Afrika zu suchen. 
Dr. Heinrich Pleticha (1924-2010) lebte und arbeitete in Würzburg als Lehrer und Honorarprofessor. In der Edition Erdmann war er u.a. Herausgeber von Mungo Parks Reisen ins innerste Afrika. Susanne Zanker ist Germanistin und Romanistin. Ihre verdienstvolle Erstübersetzung von René Cailliés Reisebericht zeichnet sich besonders durch die große Sensibilität bei der Übertragung des schwierigen Originaltextes aus.

Herausgeber
Dr. Heinrich Pleticha (1924 – 2010) galt als Experte auf dem Gebiet der Reise-, Entdeckungs- und Abenteuerliteratur. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Geografie trat er in den Schuldienst ein. 1986 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Würzburg ernannt. Heinrich Pleticha war Autor und Herausgeber zahlreicher Sachbücher, die mittlerweile eine Gesamtauflage von mehr als fünf Millionen erreicht haben.

René Caillié | Heinrich Pleticha (Hrsg.)
Reise nach Timbuktu
Leinen mit Schutzumschlag
einige schwarz-weiß Abbildungen und Karten
Format: 21 x 13 cm
320 Seiten
Erschienen 2017
Euro 24,00 inkl. MwSt.       Buch kaufen 

NEU: Tibesti

Edition Erdmann

GUSTAV  NACHTIGAL

TIBESTI
Die Entdeckung der Riesenkrater und die Erstdurchquerung des Sudan. 1868 - 1874

Der preußische Arzt und Gesandte durchquert die Sahara und gelangt ins sagenumwobene Gebirge Tibesti. Aus seiner Reise trotz er Wassermangel und räuberischen Nomaden. Am Ende seiner Reise wird der deutsche Diplomat der erste Europäer sein, der den Sudan durchquerte. Heute gilt Gustav Nachtigal, vor allem durch seine detailreichen und unvoreingenommenen Reisebeschreibungen, neben Heinrich Barth als der bedeutendste deutsche Afrikaforscher des 19. Jahrhunderts.

Autor
Gustav Nachtigal (1834-1885) kam als Sohn eines Pastors in Eichstedt auf die Welt. Nach dem Medizinstudium wurde er Arzt beim Militär. In dieser Funktion begleitete er mehrere Expeditionen nach Zentralafrika.

Dr. Heinrich Schiffers (1901-1982) lebte in Köln und war Fachgeograph, Autor und Herausgeber verschiedener Standardwerke u.a. über die Sahara, Libyen und die Sahel-Zone.
 (Verlagstext)

Gustav Nachtigal
Tibesti
Leinen mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Format: 21 x 13 cm
432 Seiten
Erscheint im Juni 2020
Euro 24,00 inkl. MwSt.    Buch vorbestellen



NEU: Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika

Edition Erdmann

HEINRICH  BARTH

REISEN  UND  ENTDECKUNGEN  IN  NORD-  UND  ZENTRALAFRIKA
20.000 Kilometer durch Afrika. 1849 - 1855

Ohne ihn wäre uns die „Wiege der Menschheit“ vielleicht noch heute ein Rätsel: Der deutsche Forschungsreisende Heinrich Barth stößt zu einer Zeit, da Afrika als unwägbares und gefahrenvolles Land galt, weit in das Innere des „Schwarzen Kontinents“ vor. Am 25. März 1850 begibt er sich im Auftrag der britischen Regierung auf Entdeckungsreise durch Zentral-Afrika mit dem Ziel, für London Handelsmöglichkeiten anzuknüpfen. Nach insgesamt 2100 Tagen in der Sahara und im Sudan, betritt Barth fünfeinhalb Jahre später als einziger Überlebender der Expedition europäischen Boden – mit Informationen über Land und Leute im Gepäck, die der europäischen Wissenschaft einen neuen Erdteil aufschließen. In seinem umfangreichen schriftlichen Vermächtnis lässt der Forscher den Leser in sprachlich dichten Schilderungen an seinen Erkundungen teilhaben. Dabei gehen das eindringlich geschriebene Tagebuch, der fesselnde Reisebericht und die akribische wissenschaftliche Abhandlung eine beispiellose Verbindung ein.

Autor
Dr. Heinrich Barth (1821-1865): In der eigenen Heimat wissenschaftlich ambitioniert und hochgebildet, jedoch im Verhalten verschlossen und einzelgängerisch, tritt Barth in Afrika als äußerst zugänglicher und feinsinniger Mensch auf, der sich den sagenhaften Ruf eines „Abd el Kerim“ („Diener des Allerhöchsten“) erwirbt. In die Heimat zurückgekehrt, wird er zum Fremden, der wenige Jahre später völlig vereinsamt stirbt. Seine Leistungen auf dem Gebiet der interdisziplinären Erforschung Afrikas sind bis in die heutige Zeit hinein maßgeblich. Dr. Heinrich Schiffers (1901-1982) lebte in Köln und war Fachgeograph, Autor und Herausgeber verschiedener Standardwerke u.a. über die Sahara, Libyen und die Sahel-Zone.
(Verlagstext)


Heinrich Barth
Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika
Leinen mit Schutzumschlag und Lesebändchen
54 schwarz-weiß Abbildungen
Format: 13 x 21 cm
414 Seiten
Erscheint im August 2020
Euro 24,00 inkl. MwSt.    Buch vorbestellen



Montag, 11. Mai 2020

VORSCHAU: Heinrich Barth, Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika

Vorschau

Zum Jubiläum: Barths 200. Geburtstag am 16.02.2021

HEINRICH  BARTH

REISEN  UND  ENTDECKUNGEN  IN  NORD-  und ZENTRALAFRIKA
20.000 Kilometer durch Afrika

2100 Tage in der Sahara – im Meer ohne Wasser
Ein Standardwerk vom Vater der Afrikaforschung
Erforschung der Verbindung zwischen Kultur und Umwelt

Zu einer Zeit, da Afrika als faszinierender, aber unwägbarer und gefahrenvoller Kontinent galt, stieß ein Mann weit in das Innere des »Schwarzen Kontinents« vor: ´Dr. Heinrich Barth begab sich 1849 im Auftrag der britischen Regierung mit einer drei Mann starken englischen Expedition auf Entdeckungsreise durch Nord- und Zentralafrika. 

Er besuchte die einst legendäre Goldstadt Timbuktu am Niger, wo das offizielle Missionsziel, die Erschließung von Handelsmöglichkeiten, mit der harten Realität konfrontiert wurde. 

Nach ins gesamt 2100 Tagen in der Sahara – genannt »Bar bela mar«, Meer ohne Wasser –, und im Sudan, in denen er knapp 20 000 Kilometer zurücklegte und nahezu übermenschliche Strapazen erduldete, betrat der Forscher fünfeinhalb Jahre später als einziger Überlebender der Expedition europäischen Boden – mit Informationen über Land und Leute im Gepäck, die der europäischen Wissenschaft einen neuen Erdteil aufschlossen.

Heinrich Barth, der Universalgelehrte und Vater der klassischen Afrikaforschung, erkannte bereits die so wichtigen Zusammenhänge zwischen Umwelt und Geschichte. Sein Vermächtnis wirkt bis in die Gegenwart fort und wird zukünftig wichtiger denn je sein: 
Am Heinrich-Barth-Institut der Universität Köln wird auch Forschung im Dienst von Initiativen zur Bewahrung des Natur- und Kulturerbes Afrikas betrieben, und in der Heinrich-Barth-Gesellschaft versammeln sich viele, die sich dem Geiste Barths verbunden fühlen. Das Wissen über die Vergangenheit für eine umweltfreundliche Zukunft zu nutzen, nicht nur in Afrika, sondern auf der ganzen Welt, das ist es, was wir von Heinrich Barth lernen müssen.

Heinrich Barth (1821-1865): In der eigenen Heimat wissenschaftlich ambitioniert und hochgebildet, jedoch im Verhalten verschlossen und einzelgängerisch, tritt Barth in Afrika als äußerst zugänglicher und feinsinniger Mensch auf, der sich den sagenhaften Ruf eines „Abd el Kerim“ („Diener des Allerhöchsten“) erwirbt. In die Heimat zurückgekehrt, wird er zum Fremden, der wenige Jahre später völlig vereinsamt stirbt. Seine Leistungen auf dem Gebiet der interdisziplinären Erforschung Afrikas sind bis in die heutige Zeit hinein maßgeblich. 
Dr. Heinrich Schiffers (1901-1982) lebte in Köln und war Fachgeograph, Autor und Herausgeber verschiedener Standardwerke u.a. über die Sahara, Libyen und die Sahel-Zone.

Heinrich Barth
Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika
Klappenbroschur
farbige Karten auf den Umschlaginnenseiten
Format 13 × 21 cm
416 Seiten
NEUAUFLAGE September 2020
Nur Euro 14,90 inkl. MwSt.   Buch vorbestellen
Edition Erdmann - Verlagshaus Römerweg

Samstag, 2. Juli 2016

AKWABA bei den Nürnberger Mittagslesungen


AKWABA 8. Afrika-Tage in Nürnberg Mittagslesungen im Juli mit TUAREG-Roman

An den beliebten Mittagslesungen im Künstlerhaus (KunstKulturQuartier), ehemals K4, beteiligen sich auch in diesem Jahr die AKWABA-Afrika-Kulturtage. Bei freiem Eintritt und einer Tasse Kaffee oder Tee dürfen sich die interessierten Zuhörer entspannt zurücklehnen und den Vorträgen der Damen und Herren lauschen, die ihre Lieblingsbücher vorstellen.

Im Rahmen der AKWABA - Afrika-Kulturtage präsentiert Frau Birgit Agada am Donnerstag, 07.07.2016 den Roman „Azahru - wer den Weg verliert“ von Richard Mackenrodt.

Der Regisseur ist einer interessanten und spannenden Geschichte auf die Spur gekommen, die im Kern wahr ist:


In den 1930er Jahren reiste ein deutsches Ehepaar über Libyen in die nigrische Sahara - die Ténéré.
Der Ethnologe Franz und seine Frau Luise, eine Malerin, versuchen sich mit den dortigen Tuareg anzufreunden, die mit ihren Karawanen Salz und Hirse durch die Wüste transportieren.
Eines Tages kommt jemand in die Sahara, der einen Jungen sucht. Welche Absichten hat dieser Fremde?
Bei den Tuareg lebt ein Junge, der etwas anders aussieht als die anderen. „Das ist halt so“, erklärt der Amenokal, das Oberhaupt der Gruppe den Kindern, „auch bei den Kamelen und Ziegen gibt es helleres und dunkleres Fell, so ist das auch bei der menschlichen Haut - die eine ist heller, die andere dunkler. Trotzdem sind alle Menschen gleich.“
Lassen Sie sich überraschen.

Anschließend wird sich die Moderation mit der Vortragenden über das Gelesene austauschen.

Die Programmkarten für Juli liegen in der Kulturinformation und anderen Kultureinrichtungen aus.  

Eintritt frei
Wann: Donnerstag, 07.07.2016
Uhrzeit: 14:00 - 14:45 Uhr
Ort der Veranstaltung: Künstlerhaus im KunstKulturQuartier - Hinterzimmer
Königstr. 93, 90402 Nürnberg

Weitere Informationen zur Lesereihe bekommen Sie bei Madeleine Weishaupt Tel. 0911/3263525, Katharina Gloser Tel. 0911/397142, Elke Thoma & Christiane Rumpf Tel. 0911/231 3365 oder über die Internetseite :Nürnberger Mittagslesungen


Donnerstag, 13. August 2015

Rezension: AZAHRU - Wer den Weg verliert


Azahru
Wer den Weg verliert
BUCHEMPFEHLUNG

Richard Mackenrodt

AZAHRU - Wer den Weg verliert

In den 1930er Jahren fährt ein deutsches Ehepaar, er Ethnologe und sie Malerin und Tochter eines Porzellanfabrikanten in die Ténéré nach Nordniger, um für die Doktorarbeit des Mannes die bis dahin in Deutschland wenig bekannten Imajeren (Tuareg in Niger und Mali) zu studieren.

Ein Wörterbuch und zwei Babys

Sie treffen relativ schnell eine größere Gruppe, die sie als Gäste akzeptieren und damit sie sich besser verstehen, fängt der Mann an, ein Wörterbuch Tamaschek - Deutsch zu erstellen. Da Zeit für sie keine Rolle spielt, bleibt das Ehepaar so lange bei den Imajeren bis diese in die Air-Berge wandern, um ihre Salzkarawanen vorzubereiten. Die Frau des Amenokal erwartet ein Kind und einige Zeit später bringt auch die Deutsche ein Kind zur Welt, doch sie stirbt bei der Geburt.

Der zweite Weltkrieg kommt in die Sahara

Inzwischen ist in Europa der Zweite Weltkrieg ausgebrochen und so sieht der Ethnologe kaum Veranlassung, die Sahara zu verlassen und bleibt mit dem Baby im Niger. Zum Verhängnis wird für ihn ein Brief, den er seinem Schwiegervater schickt. Als dessen Neffe vom Schicksal seiner Cousine erfährt, schmiedet er Pläne, wie er die Fabrik seines Onkels erben könnte, auf die er schon so lange spekuliert. Nun war die Tochter zwar tot, aber ein Enkel und Erbe lebt. Mit allen Mitteln versucht er dies zu ändern und macht sich, inzwischen bei der SS, auf den Weg in die Sahara, um das Kind zu suchen und sich dieses Widersachers zu entledigen.

Ein brennendes Zelt und zwei Tote

Vater und Sohn Leo leben einige Jahre an der Seite der Imajeren. Eine junge Frau hilft dem Vater, der mit seinen Studien gut vorankommt. Er schreibt sehr viel über die Lebensweise der Tuareg und auch weiter an seinem Wörterbuch, bis die Imajeren eines Tages feststellen, dass es doch eigentlich Zeit für eine Hochzeit der beiden sei. Leos Vater getraut sich nicht zu fragen, nach dem seine Frau erst vor ein paar Jahren gestorben war, doch nun will er seinen Mut zusammennehmen, da passiert das Unglück. Eines Nachts werden beide am Zelt überfallen und getötet. Leo kann sich gerade noch verstecken, doch er muss die Tat mit ansehen und erleidet einen tiefen Schock. Er hört wie jemand auf Deutsch seinen Namen ruft und nach ihm sucht.  Das Zelt steht in Flammen wobei die Schriften verlorengehen. Leo stürzt aus dem brennenden Zelt und läuft in die Ténéré hinaus. Die Imajeren sehen die Flammen und rennen zum Zelt, aber sie finden den Jungen nicht.

Aus Leo wird Azahru

Der Amenokal und seine Familie nehmen Leo in die Gruppe auf und geben ihm den Namen Azahru - weißer Löwe. Er wächst bei den Imajeren auf und weiß nach seinem Schock von alldem noch nichts, bis eines Tages jemand nach freiwilligen Soldaten für den Krieg gegen Deutschland sucht und dabei zufällig den Jungen mit den blonden Haaren entdeckt. Er hört seinen deutschen Namen wieder und langsam kommen die Erinnerungen zurück.
Nun droht ihm Gefahr, denn man will ihn töten, allerdings weiß er nicht warum. Und dann erfährt Azahru, wer er wirklich ist und sein bisher unbeschwertes Leben ändert sich schlagartig. Plötzlich wird er sich seiner Fremdheit bewusst, er versteht nun, warum seine Schwester Dafinah und Lassad sich immer ablehnend verhalten haben, alle wussten es, nur er nicht. Azahru sieht sich nicht mehr als Targi, der mit der Salzkarawane unterwegs ist und der Wüste trotzt und sein Leben wird für ihn kompliziert. Er verlässt die Sahara und seine Lieben…. Wird er wiederkommen ?


Autor:
Richard Mackenrodt wurde 1963 in Stuttgart geboren und ist ein erfolgreicher Drehbuchautor und freier Schriftsteller. Azahru ist sein erster Roman, inzwischen kamen zwei weitere dazu: „Mein Leben davor“ und „Die kleine Insel am Ende der Welt“.

Fazit:
Dieser Roman ist seit langem das erste Buch der Tuaregliteratur, das wirklich gelungen ist und sehr gut geschrieben wurde.
Der Leser rutscht in die Geschichte hinein und wird ein Teil der Imajerengruppe die mit der Salzkarawane zur Oase nach Fachi zieht, Sandstürme und Regen in der Sahara auf dem Weg nach Kano im Norden Nigerias überstehen muss.
Endlich mal wieder ein großartiger Roman, viel weniger kitschig als die Bücher, die zu diesem Thema in den letzten Jahren erschienen sind. Man merkt, dass ein erfahrener Drehbuchautor die  Geschichte geschrieben hat, die Erzählstränge werden an den richtigen Stellen unterbrochen, die Spannung wird gekonnt aufrechterhalten, die Erzählsprache ist flüssig, man kann sich in die Figur des Azahru hineinversetzen und fühlt sich plötzlich mitten drin, in den Sanddünen der Ténéré.
Vielen Dank dem Autor Richard Mackenrodt für diesen sehr empfehlenswerten und gelungenen Roman, der unbedingt gelesen werden sollte.

Bis auf ein paar Kleinigkeiten (Gläser Tee statt Tassen und Tamariskennadeln statt große Blätter) und eine Abweichung, dass nämlich Imajeren- bzw. Imuharväter ihre Töchter fast mehr noch als ihre Söhne lieben, ist das Leben der Tuareg so dargestellt, wie es im Nordniger bis zum Ende der 1980er Jahre realistisch war.

Euro 24,99 Buch kaufen


Mittwoch, 12. August 2015

Azahru - Wer den Weg verliert

Azahru - Wer den Weg verliert
RICHARD  MACKENRODT

AZAHRÚ - WER DEN WEG VERLIERT  

Roman

In der Wüste gibt es nichts - und es gibt alles. Keine andere Landschaft der Erde wühlt so tiefgreifende Emotionen auf, und das gilt in ganz besonderem Maße für die Sahara, die Königin unter den  Wüsten. In der Ténéré, wie die Tuareg im Niger sie nennen, erzählt der Autor Richard Mackenroth eine unglaubliche Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basiert.

In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts wächst Azahrú auf als Sohn eines Tuareg-Anführers. Mitten in der Sahara. Ohne zu wissen, dass es jemanden gibt, der es auf sein Leben abgesehen hat. Denn in Wirklichkeit ist er der Sohn deutscher Eltern, die längst tot sind.

Dem Rätsel seiner Herkunft kommt Azahrú erst viele Jahre später auf die Spur. Als junger Mann bringt er den Mut auf, die Wüste zu verlassen, reist nach Europa und begibt sich auf die Suche. Dabei widerfahren ihm Dinge, die so ungeheuerlich sind, dass ein einfacher Junge aus der Wüste daran eigentlich zerbrechen müsste. Aber die Tuareg sind zäh. Sie sind es gewohnt, der Natur zu trotzen, mit wenig auszukommen und ungeachtet aller Entbehrungen ihre Kamelkarawanen erfolgreich tausende Kilometer durch die Wüste zu führen. Zu Fuß. Schritt für Schritt. Solche Menschen geben nicht einfach auf.

Die traditionelle Kultur der Tuareg ist im Untergang begriffen. Nur wenige von ihnen ziehen im 21. Jahrhundert noch als Nomaden von Oase zu Oase und leben von Salzkarawanen. Ein Schluck Wasser ist für sie eine wertvolle Kostbarkeit, eine gemeinsam eingenommene Tasse Tee der Inbegriff von Freundschaft und Respekt. Dieser Roman ist ein Stück weit so, wie auch sie es sind: ernsthaft und stolz, aber in vielen Momenten auch albern wie die Kinder.

"Azahrú - Wer den Weg verliert" erzählt auf fast 500 Seiten eine machtvolle Geschichte über Heimat, Identität und Erlösung. Und fast wie nebenbei auch noch eine der größten Liebesgeschichten aller Zeiten. (Verlagstext)

Autor:
Richard Mackenrodt, geboren 1963 in Stuttgart, lebt als freier Schriftsteller in München. Er ist seit vielen Jahren ein sehr erfolgreicher Drehbuchautor. „Azahru - Wer den Weg verliert“ ist sein erster Roman. Inzwischen sind zwei weitere erschienen, „Mein Leben davor“ und „Die kleine Insel am Ende der Welt“.


Richard Mackenrodt
Azahrú - Wer den Weg verliert
Hardcover, 496 Seiten
1.Auflage November 2014
Euro 24,99 Buch kaufen


Donnerstag, 28. Mai 2015

Rezension - Erica de Bary

Horlemann
Rezension


Erica de Bary                                                                                                         
„Hinter dem Seidenhimmel spannt sich die flockige Nacht wie Zunder“
von Dr. Almut Seiler-Dietrich

Als Erica de Bary 1907 in Berlin-Charlottenburg als Erika Kramer geboren wurde, hatte Deutschland noch für 12 Jahre Kolonien in Afrika und anderswo, Frankreichs Kolonialzeit dauerte in Algerien noch 55 Jahre und in Marokko 50 Jahre und Italiens Kolonialzeit in Libyen noch 44 Jahre an. In diese und andere Länder reisten Erica und Herbert de Bary, 1930 noch während der spanischen Kolonialzeit und 1952 nach Marokko, 1954 nach Algerien. Später wurden sie von Sohn Harald und anderen Reisegefährten begleitet.

"Arabisches Märchen" 
 „Reisen und Schreiben“ gehörte für Erica de Bary, zusammen, seitdem sie zum ersten Mal 1930 nach Spanien zu ihrem Verlobten Herbert de Bary unterwegs war. Ganz luxuriös mit einem „Mercedes-Herrschaftswagen“ und den zukünftigen Schwiegereltern gelangte sie bis nach Tetouan, damals eine spanische Kolonie, heute Nordmarokko.
Für Erika war diese erste Urlaubsreise ein „arabisches Märchen“ und ihre Eindrücke fasste sie im Reisebericht „Spanische Impressionen“ zusammen. Dabei waren ihr die Bevölkerung, die politische Situation der Diktatur, die soziale Realität viel unwichtiger als das, was sie sehen wollte, das „Archaisch-unveränderte“, „urzeitlich“ wirkende Landschaften, maurische Paläste und „Gesichter aus alten arabischen Märchen“ - Klischees, die sogar heute noch in Urlaubsprospekten wirken, wenn „die sinkende Sonne mit ihren letzten Strahlen die afrikanische Erde rot aufleuchten lässt, ehe die Nacht sie in tiefes Dunkel und Schweigen hüllt.“

Reisen und Schreiben
Erica de Barys Leidenschaften waren die Literatur, Schriftstellerei, Kunst und das Reisen, und zwar außerhalb Deutschlands, wie sie freimütig zugibt: „Deutschland war uns unwichtig, Vaterland, Militär, Krieg, das war uns fremd“. Sie konnte es sich leisten die aufkommende Not und den Nationalsozialismus als „kleinbürgerliche und kleinkarierte Deutschtümelei“ zu ignorieren. Allerdings waren diese Ansprüche und die Reisen nur realisierbar, weil Herbert und seine Eltern diese Leidenschaften finanziell unterstützten. 1941 bis 1944 konnte Erica ihrem Mann in das von Deutschland besetzte Frankreich folgen. Er wurde als Adjutant und Dolmetscher nach Paris versetzt und entkam so dem geplanten Russlandfeldzug, auf den seine Einheit vorbereitet wurde. Erica arbeitete für die „Pariser Zeitung“ und lernte Schriftsteller aus verschiedenen afrikanischen Ländern kennen, darunter die späteren Präsidenten von Senegal und Madagaskar, mit denen sie auch nach dem Krieg verbunden blieb und die in ihrem Haus in Frankfurt willkommen waren.

Literaturvermittlerin nach dem Krieg
Zwischen 1949 und 1952 blieb Erica de Bary bei der Familie in Frankfurt und übersetzte in Deutschland unbekannte afrikanische Schriftsteller. Sie wurde eine geschätzte Literaturvermittlerin, die in Zeitungen die deutschen Leser der Nachkriegszeit mit literarischen Skizzen und Geschichten unterhielt. Von ihr übersetzte Theaterstücke wurden bald uraufgeführt.

Leidenschaft Sahara
Während in Europa die meisten Menschen unter den schwierigsten Umständen zu leiden hatten, machten sich Erica und Herbert de Bary bald wieder auf den Weg und reisten.
Am meisten beeindruckt waren sie von der Sahara. Herbert fotografierte die Bilder, die später in den Reisebüchern veröffentlicht wurden. Die libysche Oase Ghadames war ein Traum, der 1957 verwirklicht werden konnte. Es folgten Reisen und Bücher über die südlibysche Oase Ghat, später bis nach Kamerun und immer wieder in das Tassili n’Ajjer auf der algerischen und libyschen Seite zu den bekanntesten Felsmalereien der Sahara. Anfangs waren die Bücher, vor allem „Ghadames, Ghadames“ mehr ein fantasievoller Traum und eiserner Wille die Oase zu erreichen als ein Tatsachenbericht. Die folgenden Reisebücher enthielten Beschreibungen der Menschen und ihrer Tätigkeiten, die sie kennenlernten und durch ihre freundliche Neugier drangen sie tiefer in das Leben der Oasen ein, als heutige Besucher. Ihre Ansprüche waren nicht hoch, sie wollten so einfach wie möglich reisen und dabei möglichst viel sehen, heutigen Backpackern ähnlich. Dabei war es ihnen wichtig, das Ursprüngliche, heute würde man sagen, das Exotische zu finden, das sich allerdings in ihren Augen nicht verändern sollte, so wie es der befreundete Forscher Leo Frobenius in seiner „Kulturgeschichte Afrika“ beschrieb, dessen Verachtung für „zivilisierte, d.h. modern denkende und aufgeklärte Afrikaner“ Erica teilte.  

Ihren Lebensabend verbrachte die Einhundertjährige schreibend in Frankfurt, so lange es ging in der Cretzschmerstraße, später in einem Wohnstift. Kinder und Enkel Erica de Barys leben bis heute in Irland und Frankfurt.


Autorin
Dr. Almut Seiler-Dietrich beschreibt das Leben der Einhundertjährigen mit einfühlsamen Worten und lässt den Leser am Leben der Schriftstellerin teilhaben. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit der Kindheit und Jugend Erika Kramers, ihrer Eltern und Großeltern bis sie 1931 ihren Heriberto heiratete.
In den zweiten Teil, über die Reisen Erica de Barys vor allem nach Afrika, fließen ihre eigenen Erfahrungen mit ein und dies ist erkennbar an vielen Details über afrikanische Dichter und Schriftsteller, die sie zum Teil selbst als Literaturwissenschaftlerin für afrikanische Literatur kennengelernt hatte.
Almut Seiler-Dietrich schreibt flüssig und gut lesbar, auch mit kritischen Gedanken. Sie hatte Gelegenheit Erica de Bary persönlich kennen zu lernen und dies macht das interessante Buch noch authentischer.

Fazit
Erica de Bary macht den Eindruck eines verzogenen Kindes. Sogar noch als Erwachsene musste ihr Mann Herbert sie oft genug ermahnen, geduldig und ruhig zu sein, wenn sie mit ihren Forderungen ihren Willen durchzusetzen versuchte, anstatt auf die einheimischen Bewohner der Oasen zu hören. Besonders deutlich wird dies in ihrem Buch „Ghadames, Ghadames“.
Ihre Mutter Elisabeth tat für sie alles, um ihr ein angenehmes Leben zu gestalten, auch unter schwierigsten Umständen, später nutzte Erica es eigennützig und rücksichtslos aus, sogar im Alter hat sie ihrer Mutter nicht verziehen, dass diese zu ihrer Schwester zog, die sich besser um die Mutter kümmerte.

Erica de Bary schien immer im Mittelpunkt stehen zu wollen, ob als Kind oder später als Schriftstellerin und Übersetzerin afrikanischer Dichter. Ihr Mann Herbert, der auf fast allen Reisen dabei war und ihr erst dieses weitgehend sorgenfreie Leben ermöglichte, konnte sie kaum bändigen und oft genug setzte sie wohl auch gegen ihn ihren Willen durch. Ihre Kinder vernachlässigte sie, doch sie waren nachsichtig. Ob Erica ihrem Mann wirklich dankbar war oder alles, was ihr an Gutem zuteil wurde als selbstverständlich forderte, ist schwer in diesem Buch zu erkennen. Vielleicht brauchte es dieses Durchsetzungsvermögen und die egoistischen Eigenschaften, um in den Zeiten mit zwei Weltkriegen und vielen politischen und wirtschaftlichen Änderungen zu überleben, besonders als Frau.



Donnerstag, 7. Mai 2015

NEUERSCHEINUNG ERICA DE BARY - Eine Biographie

Horlemann

ALMUT  SEILER - DIETRICH 

ERICA  DE  BARY
"Hinter dem Seidenhimmel spannt sich die flockige Nacht wie Zunder"

Erica de Bary (1907– 2007) hatte von Kindheit an zwei Leidenschaften: Literatur und Reisen, vor allem nach Afrika, wo sie menschliche Begegnungen und kulturelle Entdeckungen suchte, die ihr das »alte Europa« nicht bieten konnte. In den dreißiger Jahren schon reiste sie mit ihrem Mann Herbert de Bary mehrere Wochen durch Spanien, nach Skandinavien, Russland und auf den Balkan. Während des Krieges lebte sie in Paris als Mitarbeiterin der »Pariser Zeitung«, verkehrte in Dichterkreisen, wo sie als »Muse« galt. Dort lernte sie auch afrikanische Politiker kennen, die später hohe Posten in ihren Ländern bekleideten, insbesondere Léopold Sédar Senghor und Jacques Rabemananjara, mit denen sie lebenslange Freundschaften pflegte. Nach dem Krieg vermittelte sie französische Kunst nach Frankfurt am Main, wo sie seit ihrer Heirat zu Hause war. Von 1952 bis 1981 unternahm sie fast jährlich ausgedehnte Reisen in verschiedene afrikanische Länder, bis nach Madagaskar. Mit poetischen Impressionen und kritischen Texten begleitete sie die Entkolonialisierung und den Aufbau der jungen afrikanischen Staaten. Als Autodidaktin, ohne den Hintergrund akademischer Institutionen, verwirklichte sie ihre intellektuellen Träume und lebte ihre Leidenschaften mit Mut und Beharrlichkeit bis ins hohe Alter.

Auszug aus dem Buch:
Die erste Begegnung mit der Sahara 1952 in Marokko war prägend gewesen. Auch wenn Erica später noch ein Dutzend afrikanische Länder mit den unterschiedlichsten Landschaften bereiste: die Wüste blieb ihre Leidenschaft. Die Wüste erfüllte alle Erwartungen. Sie war das Urbild der Erde, und die Oasen darin Horte archaischer Lebensformen, die das Ehepaar aus Deutschland teilte, so weit die Gastgeber es zuließen. So wurden sie über Jahrzehnte hinweg Zeugen des Wandels, den auch diese nur scheinbar unwandelbaren Gesellschaften durchmachten.

Autorin
Almut Seiler-Dietrich wurde 1947 geboren und wuchs in Weilburg an der Lahn auf. Von 1961 bis 1963 lebte sie mit ihrem Vater, der für die Unesco tätig war, in Léopoldville (Kinshasa), Republik Kongo, wo sie das Gymnasium der Herz-Jesu-Schwestern besuchte.
Das Studium der Romanistik und Slavistik in Gießen, Freiburg und Heidelberg schloss sie 1970 mit einer Examensarbeit über „neoafrikanische Dichtung“ ab. Danach war sie Mitarbeiterin von Janheinz Jahn bis zu dessen Tod 1973.  1974 legte sie das zweite Staatsexamen ab und arbeitete seitdem als Gymnasiallehrerin für Französisch, Russisch und Spanisch. 1975-76 lehrte sie im Auftrag des UNDP Französisch an der Ecole Nationale d’Administration in Niamey, Niger. Zahlreiche Reisen, die längste zehn Wochen lang, führten sie in die verschiedensten afrikanischen Länder. 2004 wurde sie mit einer Monographie über den madagassischen Dichter Jean-Joseph Rabearivelo Promotion von der Goethe-Universität, Frankfurt am Main, zum Dr. phil. promoviert. Sie hat Lehraufträge an den Universitäten Mainz und Frankfurt wahrgenommen und in zahlreichen Institutionen Vorträge gehalten.
Seit 1971 hat sie ca. 120 Artikel in Zeitungen, Zeitschriften und größere Aufsätze in Sammelbänden veröffentlicht und 40 Skripte für Rundfunksendungen geschrieben.
 Sie publizierte mehrere Bücher zum Thema „Afrikanische Literatur“ in französischen und deutschen Verlagen. Webseite: www.afrika-interpretieren.de
(Verlagstext)

Almut Seiler-Dietrich
Erica de Bary - Eine Biographie
Hardcover mit Schutzumschlag
344 Seiten mit zahlreichen schwarz-weiß-Fotos
1.Auflage 2015
Euro 19,90  Buch kaufen


Mittwoch, 22. April 2015

NEUAUFLAGE: ALGERIEN Reiseführer

Algerien Reiseführer
NEUAUFLAGE

BIRGIT  AGADA

ALGERIEN - Kultur und Natur zwischen Mittelmeer und Sahara

Algerien ist ein Land mit alter wechselvoller Geschichte, geprägt von den Einflüssen afrikanischer, orientalischer und mediterraner Kulturen, ein Schmelztiegel vieler Völker.
Die lange Mittelmeerküste mit Sandstränden und verträumten Buchten lädt zum Baden ein und lockt mit antiken Ausgrabungen. Algier und Oran sind die beiden Metropolen des Landes, die neben lebendiger Hafenatmosphäre einen Einblick in die reiche Kultur Algeriens bieten. Die Ruinen von Tipaza, Timgad und Djemila entführen in die Zeit der Phönizier und Römer. Im Süden des Landes beeindrucken Oasenlandschaften und die Schönheiten der Sahara jeden Besucher. Bei Expeditionen und Kameltrekking kann man die Kultur der legendären Tuareg und die Faszination der Wüste kennenlernen.

Der soeben in 2., aktualisierter und erweiterter Auflage erschienene Reiseführer aus dem Berliner Trescher Verlag informiert umfassend über die Vergangenheit und die Gegenwart des Landes und gibt einen Einblick in Alltag und Lebensweise seiner Bewohner. Hinweise zur aktuellen politischen
Situation und zur Sicherheitslage im Land helfen bei der Planung und Durchführung einer Algerien-Reise. Die ausführlichen Reiseinformationen führen den Urlauber zu Erholungsorten, den Historiker zu geschichtlich interessanten Plätzen, den Naturliebhaber und Wüstenfreund durch die Weite
der Sahara.

-Alle Regionen zwischen Algier und Tamanrasset
-Die wichtigsten Reiseinformationen im Überblick
-Fundierte Hintergrundinformationen zu Geschichte und Kultur
-Ausführliche Reisetipps von A bis Z
 (Verlagstext)

Autorin:
Birgit Agada leitet seit den 1980er-Jahren Studienreisen in Algerien, Tunesien und Westafrika bis nach Kamerun. Während ihres Aufenthaltes in Südafrika in den 1990er-Jahren lernte die Touristikmanagerin ebenso den Südteil des Kontinents kennen und bereicherte durch Reisen nach Ostafrika (Kenia) ihren Wissensschatz über afrikanische Länder. Algerien und die Saharaländer liegen ihr besonders am Herzen, wobei sie in den letzten Jahren die Maghrebländer, vor allem Algerien, verstärkt bereisen konnte.

Birgit Agada
ALGERIEN-Natur und Kultur zwischen Mittelmeer und Sahara
241 Farbfotos und historische Abbildungen  
21 Stadtpläne und Übersichtskarten, farbige Klappkarten
448 Seiten
2. aktualisierte und erweiterte Auflage 2015
Euro 21,95 Buch kaufen  ab sofort lieferbar



Donnerstag, 9. April 2015

Geboren mit Sand in den Augen

Mano Dayak

MANO  DAYAK

GEBOREN  MIT  SAND  IN  DEN  AUGEN

Die Autobiografie des Führers der Tuareg im Niger

»Jedes Mal, wenn ich der Wüste gegenüberstehe, führt sie mich auf die erregende Reise in mein eigenes Ich, in dem wehmütige Erinnerungen, Befürchtungen und Hoffnungen des Lebens miteinander streiten. Wer in der Wüste überleben will, muss sie verstehen, ihr zuhören. Denn sie wird immer stärker sein als der Mensch. Man muss, um hier zu leben, ebensoviel Bescheidenheit wie Mut aufbringen. Die Wüste scheint ihrem Bewohner ewig, und sie schenkt diese Ewigkeit dem Menschen, der sich ihr verbunden fühlt.« Mano Dayak

Das bewegte, viel zu kurze Leben des Anführers der Tuareg. »Die Tuareg und die Wüste haben nicht nur einen Sohn verloren, sondern auch ihren größten Anwalt.« Mohamed Akotey


Mano Dayak war Tuareg aus dem Air-Gebirge im Niger, Angehöriger eines Stammes jener Nomaden, die unermessliche Wüstengebiete Nordafrikas bewohnen, die sich von Marokko und Algerien bis Mali und Niger erstrecken. Während Jahrhunderten hatten sich die Tuareg gegenüber den gewaltvollen Angriffen der Kolonialmächte zur Wehr gesetzt und ihre unabhängige und stolze Lebensweise bewahrt. Mano wuchs in der Wüste auf. Seine Mutter erzählte ihm die Mythen seiner Vorfahren, sein Vater machte ihn mit den Bräuchen vertraut.

Als Jüngster seiner Familie wurde Mano von den französischen Kolonialherren dazu gezwungen, die Schule zu besuchen, wo er von seinen neuen »Vorfahren«, den Galliern, vernahm. Dessen ungeachtet fand er sich in der westlichen Lebensweise zurecht, zeichnete sich durch gute Leistungen aus und brach auf, um in New York und Paris eine akademische Ausbildung anzuschließen.

Als er Jahre später in die Wüste zurückkehrte, fand er sie von Grenzen willkürlich durchzogen wieder und erfuhr, dass Tausende von Tuareg niedergemetzelt worden waren. Außer sich begab er sich mitten in das Herz der Auseinandersetzungen; im Kampf für die Rechte der Tuareg wurde er zu einer wichtigen politischen Figur und spielte eine zentrale Rolle auf dem Weg zum Frieden im Niger.

Im Dezember 1995 bestieg Mano Dayak ein Flugzeug, um den nigrischen Premierminister zu treffen. Es sollten Wege diskutiert werden, den Frieden im Niger zu sichern. Das Flugzeug explodierte beim Start. Mano Dayak kam bei dem tragischen Unglücksfall ums Leben.

In Zusammenarbeit mit Louis Valentin
Aus dem Französischen von Sigrid Köppen

Mano Dayak
Geboren mit Sand in den Augen
Taschenbuch broschiert
224 Seiten
nur Euro 10,95     Buch kaufen


Reise in die Sahara

Reise in die Sahara 

LUCIEN  LEITESS (Hrsg.)

REISE  IN  DIE  SAHARA

Kulturkompass fürs Handgepäck

Aus dem Inhalt:

Die Sahara – ein Lebensraum voller Geheimnisse, Wunder, Künste und Geschichten
Antoine de Saint-Exupéry stürzt in der Wüste ab und erlebt, was es heißt, zu verdursten
Ibrahim al-Koni erzählt von Gazellen, Mufflons, Vogelschwärmen und vom selig machenden Regen
Théodore Monod findet Wasser, wo es keiner erwartet
Rainer-K. Langner staunt über die Überlebenskunst von Kamel, Akazie, Springmaus und Distelfalter
Gerd Spittler begleitet die Hirtin Guzzel, lernt die Kunst, jedes Kamel an seiner Spur zu erkennen und enthüllt die nächtlichen Besuche der Liebenden
Albert Camus beobachtet Janine beim Ehebruch in der Oase
Ines Kohl erforscht die feinen Abstufungen von Stand, Abstammung und Hautfarbe
Henri Lothe ist überwältigt von den tausend Felsbildern im Tassili-Gebirge
Mouloud Mammeri besucht eine Tuaregschulklasse, die den Lehrer zur Verzweiflung bringt
Michael T. Ganz berichtet vom Musikfestival bei Timbuktu
Kurt Pelda verfolgt die Routen der Kokainschmuggler

Dies und vieles mehr aus der Sahara …


Herausgegeben von Lucien Leitess
Reise in die Sahara
Taschenbuch broschiert
288 Seiten
nur Euro 12,90    Buch kaufen


Montag, 9. März 2015

30 Jahre Afrika

30 Jahre Afrika
Cargo Verlag

EDGAR  SOMMER


30  JAHRE  AFRIKA

Der "Grenzgänger" Edgar Sommer hat häufig auf Reisen und im Leben eigene Grenzen überschritten. Davon erzählt er in diesem Buch. Afrika ist immer ein völlig unberechenbarer Kontinent, der von ihm im wahrsten Sinne des Wortes erfahren wird. Er erzählt auch von den Projekten mit den Tuareg, über seine Begegnungen, von denen er meisterhafte Fotos machte. Ein tolles Buch über ein verwegenes Leben.


Edgar Sommer
30 Jahre Afrika
Format 21,6 x 21,4 cm
Hardcover gebunden
262 Seiten
Euro 26,80   Buch kaufen


Montag, 1. Juli 2013

Empfehlung: Gold, Salz und Sklaven

Edition Piscator, Schweiz
RUDOLF  FISCHER

GOLD,  SALZ  UND  SKLAVEN -
Die Geschichte der großen Sudanreiche Gana, Mali, Songhai      

Endlich wieder erhältlich


Rudolf Fischer
Gold, Salz und Sklaven
3. überarbeitete und durch unveröffentlichte Bilder erweiterte Auflage 2013
288 Seiten, 66 farbige Abbildungen, 8 Karten, Register,
Format 21 x 15 cm
Euro 37,00 (zuzügl. Versandkosten aus der Schweiz)  Buch kaufen

Dieses reich bebilderte Werk ist die ausführlichste Darstellung des goldenen Zeitalters Westafrikas in deutscher Sprache. Von 700 bis 1600 n. Chr. kontrollierten südlich der Sahara sudanische Könige den einträglichen Handel mit Rohstoffen und Luxusgütern, die in beträchtlichen Mengen durch die unwirtliche Wüste an den Nordrand des Kontinentes gebracht wurden....

Freitag, 17. Mai 2013

Empfehlung: Stern über Afrika

Horlemann Verlag
IRIS  LEMANCZYK  &  TiNO

STERN  ÜBER  AFRIKA    -   Empfehlung  -


In der Altstadt von Fès, der ältesten Königsstadt Marokkos, besuchen jedes Jahr viele Touristen aus aller Welt die Sehenswürdigkeiten und Souks (Märkte). So auch Juli und Francois, zwei junge Franzosen aus Paris. Fremde sollten auf jeden Fall mit einem seriösen Führer die Stadt besuchen. Denn die Gassen und Gässchen sind in Fès sehr verwinkelt und unübersichtlich.

Mahmud und Rachid spielen gern Fußball und ausgerechnet heute hat Herr Ragazin den Ball nicht mehr zurückgegeben, der leider wieder in seinem Garten gelandet ist. Für die beiden ist nämlich der Eingang zum Grundstück die Begrenzung für ihr Tor. Nun beratschlagen Mahmud und Rachid, wie sie an Geld für einen neuen Fußball kommen und haben die Idee, sich als Stadtführer ein bisschen was zu verdienen. 
Da kommen Juli und Francois an den Platz der Kairaouin-Moschee, wo Mahmud sie anspricht. Francois ist skeptisch und zurückhaltend und brachte seine Vorbehalte gegenüber fremden Menschen mit ins Land. Schroff lehnte er das Angebot von Mahmud ab und seine Freundin Juli konnte ihn auch nicht umstimmen. Lieber ziehen sie allein los. Mahmud schaut ihnen etwas ratlos hinterher, wie konnten Ausländer seine Stadt besser kennen als er, denkt er gerade und geht ein paar Schritte, als er einen Gegenstand auf dem Boden liegen sieht. Es ist ein Geldbeutel mit einigen Dirham, Euro und Papieren. Es ist der Ausweis von dem mürrischen Mann von eben. Soll Mahmud das Geld behalten, das er gerade so gut brauchen konnte?

Lehrerin in der Sahara
Im Norden von Mali, dem Gebiet Azaouad der Tuareg, wohnt Aisha mit ihrer Familie. Sie sind Nomaden und ihr Bruder Tarek und ihr Vater begleiten die Salzkarawanen zwischen Taoudenni und Timbuktu. Tarek konnte ein bisschen lesen und Aisha war sehr neugierig und wollte immer mehr Geschichten hören und auch selbst lesen, schreiben und rechnen lernen. Wie es ihr erging und wieso sie Juli und Francois als Lehrerin begegnete, erzählt sie in der nächsten Geschichte.

Abenteuer auf dem Sambesi
Auf dem Sambesifluss zwischen Zimbabwe und Sambia wartet auf Salo und Nango ein Abenteuer zwischen Krokodilen, Flusspferden, Elefanten und Antilopen. Salo ist gerade zum Bootsführer ausgebildet worden und geht mit Nango auf eine „Testfahrt“. Auf einer Sandbank, die krokodilfrei ist, schlagen sie ihr Zelt auf, doch nein, das Zelt hat Salo vergessen. Nun müssen sie im Freien schlafen. Nango ist zu müde, um sich über Flusspferde und andere nachtaktive Tiere Gedanken zu machen, als ihn Salo plötzlich aufweckt. Was ist passiert?

Hasenjagd in Namibia
Michael erzählt eine Geschichte über eine Hasenjagd, bei der er Mut bewies, aber nicht so, wie man im ersten Moment glauben könnte. Seine Eltern gehören zu den deutschstämmigen Namibianern, die Farmen bewirtschafteten. Michael und sein älterer Bruder Johannes sind in Namibia geboren und haben deshalb deutsche Vornamen.

Kindersoldaten in Not
Akim erzählt eine gefährliche Geschichte. Er, sein kleiner Bruder und weitere Kinder aus seinem Dorf wurden verschleppt und zu Kindersoldaten ausgebildet, um den Anführer einer Bande, Papa Taylor Amin zum Präsidenten des Landes zu machen. Als ein Junge vom Lager fliehen wollte, wurde ihm ein schwarzer Skorpion zum Verhängnis. Akim konnte in der Nacht nicht in der stickigen Hütte schlafen und so schlichen sich er und sein kleiner Bruder Malik hinaus und legten sich hinter einen dicken Baumstamm. Am nächsten Morgen waren sie allein und das Lager verlassen. Was nun? Würde man sie suchen, wenn ihr Fehlen bemerkt wurde oder konnten sie weglaufen und ihre Eltern suchen? Da hörten sie, wie sich ein Auto schnell näher...

Kenias schnelle Läufer
Serah lebt in Kenia und ihren langen Schulweg legt sie immer laufend zurück, damit sie rechtzeitig zum Unterricht kommt, aber meistens klappt es nicht und die Lehrerin schimpft jedes Mal. Denn immer kommt etwas dazwischen. Beim Wasserholen stolpert sie und das Wasser im schweren Eimer schwappt über. Serah wird ganz nass und muss noch einmal zum Fluss rennen, um den Eimer aufzufüllen. Ihre beiden kleinen Geschwister müssen versorgt werden und zur Mutter aufs Feld gebracht werden. Dies und noch mehr erledigt sie vor dem Schulweg. Doch eines Tages hat sich Frau Odeke vom Schulamt angekündigt und Serah steht extra noch früher auf, es war fast noch Nacht, um pünktlich in der Schule zu sein, doch wieder kam etwas dazwischen. Als Frau Odeke Serah so schnell auf den Schulhof rennen sah, fragte sie wie weit denn der Schulweg sei, und spontan organisierte sie einen Wettlauf. Aus Kenia und Tanzania kommen heute die weltbesten Langstreckenläufer. Wer hat das Rennen wohl gewonnen?

Autoren:
Iris Lemanczyk wurde 1964 in Kirchheim/Teck bei Stuttgart geboren. Sie studierte Germanistik und Geographie, reiste sie um die Welt und schnupperte eine Zeitlang Zirkusluft. Sie arbeite als Zeitungs-Redakteurin in Namibia, reiste nach Australien, Neuseeland und Kenia. Seit 1997 arbeitet sie als Autorin und freie Journalistin.  

TiNO ist 1962 in Augsburg geboren und lebt heute in Karlsruhe. Er absolvierte eine Ausbildung zum Frühpädagogen und studierte Sozialpädagogik. Seine Kinderbücher wurden bislang in zehn Sprachen übersetzt. TiNO arbeitet als Kinderbuchautor und -illustrator, schreibt Beiträge für den Rundfunk (SWR, HR u.a.) und Geschichten für die KIKA-Figur »Siebenstein«. Für seine Arbeiten wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet.

Fazit:
Das schöne Ende und noch mehr wird im neuen Buch „Stern über Afrika“ von Iris Lemanczyk und Tino erzählt. Ein Buch, das Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Einblick in das heutige Leben der Kinder und Jugendlichen in verschiedenen Ländern Afrikas wie Marokko, Mali, Kenia, Namibia und anderen gibt.
Rührend, aufregend, abenteuerlich, auf jeden Fall lesenswert und sehr zu empfehlen. Als Ferienlektüre hat das spannende Buch in jedem Rucksack Platz.


Iris Lemanczyk, TiNO
Stern über Afrika      ab 12 Jahre
Hardcover, 112 Seiten
1.Auflage 2013      erscheint am 20.05.2013
Preis: Euro 12,90   Buch bestellen       
Horlemann Verlag, Berlin




Dienstag, 19. Februar 2013

Die Maghrebländer - Marokko, Algerien, Tunesien

 
Die Maghrebländer
  RUDOLF  FISCHER

  Die Maghrebländer
  Marokko, Algerien, Tunesien

  Geschichte und Bilder

  Den geschichtlichen Gemeinsamkeiten und den eigenen Wegen der drei
  heutigen Maghrebstaaten Tunesien, Algerien und Marokko nachzugehen
  ist ein spannendes Unternehmen, das über Felsmalereien aus der
  Jungsteinzeit, über die Kolonien der seefahrenden Phönizier, über den
  Einbezug des Grossraumes ins weite Reich der Römer, über die für die westliche Christenheit überaus bedeutenden nordafrikanischen Kirchenväter bis in jene Zeit führt, in der Araber den überkommenen Bräuchen der Berber ein neues Gesellschaftssystem überstülpten und in der schliesslich die Nordafrikaner nach einer Phase der Unterwerfung unter europäische Mächte wieder selbständig zu agieren vermochten.

Beleuchtet werden in diesem Buch besonders auch geschichtsbestimmende Verbindungen zu Europa, zum Vorderen Orient und zu den afrikanischen Regionen südlich der Sahara.

Einige Themen:
Weltgeschichte zwischen Meer, hohen Bergen und Wüste
die Römer und ihre imposante Hinterlassenschaft in Nordafrika
Berber, Araber, Türken und Europäer
der Islam und seine verschiedenen Facetten im Maghreb
märchenhafte Moscheen, Medresen und Paläste im hispano-maurischen Stil.

Rudolf Fischer
Die Maghrebländer
224 farbige Abbildungen, 1 Karte, Register
136 Seiten, Format  21 x 21 cm
1. Auflage 2013
Preis:  Euro 35,- (zuzügl. Versand)    Buch kaufen
Edition Piscator, Schweiz 


Montag, 14. Januar 2013

Nomaden der Sahara

Nomaden der
Sahara
ANJA FISCHER

NOMADEN DER SAHARA - Handeln im Extremen

Wie lebt man in der Zentral-Sahara, einem der extremsten Lebensräume dieser Erde?
Die österreichische Kultur- und Sozialanthropologin Anja Fischer reiste von 2002 bis 2006 jeweils für etwa zwei bis drei Monate in die algerische Sahara, um diese und weitere Fragen dazu zu beantworten. Sie lebte dort mit den Frauen, Kindern und Männern der Imouhar in der Adrar Ahnet- Region südlich von In Salah und den Aguh en-Tehele- Nomaden östlich von Tamanrasset im Ahaggar-Gebirge, die sich als Vollnomaden in Regionen bewegen, die abseits aller großen Städte liegen und noch wenig von Touristen frequentiert werden.

Imouhar (Imuhar), Imajeren sind die Eigennamen der Tuareg, was so viel wie "freie Menschen" bedeutet. Der Ausdruck "Tuareg" ist den Nomaden sogar unbekannt und wird auch nicht verwendet. Nur Imuhar, die in den größeren Städten wie Tamanrasset oder Djanet leben und mit Tourismus zu tun haben, gewöhnten sich an den Ausdruck "Tuareg", der von den Arabern erstmals abfällig, "die von Gott verstoßenen" verwendet wurde.

Anja Fischer beschreibt detailliert das wirtschaftliche Handeln der Nomaden, hauptsächlich der Nomadinnen, deren Alltag sie beobachtet.Doch die Feldforschung ist nicht ohne Tücken und so erfährt der Leser auch von den Fettnäpfchen, in die die Anthropologin tappte.

Wirtschaftliches Handeln wird in einem nomadologischen Ansatz als sozialer Prozess interpretiert. So bietet die Forscherin einen Einblick in die komplexen soziokulturellen Zusammenhänge des nomadischen Alltags. In der abschließenden Analyse werden die Strategien von Nomadinnen und Nomaden in einer kollektiven Handlungskonvention zusammengefasst.


Eine sehr interessante Darstellung des Lebens und des Handelns der, immer weniger werdenden Vollnomaden, hauptsächlich Nomadinnen, in der Sahara im Süden Algeriens. An manchen Stellen ist das Buch zu sehr mit Fachausdrücken versehen.

Anja Fischer
Nomaden in der Sahara
190 Seiten, Softcover
1.Auflage, 2008
Dietrich Reimer Verlag, Berlin


Sonntag, 13. Januar 2013

Rezension: Sahara - Tausend Jahre Austausch von Ideen und Waren

Sahara
RALPH A. AUSTEN

SAHARA - Tausend Jahre Austausch von Ideen und Waren

Der amerikanische Autor Ralph A. Austen versucht den Austausch von Waren und Ideen in einem riesigen Lebensraum, der von der Atlantikküste bis zum Nil und Roten Meer sechstausend Kilometer und von der Mittelmeerküste bis zum Golf von Guinea rund dreitausend Kilometer einnimmt, über einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren auf nur 220 Seiten zu beschreiben. 


Inhalt:
Das Buch enthält zwei Vorworte, da sich die Lage zwischen der ersten, 2010 erschienen amerikanischen Ausgabe zur deutschen Übersetzung 2012, in Mali verändert hat und es einiger Erklärungen bedurfte.

Eingeteilt ist das Buch in sechs Kapitel.

1.Die Sahara: Von der Wüstenbarriere zur globalen Verkehrsader

Im ersten Kapitel geht es um die Geographie, die klimatischen Verhältnisse, die Beschaffenheit des Bodens in der Sahara und in den angrenzenden Landschaften im Norden am Mittelmeer und in der Sahel- und Sudanzone im Süden in Westafrika und die daraus resultierenden Möglichkeiten zur Durchquerung der Sahara. Die ersten Bewohner waren Jäger und Sammler.

Schon die erste Karte auf Seite 14, auf der die Länder Nord- und Westafrikas bis etwa einer Linie Kamerun, Zentralafrika, Kenia dargestellt sind, lässt den aufmerksamen Leser nachdenklich werden. Die Legende schreibt: „Die Sahara und ihre Grenzgebiete in vorislamischer Zeit“ und gibt einen Zeitraum von 1000 vor Chr. bis 1000 nach Chr. an. Der Islam hatte sich allerdings schon nach 800 n.Chr. in Nordafrika und in den folgenden zweihundert Jahren nach Westafrika ausgebreitet, so dass man nicht mehr „vorislamisch“ schreiben kann. Die Darstellung wird noch verzerrter, wenn auf der Karte Orte wie Timbuktu eingezeichnet sind, das sogar erst um 1100 nach Chr.  gegründet wurde. Wichtige Orte wie der Karawanenendpunkt Audaghost und Walata fehlen dagegen. Auch die Zeitspanne von zweitausend Jahren ist viel zu grob eingeteilt.

2.Karawanenhandel und afrikanische Wirtschaft

Das zweite Kapitel beschreibt nun die Wege durch die Sahara und die Güter, die auf Kamelkarawanen transportiert wurden. In erster Linie waren dies vom Süden nach Norden Gold und Sklaven, später Elfenbein, Straußenfedern und Ziegenleder.
Von Nord nach Süd kamen „Stoffe, Glasgeschirr, Haushaltsgegenstände aus Keramik und Metall, Papier, Kriegsausrüstung, Pferde“,  die islamische Religion und Kultur mit der arabischen Schrift, den arabischen Reisenden und Gelehrten, die sich schon bald in Timbuktu niederließen und Handschriften übersetzten und verfassten.
Erst im 20. Jahrhundert kam es zum Niedergang des Transportes mit Kamelen, als Eisenbahn, Auto und die ersten Flugzeuge die Kamele ablösten.

3.Der Kampf um die Herrschaft über die Sahara und ihre „Ufer“

Verschiedene Völker im Sahel- Sudan organisierten den Markt und wurden dadurch reicher. Namentlich am bekanntesten waren Gana, Mali und Songhai, aber auch Kanem, Bornu und Sokoto. Auch die Organisation des Transportes durch die Sahara wurde von verschiedenen Gruppen beherrscht. Belege dazu lieferten die Berichte der Reisenden, Mekkapilger und Forscher.

4.Der Islam

Dieses Kapitel beschreibt nach einigen Erklärungen zur Religion, die Ausbreitung und den Einfluss des Islam auf die Völker in Nordafrika, der Sahara und den südlichen Randgebieten.

Das Bild auf Seite 126 zeigt die Gebetsnische in der kleinen Moschee von Sidi Boumediène in Tlemcen (Algerien), die besonders von Wallfahrern besucht wird und über die Grenzen Algeriens hinaus bekannt ist. Als Bildunterschrift steht unter anderem, dass „solche Grabstätten in jüngster Zeit von der Ansar ed-Dine“- Islamistengruppe beschädigt oder zerstört wurden. Leider passt das Bild und diese Unterschrift nicht zusammen, denn wie Ansar ed-Dine selbst erklärt hat, zerstörten sie in Timbuktu Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes, um die westliche Welt zu treffen, die sich „mehr um Bauwerke sorgt, als um Menschen“. Bauwerke wie dieses, würden selbst sie nicht zerstören. Für eine solche Unterschrift hätte man ein Bild von Timbuktu mit der Djingereber-Moschee oder dem Grabmal von Askia Mohammed in Gao zeigen müssen, die tatsächlich beschädigt wurden.

5.„Islamicate“ Kultur

„Islamicate culture“ beschreibt der Autor als Bezeichnung „angelsächsischer Historiker“ von „Regionen, die vom Islam definiert, wenn auch nicht vollständig von ihm beherrscht werden“. Denn neben dem Islam gab und gibt es, gerade in Westafrika, immer noch eigene Traditionen und Gebräuche, die nichts mit dem Islam oder auch der von Missionaren mitgebrachten christlichen Religion zu tun haben.

6.Europäischer Kolonialismus: Bruch und Kontinuität der transsaharischen Verbindungen

Dieses interessant geschriebene Kapitel zeigt die Entwicklung und den Einfluss der Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien in Nord- und Westafrika und deren Folgen für die Wirtschaft, Kultur und Religion, die bis heute nachwirken.



Autor:
Ralph A. Austen ist emeritierter Professor für Afrikanische Geschichte an der University of Chicago und Autor mehrerer Bücher über die Geschichte und Literatur Afrikas, Sklavenhandel und Kolonialismus.
Wie auch oft in amerikanischen Dokumentarfilmen über geschichtliche Themen, bleibt  der Autor ziemlich oberflächlich in seiner Betrachtung. Er selbst gibt in seiner Danksagung gleich im ersten Satz zu, dass nur „manche Seiten dieses Buchs das Ergebnis eigener Recherchen sind“ und „im Wesentlichen die wissenschaftlichen Leistungen anderer Autoren“ zusammenfasst, was oft in einer trockenen Aneinanderreihung von Informationen, die in jedem Kapitel wieder bei der „ersten Begegnung zwischen den einzelnen Völkern“ beginnt, sichtbar wird.  Auch gibt er im Vorwort zur deutschen Ausgabe zu, dass die deutschen Übersetzer und Lektoren „eine Reihe von Fehlern“ korrigiert haben.
Möge sich der Leser zu diesen Äußerungen selbst ein Urteil bilden.

Fazit:
Für den Leser, der sich mit der Geschichte und den Themen Sahara, Sahel, Sudan, westafrikanische Königreiche, Karawanenhandel und Islam in Nord- und Westafrika bereits beschäftigt hat, wird es kaum neue Erkenntnisse geben. Im letzten Kapitel werden die Geschichte des Kolonialismus und die Folgen sehr interessant beschrieben.
Für Leser, die sich zum ersten Mal mit dem Thema auseinandersetzen, ist das Buch eine interessante Übersicht, einen profunden Einblick kann es nicht geben, da es zu wenig ausführlich geschrieben ist.

Ralph A. Austen
Sahara - Tausend Jahre Austausch von Ideen und Waren
220 Seiten, Hardcover mit Leineneinband
Preis: Euro 24,90  Buch kaufen
Wagenbach Verlag