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Mittwoch, 21. April 2021

Rezension: Afrikas Kampf um seine Kunst

C.H. Beck
Rezension

BÉNÉDICTE  SAVOY

AFRIKAS  KAMPF  UM  SEINE  KUNST - Geschichte einer postkolonialen Niederlage

Seit der Unabhängigkeit vieler afrikanischer und asiatischer Staaten fordern diese mit Recht ihre Kunstschätze zurück, die sich in europäischen und deutschen Museen befinden.

Professorin Bénédicte Savoy untersucht in ihrem überaus lesenswerten Buch die „endlose“ Geschichte der Forderungen, Anfragen, Bitten auf der afrikanischen (und asiatischen) Seite und die Abweisung, Ablehnung, Verweigerung und Nichtbeachtung auf europäischer und deutscher Seite. 

Worum geht es genau ?

Konkret fordert Nigeria von Großbritannien den umfangreichen Schatz der wertvollen Benin-Bronzen, der 1897 von britischen Truppen „gewaltsam“ geraubt und von London aus in andere europäische Länder, darunter Deutschland (1900 an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz) verkauft wurde.

Benin fordert von Frankreich 26 Gegenstände, Kongo von Belgien 200 Werke, ebenso Zaire, Ghana fordert von Großbritannien die „Asante-Regalien“, Sri Lanka möchte gern 16 Holzmasken von Deutschland und 20 Objekte vom Britischen Museum, Tanzania hätte gern einige Objekte von Deutschland zurück, ebenso Kamerun und Togo.

Für die afrikanischen Staaten geht es nicht nur um die Objekte, sondern auch um die Aufarbeitung ihrer Kolonialerfahrungen, ihre Geschichte und Kulturgüter, die den nachfolgenden Generationen vorenthalten werden.

Ab 1971 wurden aus den Forderungen nur noch Anfragen für (Dauer)Leihgaben einzelner Objekte mit symbolischer Bedeutung. 

Dass es sich bei den Anfragen nur um „einige wenige Objekte“ geht, wie bereits in der Einleitung im Buch dargestellt, und gar nicht einmal um ganze Sammlungen und dass diese auch oft nur ausgeliehen werden sollten, wurde von den europäischen und deutschen Museumsdirektoren großzügig überlesen oder überhört bzw. ignoriert. Befürchtete man doch „leere Museen“ in Europa, was so gar nicht stimmt, denn auch die Depots sind bis heute voll von „kolonialem Beutegut“.

Mitte der 1970er Jahre gelangte das Thema in den Blickwinkel der Öffentlichkeit, es erschienen Zeitungsartikel, Filme und auch das Fernsehen berichtete später.  Sofort verteidigten sich die Museumsverantwortlichen mit dem so oft wiederholten Phrasen die Objekte „kamen auf legalem Weg zu uns“ oder wurden „geschenkt“ bzw. „gekauft“ und eine Rückgabe sei strikt abzulehnen, um den „Nationalismus der Entwicklungsländer“ nicht nachzugeben. 

Nun einer scherte aus dem Kanon aus. Herbert Ganslmayr, Direktor des Bremer Übersee-Museums setzte sich für die Rückgaben ein und wurde von seinen Kollegen in Stuttgart, Berlin u.a. von künftigen Diskussionen ausgeschlossen, was diesen nicht hinderte auf internationalem Parkett weiter zu arbeiten, war er doch gut vernetzt und hatte einige Zeit in Nigeria gearbeitet.


Im Buch wird deutlich gemacht, wie sich und mit welchen fadenscheinigen Argumenten die Museumsdirektoren in Europa und gerade in Deutschland aus der Affaire zogen. Sie schoben die Restitutionsforderungen den Politikern zu und diese wiederum den Direktoren. Leider zogen die Afrikaner und Asiaten dabei den Kürzeren, bis sie allmählich entnervt ihre Anfragen fast aufgaben. Da wurde das Thema plötzlich in Europa interessant, denn nun forderte das europäische Griechenland vom europäischen Großbritannien den Pantheon-Fries (Elgin-Marmorstücke) zurück. Nun wurde die Restitutionsfrage eine europäische und die Afrikaner und Asiaten „rieben sich die Augen“.
Doch inzwischen hatten sie selbst Museen gebaut und gerade in Nigeria wurde eine Ausstellung auf Reisen geschickt, die 1985 auch in der ehemaligen DDR auf großes Interesse und Beachtung stieß. Schon 1980 konnte es sich Nigeria „leisten“ vier Objekte von London zurückzukaufen.

Bis heute gibt es keine klaren Aussagen von Seiten der Politik und den Museen zu den berechtigten Restitutionsforderungen. Immer noch werden Anfragen hinausgezögert und verdrängt und dass es noch immer keine vollständigen Bestandslisten der kolonialen  Objekte  gibt, zeigt die bis heute bestehende Arroganz, Ignoranz und Angst darüber, die Objekte zurückgeben zu müssen.


Die 16 Kapitel des Buches umfassen 20 Jahre von 1965 bis 1985 zuzüglich Epilog, die die umfangreiche Recherche in (geheimen) Archiven, Museen, Fernsehbeiträgen, Korrespondenzen zur Restitutionsfrage aufzeigen. Zuzüglich Einleitung, Zeittafel, umfangreiche Anmerkungen, Quellen, Literatur, Bildnachweis und Personenregister auf insgesamt 256 Seiten.

Mit der für Dezember letzten Jahres geplanten Eröffnung des Humboldt-Forums in Berlin, das dazu Teile des  Benin-Schatzes zeigen wollte, wurde eine erneute Diskussion um Restitutionen angestoßen. Da erscheint dieses Buch genau zum richtigen Zeitpunkt, um die Geschichte aufzuzeigen und um die Öffentlichkeit nochmals auf diese jahrelangen Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen, und um Diskussionen, die bereits in den 1960er Jahren geführt wurden.

Fazit:
Ein wichtiges Buch, das hoffentlich dazu beiträgt, den berechtigten Restitutionsfragen nachzugeben und nur noch das „Wie“ zu diskutieren. Es macht betroffen und wütend über die Ausreden, die sich überhebliche Museumsdirektoren leisteten und darüber, dass bis heute keine Rückgaben erfolgten.

Es ist mit nichts zu entschuldigen, die geforderten Objekte sind zurückzugeben. Deutsche und europäische Museen werden dadurch nicht ärmer.

Nachtrag:

Am 30. April 2021 berichtet der Bayerische Rundfunk (B5 aktuell Kultur um 6.25 Uhr), dass die berühmten Benin-Bronzen im Laufe des nächsten Jahres nach Nigeria zurückgegeben werden. Dies teilte Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters gestern, am 29. April 2021 nach Diskussionen mit den betroffenen Museumsdirektoren, Ministerien und einem intensiven Dialog mit den Herkunftsländern mit. Sie sagte, dass Deutschland „sich seiner moralischen und historischen Verantwortung“ bewusst ist. Bis Mitte Juli sollen Inventarlisten vorliegen und „im Verlauf des Jahres 2022“ die Bronzen zurückgegeben werden. Es wird auch überlegt, „ob und wie einige Benin-Bronzen (als Leihgaben) in Deutschland als kulturelles Erbe der Menschheit gezeigt werden können.“ sagte Ministerin Grütters.

Weiterführende Informationen:
Gibt man heute im Internet den Begriff „Restitutionsforderungen“ ein, erscheinen viele interessante Ergebnisse.

2018 ging Paul Starzmann im Tagesspiegel der Frage nach: „Kolonialismus: Wie viel Raubkunst besitzen die Deutschen ?https://www.tagesspiegel.de/politik/kolonialismus-wie-viel-raubkunst-besitzen-die-deutschen/23225654.html 

Bereits am 12.05.2019 äussert sich Bénédicte Savoy im Deutschlandfunk Kultur zum Thema: An manchen Objekten klebt Blut https://www.deutschlandfunkkultur.de/benedicte-savoy-ueber-kolonialen-kunstraub-an-manchen.974.de.html?dram:article_id=448435


Und zur geplanten Eröffnung des Humboldt-Forums schreibt Marcus Woeller am 15.12.2020 in der Welt (Kultur): „Die Schloss-Party-Crasher“: https://www.welt.de/kultur/architektur/article222502978/Humboldt-Forum-Die-Schloss-Party-Crasher.html und die weiterführenden Links im Artikel: „Alles nur geklaut“ und „Von Togo lernen“.

Besonders aufschlussreich sind die Einträge bei Wikipedia unter: Benin-Bronzen, vor allem die Einzelnachweise von 2020 und ganz aktuell vom März 2021. https://de.wikipedia.org/wiki/Benin-Bronzen

Können sich die Verantwortlichen noch herausreden und werden die Museumsstücke nun zurückgegeben und wann ? „Versprechen oder Versprecher“ von Jörg Häntzschel in der Süddeutschen Zeitung vom 22.03.2021  https://www.sueddeutsche.de/kultur/museen-benin-bronzen-rueckgabe-humboldt-forum-1.5243677

 

 

Dienstag, 23. März 2021

NEU: Afrikas Kampf um seine Kunst

C.H.Beck
NEUERSCHEINUNG

BÉNÉDICTE  SAVOY

AFRIKAS  KAMPF  UM  SEINE  KUNST
Geschichte einer postkolonialen Niederlage

Schon vor 50 Jahren kämpfte Afrika um seine Kunst, die während der Kolonialzeit massenweise in europäische Museen gelangt war. Und es fand durchaus Unterstützung im Westen. Am Ende jedoch war der Kampf nicht nur vergebens, er wurde auch erfolgreich vergessen gemacht.

Auf der Grundlage von unzähligen unbekannten Quellen aus Europa und Afrika erzählt Bénédicte Savoy die gespenstische Geschichte einer verpassten Chance, einer Niederlage, die heute mit umso größerer Wucht auf uns zurückschlägt.

Afrikas Bemühungen um seine in der Kolonialzeit nach Europa verbrachte Kunst sind keineswegs neu. Schon bald nach 1960, als 18 ehemalige Kolonien die Unabhängigkeit erlangten, wurde von afrikanischen Intellektuellen, Politikern und Museumsleuten eine ungeheure Dynamik in Gang gesetzt.
In ganz Europa suchten daraufhin Politikerinnen und Politiker, Journalisten, Akademiker und einige Museumsleute einen Weg, afrikanische Kulturgüter im Sinne einer postkolonialen und postrassistischen Solidarität zurückzugeben.

Die Argumente aber, mit denen andere versuchten, die Forderungen aus Afrika zu entkräften und Lösungen zu verhindern, ähneln auf frappierende Weise denen von heute. Schließlich verlief alles im Sand.

Bénédicte Savoy verfolgt den postkolonialen Aufbruch und sein Ersticken und fragt, welche Akteure, Strukturen und Ideologien damals dafür sorgten, dass das Projekt einer geordneten, fairen Rückgabe von Kulturgütern traurig scheiterte.

Autorin:
Bénédicte Savoy ist Professorin für Kunstgeschichte an der TU Berlin und am Collège de France in Paris. 2016 erhielt sie den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie hat vielfältig zu Kunstraub und Beutekunst geforscht und ist eine der prominentesten Stimmen in der Debatte um die Rückgabe geraubter Kulturgüter in westlichen Sammlungen.


Bénédicte Savoy
Afrikas Kampf um seine Kunst
Hardcover mit 16 Abbildungen
256 Seiten
1.Auflage am 18. März 2021
Euro 24,- inkl. MwSt.    jetzt kaufen

 

Hier finden Sie den von Bénédicte Savoy ausgefüllten C.H.Beck-Fragenbogen 17aus63.

Zur Leseprobe


Dienstag, 14. Juli 2020

Rezension: Afrika, in Ketten

Die andere Bibliothek
Rezension

ALBERT  LONDRES

AFRIKA,  IN  KETTEN


Albert Londres (1884 - 1032) sieht sich als „Reporter und nichts als das“.
Umso erschütterter ist er über die Reaktionen, die seine Reportagen über Westafrika in der Zeitung „Le Petit Parisien“ und sein Buch auslösten. 1928 war er vier Monate in den französischen Kolonien unterwegs und jeden Tag wurden seine Berichte auf der Titelseite veröffentlicht.
Er wurde beschimpft als gemeiner Journalist, Verächter Frankreichs, Lügner, Verräter, Zuhälter, Mestize u.a.
Und dies, obwohl er seinen Beruf als investigativer Journalist auf der „Suche nach der Wahrheit“ sieht und nicht „darin, jemanden nach dem Munde zu reden“.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Schwarz und weiß. Die Wahrheit über Afrika besteht aus der Einleitung, 28 Kapitel und einem Epilog, in dem er seine Erkenntnisse zusammenfasst. Der zweite Teil, Hätte Dante das gesehen, beschreibt die Situation in den nordafrikanischen Straflagern.

Die Suche nach der Wahrheit führte Albert Londres 1928 nach Französisch-Westafrika. In Dakar (Senegal) ging er an Land und reiste mit dem Zug nach Bamako. Von dort nach Timbuktu, mit dem Schiff auf dem Niger nach Mopti (alle Mali), nach Ouagadougou, Bobo Diolassu (beide heute Burkina Faso), weiter auf neuen, von Westafrikanern gebauten Straßen zur Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire) und Dahomey (heute Benin). Mit dem Schiff ging es weiter nach Gabun und Kongo, das später Zaire und heute Republik Kongo heißt.

Im Kongo wollte sich Londres über den Fortschritt des Baus der „Kongo-Ozean-Bahn“ informieren und erlebte eine Tragödie. Die Bahn sollte den Hafen Pointe-Noire mit der Hauptstadt Brazzaville (502 km) verbinden. Bislang mussten Reisende über das belgische Kongo einreisen, (eine „Zumutung“ für Franzosen!) um in den französischen Kongo zu gelangen.

Auf dieser viermonatigen Reise erfuhr er den tatsächlichen Zustand der Kolonie, der in offiziellen Berichten des Kolonialministeriums als „auf das Beste bestellt“ zu optimistisch dargestellt wurde. Obwohl er nicht gegen den Kolonialismus an sich war, deckte Londres die Tatsachen vor Ort auf und bemerkte, dass „wir nur versuchsweise zivilisieren“ und dass die „Schuldigen im Mutterland und nicht in den Kolonien zu suchen seien“.

Auf seinem Weg vom Senegal zum Kongo erlebte und sah Albert Londres die Wirklichkeit des Zustandes der Kolonien und war entsetzt, aufgebracht, erschüttert, entrüstet, wütend.
Bei einer früheren Reise wurde ihm der Ausstieg in Dakar verwehrt, weil dort das Gelbfieber ausgebrochen war. Da diese Nachricht gar nicht in Frankreich ankam, wusste niemand von den vielen Opfern der Krankheit und es wurden keine Medikamente geschickt.
1928 wurde er gleich belehrt als er einen Träger anmieten wollte: „Träger ? … Sie haben wohl den Größenwahn ? Im Senegal sind die Schwarzen keine Träger, sondern Wähler“ !! (Ein Fortschritt)
Das neue Postgebäude war fertig gebaut, aber wo sind die Leute in den Cafés, die alten Terrassen vor den Cafés waren leer oder verschwunden - eine Vorsichtsmaßnahme, man hatte noch Angst vor dem Gelbfieber.

Offiziell war die Sklaverei abgeschafft, aber noch 1928 stand in den Zeitungen, dass England in Sierra Leone 230.000 Sklaven freigelassen hat. Diese Engländer! - doch auch Spanien, Portugal und Belgien hatten noch Sklaven und überhaupt „gab es nichts anderes als Sklaven in den Kolonien“, stellte Londres erschüttert fest. Nur jetzt zahlten sie Steuern, ohne die Frankreich nicht überleben würde (so ähnlich bis heute). Jetzt wurden die Afrikaner als Arbeiter eingesetzt und ausgebeutet für den Straßen-, Kanal- und Eisenbahnbau. Anstatt Maschinen für den Bau einzusetzen (wie es die Engländer machten), die Geld kosteten, wurden lieber Afrikaner geschunden, bis sie tot umfielen - Bananenmotor statt Dieselmotor! Das war billiger, denn an Menschen fehlte es nicht. Wer konnte, rettete sich in die englischen Kolonien, wo es angeblich besser war. („In Afrika dienen alle.“)
Immer wieder zeichnete der Reporter dieses Bild, egal wo er hinkam, die Opfer waren gewaltig.

Das aktuelle Projekt, das Londres selbst sehen wollte und nicht, wie sein Landsmann André Gide nur darüber schrieb, ohne es gesehen zu haben, war der Bau der „Kongo-Ozean-Bahn“, der Tragödie, die den französischen Zeitungsleser die Realität der Kolonien vor Augen führte. „Das große Sterben“ für 502 Kilometer! Aus den kolonisierten Ländereien wurden die Männer zusammengezogen. Sie wurden nicht per Bahn, Lastwagen oder Schiff nach Kongo gebracht, sondern mussten zu Fuß durch die afrikanische Hitze gehen. Von 8000 geforderten Männern kamen nur 1700 an. Um den Verlust zu ersetzen, wurden wieder Leute in den Dörfern rekrutiert, aber die Männer flohen vorher schon. Von den 500 km waren erst 200 km fertig und schon 17.000 Menschen gestorben !!!
Kein Wunder, dass rund 3 Millionen Afrikaner vor den desaströsen Arbeitsmethoden aus den französischen Kolonien flohen.

Ein, bis heute aktuelles Thema, ist das (illegale) Holzfällen in den afrikanischen Regenwäldern. Die Tropenhölzer wurden 1928 von Hand aus dem dichten Wald herausgezogen. “Ich folgte den Schreien und sehe Entsetzliches: Hundert nackte, an einen Baumstamm angeseilte Schwarze versuchen diese fortzuziehen. …. Der Aufseher schlägt den Takt dazu mit seiner Pfeife.“

„Trotzdem wird in der ganzen Welt behauptet, dass es keine Sklavenhändler mehr gibt.“

Albert Londres traf viele Franzosen, die in die Kolonien versetzt wurden und so schnell wie möglich wieder zurück wollten, andere, die Geschäfte aller Art abwickelten und sogar welche, die Westafrika gar nicht mehr verlassen wollten. Auch über sie berichtet er in diesem Buch.

Im Epilog des ersten Teils fasst Albert Londres anschaulich die Methoden Frankreichs zusammen und lässt eine überraschte Leserschaft zurück, die von den kolonialen Machenschaften nichts wusste (oder wissen wollte), denn offiziell wurden die entsetzlichen Dinge, die der Journalist aufdeckte und den rund 2 Millionen Lesern des Petit Parisien täglich auf der ersten Seite präsentierte, unter den Teppich gekehrt und bei offiziellen Besuchen von „Politikern oder bedeutenden Reisenden gutes Essen serviert“  und nichts vom eigentlichen Zustand der Kolonien gezeigt, dessen Verantwortung allein das französische Mutterland trägt.


Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit dem Zustand der Straflager des Militärs in Marokko, Algerien und Tunesien, genannt Biribi.
In diesen Straflagern waren rund 3500 Verurteilte, manche unschuldig, die meisten schuldig. Sie kamen aus dem  afrikanischen Bataillonen, dem französischen Korps, der Rheinarmee, der syrischen Armee und dem chinesischen Regiment. Ihre Vergehen: „Desertion, Waffenverweigerung, mutwillige Beschädigung von Kleidung, Diebstahl, Übergriffe auf Personen, Ungehorsam, Beleidigung von Vorgesetzten.“ Die größte Macht über diese Gefangenen hatten die Unteroffiziere, Feldwebel oder Hauptfeldwebel, die ihre Launen an den Gefangenen ausließen. Albert Londres lässt die Insassen zu Wort kommen und zeigt die Verwahrlosung in den Lagern.

Ein Nachwort haben Irene Albers und Wolfgang Struck geschrieben. Am Ende ist eine Titelseite der Zeitung „Le Petit Parisien“ abgedruckt.

Autor
Albert Londres (1884–1932) war ein französischer Journalist. Im ersten Weltkrieg berichtete er für die Zeitschrift „Le Matin“ als Kriegsberichterstatter, für andere Tageszeitungen und das vielgelesene „Le Petit Journal“, womit seine Bekanntheit zunahm. Bereits 1923 berichtete Londres über den Rassismus in Guyana.  
Von Albert Londres’ Ruhm zeugt in Frankreich bis heute der nach ihm benannte Journalismuspreis, der renommierteste des Landes, der alljährlich für die beste Reportage vergeben wird. In der Anderen Bibliothek erschien von ihm: Ein Reporter und nichts als das (Band 348).

Fazit:
Ein überaus interessantes Buch, das Tatsachen aufdeckt, die wohl in jeder Kolonie üblich waren. Gerade jetzt, wo die Diskussionen über Rassismus und Kolonialismus zunehmen, trägt es zur Information und Aufklärung bei.
Das Thema des Kolonialismus ist so brisant, dass 2005 der damalige Präsident Nicolas Sarkozy versuchte „per Gesetz eine positive Darstellung des französischen Kolonialismus in  Schulbüchern [zu] verordnen.“ Absolut lesenswert.


Freitag, 5. Juni 2020

NEU Deutschland und Afrika - Anatomie eines komplexen Verhältnisses

Brandes Apsel
NEU

HENNING  MELBER   (Hrsg.)

DEUTSCHLAND  UND  AFRIKA  - Anatomie eines komplexen Verhältnisses

Mit Beiträgen von Tahir Della, Andreas Eckert, Ulf Engel, Albert Gouaffo, Robert Kappel, Stephan Klingebiel, Steffen Haag, Reinhart Kößler, Bebero Lehmann, Manfred Loimeier, Boniface Mabanza, Andreas Mehler, Henning Melber, Stefanie Michels, Franziska Müller, Melanie Müller, Rita Schäfer, Joachim Zeller
                             
Der Band richtet sich im Sinne eines aufklärerischen Sachbuchs an ein interessiertes, aber nicht unbedingt einschlägig vorbelastetes Publikum. Zahlreiche namhafte Autorinnen und Autoren tragen in fast zwanzig Kapiteln kompetent dazu bei, umfassender und differenzierter als je zuvor die deutsch-afrikanischen Beziehungen kritisch zu reflektieren. Sie leisten damit einen notwendigen Beitrag zu einem überfälligen Diskurs, der den Realitäten im Zeitalter des Postkolonialismus Rechnung trägt.

Ein Jahrhundert nach dem Ende der deutschen Kolonialherrschaft rücken allmählich im öffentlichen Diskurs Aspekte eines deutsch-afrikanischen Verhältnisses in das Blickfeld, die sich mit den anhaltenden strukturellen und mentalen Folgen hier wie dort auseinandersetzen.

Der Band präsentiert fast alle Aspekte des deutschen Verhältnisses zu Afrika. Die Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft offerieren Einblicke und Analysen, die auch die afrodeutschen Sichtweisen umfassen und die über das offizielle Terrain weit hinausgehen.

Die vielfältigen Kapitel zeichnen so ein nuanciertes Bild der Geschichte und Gegenwart einer komplexen Beziehung. Die Gesamtbilanz verdeutlicht, dass die deutsche Gesellschaft mehr von einem Austausch mit Afrika geschuldeten Elementen geprägt ist, als dies weithin bewusst ist. Damit eröffnet der Band eine Perspektive für die Zukunft der deutsch-afrikanischen Beziehungen.

Inhalt
Henning Melber: Das deutsche Afrika
Andreas Mehler: Deutsche Außenpolitik in Afrika
Robert Kappel: Deutsche Afrikapolitik – mehr als Stückwerk?
Stephan Klingebiel: Ein Plädoyer für Entwicklungszusammenarbeit mit Sub-Sahara Afrika
Rita Schäfer: Gender in der deutschen Afrikapolitik
Ulf Engel: Frieden und Sicherheit
Steffen Haag / Franziska Müller: Finanzplatz Afrika. Grüne Finanzflüsse und afrikanische Energietransitionen
Melanie Müller: Neuer Schwerpunkt in der Afrikapolitik – Migrationsabwehr
Boniface Mabanza Bambu: Politik mit Flüchtlingen
Andreas Eckert: Afrikawissenschaften in Deutschland. Eine historische Perspektive
Manfred Loimeier: Deutschland und die Literaturen Afrikas. Eine vergleichende Perspektive
 Albert Gouaffo / Stefanie Michels: Afrikanische Kulturgüter und deutsche Museen: Wem gehört was?
Joachim Zeller: Weg vom Vergessen? (Post)Koloniale Erinnerungskultur in Deutschland
Reinhart Kößler: Zwischen kolonialer Amnesie und konstruktivem Engagement. Postkoloniale Asymmetrien
Tahir Della / Bebero Lehmann: Afrodeutsche und eine deutsche Afrikapolitik. Zwischen kritischer Aufarbeitung und kolonialen Kontinuitäten
Henning Melber: Herausforderungen deutscher Dekolonisierung



Autor
Henning Melber, geboren 1950 in Stuttgart, kam 1967 als Sohn von Einwanderern nach Namibia, wo er 1974 der antikolonialen Befreiungsbewegung SWAPO beitrat. Ab 1975 war er persona non grata in Namibia (bis 1989) und in Südafrika (bis 1993). Er studierte Politikwissenschaften und Soziologie an der Freien Universität Berlin, promovierte und habilitierte an der Universität Bremen. Ab 1992 leitete er die Namibian Economic Policy Research Unit in Windhoek. 2000 wechselte er als Forschungsdirektor an das Nordic Africa Institute in Uppsala, wo er von 2006 bis 2012 die Dag Hammarskjöld Stiftung leitete. Beiden Institutionen ist er weiterhin in beratender Funktion verbunden. Er ist Extraordinary Professor am Department of Political Sciences der Universität Pretoria und dem Centre for Gender and Africa Studies der University of the Free State in Bloemfontein, Senior Research Fellow am Institute for Commonwealth Studies der Universität London sowie seit 2017 Präsident der European Association of Development Research and Training Institutes (EADI). Bei Brandes & Apsel sind von ihm Bücher u. a. zu Rassismus, globaler Solidarität, Dag Hammarskjöld und Namibia erschienen.

(Verlagstext)

Henning Melber (Hrsg.)
Deutschland und Afrika  
Paperback
Format 15,5 x 23,5 cm
228 Seiten
1. Auflage 2019
Euro 22,90 inkl. MwSt.   Buch kaufen

NEU: Wie Menschen weltweit das Klima retten

Brandes Apsel
NEU

THOMAS  KRUCHEM

WIE  MENSCHEN  WELTWEIT  DAS  KLIMA  RETTEN        
Solar-Pioniere, Wald-Macher, Wasser-Kämpfer

Täglich prasseln Katastrophenmeldungen zum Klimawandel auf uns ein – man könnte jede Hoffnung verlieren. Doch es gibt, abseits der Weltöffentlichkeit, Menschen, die unter oft widrigsten Umständen entschlossen handeln und ­Beeindruckendes leisten, um unser Klima zu schützen.

Sechs erfolgreiche Initiativen hat der vielfach preisgekrönte Journalist und Entwicklungsexperte Thomas Kruchem besucht. Packend und reich bebildert erzählt er, wie Solarstrom Dörfer in Mali aufblühen lässt, wie sich Bürger von La Paz gegen Wassermangel wappnen, wie Menschen in Niger und Äthiopien, in Haiti und Schottland neuen Wald und neue Landwirtschaft schaffen, wie sich Slums in Manila in klimasichere Wohnquartiere verwandeln. Kritische Klimagedanken schaffen den Kontext.

Autor
»Wie bewältigen benachteiligte, ausgegrenzte und bedrohte Menschen weltweit existenzielle Krisen?«, fragt Thomas Kruchem seit fast 40 Jahren. »Und was können wir tun?«
Der Autor zahlreicher Rundfunkreportagen, Zeitschriftenartikel und Bücher zählt zu den meistgehörten Stimmen der entwicklungspolitischen Diskussion und ist ein begehrter Vortragsredner. Bei Brandes & Apsel erschienen 2012 Lebensader Orange River und Der große Landraub, 2013 Land und Wasser. Kruchem, fünffacher Vater und dreifacher Großvater, lebt mit seiner Familie in Mauer bei Heidelberg. Weitere Informationen finden Sie auf www.kruchem-research.de

Mit einem Geleitwort von Franz Alt

Thomas Kruchem
Wie Menschen weltweit das Klima retten
Paperback
Format 15,5 x 23,5 cm
172 Seiten
1. Auflage 2020
Euro 14,90 inkl. MwSt.   Buch kaufen



Montag, 11. Mai 2020

VORSCHAU: Heinrich Barth, Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika

Vorschau

Zum Jubiläum: Barths 200. Geburtstag am 16.02.2021

HEINRICH  BARTH

REISEN  UND  ENTDECKUNGEN  IN  NORD-  und ZENTRALAFRIKA
20.000 Kilometer durch Afrika

2100 Tage in der Sahara – im Meer ohne Wasser
Ein Standardwerk vom Vater der Afrikaforschung
Erforschung der Verbindung zwischen Kultur und Umwelt

Zu einer Zeit, da Afrika als faszinierender, aber unwägbarer und gefahrenvoller Kontinent galt, stieß ein Mann weit in das Innere des »Schwarzen Kontinents« vor: ´Dr. Heinrich Barth begab sich 1849 im Auftrag der britischen Regierung mit einer drei Mann starken englischen Expedition auf Entdeckungsreise durch Nord- und Zentralafrika. 

Er besuchte die einst legendäre Goldstadt Timbuktu am Niger, wo das offizielle Missionsziel, die Erschließung von Handelsmöglichkeiten, mit der harten Realität konfrontiert wurde. 

Nach ins gesamt 2100 Tagen in der Sahara – genannt »Bar bela mar«, Meer ohne Wasser –, und im Sudan, in denen er knapp 20 000 Kilometer zurücklegte und nahezu übermenschliche Strapazen erduldete, betrat der Forscher fünfeinhalb Jahre später als einziger Überlebender der Expedition europäischen Boden – mit Informationen über Land und Leute im Gepäck, die der europäischen Wissenschaft einen neuen Erdteil aufschlossen.

Heinrich Barth, der Universalgelehrte und Vater der klassischen Afrikaforschung, erkannte bereits die so wichtigen Zusammenhänge zwischen Umwelt und Geschichte. Sein Vermächtnis wirkt bis in die Gegenwart fort und wird zukünftig wichtiger denn je sein: 
Am Heinrich-Barth-Institut der Universität Köln wird auch Forschung im Dienst von Initiativen zur Bewahrung des Natur- und Kulturerbes Afrikas betrieben, und in der Heinrich-Barth-Gesellschaft versammeln sich viele, die sich dem Geiste Barths verbunden fühlen. Das Wissen über die Vergangenheit für eine umweltfreundliche Zukunft zu nutzen, nicht nur in Afrika, sondern auf der ganzen Welt, das ist es, was wir von Heinrich Barth lernen müssen.

Heinrich Barth (1821-1865): In der eigenen Heimat wissenschaftlich ambitioniert und hochgebildet, jedoch im Verhalten verschlossen und einzelgängerisch, tritt Barth in Afrika als äußerst zugänglicher und feinsinniger Mensch auf, der sich den sagenhaften Ruf eines „Abd el Kerim“ („Diener des Allerhöchsten“) erwirbt. In die Heimat zurückgekehrt, wird er zum Fremden, der wenige Jahre später völlig vereinsamt stirbt. Seine Leistungen auf dem Gebiet der interdisziplinären Erforschung Afrikas sind bis in die heutige Zeit hinein maßgeblich. 
Dr. Heinrich Schiffers (1901-1982) lebte in Köln und war Fachgeograph, Autor und Herausgeber verschiedener Standardwerke u.a. über die Sahara, Libyen und die Sahel-Zone.

Heinrich Barth
Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika
Klappenbroschur
farbige Karten auf den Umschlaginnenseiten
Format 13 × 21 cm
416 Seiten
NEUAUFLAGE September 2020
Nur Euro 14,90 inkl. MwSt.   Buch vorbestellen
Edition Erdmann - Verlagshaus Römerweg

Sonntag, 12. April 2020

NEU Roter Staub. Mosambik am Ende der Kolonialzeit

Weidle

ISABELA  FIGUEIREDO

ROTER  STAUB
Mosambik am Ende der Kolonialzeit
Erinnerungen

Diese Erinnerungen an das Mosambik der Kolonialzeit konnten erst 2009 erscheinen, nach dem Tod des Vaters der Autorin. Das Buch war sofort ein Skandal und ein Bestseller dazu, bislang erlebte es neun Auflagen. Und stellte einen Tabubruch dar: Es räumte radikal mit der Legende von der »sanften« portugiesischen Herrschaft in Übersee auf und vermittelte einen ungeschönten Blick auf den blutigen Kolonialkrieg in Mosambik.

Im Zentrum steht der Vater der Autorin, ein Elektriker, der seit den 1950er Jahren in Mosambik lebt und arbeitet. Er ist den ärmlichen Verhältnissen der portugiesischen Provinz entflohen und entfaltet nun seine Macht als Weißer, der mit seinen schwarzen Untergebenen scheinbar auf vertrautem Fuß steht, seine Position jedoch wie selbstverständlich missbraucht, besonders Frauen gegenüber. Die Tochter erlebt das hautnah mit. 1974 bricht die Kolonialmacht zusammen, der Vater schickt die Zwölfjährige allein nach Portugal zu seiner Mutter. Sie soll dort berichten, welches Unrecht ihm und den anderen Siedlern geschieht. Das tut sie nicht.

Isabela Figueiredo versteht es, die Perspektive des Kindes mit Reflexionen über die Realität des Kolonialismus zu verbinden. Es entsteht das Bild eines alltäglich gelebten Rassismus, einer menschenverachtenden Ausbeutung, die nie hinterfragt wird. Doch der unverstellte Blick des Kindes sieht mehr, weil er nicht an den Fassaden hängenbleibt. Gleichzeitig aber wird damit der geliebte Vater zum Feind – dem sie dann ihr Buch widmen wird.

Autorin:
Isabela Figueiredo wurde 1963 in Lourenço Marques, dem heutigen Maputo, geboren. Mitten in den Kolonialkriegen wächst sie in enger Nachbarschaft zu den Schwarzen auf, doch als Weiße. Diese Jugend geht früh zu Ende: 1975, nach der Nelkenrevolution und Mosambiks Unabhängigkeit, verlässt sie Afrika allein und lebt fortan – bis zum Studium – bei Verwandten in der tiefsten portugiesischen Provinz. Die Eltern wird sie erst zehn Jahre später wiedersehen, als auch sie aus Afrika zurückkehren. Mit nahezu leeren Händen kommen diese »retornados« nach Portugal, verachtet von der einheimischen Bevölkerung, die in ihnen arbeitsscheue Versager sieht.

Aus dem Portugiesischen von Markus Sahr
Markus Sahr übersetzt aus dem Portugiesischen und Englischen. Zum Übersetzen wurde er angeregt durch die portugiesische Autorin Yvette K. Centeno und in den vergangenen Jahren mehrfach durch das Instituto Camões gefördert. Er lebt und arbeitet in Leipzig und Lissabon. Im Weidle Verlag erschien seine Übersetzung von Marina Colasanti, Mein fremder Krieg.

Nachwort von Sophie Sumburane
Sophie Sumburane ist Autorin und Journalistin. Sie lebt mit ihrem Mann der aus Mosambik stammt, in Potsdam und reist häufig nach Mosambik.
(Verlagstext)

Gefördert von Direção-Geral do Livro, dos Arquivos e das Bibliotecas (DGLAB)

Isabela Figueiredo
Roter Staub. Mosambik am Ende der Kolonialzeit
fadengeheftete Broschur
172 Seiten
9.Auflage 2019
Euro 23,- inkl. MwSt.  Buch kaufen

Dakar - Die härteste Motorradrallye der Welt

Pantauro
WERNER  JESSNER

DAKAR
Rallye Dakar – das ultimative Motorrad-Abenteuer

Ein Motorrad-Rennen über mehrere tausend Kilometer, quer durch eine scheinbar unüberwindbare Wüste. Die Rallye Dakar steht seit Anfang 1979 für das Motorsport-Abenteuer schlechthin: atemberaubende Wüsten-Landschaften mit endlosen Weiten, Freiheit, Adrenalin und Gefahr.

Werner Jessner legt mit »Dakar« ein Buch über die eindrucksvolle 40-jährige Geschichte der Rallye Dakar mit all ihren Strapazen, Herausforderungen, Niederlagen und Triumphen vor. Eine Verneigung vor dem Abenteuer und der Schönheit der Wüste.

Tauchen Sie in dieses Motorsport-Abenteuer ein mit fesselnden Erlebnisberichten der Rallye-Gründer, mit Anekdoten legendärer Fahrer wie Stéphane Peterhansel oder Heinz Kinigadner, mit Portraits über KTM-Chef Stefan Pierer und den ersten österreichischen Sieger Matthias Walkner. Beeindruckende Landschaftsaufnahmen und Fotos der Rennfahrer, ihrer Teams und Maschinen, ihrer Triumphe und Herausforderungen ermöglichen einen exklusiven Blick hinter die Kulissen. Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das härteste Motorradrennen der Welt, an das Abenteuer und das Geheimnis der Wüste – ein perfektes Geschenk für Motorrad- und Rennsport-Fans und Abenteurer.

- Spannende, authentische Erlebnisberichte von Gründern, Organisatoren, Rennfahrern, Team-Chefs und Begleitern
- Chronik aller Sieger-Bikes aus 40 Jahren – inklusive technischer Daten
- Alle Sieger aus 40 Jahren Rallye Dakar – mit Platzierung und Motorrad
- Karten mit allen Strecken seit 1987: Paris-Dakar, Afrika, Südamerika und die neue Route 2020 in Saudi-Arabien
- Die Geschichte der Rennteams von BWM, KTM, Yamaha, Honda u.v.m.
- Über 100 Bilder: beeindruckende Landschaftsaufnahmen und Fotos direkt vom Renngeschehen
  (Verlagstext)

Autor:
Werner Jessner, Gründungsmitglied der Redaktion des Red Bulletin, schreibt seit mehr als einem Jahrzehnt über Extremsportler. Ihn interessiert neben der physischen vor allem die mentale Komponente von Ausnahme-Athleten. (Verlagstext)

Werner Jessner
Dakar
340 Seiten
Format 30.5 x 24.5 cm
1.Auflage 2019
Euro 58,- inkl. MwSt. zuzügl. Versand   Buch kaufen

NEU: Der lachende Kontinent

Terra Mater Boooks
NEU:
BERND  DÖRRIES

DER  LACHENDE  KONTINENT
Afrika neu entdecken: Eine Reise durch den unbekannten Kontinent

Afrika fasziniert: beeindruckende Landschaften mit ausgedehnten Wüsten, Savannen, Gebirgen, Meeresküsten und Dschungel, einer reichen Pflanzen- und Tierwelt und einer bewegten Geschichte. Doch der europäische Blick auf den bevölkerungsreichen Kontinent wird oft von den drei K geprägt: Kriege, Korruption und Katastrophen. Wie ist Afrika wirklich?

Auf seinen Reisen durch das Afrika südlich der Sahara zeigt uns Bernd Dörries den unbekannten Kontinent mit neuem Blick. Er berichtet über die Bedeutung von Impfungen in Malawi, über die Start-up-Szene in Nairobi oder über die Sauberkeit und Pünktlichkeit in Ruanda.

- Mauritius, Eritrea, Ghana und Kenia: Portraits von 34 afrikanischen Ländern südlich der Sahara
- Zwischen Politik, Kultur und Geschichte: neue Einblicke in Lebensweise und Mentalität der afrikanischen Bevölkerung
- Ein unterhaltsamer Reisebericht über das vielfältige Subsahara-Afrika

Afrika jenseits von Klischees
Mit Respekt, manchmal auch mit Angst beginnt er vor zwei Jahren seine Arbeit in Kapstadt. Stück für Stück nähert er sich durch seine Reisen den Leuten und dem riesigen Kontinent. Dabei entdeckt er in Mosambik die leckersten Krabben, in Burkina Faso das größte Filmfestival Afrikas und in Nigeria die besten Scrabble-Spieler der Welt. Er findet Alltag und Aufbruch, Stagnation und Hoffnung und immer wieder das Lachen und die Fröhlichkeit der Einheimischen. Auf seinen Expeditionen trifft der Autor Menschen mit unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen. Er zeigt uns die Vielschichtigkeit Afrikas jenseits aller Klischees und öffnet unsere Augen für ein Afrika der Freude und Normalität, der Gastfreundschaft und der Improvisationskunst. Lassen auch Sie sich vom Lachen dieses Kontinents anstecken! (Verlagstext)

Autor:
Bernd Dörries, Jahrgang 1974, berichtet seit 2017 aus Kapstadt für die Süddeutsche Zeitung über Subsahara-Afrika. Er hat sich Afrika so genähert wie viele andere auch. Er hat an gefährliche Tiere gedacht und Krankheiten, an Kriege und Hunger – und in seinen Reisen in 34 Länder einen faszinierenden Kontinent entdeckt, der ganz anders ist als das Klischee. Am liebsten sitzt er auf dem Hubschrauberlandeplatz eines Hochhauses in Nairobi oder fährt mit einem Boot den Kongo hinunter.
(Verlagstext)

Bernd Dörries
Der lachende Kontinent
286 Seiten
Format 14.5 x 21.0 cm
1.Auflage 25. Februar 2020

Euro 24,- inkl. MwSt. zuzügl. Versand Buch kaufen

Dienstag, 5. März 2019

NEU: Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland

Herder
Neuerscheinung:


CARSTEN  LINNEMANN,  WINFRIED  BAUSBACK (Hrsg.)

DER  POLITISCHE  ISLAM  GEHÖRT  NICHT  ZU  DEUTSCHLAND
Wie wir unsere freie Gesellschaft verteidigen

- Streitschrift gegen den politischen Islam
- Prominente Expertinnen und Experten melden sich zu Wort

Ein Programm zur Verteidigung der Freiheit
Der politische Islam ist eine massive Bedrohung für eine freie Gesellschaft. Prominente Wissenschaftler, Journalisten und Politiker stellen sich in diesem Buch gemeinsam gegen ihn. In fundierten Beiträgen zeigen sie die Probleme auf, etwa die Moscheenfinanzierung aus dem Ausland, die Auswüchse der Schariajustiz oder die Unterdrückung von Mädchen und Frauen.

Die Autoren erklären aber auch, was gesetzlich oder in der Präventionsarbeit und in der Wertevermittlung getan werden muss, um den politischen Islam zurückzudrängen. Am Ende des Buches steht der Entwurf eines Maßnahmenpakets, das die Politik schnellstmöglich umsetzen sollte.

Mit Beiträgen von Bassam Tibi, Michael Blume, Marwan Abou Taam, Sascha Adamek, Necla Kelek, Markus Kerber, Ruud Koopmans, Ahmad Mansour, Boris Palmer, Christine Schirrmacher, Andreas Schnadwinkel, Düzen Tekkal, Joachim Wagner. (Verlagstext)


Herausgeber:
Dr. Carsten Linnemann MdB, geb. 1977. Nach dem Wehrdienst Studium der Betriebswirtschaftslehre an der FDHW Paderborn. Es folgte das Promotionsstudium der Volkswirtschaftslehre an der TU Chemnitz. 2006 bis 2007 war er Assistent des Chefökonomen der Deutschen Bank, Prof. Norbert Walter. Vor seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter arbeitete er als Volkswirt bei der IKB Deutsche Industriebank im Bereich Konjunktur und Mittelstand. 2009 erfolgte seine direkte Wahl in den Deutschen Bundestag (Wahlkreis Paderborn). Seit 2013 ist er Bundesvorsitzender der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU (MIT) und auch Mitglied im Bundesvorstand der CDU Deutschlands. 2018 wurde er zum Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Ehrenamtlich engagiert er sich u. a. für die Stiftung LEBENSlauf, deren Gründer und Vorsitzender er ist.

Winfried Bausback, Prof. Dr. jur., Studium der Rechtswissenschaft, 2007 Universitätsprofessur für Öffentliches Recht an der Universität Wuppertal; seit 2008 Mitglied des Bayerischen Landtags, von 2013-2018 Bayerischer Staatsminister der Justiz, seit November 2018 stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. (Verlagstext)


Carsten Linnemann, Winfried Bausback (Herausgeber)
Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland  
Hardcover mit Schutzumschlag
288 Seiten, gebunden
1.Auflage 2019
Euro 22,- inkl. MwSt.      jetzt kaufen



NEU Wir Herrenmenschen

Siedler Verlag

BARTHOLOMÄUS  GRILL

WIR  HERRENMENSCHEN
Unser rassistisches Erbe: Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte

Wie uns das Denken der Kolonialzeit noch immer prägt – eine packende Geschichtsreportage zur aktuellen Debatte

Die deutschen Kolonien - dieses Kapitel unserer Geschichte ist beunruhigend aktuell, wie Bartholomäus Grill zeigt. Und das nicht nur im Bewusstsein der Afrikaner selbst (etwa der Nachfahren der Herero, die heute Entschädigung für Gräueltaten der Deutschen fordern). Sondern auch in unseren eigenen Köpfen.

Der SPIEGEL-Reporter, einer der besten deutschen Afrikakenner, hat in den letzten drei Jahrzehnten an allen Schauplätzen des ehemaligen Kolonialreichs recherchiert, er hat mit den letzten Augenzeugen gesprochen, den Nachkommen von Tätern wie Opfern.

Grill verfolgt akribisch die Spuren der deutschen Fremdherrschaft in Afrika, China und der Südsee und beschreibt unser rassistische Erbe: Das Herrenmenschentum prägt nach wie vor unser Denken, die Klischees von den „bedrohlichen Afrikanern“ oder „hilflosen Entwicklungsländern“ wirken fort, gerade in Zeiten verstärkter Flucht und Migration. Eine packende historische Reportage – und zugleich ein Debattenbuch von höchster Aktualität. (Verlagstext)

Autor:
Bartholomäus Grill, 1954 in Oberaudorf am Inn geboren, studierte Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte. Ab 1993 berichtete er als Korrespondent der ZEIT aus Afrika, seit Anfang 2013 ist er Afrika-Korrespondent des SPIEGEL, wo er zuletzt über den Tod Nelson Mandelas schrieb. Bei Siedler ist sein Bestseller Ach, Afrika (2003) erschienen. 2006 wurde er für eine Reportage über den Tod seines Bruders mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. (Verlagstext)


Bartholomäus Grill
Wir Herrenmenschen
Hardcover mit Schutzumschlag
Format 13,5 x 21,5 cm
25 s/w Abbildungen
304 Seiten
1.Auflage erschienen am  04. März 2019
Euro 24,- inkl. MwSt.      jetzt kaufen


Veranstaltungen
23. März 2019 Vortrag und Gespräch im Rahmen von Leipzig liest
18:30 Uhr
Altes Rathaus - Festsaal
Markt 1
04109 Leipzig


26. März 2019 Vortrag und Gespräch
20:00 Uhr Veranstalter Osiandersche Buchhandlung
Museum (Obere Säle)
Wilhelmstr. 3
72072 Tübingen


28. März 2019 Vortrag und Gespräch
19:30 Uhr Veranstalter Volkshochschule Calw e.V.
Forum König-Karls-Bad
König-Karl-Strasse 1
75323 Bad Wildbad

29. März 2019 Vortrag und Gespräch
17:30 Uhr Urania
An der Urania 17
10787 Berlin

01. Apr. 2019 Vortrag und Gespräch
20:00 Uhr Stadtbücherei
Klostergasse 4
84524 Neuötting

Freitag, 7. Dezember 2018

Kongo, Die Hoffnung kehrt zurück, Friedensnobelpreisträger 2018 Denis Mukwege

Brandes Apsel

BIRGER  THURESON

DIE  HOFFNUNG  KEHRT  ZURÜCK
Der Arzt Denis Mukwege und sein Kampf gegen sexuelle Gewalt im Kongo

Friedensnobelpreis 2018 für Denis Mukwege

Denis Mukwege, Gründer und Leiter des Panzi-Krankenhauses in Bukavu, ist weltweit zu einer Stimme der traumatisierten Frauen im Kongo geworden. Seit Jahren prangert der Arzt öffentlich die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft an: Tausende von Frauen und Kindern wurden in den Kongo-Kriegen die Opfer brutaler Vergewaltigungen, und ihre Peiniger werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Im Oktober 2012 entkam Denis Mukwege nur knapp einem Attentat; er ging ins Ausland und kehrte Anfang 2013 nach Bukavu zurückt, um seine Arbeit fortzusetzen.
 Der schwedische Journalist Birger Thureson hat Denis Mukwege und seine Patientinnen in Bukavu getroffen und ihre Geschichten aufgezeichnet. Ihre Berichte sind schmerzliche Zeugnisse erlittener Gewalt; sie sprechen aber auch von Lebenswillen und Lebensmut.
 Ein ausführliches Portrait über Denis Mukwege, der für sein Engagement mehrfach international ausgezeichnet wurde, und eine Analyse über die Hintergründe der Kongo-Kriege ergänzen das Buch.
(Verlagstext)

Denis Mukwege erhielt 2013 den Alternativen Nobelpreis und 2014 den Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europaparlaments für sein Engagement für vergewaltigte Frauen in der Demokratischen Republik Kongo.

Autor:
Birger Thureson, geboren 1942. Schwedischer Journalist und Schriftsteller. Tätigkeit als Pastor und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der PMU InterLife. Thureson ist verheiratet und hat zwei Kinder.
(Verlagstext)

Übersetzung aus dem Schwedischen von Michael Josupeit

Herausgegeben vom Deutschen Institut für Ärztliche Mission e. V., Difäm

Birger Thureson
Die Hoffnung kehrt zurück
Paperback,
Format 20,7 x 14,5 cm,
160 Seiten
2. Auflage 2018
Euro 14,90 inkl. MwSt.    Buch kaufen

Dienstag, 2. Oktober 2018

Der gute Deutsche

Berenberg
CHRISTIAN BOMMARIUS

DER  GUTE  DEUTSCHE
Die Ermordung Manga Bells in Kamerun 1914

In der ruhmlosen deutschen Kolonialgeschichte dürfte das Kapitel über Kamerun eines der finstersten sein. In einträglicher Zusammenarbeit verleibten sich wilhelminische Kolonialbeamte und ehrbare Kaufleute das Land und seine Schätze ein und unterjochten die Bevölkerung.

Einem Sohn des Häuptlings der Duala wurde dennoch gestattet, nach Deutschland zu reisen und sich dort zu bilden. Als Prinz Manga Bell allerdings von seinen Kenntnissen des deutschen Rechtssystems Gebrauch machte und gegen die nicht nur grausame, sondern auch vertragsbrüchige Kolonialregierung klagte, wurde er des Hochverrats bezichtigt und in Windeseile aufgehängt.

Christian Bommarius, Publizist und Jurist, hat den Fall aufgerollt: Seine Geschichte eines infamen Justizmordes ist zugleich eine Fallstudie über Rassismus, Gier und abgrundtiefe politische Dummheit.

Autor:
Christian Bommarius, geboren 1958 in Frankfurt am Main, aufgewachsen in Bonn, lebt in Berlin. Er ist Journalist und Jurist und arbeitet als Kommentator u.a. für die Berliner ­Zeitung und die Frankfurter Rundschau. Bisherige Buchveröffentlichungen: »Das Grundgesetz: Eine Biographie« (Rowohlt Berlin, 2009); »Wir kriminellen Deutschen« (Siedler, 2004). (Verlagstext)

Christian Bommarius
Der gute Deutsche
Halbleinen, fadengeheftet
Format 16,4 x 22,8 cm
152 Seiten  
1.Auflage 2015
Nur Euro 20,- inkl. MwSt.  jetzt kaufen   versandkostenfrei


Freitag, 30. März 2018

Rezension: Wenn das Volk sich erhebt

Kiepenheuer & Witsch
REZENSION   

Gero von Randow

Wenn das Volk sich erhebt     
Schönheit und Schrecken der Revolution

Gero von Randow geht den Revolutionen auf den Grund. Er fragt zu Beginn des Buches „...was ist eine Revolution?“ und stellt fest, dass Revolution ein Begriff ist, „dessen Ränder nicht begrenzt sind, sondern verlaufen.“ Und „Revolution heißt Umwälzung“.
In 15 Kapiteln wird der Begriff „Revolution“ definiert, erklärt und über die Formen und Arten von Revolutionen analysiert.

Das Buch befasst sich vor allem mit Revolutionen, bei denen sich Menschen erheben  und „Geschichte machen“ und weniger mit Umwälzungen der Industrie, Mode, Technik, Sexualität. Feminismus stellt eher eine Revolution dar, bei der das Patriarchat, die Männerherrschaft, erschüttert wird und gerade bei der französischen Revolution von 1789 spielten Frauen eine entscheidende Rolle, ebenso beim algerischen Unabhängigkeitskrieg (1954-1962) oder bei der Jasmin-Revolution in Tunesien und in Ägypten 2011. Leider haben die Frauen nach allen Revolutionen nicht langfristig ihre Rechte durchsetzen können und kämpfen bis heute um ihre Gleichberechtigung, überall auf der Welt.

Kernpunkt dieses Buches ist die „Veränderung der Staatsmacht“, „die eine veränderte Gesellschaft hinterlässt“. Ein gutes Beispiel dafür ist die Jasmin-Revolution in Tunesien, bei der die Bevölkerung das diktatorische Regime von Ben Ali hinweggefegt hat und nun eine Demokratie mit neuer Verfassung aufbaut. Und Revolutionen lassen sich nicht mehr rückgängig machen, auch wenn sie scheitern.

Wer macht Revolution? Das Volk. Es begehrt auf, lange ist es geduldig, nimmt Einschränkungen, Repressionen hin, aber dann, eines Tages ist es soweit, ein Funke (Selbstverbrennung in Tunesien) reicht und das „Fass ist übergelaufen“. Revolutionen haben den Lauf der Geschichte geändert, das war ihr „Job“, steht fast am Ende des Buches auf Seite 259.

Im dritten und vierten Kapitel werden die „Helden der Revolution“ beschrieben, Frauen und Männer, die eine Revolution in Gang brachten. Bewundernswert ist die Zielstrebigkeit der jungen Frau aus Tunis, Olfa Riahi, der Afghane Ajmal oder die Russin Nadja Tolokonnikowa in der heutigen Zeit, der Belgier Victor Serge, die Französin Louise Michel oder der Deutsche Erich Mühsam im 19. Jahrhundert.

Titel wie „Annäherung, Die Revolution spricht, Detonation, Dramaturgie, Konterrevolution, Weltrevolution“ hinterfragen die Anfänge, Bedeutung und Ziele von Revolutionen. Doch wie heißt es im 13. Kapitel: „war es das wert?“, das ist der Oberbegriff für die Frage nach dem „Ergebnis einer Revolution.“

Eigene Erlebnisse des Autors fließen in die Beschreibungen ein und machen das Buch noch authentischer.

Literaturhinweise und ein Register ergänzen das Geschriebene.

Autor:
Gero von Randow, geb. 1953, ist als Journalist und Buchautor mehrfach ausgezeichnet worden. 1992 wurde er Wissenschaftsredakteur der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT. Beim Aufbau der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wirkte er von 2001 bis 2003 mit, bevor er als politischer Redakteur zur ZEIT zurückkehrte. Von 2005 bis 2008 war er Chefredakteur von ZEIT ONLINE, bis 2013 als Korrespondent der ZEIT in Paris und arbeitet seither als ZEIT-Redakteur im Ressort Politik.


Fazit:
Wer etwas über die Hintergründe der aktuellen Weltlage erfahren will, sollte zu diesem aufschlussreichen Titel greifen. Revolutionen in der Geschichte werden genauso interessant dargestellt, wie die neuesten Revolutionen sachlich erläutert.
Aus Begegnungen in Tunesien oder Afghanistan oder der eigenen Teilnahme an den Ereignissen der 1968er Jahre ist ein persönliches, anschauliches Dokument entstanden.
Sehr gut geschrieben und deshalb empfehlenswert.


zum Angebot


Mittwoch, 15. November 2017

NEU und aktuell: Diktatoren als Türsteher Europas

Ch.Links

CHRISTIAN  JAKOB,  SIMONE  SCHLINDWEIN

DIKTATOREN  ALS  TÜRSTEHER  EUROPAS
Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert

Europa zieht seine Grenzen durch Afrika. Migrationskontrolle ist in der EU zu einer Frage von höchster innenpolitischer Bedeutung geworden. Mit Hochdruck baut sie daher ihre Beziehungen zu den Regierungen auf dem afrikanischen Kontinent aus. Diese sollen ihre Bürger daran hindern, nach Europa zu gelangen. Die EU bietet dafür Militär- und Wirtschaftshilfe in Milliardenhöhe. Sie arbeitet mit Regimen zusammen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, und bildet deren Polizei und Armeen aus.

Die Bewegungsfreiheit in Afrika wird eingeschränkt, Entwicklungshilfe wird umgewidmet und an Bedingungen geknüpft: Wer Migranten aufhält, bekommt dafür Geld. Am meisten profitieren IT-Unternehmen sowie Rüstungs- und Sicherheitskonzerne in Europa.

Seit Jahren recherchieren Simone Schlindwein und Christian Jakob zu diesem Thema. Ihr Buch ist die erste umfassende Darstellung der neuen europäischen Afrikapolitik.

»Von geschützten Grenzen und der Öffnung der Märkte träumt die EU. Von geschützten Märkten und offenen Grenzen träumt Afrika. Solange dieses Interessensdilemma nicht gelöst ist, wird es keine echte Partnerschaft geben.«  Christian Jakob, Simone Schlindwein

Autoren:
Susanne Schlindwein, Jahrgang 1980, von 2006 bis 2008 u. a. Moskau-Korrespondentin des Spiegel, seit 2008 in Uganda basiert und Korrespondentin der taz für die Region der Großen Seen: DR Kongo, Ruanda, Burundi, Uganda, Zentralafrikanische Republik, Südsudan, 2016 Auszeichnung mit dem Journalistenpreis »Der lange Atem« (zusammen mit Dominic Johnson) für ihre Recherchen über die FDLR in Ruanda, der DR Kongo und Deutschland sowie das dazugehörige Buch »Tatort Kongo«.

Christian Jakob, Jahrgang 1979, Studium der Soziologie, Volkswirtschaft, Philosophie in Bremen und Mailand, Global Studies in Berlin, Buenos Aires und Delhi. Seit 2006 Redakteur der tageszeitung, zuerst bei der taz Nord in Bremen, dann im taz1-Ressort in Berlin, seit 2014 Reporter. Für seine Berichterstattung zur Asylpolitik wurde er 2015 für den Journalistenpreis »Der lange Atem« nominiert.
 (Verlagsinformationen)


Christian Jakob   Simone Schlindwein  
Diktatoren als Türsteher Europas
Broschur
320 Seiten
Format: 12,5 x 20,5 cm
1.Auflage Oktober 2017
Nur Euro 18,-  inkl. MwSt.  jetzt kaufen


Neu und aktuell: Mugabe

Beck

CHRISTOPH  MARX

MUGABE  -  Ein afrikanischer Tyrann

Robert Mugabe ist der ewige Diktator. Seit 1980 regiert er Simbabwe, das sich unter seiner Herrschaft von der Schweiz Afrikas in ein Armenhaus verwandelte. Die Korruption blüht, Opposition wird unterdrückt. Sehr viel Blut klebt an seinen Händen.

Kaum ein afrikanischer Politiker polarisiert so sehr wie Robert Mugabe. Ungeschönt und anschaulich erzählt Christoph Marx das Leben dieses ebenso intelligenten wie skrupellosen Diktators, der Simbabwe ins Elend stürzte.

Während Mugabe im Westen als Prototyp des afrikanischen Despoten gilt, wird er in Afrika trotz seiner jahrzehntelangen Gewaltherrschaft über Simbabwe und der Zerstörung des Landes immer noch erstaunlich positiv gesehen. Doch auch in Europa wurde Mugabe lange als Befreier gepriesen. Die Vorstellung, er sei ein gefallener Revolutionär, hält sich hartnäckig. Christoph Marx zeichnet nun ein neues Bild Mugabes und zeigt, dass dem vermeintlichen Hoffnungsträger von einst von Anfang an jedes Mittel recht war, um ... seine alles überschattende Machtgier zu stillen.

Autor:
Christoph Marx ist Professor für Außereuropäische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. (Verlagsinformationen)

Christoph Marx
Mugabe
Klappenbroschur
11 Abbildungen, 3 Karten
333 Seiten
1.Auflage August 2017
Euro 18,-  inkl. MwSt.  jetzt kaufen