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Dienstag, 14. Juli 2020

Rezension: Afrika, in Ketten

Die andere Bibliothek
Rezension

ALBERT  LONDRES

AFRIKA,  IN  KETTEN


Albert Londres (1884 - 1032) sieht sich als „Reporter und nichts als das“.
Umso erschütterter ist er über die Reaktionen, die seine Reportagen über Westafrika in der Zeitung „Le Petit Parisien“ und sein Buch auslösten. 1928 war er vier Monate in den französischen Kolonien unterwegs und jeden Tag wurden seine Berichte auf der Titelseite veröffentlicht.
Er wurde beschimpft als gemeiner Journalist, Verächter Frankreichs, Lügner, Verräter, Zuhälter, Mestize u.a.
Und dies, obwohl er seinen Beruf als investigativer Journalist auf der „Suche nach der Wahrheit“ sieht und nicht „darin, jemanden nach dem Munde zu reden“.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Schwarz und weiß. Die Wahrheit über Afrika besteht aus der Einleitung, 28 Kapitel und einem Epilog, in dem er seine Erkenntnisse zusammenfasst. Der zweite Teil, Hätte Dante das gesehen, beschreibt die Situation in den nordafrikanischen Straflagern.

Die Suche nach der Wahrheit führte Albert Londres 1928 nach Französisch-Westafrika. In Dakar (Senegal) ging er an Land und reiste mit dem Zug nach Bamako. Von dort nach Timbuktu, mit dem Schiff auf dem Niger nach Mopti (alle Mali), nach Ouagadougou, Bobo Diolassu (beide heute Burkina Faso), weiter auf neuen, von Westafrikanern gebauten Straßen zur Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire) und Dahomey (heute Benin). Mit dem Schiff ging es weiter nach Gabun und Kongo, das später Zaire und heute Republik Kongo heißt.

Im Kongo wollte sich Londres über den Fortschritt des Baus der „Kongo-Ozean-Bahn“ informieren und erlebte eine Tragödie. Die Bahn sollte den Hafen Pointe-Noire mit der Hauptstadt Brazzaville (502 km) verbinden. Bislang mussten Reisende über das belgische Kongo einreisen, (eine „Zumutung“ für Franzosen!) um in den französischen Kongo zu gelangen.

Auf dieser viermonatigen Reise erfuhr er den tatsächlichen Zustand der Kolonie, der in offiziellen Berichten des Kolonialministeriums als „auf das Beste bestellt“ zu optimistisch dargestellt wurde. Obwohl er nicht gegen den Kolonialismus an sich war, deckte Londres die Tatsachen vor Ort auf und bemerkte, dass „wir nur versuchsweise zivilisieren“ und dass die „Schuldigen im Mutterland und nicht in den Kolonien zu suchen seien“.

Auf seinem Weg vom Senegal zum Kongo erlebte und sah Albert Londres die Wirklichkeit des Zustandes der Kolonien und war entsetzt, aufgebracht, erschüttert, entrüstet, wütend.
Bei einer früheren Reise wurde ihm der Ausstieg in Dakar verwehrt, weil dort das Gelbfieber ausgebrochen war. Da diese Nachricht gar nicht in Frankreich ankam, wusste niemand von den vielen Opfern der Krankheit und es wurden keine Medikamente geschickt.
1928 wurde er gleich belehrt als er einen Träger anmieten wollte: „Träger ? … Sie haben wohl den Größenwahn ? Im Senegal sind die Schwarzen keine Träger, sondern Wähler“ !! (Ein Fortschritt)
Das neue Postgebäude war fertig gebaut, aber wo sind die Leute in den Cafés, die alten Terrassen vor den Cafés waren leer oder verschwunden - eine Vorsichtsmaßnahme, man hatte noch Angst vor dem Gelbfieber.

Offiziell war die Sklaverei abgeschafft, aber noch 1928 stand in den Zeitungen, dass England in Sierra Leone 230.000 Sklaven freigelassen hat. Diese Engländer! - doch auch Spanien, Portugal und Belgien hatten noch Sklaven und überhaupt „gab es nichts anderes als Sklaven in den Kolonien“, stellte Londres erschüttert fest. Nur jetzt zahlten sie Steuern, ohne die Frankreich nicht überleben würde (so ähnlich bis heute). Jetzt wurden die Afrikaner als Arbeiter eingesetzt und ausgebeutet für den Straßen-, Kanal- und Eisenbahnbau. Anstatt Maschinen für den Bau einzusetzen (wie es die Engländer machten), die Geld kosteten, wurden lieber Afrikaner geschunden, bis sie tot umfielen - Bananenmotor statt Dieselmotor! Das war billiger, denn an Menschen fehlte es nicht. Wer konnte, rettete sich in die englischen Kolonien, wo es angeblich besser war. („In Afrika dienen alle.“)
Immer wieder zeichnete der Reporter dieses Bild, egal wo er hinkam, die Opfer waren gewaltig.

Das aktuelle Projekt, das Londres selbst sehen wollte und nicht, wie sein Landsmann André Gide nur darüber schrieb, ohne es gesehen zu haben, war der Bau der „Kongo-Ozean-Bahn“, der Tragödie, die den französischen Zeitungsleser die Realität der Kolonien vor Augen führte. „Das große Sterben“ für 502 Kilometer! Aus den kolonisierten Ländereien wurden die Männer zusammengezogen. Sie wurden nicht per Bahn, Lastwagen oder Schiff nach Kongo gebracht, sondern mussten zu Fuß durch die afrikanische Hitze gehen. Von 8000 geforderten Männern kamen nur 1700 an. Um den Verlust zu ersetzen, wurden wieder Leute in den Dörfern rekrutiert, aber die Männer flohen vorher schon. Von den 500 km waren erst 200 km fertig und schon 17.000 Menschen gestorben !!!
Kein Wunder, dass rund 3 Millionen Afrikaner vor den desaströsen Arbeitsmethoden aus den französischen Kolonien flohen.

Ein, bis heute aktuelles Thema, ist das (illegale) Holzfällen in den afrikanischen Regenwäldern. Die Tropenhölzer wurden 1928 von Hand aus dem dichten Wald herausgezogen. “Ich folgte den Schreien und sehe Entsetzliches: Hundert nackte, an einen Baumstamm angeseilte Schwarze versuchen diese fortzuziehen. …. Der Aufseher schlägt den Takt dazu mit seiner Pfeife.“

„Trotzdem wird in der ganzen Welt behauptet, dass es keine Sklavenhändler mehr gibt.“

Albert Londres traf viele Franzosen, die in die Kolonien versetzt wurden und so schnell wie möglich wieder zurück wollten, andere, die Geschäfte aller Art abwickelten und sogar welche, die Westafrika gar nicht mehr verlassen wollten. Auch über sie berichtet er in diesem Buch.

Im Epilog des ersten Teils fasst Albert Londres anschaulich die Methoden Frankreichs zusammen und lässt eine überraschte Leserschaft zurück, die von den kolonialen Machenschaften nichts wusste (oder wissen wollte), denn offiziell wurden die entsetzlichen Dinge, die der Journalist aufdeckte und den rund 2 Millionen Lesern des Petit Parisien täglich auf der ersten Seite präsentierte, unter den Teppich gekehrt und bei offiziellen Besuchen von „Politikern oder bedeutenden Reisenden gutes Essen serviert“  und nichts vom eigentlichen Zustand der Kolonien gezeigt, dessen Verantwortung allein das französische Mutterland trägt.


Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit dem Zustand der Straflager des Militärs in Marokko, Algerien und Tunesien, genannt Biribi.
In diesen Straflagern waren rund 3500 Verurteilte, manche unschuldig, die meisten schuldig. Sie kamen aus dem  afrikanischen Bataillonen, dem französischen Korps, der Rheinarmee, der syrischen Armee und dem chinesischen Regiment. Ihre Vergehen: „Desertion, Waffenverweigerung, mutwillige Beschädigung von Kleidung, Diebstahl, Übergriffe auf Personen, Ungehorsam, Beleidigung von Vorgesetzten.“ Die größte Macht über diese Gefangenen hatten die Unteroffiziere, Feldwebel oder Hauptfeldwebel, die ihre Launen an den Gefangenen ausließen. Albert Londres lässt die Insassen zu Wort kommen und zeigt die Verwahrlosung in den Lagern.

Ein Nachwort haben Irene Albers und Wolfgang Struck geschrieben. Am Ende ist eine Titelseite der Zeitung „Le Petit Parisien“ abgedruckt.

Autor
Albert Londres (1884–1932) war ein französischer Journalist. Im ersten Weltkrieg berichtete er für die Zeitschrift „Le Matin“ als Kriegsberichterstatter, für andere Tageszeitungen und das vielgelesene „Le Petit Journal“, womit seine Bekanntheit zunahm. Bereits 1923 berichtete Londres über den Rassismus in Guyana.  
Von Albert Londres’ Ruhm zeugt in Frankreich bis heute der nach ihm benannte Journalismuspreis, der renommierteste des Landes, der alljährlich für die beste Reportage vergeben wird. In der Anderen Bibliothek erschien von ihm: Ein Reporter und nichts als das (Band 348).

Fazit:
Ein überaus interessantes Buch, das Tatsachen aufdeckt, die wohl in jeder Kolonie üblich waren. Gerade jetzt, wo die Diskussionen über Rassismus und Kolonialismus zunehmen, trägt es zur Information und Aufklärung bei.
Das Thema des Kolonialismus ist so brisant, dass 2005 der damalige Präsident Nicolas Sarkozy versuchte „per Gesetz eine positive Darstellung des französischen Kolonialismus in  Schulbüchern [zu] verordnen.“ Absolut lesenswert.


Donnerstag, 4. Juni 2020

NEU: Afrika, in Ketten

Die Andere Bibliothek

ALBERT  LONDRES

AFRIKA, IN  KETTEN
Reportagen aus den Kolonien

Die Geschichte des Kolonialismus in Afrika holt uns immer wieder ein: in Gestalt von Flucht und Migration oder im Streit um die Rückgabe von Kulturgütern.
Mit dem großen Reporter Albert Londres schauen wir auf das französische West- und Nordafrika in den 1920er-Jahren.

Afrika, in Ketten versammelt zwei Berichte aus dem französischen Kolonialreich: In »Schwarz und Weiß« bereist Londres Französisch-West- und Äquatorialafrika, sein Weg führt ihn von Dakar über Bamako und Timbuktu im Westen nach Niger und weiter in den Sudan, bis er im Kongo den Äquator überquert. Sein Gegenstand ist das Leben der weißen »Staatsbürger Frankreichs« und der schwarzen »Untertanen« in den sogenannten Überseegebieten, die willkürliche Rechtsprechung der Kolonialverwalter und die Geschicke der zahllosen Glücksritter, die fern von Europa zu schnellem Reichtum zu gelangen versuchen. 1928, genau achtzig Jahre nach der Ächtung der Sklaverei in Frankreich 1848, zeigt Londres: Das Herrschaftsverhältnis von Herr und Knecht ist intakter denn je.

Sein literarischer Journalismus ist für die französische Öffentlichkeit skandalös. Während die Pariser Boulevards sich an exotischen Kolonialwaren und Kakao- Reklametafeln erfreuen, sich an der Idee der Zivilisierung der Einheimischen und an der eigenen Wohltäterschaft erheben, präsentiert Londres die echte, die zynische Perspektive der Kolonisatoren; so beim Bau der »Kongo-Ozean-Bahn«, bei der das »Negermaterial« noch weniger wert ist als bloßes »Menschenmaterial«.

In »Biribi« besieht Londres die Strafkompanien in Französisch- Nordafrika, die er 1924 besuchte. Ihr Name leitet sich ab vom französischen Glückspiel Biribi: Der Bankvorteil ist enorm, die Wahrscheinlichkeit des Gewinns verschwindend gering, der Einsatz – das Leben.

In Biribi sitzen sie ein: Straffällige aus den in Afrika für den Ersten Weltkrieg rekrutierten Truppen Frankreichs, aus dem China-Regiment, aber auch noch die letzten Lebenden aus der Rheinarmee, die 1870/71 im Deutsch-Französischen Krieg kämpften. Ihre Vergehen: Desertion, Fahnenflucht, »Feigheit vor dem Feind«, »Wehrkraftzersetzung«, Befehlsverweigerung, Beleidigung von Vorgesetzten. Diese Zwangsarbeiter bis zum Tode nennt man Untote – sie bewohnen die Unterwelt von Biribi zahlreich.

In diese Hölle, in der mittelalterliche Strafen erlitten werden, steigt Londres hinab und kann mit Recht sagen: »Dante hat gar nichts gesehen.«

Autor
Von Albert Londres’ (1884–1932) Ruhm zeugt in Frankreich bis heute der nach ihm benannte Journalismuspreis, der renommierteste des Landes, der alljährlich für die beste Reportage vergeben wird. In der Anderen Bibliothek erschien von ihm: Ein Reporter und nichts als das (Band 348).

Aus dem Französischen von Petra Bail und Yvan Goll, mit einem Nachwort von Irene Albers und Wolfgang Struck.
(Verlagstext)

Albert Londres
Afrika, in Ketten
Buchgestaltung: Nicole Pfeiffer, Hamburg. Einband aus metallisch durchsetztem Naturmaterial
Bandnummer: 424
376 Seiten
Euro 44,00 inkl. MwSt.    Buch kaufen



Mittwoch, 3. Juni 2020

Im Innern Afrikas

Edition Erdmann

HERMANN  VON  WISSMANN

IM  INNERN  AFRIKAS
Die Erforschung des Kasai. 1883 - 1885

Im Auftrag des belgischen Königs Leopold II. tritt Hermann von Wissmann 1883 seine zweite Afrikareise an, bei der er den Verlauf des Kasai und die Zuflüsse des Kongo erkunden soll. Vom Lulua aus, einem Nebenfluss des Kasai, wo Wissmann die Station Luluaburg gründet, startet er mit seinen Trägern und Eingeborenen des Baschilange-Volks auf selbstgebauten Kanus die Erkundung des Kasai. Der undurchsichtige Verlauf des reißenden Flusses, sowie Kämpfe mit Eingeborenen stellen nur einen Teil der Schwierigkeiten dar, mit denen die Expedition zu kämpfen hat. 1885 gelangt man schließlich wieder an die Küste und hat wichtige Ergebnisse vorzuweisen: die Zugehörigkeit des Kasai zum Kongogebiet, Klarheit über den Verlauf einiger Kongoebenflüsse und die Eröffnung neuer Binnenschifffahrtswege.


Autor
Hermann von Wissmann wurde 1853 in Frankfurt an der Oder als Sohn eines Regierungsrats geboren. Er schlug eine Offizierslaufbahn ein, lernte bald den Afrikaforscher Paul Pogge kennen und bestritt 1880, begeistert von dessen Erzählungen, als Begleiter seine erste Afrika-Expedition. Seitdem bereiste er mehrmals das Inland Afrikas, um bislang unerforschte Gebiete zu erkunden. von 1895-1896 war er Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Wissmann kam 1905 bei einem Jagdunfall in der Steiermark ums Leben.
(Verlagstext)


Hermann von Wissmann
Im Innern Afrikas
Leinen mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Format  21 x 13 cm
536 Seiten
Erschienen 2013
Euro 24,00 inkl. MwSt.   Buch kaufen



Dienstag, 2. Juni 2020

Expeditionen nach Westafrika

Edition Erdmann

PIERRE  SAVORGNAN  DE  BRAZZA

EXPEDITIONEN  IN  WESTAFRIKA
Vom Ogowé zum Kongo. 1875 - 1886

Es ist ein Schlüsselmoment im Wettlauf europäischer Mächte um den Zugriff auf afrikanische Gebiete und Wasserwege am Äquator: Henry Morton Stanley, ein Journalist und skrupelloser Selfmademan, bahnt für den belgischen König mit Gewehr und Dynamit eilig einen Weg entlang des Kongo ins Landesinnere.

Währenddessen erkundet Pierre Savorgnan de Brazza, venezianischer Adeliger und Offizier, entflammt für Abenteuer und die Werte der französischen Republik, zwischen 1874 und 1882 bedächtig den nördlich des Kongo fließenden Ogowe. Unter der französischen Flagge befreit er Sklaven, schließt Freundschaftsverträge und Koalitionen mit Einheimischen. Er verspricht Wohlstand und Frieden. Dann findet er einen schiffbaren Zufluss des Kongo und kommt an dessen Nordufer Stanley zuvor.

Seine erstmals ins Deutsche übersetzten Vorträge und Briefe berichten von de Brazzas Expeditionen und seinem vergeblichen Versuch unter französischer Flagge einen friedlichen Handel zu etablieren.

Autor
Pierre Savorgnan de Brazza (1852-1905) wurde in Rom geboren und gehörte einem italienischen Adelsgeschlecht an. Schon früh faszinierten ihn die zahlreichen Karten und Reiseberichte der Familienbibliothek. Er absolvierte die französische Marineschule und nahm die französische Staatsbürgerschaft an, bevor er im Alter von 20 Jahren zum ersten Mal nach Afrika reiste. Dort führte er mehrere Expeditionen ins Gebiet der heutigen Staaten Gabun und Republik Kongo durch, gründete die Militärposten Franceville und Brazzaville und war von 1886 bis 1898 Generalkommissar von Französisch-Kongo.

Übersetzung
Esther von Osten studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Geschichte in Berlin und Paris. Sie unterrichtete am Peter Szondi-Institut der FU Berlin und ist seit 2011 freiberufliche Übersetzerin. Sie übersetzte u.a. Werke von Jean-Luc Nancy, Hélène Cixous, Jacques Derrida und Georges Didi-Hubermann.

Übersetzung
Anja Streiter  
(Verlagstext)
  

Pierre Savorgnan de Brazza   
Expeditionen in Westafrika
Leinen mit Schutzumschlag und Lesebändchen, bedrucktes Vorsatzpapier
mit schwarz-weiß Abbildungen und Karten
Format: 21 x 13 cm
296 Seiten
Deutsche Erstausgabe erschienen 2016
Euro 24,00 inkl. MwSt.   Buch kaufen



Freitag, 7. Dezember 2018

Kongo, Die Hoffnung kehrt zurück, Friedensnobelpreisträger 2018 Denis Mukwege

Brandes Apsel

BIRGER  THURESON

DIE  HOFFNUNG  KEHRT  ZURÜCK
Der Arzt Denis Mukwege und sein Kampf gegen sexuelle Gewalt im Kongo

Friedensnobelpreis 2018 für Denis Mukwege

Denis Mukwege, Gründer und Leiter des Panzi-Krankenhauses in Bukavu, ist weltweit zu einer Stimme der traumatisierten Frauen im Kongo geworden. Seit Jahren prangert der Arzt öffentlich die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft an: Tausende von Frauen und Kindern wurden in den Kongo-Kriegen die Opfer brutaler Vergewaltigungen, und ihre Peiniger werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Im Oktober 2012 entkam Denis Mukwege nur knapp einem Attentat; er ging ins Ausland und kehrte Anfang 2013 nach Bukavu zurückt, um seine Arbeit fortzusetzen.
 Der schwedische Journalist Birger Thureson hat Denis Mukwege und seine Patientinnen in Bukavu getroffen und ihre Geschichten aufgezeichnet. Ihre Berichte sind schmerzliche Zeugnisse erlittener Gewalt; sie sprechen aber auch von Lebenswillen und Lebensmut.
 Ein ausführliches Portrait über Denis Mukwege, der für sein Engagement mehrfach international ausgezeichnet wurde, und eine Analyse über die Hintergründe der Kongo-Kriege ergänzen das Buch.
(Verlagstext)

Denis Mukwege erhielt 2013 den Alternativen Nobelpreis und 2014 den Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europaparlaments für sein Engagement für vergewaltigte Frauen in der Demokratischen Republik Kongo.

Autor:
Birger Thureson, geboren 1942. Schwedischer Journalist und Schriftsteller. Tätigkeit als Pastor und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der PMU InterLife. Thureson ist verheiratet und hat zwei Kinder.
(Verlagstext)

Übersetzung aus dem Schwedischen von Michael Josupeit

Herausgegeben vom Deutschen Institut für Ärztliche Mission e. V., Difäm

Birger Thureson
Die Hoffnung kehrt zurück
Paperback,
Format 20,7 x 14,5 cm,
160 Seiten
2. Auflage 2018
Euro 14,90 inkl. MwSt.    Buch kaufen

Mittwoch, 2. September 2015

Moyo! Der Morgen bricht an - Stimmen aus dem Kongo

Brandes Apsel

MUEPU  MUAMBA (Hrsg.)

MOYO!  DER  MORGEN BRICHT  AN
Stimmen aus dem Kongo

Der Kongo wird im Ausland meist als unregierbares Bürgerkriegsland wahrgenommen. Das Buch ist eine Einladung, den anderen, »unbekannten« Kongo kennenzulernen und sich von der Vitalität und Kreativität kongolesischer Künstler und Denker inspirieren zu lassen.
Mit Moyo grüßen sich Menschen in Teilen des Kongo, etwa im Sinne von: Dein Herz soll leben! Unter dem programmatischen Titel versammeln sich in diesem Buch rund 30 kongolesische Autorinnen und Autoren mit teilweise erstmals veröffentlichten Texten.
Ihre Texte streifen die Bereiche Politik und Gesellschaft, Literatur, Kunst und Kultur. In ihrer Vielschichtigkeit und Vielseitigkeit spiegeln sie Geschichte und Alltag sowie die Identitätserfahrungen von Intellektuellen im Kongo und in der Diaspora.
Die DR Kongo wird im Ausland meist als unregierbares Bürgerkriegsland wahrgenommen. Moyo! Der Morgen bricht an lädt ein, den anderen, »unbekannten« Kongo kennenzulernen und sich von der Vitalität und Kreativität kongolesischer Künstler und Denker inspirieren zu lassen.

Mit Beiträgen von Patrice Lumumba, Gérald-Félix Tchicaya-Utam’Si, Muepu Muamba, Mukala Kadima-Nzuji, Matala Mukadi Tshiakatumba, Elikia M’Bokolo, Antoine Tshitungu Kongolo, Charles Djungu-Simba, Jules Elongo Lomomba, Py-Nene Mayuma, José Tshisunguwa Tshisungu, Marie-Louise Bibish Mumbu, Bapuwa Mwamba, Georges Ngal Mbwil a Mpaang, Balufu Bakupa-Kanyinda, In Koli Jean Bofane, André Lye Mudaba Yoka, Cikuru Batumike, Clémentine Madiya Faïk-Nzuji,Toma Muteba Luntumbue, Iseewanga Indongo-Imbanda, Pius Ngandu Nkashama, Boniface Mabanza Bambu, Fiston Nasser Mwanza Mujia, Désiré Bolya Baenga, Elisabeth Françoise Mweya Tol’Ande, Vumbi Yoka Mudimbe, Kä Mana, Marc-Antoine Vumilia Muhindo

Autor:
Muepu Muamba ist Schriftsteller und Journalist. Er stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Vor Jahrzehnten floh er vor der Mobutu-Diktatur aus seiner Heimat, suchte zunächst vergeblich in mehreren afrikanischen Ländern Zuflucht. Schließlich fand er in Frankreich politisches Asyl. Heute lebt und arbeitet er im deutschen Exil. Muepu Muamba ist Vorsitzender von Dialog International e.V.
(Verlagstext)

Muepu Muamba
Moyo! Der Morgen bricht an
Format 20,7 x 14,5 cm, Paperback
300 Seiten   
1. Auflage 2012
Euro 29,90 inkl. MwSt.  Buch kaufen

NEU: Kongo - Die Hoffnung kehrt zurück

Brandes Apsel

BIRGER  THURESON

DIE  HOFFNUNG  KEHRT  ZURÜCK
Der Arzt Denis Mukwege und sein Kampf gegen sexuelle Gewalt im Kongo
Deutschen Institut für Ärztliche Mission e. V., Difäm (Hrsg.)

Übersetzung aus dem Schwedischen von Michael Josupeit

Denis Mukwege, Gründer und Leiter des Panzi-Krankenhauses in Bukavu, ist weltweit zu einer Stimme der traumatisierten Frauen im Kongo geworden. Seit Jahren prangert der Arzt öffentlich die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft an: Tausende von Frauen und Kindern wurden in den Kongo-Kriegen die Opfer brutaler Vergewaltigungen, und ihre Peiniger werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Im Oktober 2012 entkam Denis Mukwege nur knapp einem Attentat; er ging ins Ausland und kehrte Anfang 2013 nach Bukavu zurückt, um seine Arbeit fortzusetzen.
Der schwedische Journalist Birger Thureson hat Denis Mukwege und seine Patientinnen in Bukavu getroffen und ihre Geschichten aufgezeichnet. Ihre Berichte sind schmerzliche Zeugnisse erlittener Gewalt; sie sprechen aber auch von Lebenswillen und Lebensmut.
Ein ausführliches Portrait über Denis Mukwege, der für sein Engagement mehrfach international ausgezeichnet wurde, und eine Analyse über die Hintergründe der Kongo-Kriege ergänzen das Buch.

Alternativer Nobelpreis 2013 und Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europaparlaments 2014 an Denis Mukwege für sein Engagement für vergewaltigte Frauen in der Demokratischen Republik Kongo.

Autor:
Birger Thureson, geboren 1942. Schwedischer Journalist und Schriftsteller. Tätigkeit als Pastor und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der PMU InterLife. Thureson ist verheiratet und hat zwei Kinder.
(Verlagstext)

Birger Thureson
Die Hoffnung kehrt zurück
Format 20,7 x 14,5 cm, Paperback
160 Seiten   
1. Auflage 2015
Euro 14,90 inkl. MwSt.  Buch kaufen

Freitag, 8. November 2013

Rezension: Sinusbögen überm Kongo

Sinusbögen überm Kongo
Rezension

In Koli Jean Bofane

Sinusbögen überm Kongo

Der Roman von In Koli Jean Bofane beschreibt die Politik und das Leben in der „Demokratischen“ Republik Kongo im 21. Jahrhundert, „in einem Land, das die Korruption zum Regierungsstil erhoben hatte“, wie in so vielen anderen Ländern. Jede „Drohung, diese öffentliche Ordnung zu stören“ wird vom Präsidenten mit Geld unterdrückt oder mit Gewalt. Das Spiel zwischen Oppositionsführer Makanda Rachidi und der Regierung hat bisher ganz gut funktioniert, er verdiente nicht schlecht dabei, doch bei der Demonstration vor ein paar Tagen, kam ein Freund von Celio, dem Protagonisten dieses Romans, ums Leben. Celio Matemona und seine Freunde sind ein Teil der Zivilbevölkerung, die seit einiger Zeit nicht mehr alles hinnimmt und durch die „Errungenschaften der Moderne“ wie Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet immer besser informiert ist und sich mehr und mehr durchsetzt....

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Kongo - Eine Geschichte

Kongo
Eine Geschichte
DAVID  VAN  REYBROUCK

KONGO - EINE  GESCHICHTE



David van Reybrouck
Kongo - Eine Geschichte
Gebunden, 783 Seiten
1.Auflage 2012
Preis: Euro 29,95  Buch kaufen
 

David van Reybrouck
Kongo - Eine Geschichte
Taschenbuch, 783 Seiten
1.Auflage 2013
Preis: Euro 14,-   Buch kaufen
 
Fesselnd und atemberaubend erzählt David Van Reybrouck die Geschichte Kongos, wie wir sie noch nie gelesen haben. Der Autor, der den Bogen von der kolonialen Gewaltherrschaft unter Leopold II. über die 32jährige Mobutu-Diktatur bis hinein in die Gegenwart spannt, berichtet aus der eindrücklichen Perspektive derjenigen, die in ihrem Land leiden, kämpfen, leben – im Mittelpunkt stehen die Träume, Hoffnungen und Schicksale der sogenannten einfachen Bevölkerung.

Freitag, 25. Oktober 2013

NEU: Sinusbögen überm Kongo

Sinusbögen überm
Kongo
IN  KOLI  JEAN  BOFANE

SINUSBÖGEN  ÜBERM  KONGO - Neuerscheinung -


In Koli Jean Bofane
Sinusbögen überm Kongo
Hardcover mit Schutzumschlag
344 Seiten, Format 19 x 12 cm
1.Auflage 2013
Preis: Euro 19,90   Buch kaufen

Célio lebt in Kinshasa und arbeitet hart, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Freunde nennen ihn Célio Mathématik, denn seine ganze Liebe gilt dieser Disziplin. Vor dem schwierigen Alltag flüchtet er in die Welt der Theoreme und Axiome. Mit Hilfe eines alten Schulheftes hat er sich eine eigene Formelwelt ausgedacht, mit der er die komplexe Situation im Kongo zu erklären versucht, das Chaos regeln und die turbulente und undurchsichtige Gegenwart berechenbarer machen will. Da wird der Direktor eines Büros, das im Auftrag des Präsidenten mit diffizilen Themen befasst ist, auf ihn aufmerksam....

Montag, 11. März 2013

Neuauflage: Kongo - Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens

Brandes-Apsel
DOMINIC  JOHNSON

KONGO
Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens

Demokratische Entwicklungen werden immer wieder von den jeweiligen Machthabern sabotiert. In Kongos Ostregion Kivu tobt bis heute ein grausamer Milizenkrieg, der die Gesellschaft zerreißt.

Längst organisieren die Kongolesen ihr Leben selbst. Kernaufgaben des Staates werden an der Basis organisiert und gegen staatliche Machtansprüche behauptet – von Schulbildung bis hin zur bewaffneten Selbstverteidigung. Der Erfindungsreichtum der Kongolesen und ihre Fähigkeit, aus dem Nichts etwas zu schaffen, sind legendär. Nur so konnten sie die vergangenen hundert Jahre kolonialer Gewalt, postkolonialer Willkür und zeitgenössischen Staatszerfalls überstehen.

Dominic Johnson legt ein gründlich recherchiertes Buch vor zur Geschichte des noch relativ jungen Staates und seiner politischen Entwicklung bis heute. Seine genaue Analyse schärft die Wahrnehmung dafür, welche Brisanz in den ungelösten Problemen des Kongo für ganz Afrika liegt.

Für diese dritte Auflage wurde das Buch umfassend über­arbeitet, erweitert und auf den neuesten Stand gebracht.
  
Autor:
Dominic Johnson ist Redakteur der taz und arbeitet wissenschaftlich zur informellen Wirtschaft in den Krisengebieten des Kongo. Er bereist das Land mehrmals im Jahr.   
(Verlagstext)  

Dominic Johnson
Kongo: Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens
Paperback
Format 14,5 x 20,7 cm
264 Seiten
3.aktualisierte und erweiterte Auflage 2014 
Euro 24,90 inkl. MwSt.  Buch kaufen



Samstag, 23. Februar 2013

Gitarren, Ziegelsteine und Matrosen

Maria G. Baier-D’Orazio    Vital Banywesize Mukuza

GITARREN, ZIEGELSTEINE  UND  MATROSEN
Die ungewöhnliche Erfolgsgeschichte eines Ausbildungszentrums im Kongo

Seit über 15 Jahren wird der Osten der Demokratischen Republik Kongo von Krise und Krieg heimgesucht. Dennoch gelang dort ein Vorhaben, das selbst in Friedenszeiten schwierig zu verwirklichen ist: Eine Gewerbeschule reformierte ihr Ausbildungssystem grundlegend. Von einer unscheinbaren Institution, deren Ausbildungsangebot kaum Wirkungen entfaltete, wuchs das vom Evangelischen Entwicklungsdienst unterstützte Zentrum CAPA zu einer flexiblen, innovativen Einrichtung, die heute als Modell angesehen wird.

In einem Krisengebiet Beschäftigung schaffen, stellt eine Herausforderung dar. Welche Art von Ausbildung trägt dazu bei, zerstörte Existenzen wieder aufzubauen? Wie können Kindersoldaten von ihrem Trauma geheilt, junge Ex-Kämpfer beruflich in die Gesellschaft integriert werden? Gibt es eine Zukunft für junge Frauen, die im Krieg vergewaltigt wurden? „Gitarren, Ziegelsteine und Matrosen“ zeigt auf, wie CAPA diese Herausforderung in einem hindernisreichen, doch mutig und konsequent durchgehaltenen Reformprozess gemeistert hat. Ein ehrliches Buch, das sich nicht auf die Beschreibung von Erfolgsfaktoren beschränkt, sondern offen und kritisch alle Blockaden und Fallstricke beleuchtet. Eine Fülle von Erlebnisberichten illustriert die ungewöhnlichen Wege, die CAPA gegangen ist, und macht die Lektüre zu einer spannenden Entdeckungsreise. 

Autoren:
Maria G. Baier-D’Orazio ist freie Beraterin und Autorin. Auf die Reform beruflicher Bildung spezialisiert, hat sie CAPA über einen Zeitraum von 12 Jahren hinweg begleitet.

Vital Banywesize Mukuza ist seit 15 Jahren an der Gewerbeschule CAPA beschäftigt; er leitet das Ausbildungszentrum seit 1999.


Maria G. Baier-D’Orazio / Vital Banywesize Mukuza
Gitarren, Ziegelsteine und Matrosen
Broschur mit Schwarz-Weiss Bildern
200 Seiten
1.Auflage 2009
Horlemann Verlag, Berlin

nur noch als gelesenes Buch erhältlich.