Donnerstag, 27. Mai 2021

Rezension: Wir Gotteskinder

Penguin
WIR  GOTTESKINDER

NANA  OFORIATTA  AYIM 
Roman

Maya wünscht sich das Glück, „die Wahrheit durch Worte auf einer Buchseite zu finden“. Sie fragt sich, „warum wir an der Vergangenheit festhalten, warum wir Museen bauen, Bücher schreiben und konservieren?“

Maya wächst in Deutschland und England auf. Ihre Mutter ist Prinzessin Yaa des ghanaischen Königshauses, ihr Vater ist Arzt. In Deutschland geht Maya in den Kindergarten, in England zur Schule und wenn sie ungezogen  ist, droht ihr Vater sie nach Ghana zu schicken, in das Dorf aus dem die Eltern weggegangen sind. Sehnsüchtig warten sie auf eine politische Wendung nach dem Abzug der Kolonialherren.
Die Elterngeneration wurde nach Europa oder Amerika geschickt, um zu studieren und um dann das Land neu aufzubauen, aber der Vater hatte seine Zweifel und so blieb die Familie in Europa.

Eines Tages kommt Mayas Cousin Kojo aus Ghana in die Familie und er geht mit Maya zur Schule. Gleich am ersten Tag  gibt er einem Mitschüler eine Ohrfeige und wehrt sich gegen den „allgemeinen“ Rassismus, während Maya ihn eher hinunterschluckt. Kojo erzählt Maya allerlei Geschichten über ihr Heimatland, das sie kaum kennt und die beiden Kinder treiben einigen Schabernack.
Nach einem heftigen Streit zieht Mayas Vater aus und Kojo, Maya und ihre Mutter gehen nach England. Die Mutter arbeitet in einem Labor, die Jugendlichen gehen in ein Internat. Als die Mutter eine neue Aufgabe übernimmt, reist sie nach Ghana ab. Kojo und Maya kehren nach Deutschland zurück zu Mayas Vater.

Während all dieser Jahre beschäftigen sich Maya und Kojo mit einem „Buch der Geschichten“ ihrer Vorfahren und des Landes. Sie wollen die Geschichte korrigieren und weiterschreiben. Dazu wollen sie in England herausfinden, wie die Engländer es schafften, Ghana als Kolonialisten zu beherrschen, damit die neue Generation junger, gut ausgebildeter bzw. studierter Ghanaer nicht die Fehler ihrer Großväter, Väter und Mütter wiederholen. Kojo bittet Maya die wahre Geschichte weiterzuschreiben, denn sie ist die „Auserwählte“, die Wissen hat von früheren Epochen und „sieht, was andere nicht sehen“. Sie ist das Gotteskind.

Die jungen Ghanaer, die Eltern von Maya und deren Freunde und Verwandte leben in Bonn und London und so pendelt die Familie hin- und her, bis Mayas Mutter endgültig nach Accra zurückkehrt. Kojo folgt bald und Maya beginnt ein Studium.

Das Buch-Projekt nimmt Gestalt an, allerdings als „mythische Geschichte von einem Königreich, einer Nation, die sich reibungslos bildete trotz aller Widerstände, und der eine glorreiche und weltbeherrschende Zukunft vorausgesagt wurde“. 
Maya beschreibt u.a. die wichtigen königlichen Objekte, die „geraubt, verkauft oder verschwunden“ waren, für die nun ein Museum gebaut wird. Zu dem Eröffnungsfestival, werden „alle Führer der Welt“ eingeladen und auch die nächste Wahl steht bevor, bei der Kojo kandidiert.

Maya fliegt nach Accra mit einem Weihnachtsbaum für ihre Mutter im Gepäck. Während eines Festes trifft Maya viele Mitglieder ihrer königlichen Familie, die sie nur als Kind gesehen hat.  Kojo kümmert sich um das entstehende Museum und um die Objekte, deren Geschichte Maya aufschreibt. Nach einem Streit mit Gideon, einem falschen Freund, über den sich Kojo furchtbar aufregt, kommt es zu einem schrecklichen Unglück...

Fazit:
Schon als Kind erfährt die Autorin Ablehnung durch eine Mitschülerin, weil sie erzählt, dass sie die Enkelin des Königs ist und diese ihr nicht glauben will. Eine schwarze Prinzessin, das gibt es doch gar nicht, in Kinderaugen.

Ihre Mutter will den täglichen Rassismus nicht sehen und übergeht ihn durch lautes Auftreten und offensichtlichem Herrschaftsanspruch, in dem sie ihre Einkäufe übertrieben opulent betreibt und den Verkäufern direkt ins Gesicht sagt, dass sie eine Königstochter aus Ghana ist und damit die Verkäufer zu „Boten“ degradiert.

Immer wieder, allerdings mehr zum Ende des Buches, nimmt die Autorin indirekt ein ganz aktuelles Thema auf, die Rückgabe von Museumsstücken, die in ein neu gebautes Museum nach Accra zurückgeführt werden sollen. Auch als sie eine Ausstellung in London vorbereitet, fällt sie dem Rassismus zum Opfer, fast so wie ihr Cousin, denn derselbe, der sich in Ghana eingemischt hat, nimmt ihr nun rücksichtslos die Organisation der Ausstellung aus der Hand mit der Begründung, dass sie dadurch mehr Zeit zum Schreiben hat.

Nana Oforiatta Ayim verpackt den Roman in eine temperamentvolle Schreibweise, die manchmal ein zweites Lesen erfordert. Doch das Buch ist gut zu lesen und zu verstehen. Der Inhalt ist sehr interessant und aktuell.

Ein lesenswertes Buch und sehr zu empfehlen. Es zeigt, wie Weiße bis heute versuchen (Kolonial)-Geschichte nur nach ihrer Vorstellung zu akzeptieren und selbst die Organisation einer Ausstellung kann man Schwarzen nicht überlassen. Sie könnten ja die Wahrheit über die Kolonialmächte zeigen oder ein anderes Bild der ghanaischen Gesellschaft !!!

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Dienstag, 11. Mai 2021

Neuerscheinung: Wir Gotteskinder, Roman aus Ghana

Penguin
NEU

NANA OFORIATTA AYIM

WIR  GOTTESKINDER 
Roman

Brillanter Roman über das Leben zwischen Afrika und Europa und die identitätsstiftende Kraft des Geschichtenerzählens
Vom ghanaischen Königshaus in die deutsche Provinz – eine etwas andere Migrationsgeschichte
Inspiriert von der schillernden Familien- und Lebensgeschichte der Autorin

Maya Mensah ist im deutschen Exil täglich damit konfrontiert, anders zu sein. Auch ihre Eltern sind anders. Ihr Vater ist ein scheuer Intellektueller, und ihre schöne Mutter liebt es, das Geld mit vollen Händen auszugeben und an ihre königliche Abkunft zu erinnern. Doch wenn Maya in der Schule von ihrer glanzvollen Familie erzählt, wird sie verspottet. Beistand leistet ihr einzig ihr Cousin Kojo. Maya ist fasziniert von seinen farbenprächtigen Erzählungen aus Ghana, an das sie sich kaum erinnern kann. Sie klingen für sie wie Märchen, die mythisch und wirklich zugleich scheinen, und öffnen ihr den Blick: für ein Land, das seine Seele nach all den Jahren der Kolonialzeit erst wiederfinden muss, für ihre entwurzelten Eltern — und endlich erkennt sich Maya als Teil dieser Geschichte.

Poetisch, fesselnd, faszinierend — » Wir Gotteskinder« ist wahre Weltliteratur und eine Hymne an das Geschichtenerzählen als verbindendes Glied zwischen den Kulturen.

Autorin:
Nana Oforiatta Ayim ist Autorin, Filmemacherin und Kunsthistorikerin. Sie ist in Düsseldorf geboren und aufgewachsen. Ihr Großvater ist König der ghanaischen Region Akyem Abuakwa. Sie studierte Afrikanische Kunstgeschichte und Politikwissenschaften, arbeitete für die UN in New York und ist heute weltweit v.a. als Kunstvermittlerin und Kuratorin tätig. Als Gründerin des ANO Institute of Arts and Knowledge hat sie Projekte wie »Das mobile Museum« sowie die erste Enzyklopädie der afrikanischen Kultur angestoßen. Nana Oforiatta Ayim kuratiert weltweit Ausstellungen und hält Vorträge über kulturelle Narrative. 2019 verantwortete sie den ersten ghanaischen Pavillon auf der Biennale von Venedig.

Für ihre bisherigen Leistungen wurde sie mit verschiedensten Ehrungen und Auszeichnungen bedacht. »Okay Africa« zählt sie zu den »12 wichtigsten Frauen aus Afrika, die Geschichte schreiben«. Sie gehört auch zu den »Apollo 40 unter 40« und damit zu »den talentiertesten und inspirierendsten jungen Personen, die die Kunstwelt heute voran-bringen«. 2015 erhielt sie den »Art & Technology Award« des Los Angeles County Museum of Art (LACMA); 2016 den »AIR Award«, mit dem »außergewöhnliche afrikanische Künstler geehrt und gefeiert werden sollen, die sich für provokative, innovative und sozial engagierte Arbeit einsetzen«. Nana Oforiatta Ayim war 2018 Teilnehmerin des ersten Soros Arts Fellowship und ebenfalls 2018 Global South Visiting Fellow an der Universität Oxford. Sie wurde in den Beirat des Kulturprogramms der Universität Oxford und ab April 2020 als Untersuchungsleitung der »Aktion zur Wiederherstellung Afrikanischer Kultur« berufen.

»Wir Gotteskinder« ist Nana Oforiatta Ayims hochgelobter Debütroman, der nun auf Deutsch erscheint. Sie lebt in Accra/Ghana.    Originaltitel The Godchild, Verlag Bloomsbury, London 2019

Übersetzung von Reinhild Böhnke

Nana Oforiatta Ayims
Wir Gotteskinder
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Format 13,5 x 21,5 cm
272 Seiten   
1.Auflage 13. April 2021
nur Euro 22,- inkl. MwSt.   jetzt kaufen

 

Neuerscheinung: Die Hofgärtnerin - Frühlingsträume, Roman

 
Penguin
Neuerscheinung

RENA  ROSENTHAL

DIE  HOFGÄRTNERIN − Frühlingsträume
Roman

Blumen sind ihre Leidenschaft. Liebe ist ihr Schicksal. Wird sie es schaffen, ihren großen Traum zu leben? Die große neue Familiensaga – so wundervoll wie frischer Flieder!

Oldenburg, 1891. Als Gärtnerin in der Natur zu arbeiten und die schönsten Blumen dieser Welt zu züchten, davon träumt Marleene schon ihr ganzes Leben. Doch ihr Wunsch scheint unerreichbar, denn eine Gärtnerlehre ist allein Männern vorbehalten. Aber Marleene gibt nicht auf: Kurzerhand schneidet sie sich die Haare ab und verkleidet sich als Junge – und bekommt eine Anstellung in der angesehenen Hofgärtnerei. Marleene ist überglücklich! Doch die anderen Arbeiter machen ihr den Einstieg alles andere als leicht, und es wird zunehmend komplizierter, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Als sie dann auch noch die beiden charmanten Söhne der Hofgärtnerei kennenlernt, werden ihre Gefühle vollends durcheinandergewirbelt. Marleene muss sich entscheiden – folgt sie ihrem Traum oder ihrem Herzen …

Der Auftakt der großen Familiensaga in hochwertig veredelter, liebevoller Ausstattung!

Autorin:
Rena Rosenthal hat schon als Kind jede freie Minute in der Baumschule ihrer Eltern verbracht. Dort wird unter anderem eine der größten Fliedersammlungen Deutschlands, die Kircher Collection®, kultiviert. Die Baumschule in einem kleinen Örtchen in der Nähe von Oldenburg wird heute von ihrer Schwester geführt.
Obwohl Rena Rosenthal – im Gegensatz zum Rest ihrer Familie – nicht den Beruf der Gärtnerin ergriffen hat, ist ihre Liebe zu Blumen geblieben. Daher war schnell klar, dass ihre erste Familiensaga von duftenden Fliederbäumen und prächtigen Rhododendren handeln soll. Rena Rosenthal lebt heute mit ihrer Familie in Köln.

Rena Rosenthal
Die Hofgärtnerei
Taschenbuch, Klappenbroschur
ORIGINALAUSGABE
Format: 12,5 x 18,7 cm
688 Seiten   
1.Auflage 22. März 2021
nur Euro 11,- inkl. MwSt.   jetzt kaufen

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Mittwoch, 21. April 2021

Rezension: Afrikas Kampf um seine Kunst

C.H. Beck
Rezension

BÉNÉDICTE  SAVOY

AFRIKAS  KAMPF  UM  SEINE  KUNST - Geschichte einer postkolonialen Niederlage

Seit der Unabhängigkeit vieler afrikanischer und asiatischer Staaten fordern diese mit Recht ihre Kunstschätze zurück, die sich in europäischen und deutschen Museen befinden.

Professorin Bénédicte Savoy untersucht in ihrem überaus lesenswerten Buch die „endlose“ Geschichte der Forderungen, Anfragen, Bitten auf der afrikanischen (und asiatischen) Seite und die Abweisung, Ablehnung, Verweigerung und Nichtbeachtung auf europäischer und deutscher Seite. 

Worum geht es genau ?

Konkret fordert Nigeria von Großbritannien den umfangreichen Schatz der wertvollen Benin-Bronzen, der 1897 von britischen Truppen „gewaltsam“ geraubt und von London aus in andere europäische Länder, darunter Deutschland (1900 an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz) verkauft wurde.

Benin fordert von Frankreich 26 Gegenstände, Kongo von Belgien 200 Werke, ebenso Zaire, Ghana fordert von Großbritannien die „Asante-Regalien“, Sri Lanka möchte gern 16 Holzmasken von Deutschland und 20 Objekte vom Britischen Museum, Tanzania hätte gern einige Objekte von Deutschland zurück, ebenso Kamerun und Togo.

Für die afrikanischen Staaten geht es nicht nur um die Objekte, sondern auch um die Aufarbeitung ihrer Kolonialerfahrungen, ihre Geschichte und Kulturgüter, die den nachfolgenden Generationen vorenthalten werden.

Ab 1971 wurden aus den Forderungen nur noch Anfragen für (Dauer)Leihgaben einzelner Objekte mit symbolischer Bedeutung. 

Dass es sich bei den Anfragen nur um „einige wenige Objekte“ geht, wie bereits in der Einleitung im Buch dargestellt, und gar nicht einmal um ganze Sammlungen und dass diese auch oft nur ausgeliehen werden sollten, wurde von den europäischen und deutschen Museumsdirektoren großzügig überlesen oder überhört bzw. ignoriert. Befürchtete man doch „leere Museen“ in Europa, was so gar nicht stimmt, denn auch die Depots sind bis heute voll von „kolonialem Beutegut“.

Mitte der 1970er Jahre gelangte das Thema in den Blickwinkel der Öffentlichkeit, es erschienen Zeitungsartikel, Filme und auch das Fernsehen berichtete später.  Sofort verteidigten sich die Museumsverantwortlichen mit dem so oft wiederholten Phrasen die Objekte „kamen auf legalem Weg zu uns“ oder wurden „geschenkt“ bzw. „gekauft“ und eine Rückgabe sei strikt abzulehnen, um den „Nationalismus der Entwicklungsländer“ nicht nachzugeben. 

Nun einer scherte aus dem Kanon aus. Herbert Ganslmayr, Direktor des Bremer Übersee-Museums setzte sich für die Rückgaben ein und wurde von seinen Kollegen in Stuttgart, Berlin u.a. von künftigen Diskussionen ausgeschlossen, was diesen nicht hinderte auf internationalem Parkett weiter zu arbeiten, war er doch gut vernetzt und hatte einige Zeit in Nigeria gearbeitet.


Im Buch wird deutlich gemacht, wie sich und mit welchen fadenscheinigen Argumenten die Museumsdirektoren in Europa und gerade in Deutschland aus der Affaire zogen. Sie schoben die Restitutionsforderungen den Politikern zu und diese wiederum den Direktoren. Leider zogen die Afrikaner und Asiaten dabei den Kürzeren, bis sie allmählich entnervt ihre Anfragen fast aufgaben. Da wurde das Thema plötzlich in Europa interessant, denn nun forderte das europäische Griechenland vom europäischen Großbritannien den Pantheon-Fries (Elgin-Marmorstücke) zurück. Nun wurde die Restitutionsfrage eine europäische und die Afrikaner und Asiaten „rieben sich die Augen“.
Doch inzwischen hatten sie selbst Museen gebaut und gerade in Nigeria wurde eine Ausstellung auf Reisen geschickt, die 1985 auch in der ehemaligen DDR auf großes Interesse und Beachtung stieß. Schon 1980 konnte es sich Nigeria „leisten“ vier Objekte von London zurückzukaufen.

Bis heute gibt es keine klaren Aussagen von Seiten der Politik und den Museen zu den berechtigten Restitutionsforderungen. Immer noch werden Anfragen hinausgezögert und verdrängt und dass es noch immer keine vollständigen Bestandslisten der kolonialen  Objekte  gibt, zeigt die bis heute bestehende Arroganz, Ignoranz und Angst darüber, die Objekte zurückgeben zu müssen.


Die 16 Kapitel des Buches umfassen 20 Jahre von 1965 bis 1985 zuzüglich Epilog, die die umfangreiche Recherche in (geheimen) Archiven, Museen, Fernsehbeiträgen, Korrespondenzen zur Restitutionsfrage aufzeigen. Zuzüglich Einleitung, Zeittafel, umfangreiche Anmerkungen, Quellen, Literatur, Bildnachweis und Personenregister auf insgesamt 256 Seiten.

Mit der für Dezember letzten Jahres geplanten Eröffnung des Humboldt-Forums in Berlin, das dazu Teile des  Benin-Schatzes zeigen wollte, wurde eine erneute Diskussion um Restitutionen angestoßen. Da erscheint dieses Buch genau zum richtigen Zeitpunkt, um die Geschichte aufzuzeigen und um die Öffentlichkeit nochmals auf diese jahrelangen Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen, und um Diskussionen, die bereits in den 1960er Jahren geführt wurden.

Fazit:
Ein wichtiges Buch, das hoffentlich dazu beiträgt, den berechtigten Restitutionsfragen nachzugeben und nur noch das „Wie“ zu diskutieren. Es macht betroffen und wütend über die Ausreden, die sich überhebliche Museumsdirektoren leisteten und darüber, dass bis heute keine Rückgaben erfolgten.

Es ist mit nichts zu entschuldigen, die geforderten Objekte sind zurückzugeben. Deutsche und europäische Museen werden dadurch nicht ärmer.

Nachtrag:

Am 30. April 2021 berichtet der Bayerische Rundfunk (B5 aktuell Kultur um 6.25 Uhr), dass die berühmten Benin-Bronzen im Laufe des nächsten Jahres nach Nigeria zurückgegeben werden. Dies teilte Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters gestern, am 29. April 2021 nach Diskussionen mit den betroffenen Museumsdirektoren, Ministerien und einem intensiven Dialog mit den Herkunftsländern mit. Sie sagte, dass Deutschland „sich seiner moralischen und historischen Verantwortung“ bewusst ist. Bis Mitte Juli sollen Inventarlisten vorliegen und „im Verlauf des Jahres 2022“ die Bronzen zurückgegeben werden. Es wird auch überlegt, „ob und wie einige Benin-Bronzen (als Leihgaben) in Deutschland als kulturelles Erbe der Menschheit gezeigt werden können.“ sagte Ministerin Grütters.

Weiterführende Informationen:
Gibt man heute im Internet den Begriff „Restitutionsforderungen“ ein, erscheinen viele interessante Ergebnisse.

2018 ging Paul Starzmann im Tagesspiegel der Frage nach: „Kolonialismus: Wie viel Raubkunst besitzen die Deutschen ?https://www.tagesspiegel.de/politik/kolonialismus-wie-viel-raubkunst-besitzen-die-deutschen/23225654.html 

Bereits am 12.05.2019 äussert sich Bénédicte Savoy im Deutschlandfunk Kultur zum Thema: An manchen Objekten klebt Blut https://www.deutschlandfunkkultur.de/benedicte-savoy-ueber-kolonialen-kunstraub-an-manchen.974.de.html?dram:article_id=448435


Und zur geplanten Eröffnung des Humboldt-Forums schreibt Marcus Woeller am 15.12.2020 in der Welt (Kultur): „Die Schloss-Party-Crasher“: https://www.welt.de/kultur/architektur/article222502978/Humboldt-Forum-Die-Schloss-Party-Crasher.html und die weiterführenden Links im Artikel: „Alles nur geklaut“ und „Von Togo lernen“.

Besonders aufschlussreich sind die Einträge bei Wikipedia unter: Benin-Bronzen, vor allem die Einzelnachweise von 2020 und ganz aktuell vom März 2021. https://de.wikipedia.org/wiki/Benin-Bronzen

Können sich die Verantwortlichen noch herausreden und werden die Museumsstücke nun zurückgegeben und wann ? „Versprechen oder Versprecher“ von Jörg Häntzschel in der Süddeutschen Zeitung vom 22.03.2021  https://www.sueddeutsche.de/kultur/museen-benin-bronzen-rueckgabe-humboldt-forum-1.5243677

 

 

Dienstag, 23. März 2021

NEU: Afrikas Kampf um seine Kunst

C.H.Beck
NEUERSCHEINUNG

BÉNÉDICTE  SAVOY

AFRIKAS  KAMPF  UM  SEINE  KUNST
Geschichte einer postkolonialen Niederlage

Schon vor 50 Jahren kämpfte Afrika um seine Kunst, die während der Kolonialzeit massenweise in europäische Museen gelangt war. Und es fand durchaus Unterstützung im Westen. Am Ende jedoch war der Kampf nicht nur vergebens, er wurde auch erfolgreich vergessen gemacht.

Auf der Grundlage von unzähligen unbekannten Quellen aus Europa und Afrika erzählt Bénédicte Savoy die gespenstische Geschichte einer verpassten Chance, einer Niederlage, die heute mit umso größerer Wucht auf uns zurückschlägt.

Afrikas Bemühungen um seine in der Kolonialzeit nach Europa verbrachte Kunst sind keineswegs neu. Schon bald nach 1960, als 18 ehemalige Kolonien die Unabhängigkeit erlangten, wurde von afrikanischen Intellektuellen, Politikern und Museumsleuten eine ungeheure Dynamik in Gang gesetzt.
In ganz Europa suchten daraufhin Politikerinnen und Politiker, Journalisten, Akademiker und einige Museumsleute einen Weg, afrikanische Kulturgüter im Sinne einer postkolonialen und postrassistischen Solidarität zurückzugeben.

Die Argumente aber, mit denen andere versuchten, die Forderungen aus Afrika zu entkräften und Lösungen zu verhindern, ähneln auf frappierende Weise denen von heute. Schließlich verlief alles im Sand.

Bénédicte Savoy verfolgt den postkolonialen Aufbruch und sein Ersticken und fragt, welche Akteure, Strukturen und Ideologien damals dafür sorgten, dass das Projekt einer geordneten, fairen Rückgabe von Kulturgütern traurig scheiterte.

Autorin:
Bénédicte Savoy ist Professorin für Kunstgeschichte an der TU Berlin und am Collège de France in Paris. 2016 erhielt sie den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie hat vielfältig zu Kunstraub und Beutekunst geforscht und ist eine der prominentesten Stimmen in der Debatte um die Rückgabe geraubter Kulturgüter in westlichen Sammlungen.


Bénédicte Savoy
Afrikas Kampf um seine Kunst
Hardcover mit 16 Abbildungen
256 Seiten
1.Auflage am 18. März 2021
Euro 24,- inkl. MwSt.    jetzt kaufen

 

Hier finden Sie den von Bénédicte Savoy ausgefüllten C.H.Beck-Fragenbogen 17aus63.

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Dienstag, 9. März 2021

Rezension: Oman mit Dubai und Abu Dhabi, Reisebuch


Bruckmann
ZENO VON BRAITENBERG,  BIRGIT MÜLLER-WÖBCKE,  UDO BERNHART

OMAN  MIT  DUBAI  UND  ABU DHABI
50 Ziele, die Sie gesehen haben sollten

Auf der touristischen Landkarte ist der Oman seit einigen Jahren präsent und das kleine Land am gleichnamigen Golf ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Schwerpunkt dieses Buches mit fünf großen Kapitelblöcken, die in mehrere Unterkapitel eingeteilt sind, ist natürlich Oman, wovon allein ein Block nur der heutigen Hauptstadt Masqat gewidmet ist.
Hat man diese verlassen, wird es gebirgig. In und um Nizwa erfährt der neugierige Leser etwas über die Geschichte des Landes.

Am Golf von Oman werden Sur mit der Schiffsbautradition der Daus und der Fischmarkt, Qalhat mit ausgegrabenen Ruinen, in deren Hinterland das Wadi Tiwi besucht und in Wahiba Sands lernt man die Beduinen und ihre Lebensweise kennen.

Im Süden um Salalah kommt man dem „Geheimnis des Weihrauchs“ auf die Spur, sowie den neuesten Ausgrabungen von Al Baleed und warum die Omanis so gern im Süden Urlaub machen.

Abgeschnitten vom Hauptland im Süden liegt die Halbinsel Musandam, die noch zum Oman gehört und hauptsächlich über das Meer oder von den Vereinten Arabischen Emiraten aus erreichbar ist. Die Autoren beschreiben eine Hochzeit, die kurze Verbindung nach Iran  per Boot und erleben eine interessante Fahrt mit einer typischen Dau.

Manche Hotels wie das al Bustan, Grand Hyatt und Shangri-La werden in einem eigenen Kapitel beschrieben.

Interessant sind die farbig abgesetzten Spalten auf den rechten Seiten mit Hinweisen zu Museen, Hotels, Festivals, Besonderheiten des Landes und zum Einkaufen mit der entsprechenden Internetseite.

Die zehn Kapitel über Dubai und Abu Dhabi beschränken sich auf die touristischen Highlights.

Die Autoren schildern ihre Eindrücke und Gespräche mit Taxifahrern, Guides und dem vielleicht ältesten Mann der Welt und vermitteln ein gutes Bild vom Alltag der Menschen. Sie treffen sich in der „Love Street“ und besuchen die große Moschee von Masqat, die auch von Andersgläubigen betreten werden darf, schildern den modernen „Superhafen“ von Sohar und ein Tauchcentrum, schlendern über den Souk in Matrah und finden heraus, warum Sheikh Ahmad Farid Silbermünzen in seiner Hotelbar auslegte, es in Masqat eine Oper gibt und wie man im Oman eine Immobilie kauft.

Ein Highlight im Buch sind die Sehenswürdigkeiten in und um Nizwa und deshalb ist es ein Schwerpunkt mit 13 verschiedenen Themen. In der Gebirgsregion um die ehemalige Hauptstadt Nizwa wurde die Geschichte des Landes geschrieben. In ihrer Umgebung liegen Forts, die Königsstadt Bahla, schmucke Oasen wie Al Hamra und Misfah. Man liest über die typischen Töpfereien, verschiedene Dattelsorten und vor allem über das ausgeklügelte Bewässerungssystem, das Aflaj genannt wird und die Terrassen bewässert. Man kann über Berge wandern und Höhlen besichtigen.

Schöne Bilder begleiten die Texte und geben einen guten Einblick in die verschiedenen Landschaften und Städte.

Fazit:
Hat man das ewig wiederkehrende Bild der Geschichten von 1001 Nacht, deren Herkunft von Indien, China und Persien inzwischen belegt ist und dem sog. Orient in der Einleitung überflogen, wird das Buch interessanter. Allerdings fallen manche oberflächlich recherchierte Tatsachen auf. Beim Ibadismus handelt es sich nicht um eine Rechtsschule (S. 49) sondern um eine religiöse Abspaltung und Fatima war nicht mit dem Onkel sondern mit Ali, dem Cousin des Propheten Muhammad verheiratet (S. 71). Außerdem ist die große Moschee in Masqat nicht mehr die größte der Welt, wie auf Seite 42 (Bildunterschrift) dargestellt.

Insgesamt ein informatives Begleitbuch, das zur Vorbereitung einer Reise in den Oman empfehlenswert ist.

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Rezension: Warum Bayern ein orientalische Land ist und andere weiß-blaue Geschichten


KLAUS  REICHOLD 
Luftschiffer

WARUM  BAYERN  EIN  ORIENTALISCHES  LAND  IST: und andere weiß-blaue Wahrheiten.  

Auf diesen weiß-blauen Wahrheiten liegt der Schwerpunkt dieses amüsanten Buches mit 174 Seiten. 15 Kapitel, Prolog, Anmerkungen und Lesetipps nebst Register führen den interessierten Leser, er darf auch gern von außerhalb Bayerns sein, durch die doch umfangreiche Geschichte des Freistaates. 

Vorwiegend heiter manchmal kriegerisch, aber nicht zu sehr, verwegen, grantlerisch und traditionell, das ist der Bayer in den Augen der „Anderen“, die trotzdem gern in Bayern wohnen, und das nicht nur wegen der saftigen Wiesen, der Sennerin auf der Alm und des überwiegend weiß-blauen Himmels. 

Dass Bayern einst sogar bis nach Holland und zur Adria reichte, das Haus Wittelsbach mit seinen Königen, Herzögen, Fürsten, Grafen, u.a. und deren Eigenheiten prägend und am längsten (738 Jahre) regierte, wird in lockerem Stil und sehr aufschlussreich erzählt. 

Immer wieder wird ein kurzer „Bayerisch-Kurs“ eingestreut und schwierige Worte werden erklärt, zum Beispiel Auszogne, Obazda, Zwiefache, Grischperl, Zwiderwurzn, Loamsiader, Dablecka, usw..

Was Reisende über Bayern geschrieben haben, findet Platz und auch Bayern sind gern gereist, darunter Therese von Bayern, die 1875 eine Reise nach Algerien (schon von Frankreich besetzt) und Tunesien (noch unter osmanischer Herrschaft), Spanien und Portugal unternahm und „als erste Frau überhaupt … von der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet“ wurde. „Sie brachte sich im Selbststudium elf Sprachen bei und die Grundlagen von Botanik, Ethnologie und Zoologie“, weil Frauen bis dahin an Universitäten in Bayern nicht zugelassen waren, wie uns der Autor berichtet. 

Den größten Bezug zum Orient stellte zweifelsfrei König Ludwig II. her mit dem Interieur seiner Schlösser Linderhof und Neuschwanstein, dem Maurischen Kiosk am Hennenkopf, dem Marokkanischen Haus auf der Stockalpe u.a..

Abwechslungsreich schildert der Klaus Reichold Traditionen und Eigenarten der Bayern. Er geht zum Teil kritisch auf die neuere Geschichte ein, auf München mit seiner „Schicki-Micki-Gesellschaft“ und die Rolle der Frau.

Tatsächlich lebt in Bayern eine Vielzahl „Zuagroaster“, von anderswo Zugezogene meistens einträchtig nebeneinander, wobei auch ein Miteinander nicht zu kurz kommt.

Und der Satz „Außerhalb Bayerns gibt es kein Leben, und falls doch, dann kein solches“ (S. 69) fasst den Inhalt in einem Satz treffend zusammen.

Fazit:
Ein liebevoll geschriebenes und weitreichend recherchiertes Buch über Bayerns Geschichte, Land und Leute, Kultur und Gewohnheiten.
Humorvoll verpackt, ironisch angehaucht, soll der weltoffene Freistaat dem interessierten Leser nähergebracht werden. Man lernt einige Worte Bayerisch, etliches über den Charakter der Leute und vieles selten gelesene, was dieses inhaltsvolle Buch so interessant macht.

Allerdings werden die fränkischen Regionen, die ja immerhin auch zu Bayern gehören, wenn auch noch nicht so lange, ein wenig vernachlässigt (Wein und tatsächlich Orient). Das ist schade, denn auch wenn Franken damals erst kurz zu Bayern gehörte, ist der Dichter Friedrich Rückert (1788-1866), der den ersten Lehrstuhl Orientalistik (1826) an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen erhielt, zahlreiche persische, arabische u.a. „orientalische“ Texte übersetzte, auf jeden Fall eine Erwähnung in einem „bayerischen“ Buch mit „Orient“ im Titel wert. Und in heutiger Zeit, sollten Professor Hartmut Bobzin, der die neueste Ausgabe des Koran übersetzte (2010) und Professor Mathias Rohe, u.a. Richter für islamisches Recht und Inhaber des Lehrstuhls Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung, beide in Erlangen, um nur zwei Beispiele zu nennen, nicht unerwähnt bleiben. Sie und ihre Kollegen, auch an anderen Universitäten in Bayern, pflegen die sehr wichtigen Beziehungen zum sog. Orient mit den Nah-Ost-Studien, Orientalistik, u.a.  

Ob der Titel so glücklich gewählt ist ? Die „weiß-blauen Wahrheiten“ überwiegen eindeutig und was mein Interesse (Orient) an dem Titel weckte, könnte andere davon abhalten dieses Buch zu erwerben, was allerdings schade wäre.

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Freitag, 5. März 2021

Oman mit Dubai und Abu Dhabi

Bruckmann
ZENO VON BRAITENBERG,  BIRGIT MÜLLER-WÖBCKE,  UDO BERNHART

OMAN  MIT  DUBAI  UND  ABU DHABI
50 Ziele, die Sie gesehen haben sollten

Märchenhafte Paläste und Moscheen, zerklüftete Hochgebirge, endlose Sandwüsten, idyllische Oasen, weiße Strände und eine fantastische Unterwasserwelt: der Oman besticht vor allem durch seine einzigartige Landschaft.

In der pulsierenden Metropole Dubai wird dagegen Luxus großgeschrieben und das innovative Abu Dhabi lockt als Kultur-Mekka. Begleiten Sie uns in die moderne und zugleich archaische Welt des Orients.

Der ideale Bildband für die Urlaubsplanung stellt Ihnen die 50 attraktivsten Ziele im Oman, in Dubai und Abu Dhabi vor. Damit Sie nichts verpassen, ist in diesem Reiseführer-Bildband wirklich alles drin: die interessantesten Städte, faszinierende Landstriche, Insidertipps zu Hotels, Restaurants, Museen u. v. m.

Zusätzlich führen Sie zahlreiche von den Autoren erprobte Reiserouten durch alle Regionen und zeigen Ihnen die absoluten Highlights. Eine bildgewaltige Inspirationsquelle und ein praktisches Nachschlagewerk zugleich.

Autoren:
Birgit Müller-Wöbcke (Text) lebt und arbeitet im Rheingau. Nach ihrem Studium machte sie ihr Hobby zum Beruf und arbeitet seitdem erfolgreich als Reisejournalistin und Buchautorin. Ihre zahlreichen Publikationen führen sie in alle Welt

Zeno von Braitenberg (Text) lebt in Südtirol, arbeitet als leitender Redakteur beim öffentlich rechtlichen TV Sender Rai Südtirol und verreist ansonsten gerne zum Schreiben und Erleben in die Welt. Besonders gerne zieht es ihn dabei immer wieder in das Sultanat Oman, das bei jedem Besuch wieder neu beschrieben werden kann. Im Bruckmann Verlag erschienen von Braitenberg Bücher über den Oman, das Elsaß und Südtirol.

Udo Bernhart (Fotos) lebt abwechselnd im Vinschgau oder in Frankfurt am Main. Seit mehr als 40 Jahren arbeitet als freier Fotograf und Fotojournalist. Seine Aufträge führen ihn in die ganze Welt: Feuerland, China, Alaska, Kamtschatka und mehrmals auch in den Oman und nach Dubai. Seine Aufnahmen sind in deutschen sowie internationalen Magazinen erschienen. Er hat zahlreiche Fotoreportagen und mehr als 150 Bildbände veröffentlicht. Davon 40 bei Bruckmann.  


Birgit Müller-Wöbcke, Zeno von Braitenberg, Udo Bernhart
Highlights Oman mit Dubai und Abu Dhabi
Hardcover mit Schutzumschlag
ca. 250 Abbildungen
Format 22,7 x 27,4 cm
192 Seiten
1.Auflage 2020
Euro 27,99 inkl. MwSt.  jetzt kaufen  

Warum Bayern ein orientalisches Land ist ....

Tingeltangel
KLAUS  REICHOLD
 
WARUM  BAYERN  EIN  ORIENTALISCHES  LAND  IST...
Erzählendes Sachbuch  
 
Der Ausspruch "Mia san mia" ist schon immer ein ausgemachter Schmarrn. Denn kein Mensch weiß, wer die Bayern wirklich sind und woher sie kommen. Aus Bayern jedenfalls nicht. Selbst die Landespatronin, die Muttergottes, ist eine "Zuagroaste"« aus Galiläa.
 
Zugegeben: Der Orient ist nur eine der Quellen, aus denen sich das weiß-blaue Wesen speist. Bayern ist aber ähnlich exotisch, geheimnisvoll und rätselhaft – viel bunter und widersprüchlicher, als man gemeinhin denkt. Seine Identität schöpft das Land vor den Bergen daraus, dass es seit Jahrhunderten Menschen, Kulturtechniken und Traditionen aus aller Herren Länder höchst erfolgreich integriert und vereinnahmt.
 

Von der Weite der bayerischen Welt erzählt Klaus Reichold auf ebenso amüsante wie kenntnisreiche Weise.
 
Autor:
Klaus Reichold ist gebürtiger Münchner und wuchs in einem Bauerndorf vor den Toren der Stadt auf. Für die Lokalredaktion der Süddeutschen Zeitung zog er schon als Schüler durchs Land. Nach dem Studium der Geschichte und der Philosophie in München und Siena arbeitete er als Autor kulturhistorischer Publikationen, Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen für den Bayerischen Rundfunk und für Verlage wie Hoffmann und Campe, Prestel und Pustet. Er ist Programmleiter des bavaricum@histonauten, einer Akademie für die Kulturgeschichte Bayerns.
 
Klaus Reichold
Warum Bayern ein orientalisches Land ist
174 Seiten
Hardcover mit Lesebändchen
1.Auflage Dezember 2020
Nur Euro 17,00  inkl. MwSt.    jetzt kaufen