Sonntag, 21. August 2016

Rezension: Mit Feuer und Schwert

Styria
Buchempfehlung

Hans-Joachim Löwer



Mit Feuer und Schwert    

Hans Joachim Löwer schildert in seinem neuen Buch „Mit Feuer und Schwert“ die Schicksale der Christen im heutigen Nahen Osten. Man sollte nicht vergessen, dass zu Beginn des Islam im 6. Jh. diese Gebiete von Christen, Juden, Zoroastriern und Menschen anderen Glaubensvorstellungen bevölkert waren und auch Araber, Jemeniten u.a. in Kirchen gingen. Leider wurde durch den Verlauf der Geschichte die Zahl der Christen immer kleiner, von einer deutlichen Mehrheit ist heute kaum noch etwas zu bemerken und zur Zeit nimmt die Zerstörung von Kirchen und des christlichen Lebens dramatisch zu.

Der Autor besuchte im letzten Jahr Städte und Gemeinden in Ägypten, Irak, Israel, Libanon, Palästina, Syrien, Türkei und erlebte erschütternde Berichte über Christenverfolgung, zerstörte Kirchen und das Leiden der Menschen.
In 30 Kapiteln stellt er nicht nur die Menschen sondern auch die einzelnen christlichen Gruppen in einem Info-Kasten vor, darunter die Kopten, Nestorianer, Rum-Orthodoxe, katholische Kopten, syrisch-orthodoxe und syrische Christen, Maroniten u.a.

„Weshalb eine Bibliothek in Tripoli in Brand gesetzt wird, wie Kirchen in Syrien in Trümmer sinken, wie ein aufgepeitschter Mob in Ägypten Jagd auf Christen macht, wie ein Priester in Bagdad von Milizen gefoltert wird, wie radikale Juden in Jerusalem auf Kirchenmänner losgehen, weshalb Christen den Geburtsort Christi verlassen, weshalb eine Schule in Baalbek unter Feuer genommen wird, wie christliche Assyrer ihre Zukunft im Irak sehen, wie Christen und Muslime in Beirut aufeinander zugehen, wie Flüchtlinge in Irak sich nach der verlorenen Heimat sehnen, wie die sich Tochter eines Scheikhs in Baalbek gegen ihren Vater auflehnt“ sind einige Überschriften und machen deutlich, worum es in diesem Buch geht.

Ein aktuelles Thema ist der Völkermord an den christlichen Armeniern im Jahr 1915, zur selben Zeit wurden auch an die 300 000 Assyrer im Osmanischen Reich im Südosten der Türkei um den Van-See in Turabdin vernichtet. Auch im Irak wurden 1933 Tausende Assyrer ermordet. Christliche Assyrer oder auch Nestorianer gehören zu den Kirchen des Ostens. „Sie übersetzten Werke griechischer Wissenschaftler und Philosophen ins Arabische“ und lernten später Mathematik und Astronomie von Muslimen. Ihre Blütezeit war um 900 v. Chr. in Mesopotamien und ihre Nachkommen leben im heutigen Syrien, im Khabur-Tal, sie sprechen die Sprache Jesus,  das Aramäische.
Der „Islamische Staat“ wütete 3 Monate lang und zerstörte das Dorf Marbusnayeh oder auf Arabisch Tel Shamiran, mit 9 Kirchen. Die meisten Menschen sind geflohen.

Im kurdischen Gebiet des Irak leben seit 2014 rund 3,5 Millionen Flüchtlinge - Christen, Jesiden und Muslime in Camps und Notunterkünften. Sie flohen vor dem IS aus der Ebene von Ninive, selbst Peschmerga und Kirchenschützer verließen ihre Heimat, in der in der biblischen Zeit nach der Überlieferung der heilige Judas Thaddäus das Evangelium predigte.

Wie Muslime und Christen aufeinander zugehen zeigt ein Beispiel aus dem Libanon. In Beirut trifft der Autor auf Muslime, die als Staatsoberhaupt einen Christen akzeptieren. Hans-Joachim Löwer will  hier mit Muslimen über Christen reden und erfährt Erstaunliches.
Der schiitische Gelehrte hat ein „Religions- und Kulturforum für Entwicklung und Dialog“ gegründet, in dem 50 Geistige und Intellektuelle, Christen und Muslime über Freiheit, Menschenrechte, Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten, Beziehungen zwischen Muslime und Christen diskutieren.
Der sunnitische Generalsekretär für den „Islamischen Gipfel“ und das „Nationale Dialog-Komitee“  steht zwei Gremien vor, in denen religiöse Führer des Libanon, Sunniten, Schiiten, Alawiten und Drusen, öffentlich „jeden Zwang in religiösen Angelegenheiten“ verurteilen, Blasphemie ablehnen und Pluralismus fordern. Andersgläubigen Gotteslästerung vorzuwerfen ist ein „Abweichen von der Toleranz im Islam“. Der Nationale Dialog steht für die Akzeptanz von einem Christen als Präsidenten, der auch Oberbefehlshaber der Armee ist und ist überzeugt, dass eine nationale Identität auf „Pluralität, Meinungs- und Religionsfreiheit“ basiert und dass diese Botschaft über den ganzen Nahen Osten verbreitet werden muss!

Fazit:
Ein äußerst wichtiges, aber auch ein erschütterndes Buch. Hans-Joachim Löwer fuhr in die Gebiete, aus denen die Menschen zu uns kommen. Hier kann man nachlesen und nachfühlen, um zu verstehen, was die Christen, Jesiden und auch Muslime dazu bewogen hat, ihre Heimat, nicht nur Syrien, auch Ägypten und andere Länder des Nahen Ostens schweren Herzens zu verlassen.
Vielleicht sieht man diese Menschen dann mit anderen Augen als  nur als „Flüchtlinge“ an.  
Viele Menschen, die in ihren Ländern ausharren und nicht fliehen, geben die Hoffnung nicht auf, dass ihre Landsleute wieder zurückkehren, wenn der Krieg beendet ist, aber viele glauben auch, dass die Hilfe nur aus dem Ausland kommen kann, um die Grausamkeiten zu beenden.

Dieses Buch ist ein sehr zu empfehlender Beitrag, auch für Leute, die sich als Ehrenamtliche für die geflohenen Menschen engagieren und vor allem für diejenigen, die die Flüchtlinge nur als Last oder ungebetene Ausländer abtun.


Buchempfehlung: Der Ort, an dem die Reise endet

Roman aus Kenya
 YVONNE  ADHIAMBO  OWUOR

DER  ORT,  AN  DEM  DIE  REISE  ENDET    Roman

Kenia, 2007. Odidi Oganda, ein hochtalentierter Student, wird in den Straßen Nairobis erschossen. Seine Schwester Ajany kehrt aus Brasilien zurück, um mit ihrem Vater seinen Leichnam nach Hause zu überführen. Doch die Heimkehr auf die verfallene Farm im Norden des Landes hält keinen Trost für sie bereit. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen, die der Mord heraufbeschworen hat und die die Familie im Griff halten: an die koloniale Gewaltherrschaft und die blutigen Auseinandersetzungen nach der Unabhängigkeit. Ajanys Mutter flieht von Wut und Trauer erfüllt in die Wildnis. Und ihr Vater muss sich einer brutalen Wahrheit stellen. Doch im Moment größter Verzweiflung entsteht auch etwas Neues: Eine Liebe – oder zumindest eine Verbindung – nimmt ihren Anfang.

›Der Ort, an dem die Reise endet‹ ist ein großer Roman über eine versehrte Familie und ein zerrissenes Land. Mit einer Sprache, die einem den Atem raubt, voller Kraft und Intensität, erzählt Yvonne Adhiambo Owuor eine Geschichte von universeller Dringlichkeit – eine Geschichte von Macht und Täuschung, von unerwiderter Liebe und dem unbeirrbaren Willen zum Überleben.

Übersetzung aus dem Englischen von Simone Jakob.

»Owuor macht etwas Seltenes und Mutiges: Sie fühlt und lässt ihre Leser fühlen.« TAIYE SELASI
  
Autorin:
Yvonne Adhiambo Owuor wurde 1968 in Kenia geboren. Ihre Kurzgeschichten erschienen in internationalen Literaturmagazinen. 2003 wurde sie mit dem Caine Prize for African Writing ausgezeichnet. ›Der Ort, an dem die Reise endet‹ ist ihr erster Roman, der 2015 auf der Shortlist für den Folio Prize stand und für den sie den Jomo Kenyatta Prize for Literature erhalten hat. Yvonne Adhiambo Owuor lebt in Nairobi.
  
Yvonne Adhiambo Owuor
Der Ort, an dem die Reise endet    
512 Seiten , mit farbigem Vorsatz und Lesebändchen
Hardcover gebunden
1.Auflage 2016
Euro 22,99  inkl. MwSt.   Buch kaufen


Die Pressestimmen fallen äußerst positiv aus für den Debütroman von Yvonne Adhiambo Owuor: mitreißend, fesselnd, kraftvoll, politisch - eine wichtige Stimme kenianischer Literatur.




Freitag, 19. August 2016

Erlanger Poetenfest 25.8. - 28.8.2016

Erlanger Poetenfest 2016

„Rauschzeit“  36. Erlanger Poetenfest  

 Vom Donnerstag, 25. bis Sonntag, 28. August lädt das 36. Erlanger Poetenfest wieder über 80 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizisten zu Lesungen und Gesprächen ein.
Autorenporträts sind Ilija Trojanow und Aris Fioretos gewidmet, Raoul Schrott stellt sein Epos „Erste Erde“ vor und Herta Müller spricht über Flucht und Leben im Exil.
An den Lesenachmittagen im Schlossgarten präsentieren unter anderem Shida Bazyar, Gerhard Falkner, Abbas Khider, Katja Lange-Müller, Sharon Dodua Otoo, Connie Palmen, Teresa Präauer und Arnold Stadler ihre Neuerscheinungen.
Gesprächsrunden beschäftigen sich mit religiösem Fanatismus, der aktuellen Situation in der Türkei, der Rolle der Schriftsteller in Europa (u.a. mit Martin Mosebachs neuem Roman „Mogador“) und Mobbing in Literatur und Leben. Einen Beitrag zur aktuellen Flüchtlingsdebatte liefert die Performance-Gruppe Rimini Protokoll mit „Evros Walk Water“.
Bayern 2 überträgt seine „Nacht der Poesie“ sowie das Büchermagazin „Diwan“ live vom Erlanger Poetenfest und ein Programmschwerpunkt ist anlässlich seines 150. Todestags dem Weltpoeten Friedrich Rückert gewidmet.
Die Erlanger Übersetzerwerkstatt, ein Programm für Kinder und Jugendliche, Ausstellungen und Musik ergänzen das viertägige Festival, zu dem rund 12.000 Besucher erwartet werden.

„Nacht der Poesie“, Autorenporträt und Flüchtlinge in Europa

 Zum Auftakt des 36. Erlanger Poetenfests überträgt Bayern 2 die „Nacht der Poesie“ live aus dem Markgrafentheater (25.8., 20:00 Uhr) mit Martina Hefter, Franziska Holzheimer, Anja Kampmann, Silke Scheuermann und Julia Trompeter.
Der zweite Poetenfest-Abend (26.8., 19:30 Uhr) ist der Buchpremiere von Raoul Schrotts Epos „Erste Erde“ gewidmet. In der „Langen Nacht der Ersten Erde“ werden neben Raoul Schrott und seinem Gesprächspartner Michael Krüger renommierte Naturwissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen über die Entstehung der Welt sprechen.
In einem Autorenporträt (27.8., 20:30 Uhr) stellt Andreas Platthaus mit Ilija Trojanow einen Schriftsteller vor, dessen Projekte von der Politik in Diktaturen bis zur eigenen Erprobung in den 80 olympischen Disziplinen reichen. Das Porträt International (28.8., 20:00 Uhr) ist dem schwedischen Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Aris Fioretos gewidmet, dessen Biografie zwischen Ländern und Wirklichkeiten ihre Fäden spinnt.
Mit einem politischen Anliegen kommt die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller nach Erlangen (28.8., 17:00 Uhr): Wie kann man die historischen Erfahrungen über Flucht und Exil für die gegenwärtige Diskussion um Flüchtlinge in Europa und deren Integration nutzbar machen?

Lesenachmittage am Samstag und Sonntag

 An den langen Lesenachmittagen im Schlossgarten (27. und 28.8.) werden im halbstündigen Rhythmus aus ihren Neuerscheinungen vortragen: Shida Bazyar, Emma Braslavsky, Mara-Daria Cojocaru, Kurt Drawert, Gerhard Falkner, Joshua Groß, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Abbas Khider, Katja Lange-Müller, Isabelle Lehn, José F. A. Oliver, Sharon Dodua Otoo, Connie Palmen, Teresa Präauer, Tilman Rammstedt, Eberhard Rathgeb, Ulrike Almut Sandig, Silke Scheuermann, Arnold Stadler und Katharina Winkler. Ihre Kinder- und Jugendbücher präsentieren Norbert Bohnsack, Andreas Collin, Mario Fesler, Antje Herden, Anja Hilling mit Simona Sabato, Bob Konrad, Ute Krause und Valija Zinck. Zu Gast in der Dreizehnten Erlanger Übersetzerwerkstatt sind Sharon Dodua Otoo, die Esterházy-Übersetzerin Terézia Mora, José F. A. Oliver, Klaus-Jürgen Liedtke, der Schotte Iain Galbraith, Brigitte Döbert, Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel sowie anlässlich des 150. Todestags von Friedrich Rückert die Orientalistinnen Claudia Ott und Wiebke Walther.

Religiöser Fanatismus

 Deborah Feldman hat in den USA mit „Unorthodox“ einen Bestseller vorgelegt, der jetzt auch auf Deutsch erschienen ist. Darin erzählt sie von ihren Erfahrungen mit religiösem Fanatismus. Beim Aktuellen Podium „Die Türkei zwischen den Extremen“ diskutieren Autoren und Journalisten die gegenwärtige Lage. Die Taschenbücher der 1950er-Jahre sind Thema eines Gesprächs, an dem der ehemalige Ministerpräsident des Saarlandes Reinhard Klimmt teilnimmt.

Thema der Sonntagsmatinee: Europa erzählen

„Europa erzählen“ lautet der Titel der traditionellen Sonntagsmatinee mit Dieter Bachmann, Aris Fioretos, Martin Mosebach, Wilfried F. Schoeller und Ilija Trojanow. In der Moderation von Alexander Kissler soll der Frage nachgegangen werden, wie die „große Erzählung Europa“ gerettet werden kann.
„Mobbing in Literatur und Leben“ ist Gegenstand eines Gesprächs mit Astrid Frank, Brigitte Hamacher und Wolfgang Kindler. Die destruktive Gewaltspirale, wie sie bei vermeintlich harmlosen, doch permanenten Zurücksetzungen und Hänseleien entsteht, birgt ein hohes Risiko.

Recherche und Konstruktion von Biographien

 Wie recherchiert, schreibt, konstruiert man Biografien? – Eine Werkstattschau beschäftigt sich mit drei neuen Büchern von Peter-André Alt, Simon Elson und Deborah Vietor-Engländer über Sigmund Freud, Max J. Friedländer und Alfred Kerr. Bei der Live-Sendung des Bayern 2-Büchermagazins „Diwan“ sind Emma Braslavsky, Reinhard Kaiser-Mühlecker, José F. A. Oliver und Arnold Stadler zu Gast. Wilfried F. Schoellers Franz Marc-Biografie zeigt den Menschen hinter dem Klischee des Tiermalers und Verena Auffermann zeichnet in ihrer Henry James-Biografie das Porträt eines modernen Autors. Birgit Weyhe recherchiert in ihrem mit dem Max und Moritz-Preis 2016 ausgezeichneten Comic „Madgermanes“ eine kaum bekannte Fußnote deutsch-mosambikanischer Geschichte und Hans Hillmans „Fliegenpapier“ verwandelt sich in ein multimediales Comic-Konzert. Auf Einladung der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur entwickelt Gunter Gebauer im Gespräch mit Helmut Böttiger eine „Philosophie des Fußballs“. Einen künstlerischen Beitrag zur Flüchtlingsdebatte liefert das Künstler-Kollektiv Rimini Protokoll: Daniel Wetzel hat mit einer Gruppe männlicher Jugendlicher, die aus dem Irak, Afghanistan und Syrien geflohen sind, in ihrer Unterkunft in Athen die Performance „Evros Walk Water“ erarbeitet.

Friedrich Rückert - „Der Weltpoet“

 Ein Programmschwerpunkt ist anlässlich seines 150. Todestags dem Dichter, Übersetzer und Orientalisten Friedrich Rückert gewidmet, der von 1826 bis 1841 in Erlangen lehrte: Das Stadtmuseum zeigt die Ausstellung „Der Weltpoet“, eine Gesprächsrunde fächert das literarische Werk Rückerts auf, das so glaubwürdig für den interkulturellen Dialog steht, wie kaum ein anderes seiner Zeit. Claudia Ott, bekannt für ihre Übersetzungen aus „Tausendundeiner Nacht“, lässt in ihrem Lesekonzert „Liebe, Tod und Heldenmut“ Rückerts Übersetzungen lebendig werden.
„Fisimatenten – Bilder, Bücher, Skulpturen“ ist der Titel einer Ausstellung von Ulrich Tarlatt. Eine weitere Ausstellung zeigt Zeichnungen von Birgit Weyhes „Madgermanes“ und die Druck & Buch präsentiert wiederum bibliophile Kunstwerke von Kleinverlagen. In den Lamm-Lichtspielen sind zwei Literatur-Filme zu sehen: „Die Geträumten“ über Ingeborg Bachmann und Paul Celan und „Agnes“, die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Peter Stamm. Musikalisch umrahmt wird das 36. Erlanger Poetenfest von der Pianistin und Komponistin Ulrike Haage.

Veranstaltungsorte
 Schlossgarten, 91054 Erlangen
 Markgrafentheater, Theaterplatz 2, 91054 Erlangen
 Redoutensaal, Theaterplatz 1, 91054 Erlangen
 Theater in der Garage, Theaterstr. 5, 91054 Erlangen
 Orangerie im Schlossgarten, Schlossgarten 1, 91054 Erlangen
 Kollegienhaus, Universitätsstr. 15, 91054 Erlangen
 Palais Stutterheim, Marktplatz 1, 91054 Erlangen
 Kunstverein – Neue Galerie, Hauptstr. 72, 91054 Erlangen
 Universitätsbibliothek, Schuhstr. 1 a, 91052 Erlangen
 Lamm-Lichtspiele, Hauptstr. 86, 91054 Erlangen
 Stadtmuseum Erlangen, Martin-Luther-Platz 9, 91054 Erlangen
 Glocken-Lichtspiele, Hauptstr. 46, 91054 Erlangen
 Kulturzentrum E-Werk, Fuchsenwiese 1, 91054 Erlangen
 Lesecafé, Hauptstr. 55 (Altstadtmarktpassage) 91054 Erlangen

 Bei Regen finden die für den Schlossgarten geplanten Veranstaltungen im Redoutensaal (Hauptpodium), im Markgrafentheater Oberes Foyer (Nebenpodium I), im Theater in der Garage (Nebenpodium II) und im Palais Stutterheim (Junges Podium Lesungen: Bürgersaal, 2. OG – Junges Podium Bilderbuch-Lesewiese: Innenhof) statt. Die Druck-Werkstatt verbleibt bei Regen im Zelt im Schlossgarten.

Veranstalter
Stadt Erlangen – Kulturamt


Neuerscheinung: Mogador

Mogador, rowohlt
MARTIN  MOSEBACH

MOGADOR
Kriminalroman

Nicht immer wird ein Sprung aus dem Fenster zum Sprung in eine andere Welt. Aber als der junge, auf der Karriereleiter seiner Bank schon ziemlich hoch hinaufgelangte Patrick Elff nach einem Gespräch im Polizeipräsidium aus dem Fenster springt, ist das der Beginn einer gefährlichen Reise. Er hat betrogen, die Entdeckung steht bevor. Nun sucht er Hilfe bei einem mächtigen marokkanischen Finanzmann, der ihm noch einen Gefallen schuldet, und flieht nach Mogador.

 Doch auch in der Stadt an der marokkanischen Atlantikküste erweist sich das Untertauchen als schwierig. Um der Aufmerksamkeit der Polizei zu entgehen, mietet er sich nicht in einem Hotel, sondern im Haus der Patronin Khadija ein, einem Universum im kleinen, einer verborgenen Welt mit eigenen, weit jenseits des Normalen liegenden Gesetzen: Khadija ist Hure und Kupplerin, Geldverleiherin, Zauberin und Prophetin. Patrick, der sich selbst als einen erlebt, der mehr oder weniger unfreiwillig in seine Tat hineingeschliddert ist, stößt hier auf eine Frau, die mit ihrem Willen einen Kult bis zur Selbstvergötzung treibt. Zum zweiten Mal in kürzester Zeit übertritt er die eben noch unverrückbar scheinenden Grenzen seines Lebens, sieht die Geisterwelt, lernt Schrecken kennen, die irdische Strafen übersteigen.

Mogador ist beides zugleich, Kriminalfall und Seelenreise, genaueste Wirklichkeitsbeobachtung und ins Dämonische ausschweifende Phantastik. Wie immer stehen Menschenschilderungen in der Mitte von Martin Mosebachs Erzählen: die unheimliche Khadija und ihr illoyales Faktotum Achmed, der mächtige Monsieur Pereira und Patricks kühl ironische Ehefrau Pilar. Die Reise nach Mogador wird zum Traum, der Patrick Elff auf den Boden der Realität zurückführt.

Autor:
Martin Mosebach, geboren 1951 in Frankfurt am Main, hat sich nach dem zweiten juristischen Staatsexamen 1979 in seiner Geburtsstadt als Schriftsteller niedergelassen und lebt dort noch heute. Sein erster Roman, Das Bett, kam 1983 heraus; seitdem sind zehn weitere Romane entstanden, dazu Erzählungen, Gedichte, Libretti und Essays über Kunst und Literatur, über Reisen, über religiöse, historische und politische Themen.


Martin Mosebach
Mogador
Hardcover
Euro 22,95 inkl. MwSt.    Buch kaufen

Lesungen ”Mogador”:

Mittwoch, 31.08.2016   Hamburg   19.30 Uhr    
Literaturhaus Hamburg, Schwanenwik 38, 22087 Hamburg

Montag, 12.09.2016   Frankfurt   19.30 Uhr    
Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2,  60311 Frankfurt

Dienstag, 18.10.2016   Karlsruhe  19.00 Uhr    
Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlruhe

Mittwoch, 26.10.2016   Göttingen   21.00 Uhr    
im Rahmen des „Göttinger Literaturherbst":
 Altes Rathaus, Markt 9, 37073 Göttingen

Montag,  21.11.2016  Bonn   19.30 Uhr    
Literaturhaus Bonn-Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, 53111 Bonn


Freitag, 5. August 2016

Buchempfehlung: Der letzte Granatapfel

Bachtyar Ali

BACHTYAR  ALI

DER  LETZTE  GRANATAPFEL -  Roman

»Zwanzig Jahre lebte der Bildmagier aus Kurdistan unentdeckt in Deutschland. Nun legt der Unionsverlag seine bildmächtige Parabel über die Unterdrückung und den Bruderzwist der irakischen Kurden auf Deutsch vor.« Neue Zürcher Zeitung

Dieser Roman von scharfer Aktualität und berückender Poesie erzählt von verwunschenen Schlössern, von Bienenschwärmen und Honigsammlern, von Kindern auf Schlachtfeldern, von den weißen Schwestern, die mit ihren Liedern den Bazar verzaubern, von Freiheitskämpfern, die zu Fürsten werden, von Seelen in schwarzer Trauer – und von einem Jungen mit Namen Glasherz, der von einer Welt träumt, in der alles durchsichtig und rein ist.

An Bord eines Bootes, das ihn zusammen mit anderen Flüchtlingen in den Westen bringen soll, erzählt Muzafari Subhdam seine Geschichte. Selbst ein hochrangiger Peschmerga, rettete er dem legendären kurdischen Revolutionsführer einst das Leben, als sie von Truppen des Regimes umstellt waren. Er aber geriet in 21-jährige Gefangenschaft, mitten in der Wüste.

Sein ehemaliger Anführer Jakobi Snauber steht tief in seiner Schuld. Mithilfe eines Gefangenenaustauschs lässt er seinen Freund aus der Gefangenschaft zurückholen. Er bringt ihn in sein Schloss, weitab der zerstörten kurdischen Regionen und des gebeutelten Volkes. Muzafari Subhdam soll nichts erfahren von den Verwüstungen, die der Diktator und auch die zwei kurdischen Großparteien angerichtet haben, von Flucht und Tod so vieler Menschen.

Doch Muzafari Subhdam begibt sich auf eine Reise durch das, was aus seinem Land geworden ist. Eine Reise durch Geschichten, Geheimnisse und zu Personen, die ihm dabei helfen, seinen verschollenen Sohn zu finden. Eine Reise, die ihn schließlich auf den Weg führt, den Tausende schon vor ihm genommen haben: übers Mittelmeer in den Westen.


Autor:
Bachtyar Ali ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller und Poeten des autonomen irakischen Kurdistan. Er wurde 1966 in Sulaimaniya (Nordirak) geboren. 1983 geriet er durch sein Engagement in den Studentenprotesten in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins. Er brach sein Geologiestudium ab, um sich der Poesie zu widmen. Sein erster Gedichtband Gunah w Karnaval (Sünde und Karneval) erschien 1992.

Nach dem Aufstand von 1991 und der damit verbundenen teilweisen Autonomie boten sich den Schriftstellern und Intellektuellen in den kurdischen Gebieten bisher ungekannte Artikulationsmöglichkeiten. Bachtyar Ali intensivierte seine eigene schriftstellerische Tätigkeit und widmete sich gleichzeitig der philosophischen Zeitschrift Azadi (Freiheit). Sein Werk umfasst Romane, Gedichte und Essays. In Kurdistan gewann er großes Ansehen durch seine unparteiische Haltung und seine offene Kritik an den politischen und sozialen Verhältnissen in seiner Heimat.

2005 kürte das Bildungsministerium des autonomen irakischen Kurdistan den Roman „Die Stadt der weißen Musiker“ zum besten Buch des Jahres. 2009 erhielt er als Erster den HARDI-Literaturpreis, der zum größten Kulturfestival im kurdischen Teil des Irak gehört. 2014 wurde er mit dem neu eingerichteten Sherko Bekas-Literaturpreis ausgezeichnet. Er lebt seit Mitte der Neunzigerjahre in Deutschland.

Aus dem Kurdischen (Sorani) von Ute Cantera-Lang und Rawezh Salim

Bachtyar Ali
Der letzte Granatapfel
352 Seiten
Hardcover, gebunden
1.Auflage 2016
Euro 22,- inkl. MwSt.  Buch kaufen


Termine mit Bachtyar Ali:
19.10.2016
Buchmesse Frankfurt

08.11.2016 Hamm  20:00 Uhr
Lesung und Gespräch
Moderation: Yilmaz Holtz-Ersahin
Lesung aus der deutschen Buchausgabe: Heinz Bäumer.
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.

Schloss Ermelingshof
Geinegge 38, 59075 Hamm  

17.11.2016 München  19:00 Uhr
Lesung und Gespräch
Moderation: Cornelia Zetzsche vom Bayerischen Rundfunk.
Lesung aus der deutschen Ausgabe: Gert Heidenreich

Gasteig/Carl-Orff-Saal
Rosenheimer Straße 5, 81667 München  

21.11.2016 Heidelberg
Lesung und Gespräch
Moderation: Dr. Gerwig Epkes, SWR  

DAI
Sophienstrasse 12, 69115 Heidelberg

17.03.2017 Frankfurt 19:30 Uhr
Lesung und Gespräch
Moderation und Lesung aus der deutschen Ausgabe: Ulrich Sonnenberg

Stadtteilbibliothek Rödelheim
Radilostrasse 17-19, 60489 Frankfurt/Main  


Donnerstag, 4. August 2016

AKTUELL und WICHTIG: Mit Feuer und Schwert - Wie Christen im Nahen Osten verfolgt werden

Styria

HANS-JOACHIM  LÖWER

MIT  FEUER  UND  SCHWERT

Wie Christen heute im Nahen Osten verfolgt werden
Tod im Namen der Religion

Hassparolen an Klostermauern, Brandanschläge auf Kirchen, Menschenhatz auf offener Straße: Die Christen im Nahen Osten erleben eine blutige Zeit. Fanatische Islamisten, aber auch extremistische Juden haben ihnen den Kampf angesagt. Ausgerechnet in der Region ihres Ursprungs ist eine zweitausendjährige Kultur vom Untergang bedroht.

Drei Monate lang recherchierte Hans-Joachim Löwer an den Fronten des derzeit größten Konfliktherds der Welt, von der Türkei über Syrien bis nach Ägypten. Er traf einen gefolterten Priester, traumatisierte Flüchtlinge und Mönche, aber auch Christen, die mit Waffen um ihr Überleben kämpfen. Doch es gibt nicht nur Hass: Der Autor entdeckte auch erstaunliche Projekte interreligiöser Zusammenarbeit, die aller Gewalt trotzen und Hoffnung für eine friedlichere Zukunft geben.

Aus dem Inhalt
• Vakifli (Türkei): Wie das letzte Armenierdorf mit seiner Geschichte umgeht
• Wadi Natroun (Ägypten): Wie koptische Mönche mit ihren muslimischen Nachbarn leben
• Maala (Syrien): Wo ein Pilgerort zum Schlachtfeld wird
• Sinya (Irak): Wie eine christliche Familie sechs Monate unter dem „Islamischen Staat“ übersteht
• Jerusalem (Israel): Wie radikale Kräfte auf Kirchenmänner losgehen
• Bethlehem (Palästina): Weshalb Christen den Geburtsort Jesu verlassen u.v.m.

Autor:
Hans-Joachim Löwer, geb. 1948, war 16 Jahre Auslandsreporter des „Stern” und Redakteur für die deutschsprachige Ausgabe von „National Geographic”. Er bereiste Afrika und Lateinamerika, den Nahen Osten und große Teile Asiens. In den 1990er-Jahren leitete er Selbsthilfeprojekte in Mexiko, Guatemala, Peru, Kolumbien, Brasilien, Südafrika und Namibia.
Bei Styria premium erschien zuletzt der Titel: „Die Stunde der Kurden“ (2015)

Hans-Joachim Löwer
Mit Feuer und Schwert
256 Seiten mit Bildern
Hardcover mit Schutzumschlag
Format: 14,5 x 21,5 cm
1.Auflage 2016
Euro 24,90 inkl. MwSt.  Buch kaufen


NEU und Aktuell: Islam verstehen

Klett-Cotta
GERHARD  SCHWEIZER 

ISLAM  VERSTEHEN
Geschichte, Kultur und Politik

Der Islam und der Westen - ein Jahrtausendkonflikt

Orient und Okzident, die islamische Welt und der Westen drohen in Parallelwelten zu zerbrechen. umso wichtiger ist es, jetzt die Kenntnisse und das Verständis über beide Weltkulturen zu vertiefen. Gerhard Schweizer entfaltet ein nuanciertes Bild dieses Jahrtausendkonflikts.
Ein Standardwerk für alle politisch wie zeitgeschichtlich Interessierten, die den Islam verstehen wollen.


Autor:
Gerhard Schweizer, 1940 in Stuttgart geboren, promovierte an der Universität Tübingen in Empirischer Kulturwissenschaft.
Heute lebt er als freier Schriftsteller in Wien, wenn er nicht gerade auf Reisen recherchiert und Material für neue Reportagen und Bücher sammelt.

Er ist einer der führenden Experten für die Analyse der Kulturkonflikte zwischen Abendland und Orient und gilt als ausgewiesener Kenner der islamischen Welt. Gerhard Schweizer hat dazu mehrere Bücher veröffentlicht, die als Standardwerke gelten. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch seine Bücher über den asiatischen und arabischen Raum bekannt.

Gerhard Schweizer
Islam verstehen
610 Seiten
broschiert
1.Auflage 2016
so viel Wissen für so wenig Geld:  nur Euro 9,95 inkl. MwSt.  Buch kaufen


Brandaktuell: Türkei verstehen

Klett-Cotta

GERHARD  SCHWEIZER

TÜRKEI VERSTEHEN

Die Türkei im 21. Jahrhundert: Gesellschaft, Geschichte und Politik

Jahrelang haben sich die AKP und Präsident Erdogan zurückgehalten und religiöse sowie ideologische Distanz gewahrt. Der Islam erhält als Religion und Kultur in der Türkei mehr und mehr Einfluss. Die Trennung von Religion und Staat, das Kennzeichen des einzigen säkularen Staates im islamischen Kulturkreis, scheint nicht mehr strikt zu gelten.
Dass die Türkei vielfach ganz anders und ungewöhnlich vielschichtig ist, ahnen viele, aber kaum jemand weiß es. Doch gerade die Entwicklungen der letzten Jahre belegen, wie dramatisch Erdoğans Präsidialdemokratie den lebendigen türkischen Pluralismus verengt. Die Situation zwischen Erdoğan und seinen Gegnern spitzt sich gefährlich zu. Kurden, Anhänger des IS, die Konflikte mit Europa, der fast schon militärische Dissens zu Russland, das gescheiterte Verhältnis zu seinen nächsten Nachbarn haben die politische Stimmung am Bosporus auf einen Siedepunkt getrieben.

Der türkische Islam befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umbruch. Gerhard Schweizer betrachtet anhand zahlreicher persönlicher Erfahrungen und Begegnungen in der Türkei, weshalb es zu einem derartigen, für europäische Betrachter so irritierenden Wandel gekommen ist. Zugleich greift er im historischen Rückblick bis auf die osmanische Zeit zurück, um die politischen und kulturellen Ursachen der heutigen Probleme deutlich zu machen.

Autor:
Gerhard Schweizer, 1940 in Stuttgart geboren, promovierte an der Universität Tübingen in Empirischer Kulturwissenschaft.
Heute lebt er als freier Schriftsteller in Wien, wenn er nicht gerade auf Reisen recherchiert und Material für neue Reportagen und Bücher sammelt.

Er ist einer der führenden Experten für die Analyse der Kulturkonflikte zwischen Abendland und Orient und gilt als ausgewiesener Kenner der islamischen Welt. Gerhard Schweizer hat dazu mehrere Bücher veröffentlicht, die als Standardwerke gelten. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch seine Bücher über den asiatischen und arabischen Raum bekannt.

Gerhard Schweizer
Türkei verstehen
ca. 460 Seiten
broschiert
so viel Wissen für so wenig Geld:  nur Euro 9,95 inkl. MwSt.  Buch vorbestellen
- erscheint am 24.09.2016


Samstag, 2. Juli 2016

AKWABA bei den Nürnberger Mittagslesungen


AKWABA 8. Afrika-Tage in Nürnberg Mittagslesungen im Juli mit TUAREG-Roman

An den beliebten Mittagslesungen im Künstlerhaus (KunstKulturQuartier), ehemals K4, beteiligen sich auch in diesem Jahr die AKWABA-Afrika-Kulturtage. Bei freiem Eintritt und einer Tasse Kaffee oder Tee dürfen sich die interessierten Zuhörer entspannt zurücklehnen und den Vorträgen der Damen und Herren lauschen, die ihre Lieblingsbücher vorstellen.

Im Rahmen der AKWABA - Afrika-Kulturtage präsentiert Frau Birgit Agada am Donnerstag, 07.07.2016 den Roman „Azahru - wer den Weg verliert“ von Richard Mackenrodt.

Der Regisseur ist einer interessanten und spannenden Geschichte auf die Spur gekommen, die im Kern wahr ist:


In den 1930er Jahren reiste ein deutsches Ehepaar über Libyen in die nigrische Sahara - die Ténéré.
Der Ethnologe Franz und seine Frau Luise, eine Malerin, versuchen sich mit den dortigen Tuareg anzufreunden, die mit ihren Karawanen Salz und Hirse durch die Wüste transportieren.
Eines Tages kommt jemand in die Sahara, der einen Jungen sucht. Welche Absichten hat dieser Fremde?
Bei den Tuareg lebt ein Junge, der etwas anders aussieht als die anderen. „Das ist halt so“, erklärt der Amenokal, das Oberhaupt der Gruppe den Kindern, „auch bei den Kamelen und Ziegen gibt es helleres und dunkleres Fell, so ist das auch bei der menschlichen Haut - die eine ist heller, die andere dunkler. Trotzdem sind alle Menschen gleich.“
Lassen Sie sich überraschen.

Anschließend wird sich die Moderation mit der Vortragenden über das Gelesene austauschen.

Die Programmkarten für Juli liegen in der Kulturinformation und anderen Kultureinrichtungen aus.  

Eintritt frei
Wann: Donnerstag, 07.07.2016
Uhrzeit: 14:00 - 14:45 Uhr
Ort der Veranstaltung: Künstlerhaus im KunstKulturQuartier - Hinterzimmer
Königstr. 93, 90402 Nürnberg

Weitere Informationen zur Lesereihe bekommen Sie bei Madeleine Weishaupt Tel. 0911/3263525, Katharina Gloser Tel. 0911/397142, Elke Thoma & Christiane Rumpf Tel. 0911/231 3365 oder über die Internetseite :Nürnberger Mittagslesungen


Samstag, 5. März 2016

NEU Geschichte der Islamischen Welt

C.H.Beck
Neuerscheinung

REINHARD  SCHULZE

GESCHICHTE  DER  ISLAMISCHEN  WELT
Von 1900 bis zur Gegenwart

Der Islam hält die Welt in Atem – die zerfallenden Staaten im Nahen und Mittleren Osten, die Flüchtlingsströme aus den Kriegsgebieten und der blutige Vormarsch des IS sorgen täglich für neue Schlagzeilen.
Doch die Verkürzung des Islam auf Religion plus Terrorismus gehört zu den grundlegenden Irrtümern des Westens. Sie durch ein differenzierteres Bild der islamischen Welt und ihrer unterschiedlichen Gesellschaften zu überwinden, das ist die große Leistung dieses Buches.

 Reinhard Schulze schildert und erklärt die islamische Geschichte vom Beginn der Entkolonialisierung am Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur dramatischen Situation in unseren Tagen. Er erörtert alle wichtigen politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen und beschränkt sich dabei nicht nur auf den Nahen Osten, sondern geht auch auf die Regionen der islamischen Peripherie ein, wo Millionen von Muslimen leben.

Seine glänzende Analyse der Geschehnisse seit dem 11. September 2001 macht vor allem eines deutlich – wir können die Ursachen der heutigen islamischen Mobilisierung nicht verstehen, wenn wir uns nicht mit den historischen Bedingungen vertraut machen, aus denen sie entstanden ist.

Reinhard Schulze, geb. 1953, ist Professor für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie an der Universität Bern und lehrte als Gastprofessor an der New York University und der Harvard University. Er ist Herausgeber der Reihe "Social, Economic and Political Studies of the Middle East and Asia".

Grundlegend neu bearbeitete, aktualisierte und erweiterte Fassung des Buches 'Geschichte der islamischen Welt im 20. Jahrhundert' von 1994.

Reinhard Schulze
Geschichte der Islamischen Welt
Leinen, mit 7 Karten
767 Seiten
Euro 34,95 inkl. MwSt.   Buch kaufen

Montag, 29. Februar 2016

Rezension: Syrien verstehen

Syrien verstehen
Rezension


GERHARD  SCHWEIZTER


SYRIEN  VERSTEHEN  - Geschichte, Gesellschaft, Religion   
  
Wie kann man sich heute ein Bild von der verworrenen Lage in Syrien machen? Indem man das Buch von Gerhard Schweizer liest.

Treffend beschreibt der Kulturwissenschaftler die Geschichte und Entwicklung des Landes bis heute. Schon zur Römerzeit war Syrien ein Großraum mit vielen verschiedenen Gruppen und Klans. Das Aramäische, die Sprache von Jesus, wurde fast überall verstanden und gesprochen.
Gerhard Schweizer wandert mit uns durch die Geschichte dieses alten Kulturraums, der heute in seine Einzelteile zerlegt wird. Dass der Westen, allen voran Frankreich und Großbritannien, dann USA und Russland einen großen Anteil an der schrecklichen Lage von heute hat, wird anschaulich erklärt.

Das Besondere an Syrien ist, dass es eine Zeit gab, in der Christentum und Islam in Eintracht gelebt werden konnten. So gesehen hat dies der Autor in Aleppo an der Portalfassade eines alten Handelshauses. Über zwei benachbarten Fenstern entdeckt er die Symbole von Minarett und Kreuz, die Gebetsräume für Muslime und Christen liegen direkt nebeneinander. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Aleppo von Wesiren beider Religionen gemeinsam verwaltet, obwohl von Aleppo aus die Abwehr der Muslime gegen die Kreuzritter im 13. Jahrhundert begann. Angeblich ist Aleppo auch einer der ältesten besiedelten Orte der Menschheit, an der bereits Abraham, Ahnvater aller drei Religionen, seine Schafe weiden ließ.

In der Omayadenmoschee von Damaskus liegt das Mausoleum Johannes des Täufers. Die Moschee war zuvor eine christliche Basilika und daneben steht ein Minarett mit dem Namen Jesus (arab. Issa). Die Legende besagt, dass Jesus am Tag des Jüngsten Gerichts hier erscheint und das Ende der Welt verkündet.
Südlich von Damaskus in Bosra, der ehemaligen Hauptstadt der römischen Provinz Arabia, stand eine Kirche, in der der Mönch Bahira den Knaben Mohammed als zukünftige wichtige Persönlichkeit erkannt hat, die es zu schützen galt.

Schon diese Beispiele zeigen die Verknüpfung von Christentum und Islam, die in früheren Zeiten eher befruchtend als ablehnend waren.
Mehrmals reiste der Autor nach Syrien und kam ins Gespräch mit unterschiedlichsten Personen. Er unterhielt sich mit Lehrern, Handwerkern, Basarhändlern, einfachen Leuten, älteren Männern, syrisch-orthodoxen Christen, Sunniten, Schiiten oder Ägypter, die in Syrien arbeiten, viele davon mit einem ängstlichen Blick in die Runde aus Angst vor einem der fünfzehn oder mehr Geheimdienste und trauten sich kaum offen zu sprechen. Dennoch erhielt der Kulturwissenschaftler wertvolle und interessante Meinungen über das Leben in Syrien.

Die 16 Kapitel tragen die informativen Titel, wie: Syrien, ein Pulverfass?, Das Besondere an Syrien, Toleranz im Namen Allahs, Sunniten und Schiiten, Der Islam und die Frauen, Islam und modernes Denken, Das Trauma der Kreuzzüge, Toleranzkrisen des 20. Jahrhunderts, Die Ideologie der Muslimbrüder oder Auch Feindbilder wandeln sich und gliedern sich in zahlreiche Abschnitte, die das Land, seine Bewohner und die Politik beleuchten.

Autor:
Gerhard Schweizer, 1940 in Stuttgart geboren, promovierte an der Universität Tübingen in Empirischer Kulturwissenschaft. Er ist einer der führenden Experten für die Analyse der Kulturkonflikte zwischen Abendland und Orient. Er gilt als ausgewiesener Kenner der islamischen Welt und hat dazu mehrere Bücher veröffentlicht, die als Standardwerke gelten. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch seine Bücher über den asiatischen und arabischen Raum bekannt. Gerhard Schweizer lebt als freier Schriftsteller in Wien, wenn er nicht gerade auf Reisen recherchiert und Material für neue Reportagen und Bücher sammelt.

Fazit:
Gerhard Schweizer versteht es einmal mehr, den Leser trotz des schwierigen Themas zu fesseln. Heutige Situationen verknüpft er geschickt mit historischen Fakten. Durch seinen lebendigen Erzählstil vermittelt er trockene Geschichte überaus spannend und einprägsam. Besser kann man die politische Situation in Syrien und den Nachbarländern kaum beschreiben. Wer sich ein Bild vom jetzigen Syrien machen und gleichzeitig erfahren möchte, wie es dazu kam, sollte unbedingt auf dieses Buch zurückgreifen. Eine überzeugende Leistung. Vielen Dank.


Samstag, 27. Februar 2016

NEU: Der Fall Meursault

Kamel Douad
KAMEL  DAOUD

DER FALL MEURSAULT - Eine Gegendarstellung
Roman

Dieser Roman gibt dem namenlosen Toten aus »Der Fremde« von Camus ein Gesicht

Ein Roman aus Algerien, der um die Welt geht: in Frankreich ein Riesenbestseller, in den USA und England als literarische Sensation gefeiert, jetzt in deutscher Übersetzung. Die Geschichte des namenlosen Arabers aus Camus’ weltberühmtem Roman »Der Fremde« – erzählt von dessen Bruder.

Der alte Mann, der Nacht für Nacht in einer Bar in Oran seine Geschichte erzählt, ist der Bruder jenes Arabers, der 1942 von einem gewissen Meursault am Strand von Algier erschossen wurde – in einem der berühmtesten Romane des 20. Jahrhunderts. 70 Jahre später, mit all dem Ärger, der Angst und Frustration eines Lebens im Schatten dieses Todes, gibt der alte Mann seinem Bruder seinen Namen zurück. Der Araber aus Camus’ Roman »Der Fremde« bekommt so eine Identität und eine Geschichte. Eine Geschichte, die untrennbar mit der Algeriens verknüpft ist und doch gleichzeitig so berührend und persönlich, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein großer Roman darüber, wie die Vergangenheit unsere Gegenwart prägt, und über die ungebrochene Kraft der Literatur, eine tiefere Erkenntnis, eine verborgene Wahrheit ans Licht zu bringen.

Das Buch gilt jetzt schon als Klassiker – gleichwertig zu Camus’ Roman: »Ein großartiger Roman. In Zukunft wird man ›Der Fremde‹ und ›Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung‹ nebeneinander lesen.« Le monde des livres

Autor
Kamel Daoud, Jahrgang 1970, im algerischen Mostaganem geboren, ist Journalist beim Quotidien d‘Oran, für den er seit 12 Jahren eine der meistgelesenen politischen Kolumnen in Algerien schreibt. Er lebt in Oran. Er hat bereits einen Band mit Erzählungen veröffentlicht. »Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung« ist sein erster Roman.

Aus dem Französischen von Claus Josten


Kamel Daoud
Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung
Titel der Originalausgabe: Meursault, contre-enquête
208 Seiten, gebunden
1.Auflage 18.02.2016
Euro 17,99 inkl. MwSt.   Buch kaufen


Freitag, 19. Februar 2016

Rezension: Das glückliche Ende - Tausendundeine Nacht

C.H.Beck
Rezenison

Claudia Ott

Tausendundeine Nacht - Das glückliche Ende       

“Es ist keine Einsamkeit so einsam wie die des Flüchtlings, welcher abgeschnitten ist von seiner Heimat und Familie.“ und „Wer klug ist, wird sich Trost verschaffen, indem er sich in der Fremde Freunde sucht und so das Unglück zu ertragen lernt.“ Bei diesen Sätzen könnte man glauben, dass sie in den letzten Monaten geschrieben wurden. Aber sie sind Teil einer längeren Geschichte mit dem Titel „Eine Leiche im Flussbett“. Darin heißt es weiter:  „Betritt der Unterdrücker einen Ort, so müssen die Bewohner eilends fort.“ Diese Zeilen sind an Aktualität kaum zu überbieten und doch sind sie Jahrhunderte alt und in der 888. Nacht Teil der neu entdeckten letzten Erzählungen von Tausendundeine Nacht - Das glückliche Ende.


Von Tieren und Menschen

„Schahrasad, du beste Erzählerin aller Zeiten! Lass uns aufregende Geschichten hören!“ Da erzählte sie von Tieren und Menschen, Aussprüche, Witze und Schwänke, „Anekdoten von schlagfertigen Blinden, Schwerhörigen und anderen Versehrten“, Streiche des Schelmen Musabbid oder „Aschabs Abenteuer mit dem geizigen Gouverneur von Medina.“ Und am Ende jeder Nacht hörte sie auf. Doch ihre Schwester Dunyasad forderte sie auf weiterzuerzählen. „…wenn ich dann noch lebe und mich der König verschont?“ bedenkt Schahrasad jedes Mal.

König Schadbacht und sein Wesir

Wir wissen, dass der König neugierig war und so erzählte Schahrasad auch „die Geschichte von König Schadbacht (glückliches Geschick) und seinem Wesir“ im zweiten Teil. Auch dies ist eine Rahmengeschichte und der Wesir sollte nach dreißig Nächten getötet werden. Doch dieser kannte jede Menge Geschichten von Händlern, Einbrechern, Kupplern und wahrer Gastfreundschaft, dem „hässlichen Mann mit der hübschen Frau“ oder den „beiden Gaunern, die sich gegenseitig betrogen“ mit „indischen Motiven und persischen Protagonisten“, die er Nacht für Nacht erzählte und so sein Schicksal hinauszögerte, bis ihm der König glaubte und das Leben schenkte. Allmählich bemerkte auch König Schahriyar, dass Schahrasad den Tod nicht verdient hat.

Sultan Baybars und die sechzehn Offiziere

Nun enthält das vorliegende Buch noch einen dritten Teil. Darin geht es um den mamelukischen Sultan Ruknaddin Baybars al-Bundukani, der tatsächlich von 1260 bis 1277 in Ägypten herrschte und seine sechzehn Offiziere, die ihm Geschichten der einfachen Leute erzählen sollten. Inhalt dieser arabischen Geschichten ist neben anderen „die Tücke der Weiber“ und genau unter diesem Titel stand das Buch jahrelang unbeachtet in der Raschit-Efendi Bibliothek in der anatolischen Kleinstadt Kayseri.

Das glückliche Ende

Im vierten Teil wird das Ende erzählt, doch es ist nicht irgendein Schluss sondern das lange vergessene glückliche Ende der Rahmengeschichte von Tausendundeiner Nacht, die im ersten Teil, den die Arabistin Dr. Claudia Ott von der arabischen Fassung von Muhsin Mahdi neu übersetzte, fehlt.
Endlich erkennt sich König Schahriyar in einer der letzten Geschichten selbst und was er getan hat. Er besinnt sich, um wieder auf den rechten Weg zu gelangen. Seine Hochzeit mit Schahrasad wird zur Doppelhochzeit, denn Dunyasad, die kleinere Schwester, heiratet den Bruder des Königs. Ruhe und Frieden kehren ein und der König gab den Chronisten den Auftrag die vielen Erzählungen aufzuschreiben und in der Schatzkammer aufzubewahren. Lange Zeit danach herrschte ein anderer gerechter König, der die Erzählungen fand, sich köstlich amüsierte und Abschriften anfertigen ließ. So gelangten die aufregenden und spannenden Geschichten aus Tausendundeiner Nacht durch die Reisenden in alle Welt.

Abenteuerliche Übertragung der Kayseri-Handschrift

Frau Dr. Ott konnte 2015 erstmals die Kayseri-Handschrift mit dem glücklichen Ende, die wahrscheinlich zwischen 1400 und 1600 entstanden ist, in Händen halten. Seit wann diese Handschrift in der 1796 gegründeten Raschit-Efendi-Bibliothek liegt, ist nicht belegt.
Die Übersetzung stürzte die Arabistin selbst in ein Abenteuer, das im Nachwort mit Unterstützung von einigen Schwarz-weiß-Bildern anschaulich und spannend beschrieben ist. Ergänzt werden die interessanten Ausführungen mit Erläuterungen zur Transkription und Aussprache, einem umfangreichen Glossar und arabischen Kalligraphien und Ornamenten.

Autorin:
Frau Dr. Claudia Ott, geb. 1968 in Tübingen ist Arabistin, Übersetzerin, Musikerin und gehört international zu den führenden Kennern von Tausendundeine Nacht. Sie hat in Tübingen studiert, in Berlin und Erlangen gelehrt und geforscht und unterrichtet jetzt an der Universität Göttingen.
Ihre deutsche Erstübersetzung der bisher ältesten Handschrift von Tausendundeine Nacht, die den Anfang und die ersten 282 Nächte enthält, wurde von der Kritik gefeiert und schnell zum Bestseller. Für diese Übersetzung erhielt Frau Ott u. a. den Johann-Friedrich-von-Cotta-Preis. Im Manesse-Verlag erschien 2012 die aus dem Arabischen erstmals ins Deutsche übertragene und umfassend kommentierte Ausgabe von Hundertundeine Nacht nach der andalusischen Handschrift des Aga Khan Museums. 


Fazit:
In der heutigen unruhigen Zeit hat man manchmal das Bedürfnis, in die „heile“ Welt der Märchen zu entfliehen. Die Erzählerin Schahrasad nimmt den Leser auf phantasievolle Reisen in den östlichen Orient bis nach Samarkand und China mit.
Nach der Neuübersetzung der ersten Nächte von Tausendundeine Nacht und der sensationellen Entdeckung einer Handschrift der davon unabhängigen 101 Nächte, konnten nun die letzten 125 Erzählungen bis zum „glücklichen Ende“ erstmals ins Deutsche übertragen werden.
Sehr interessant ist das Nachwort, das die aufregende und umfangreiche Übersetzungsarbeit beschreibt. Wieder ist es Frau Dr. Ott gelungen ein lange Zeit verborgenes Originalmanuskript zu bearbeiten, um den Freunden der „Neuen Orientalischen Bibliothek“ des C.H.Beck-Verlags einen vergnüglichen und amüsanten Lesegenuss zu bereiten.

Wer die Möglichkeit hat eine Lesung oder ein Erzählkonzert mit Frau Dr. Ott zu erleben, wird verzaubert und beschwingt den Abend genießen und sollte diese Gelegenheit einer „Live“-Erzählung der Geschichten aus Tausendundeine Nacht nicht verpassen. 



Mittwoch, 10. Februar 2016

Als Spion am Nil

DuMont

GERALD  DRIßNER

ALS  SPION  AM  NIL


4500 Kilometer ägyptische Wirklichkeit – die letzten Momente des Mubarak-Regimes und die Ära danach.


Der Autor nimmt den Leser mit auf seine Reisen mit dem Minibus in fünfzehn Dörfer und Städte Ägyptens. Die Fahrten münden mal in Pannen und nicht selten in einem Abenteuer. Er fährt in Gegenden, in denen die Revolution bis heute nicht angekommen ist, wird dort von der Polizei auf Schritt und Tritt verfolgt und immer wieder als Spion verdächtigt. (Verlagstext)



Gerald Drißner
Als Spion am Nil 
Paperback
280 Seiten
1.Auflage 2015  
Euro 14,99 inkl. MwSt.    Buch kaufen



NEU: Blaue Dahlie, Schwarzes Gold

DuMont

NEU   

DANIEL  METCALFE

BLAUE  DAHLIE,  SCHWARZES  GOLD
Eine Reise durch Angola

In Angola sind die Spuren der Kolonialgeschichte, des Sklavenhandels und des angolanischen Bürgerkriegs noch lange nicht verwischt, doch jetzt sprudeln die Ölquellen und nähren eine neue, märchenhaft reiche Elite. Metcalfe zieht als Rucksacktourist los, um jenseits der Hauptstadt Luanda und der blumigen Namen der Ölbohrplattformen die alte Seele des Landes zu suchen – das Angola der gütigen Großväter, des Kizomba-Tanzes und der kunstvollen Geistermasken. Er reist in Bussen und klapprigen Jeeps, spricht mit Stammesältesten, Minenräumern, Straßenkindern und Ölarbeitern und erfährt eine Realität voller Extreme. Seine Reise führt ihn direkt in einen explosiven Cocktail aus Korruption und Vetternwirtschaft, sprudelndem Ölgeld und schnellem Aufstieg der Neureichen – und mitten hinein in den postkolonialen Blues. (Verlagstext)

Übersetzt von Werner Löcher-Lawrence

Daniel Metcalfe
Blaue Dahlie, schwarzes Gold 
Paperback
408 Seiten
1.Auflage 2016  
Euro 14,99 inkl. MwSt.    Buch kaufen


NEU: Dschungelfieber und Wüstenkoller

DuMont
NEU   

WOLF - ULRICH  CROPP

DSCHUNGELFIEBER  UND  WÜSTENKOLLER
Abenteuer West- und Zentralafrika

Als kleiner Junge lernte Wolf-Ulrich Cropp bei seinem Großvater den “Urwalddoktor” Albert Schweitzer kennen. Seitdem träumte er davon, das von Schweitzer gegründete Hospital in Lambaréné kennenzulernen. Aus dem Traum wird schließlich eine abenteuerliche Reise durch West- und Zentralafrika. Der Autor zieht in den Dschungel und durch die Wüste, er trifft auf Pygmäen, Waldelefanten und Gorillas, begegnet Kindersoldaten und Rebellen. Er erlebt brodelnde Metropolen und unberechenbare Urnatur, und er muss gelegentlich brenzlige Situationen meistern. Ein packendes Buch: Mehr Abenteuer geht nicht! (Verlagstext)

Wolf-Ulrich Cropp
Dschungelfieber und Wüstenkoller 
Paperback
408 Seiten
1.Auflage 2016  
Euro 14,99 inkl. MwSt.    Buch kaufen


NEU: Politisches Framing

von Halem

ELISABETH  WEHLING

POLITISCHES  FRAMING
Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht

Politisches Denken ist bewusst, rational und objektiv – diese althergebrachte Vorstellung geistert bis heute über die Flure von Parteizentralen und Medienredaktionen und durch die Köpfe vieler Bürger. Doch die Kognitionsforschung hat die ›klassische Vernunft‹ längst zu Grabe getragen. Nicht Fakten bedingen unsere Meinungen, sondern Frames. Sie ziehen im Gehirn die Strippen und entscheiden, ob Informationen als wichtig erkannt oder kognitiv unter den Teppich gekehrt werden. Frames sind immer ideologisch selektiv, und sie werden über Sprache aktiviert und gefestigt – unsere öffentlichen Debatten wirken wie ein synaptischer Superkleber, der Ideen miteinander vernetzen kann, und zwar dauerhaft. In der Kognitionsforschung ist man sich daher schon lange einig: Sprache ist Politik.

Höchste Zeit also, unsere Naivität gegenüber der Macht politischer Diskurse abzulegen. Das Buch Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht legt dazu den Grundstein. In einfacher Sprache deckt es zunächst auf, wie Sprache sich auf unser Denken, unsere Wahrnehmung der Welt und unser Handeln auswirkt. Es zeigt, wo die Wirkkraft mentaler Mechanismen wie Frames und Metaphern herrührt und macht deutlich, wieso es für gesunde demokratische Diskurse unabdingbar ist, die Bewertungen von Gesellschaft und Politik durch vorherrschende Frames mit eigenen Wertvorstellungen abzugleichen – und für eine authentische Vermittlung der eigenen Weltsicht zu sorgen. Diesen Grundlagen folgt eine Analyse der augenfälligsten Frames unserer deutschsprachigen Debatten über Steuern, Sozialstaat, Gesellschaft, Sozialleistungen, Arbeit, Abtreibung, Islam, Terrorismus, Zuwanderung, Flüchtlingspolitik und Umwelt. (Verlagstext)

                
Autorin:
Elisabeth Wehling, geboren 1981 in Hamburg, studierte Soziologie, Journalistik und Linguistik in Hamburg, Rom und Berkeley. Sie promovierte in Linguistik an der University of California, Berkeley, ihr Forschungsbereich ist die politische Werte-, Sprach- und Kognitionsforschung. Seit 2013 leitet sie am International Computer Science Institute in Berkeley Forschungsprojekte zu Ideologie, Sprache und unbewusster Meinungsbildung mit Methoden der Neuro- und Verhaltensforschung sowie der kognitionslinguistischen Diskursanalyse. Elisabeth Wehling hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht und ist Koautorin von  Auf leisen Sohlen ins Gehirn (Carl-Auer, 2008) und The Little Blue Book (Simon & Schuster, 2012), zusammen mit George Lakoff. Wehling lebt in Berkeley, Kalifornien und ist in den USA und Europa als Beraterin für Politik und Wirtschaft tätig.  (Verlagstext)

Elisabeth Wehling
Politisches Framing - edition medienpraxis, Band 14
Broschur, Format 190 x 120 mm
226 Seiten
1.Auflage 2016  
Euro 21,- inkl. MwSt.    Buch kaufen


Sonntag, 7. Februar 2016

NEU: Palmyra - Requiem für eine Stadt

Palmyra

NEU:
PAUL  VEYNE

PALMYRA - Requiem für eine Stadt

Mit Khaled al-Asaad hat die Welt einen ihrer großen Archäologen verloren: Am 18. August 2015 wurde er im Alter von 81 Jahren von Schergen des IS ermordet, nachdem er 40 Jahre lang Palmyra erforscht, gepflegt und gehütet hat.

Der Baaltempel – Herzstück Palmyras, unersetzliches Denkmal römisch-mesopotamischer Kultur und eines der bedeutendsten historischen Bauwerke des gesamten Vorderen Orients – wurde von Islamisten dem Erdboden gleichgemacht.

Paul Veyne, der Doyen der französischen Antikenforschung, hat mit seinem Buch Khaled al-Asaad und Palmyra ein Denkmal gesetzt.

Der international renommierte Spezialist für römische Geschichte widmet sich mit seinem jüngsten Werk einer einzigartigen antiken Stadt – Palmyra. Diese antike Metropole mit Tempeln, Toren und Theater, mit Säulenstraßen, Nekropolen und Palmengärten, die ihr einst den Namen gaben, war die Königin der Wüste.
Je weiter man den Ausführungen Paul Veynes folgt, umso klarer wird, weshalb dieser barbarische Doppelmord an einem Menschen und einem Weltkulturerbe begangen wurde: Den Hass der Täter zog Palmyra deshalb auf sich, weil es ein gemeinsames Haus vieler Kulturen und ihrer Götter war – der Aramäer, Mesopotamier, Ägypter, Perser, Griechen, Römer und Araber. Es war ein einzigartiges Beispiel der Einheit in der Vielfalt, wofür in der geistigen Monokultur der Fundamentalisten kein Platz ist. Die Erinnerung an Palmyra, die Paul Veyne stiftet, ist eine Hymne an das Licht in einem dunklen Zeitalter. (Verlagstext)


Autor:
Paul Veyne, geb. 1930, ist einer der angesehensten Althistoriker Frankreichs; er lehrt an der Université de Provence in Aix und ist seit 1975 Professor am Collège de France in Paris.

Aus dem Französischen von Anna Leube und Wolf Heinrich Leube.

Paul Veyne
Palmyra
Leineneinband
Farbiger Tafelteil (8 Seiten)
Ca. 128 Seiten  
1.Auflage 2016
Euro ca. 17,95 inkl. MwSt.    Buch kaufen

Erscheint am 09. März 2016   vorbestellen