Dienstag, 19. Januar 2016

NEU: Planet Wüste

Knesebeck

NEUERSCHEINUNG

MICHAEL  MARTIN

PLANET  WÜSTE
  
Zwischen 2009 und 2015 bereiste Michael Martin mit seinem Team 40 Mal Wüsten unterschiedlichster Art, ob Sahara oder Polarregion, immer brachte er eindrucksvolle Bilder mit. Aus dieser Sammlung von 300 000 Aufnahmen entstanden ein Bildband, eine Ausstellung, eine Multivisionsshow und Filme.

Das Buch ist soeben im Knesebeck-Verlag erschienen. Ab Ende September beginnt Michael Martin seine Vortragstour mit 150 Terminen. Unter anderem kommt er am 27.Januar nach Fürth, am 27. Februar nach Nürnberg und mehrere Male nach München.

Michael Martin
Planet Wüste
Format 29.0 x 35.0 cm, gebunden mit Schutzumschlag
400 farbige Abbildungen
30 Karten
448 Seiten
Euro 49,90 inkl. MwSt.   Buch kaufen


Donnerstag, 14. Januar 2016

Rezension: Friedrich Rückert


Wallstein
Rezension


Annemarie Schimmel (Hrsg: Rudolf Kreutner)

FRIEDRICH  RÜCKERT
Lebensbild und Einführung in sein Werk

Ein Philologe beschäftigt sich aus „Liebe zur Sprache“ übersetzend, sprachwissenschaftlich und lehrend mit der Literatur eines Landes, der Orientalist spezialisiert sich dabei auf Sprachen des Nahen und Fernen Ostens. Friedrich Rückert tat dies mit 44 Sprachen, darunter Afghanisch, Altäthiopisch, Koptisch, Berbersprachen, Sanskrit oder Malaiisch! Obwohl er betonte, dass er eigentlich nur deshalb Orientalist wurde, „weil ein Poet keine Familie ernähren kann“, und diese Familie war groß. Mit seiner Frau Luise hatte er 10 Kinder, wovon drei ganz jung starben. Vor allem für sie dichtete er die „Kindertodtenlieder“.
Am 31. Januar 2016 jährt sich der Todestag des großen Dichter-Gelehrten zum 150. Mal. Aus diesem Anlass veranstaltet die Friedrich Rückert Gesellschaft e.V. in Schweinfurt, Erlangen und Coburg Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Konzerte. Sie verwaltet den immensen Nachlass des Dichters.

Im Wallstein Verlag wurde das Buch der Islamwissenschaftlerin Prof. Annemarie Schimmel (1922-2003) „Friedrich Rückert - Lebensbild und Einführung in sein Werk“ von Rudolf Kreutner, Geschäftsführer der Friedrich-Rückert-Gesellschaft, neu aufgelegt und nun veröffentlicht.

In dem Buch zeichnet die Autorin im ersten Teil den Lebensweg dieses bedeutenden Dichters und Orientalisten  nach. Er wurde am 16. Mai 1788, ein Jahr vor der französischen Revolution in Schweinfurt geboren. Zwölf Jahre zuvor erklärte Amerika seine Unabhängigkeit. Rückert erlebte schon früh unruhige Zeiten mit der Einnahme Frankens durch Bayern 1806, den deutschen Freiheitskriegen 1812-13, den Ägyptenfeldzug Napoleons und dessen Eroberungen. Er stellte sich dichtend und schreibend gegen Napoleon (Geharnischte Sonette 1814). Zuvor hatte er bereits Hebräisch, Syrisch und Persisch an der Universität in Würzburg studiert. 1817 unternahm er eine Reise über die Schweiz nach Italien, die fast ein Jahr dauerte. Über Florenz und Venedig reiste er nach Wien und lernte bei dem berühmten Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall Arabisch und etwas Türkisch. Dieser Aufenthalt war für Rückert sehr fruchtbar, denn hier wurde er in die „Übersetzungen aus dem islamischen Kulturkreis“ eingeführt.

Von 1826 bis 1841 lehrte Friedrich Rückert als ordentlicher Professor der orientalischen Sprachen an der Universität in Erlangen, der Lehrstuhl wurde erst 1795 in Paris von dem französischen Orientalisten Silvestre de Sacy gegründet. Sechs seiner zehn Kinder wurden in Erlangen geboren. 1838 erschienen seine Werke „Rostam und Suhrab“ aus dem Königsbuch. Während dieser Zeit musste Rückert mehrere schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Zwei Kinder starben an Scharlach, ebenso starb 1835 seine jüngere Schwester Maria, im selben Jahr auch seine Mutter.
1859 wurde Friedrich Rückert Ehrenmitglied im  „Pegnesischen Blumenorden“ der Nürnberger Sprach-  und Literaturgesellschaft.

Von 1841 bis 1848 lehrte Friedrich Rückert in Berlin, bevor er sich auf seinem Landgut in Neuses bei Coburg in den Ruhestand begab und auf dem Goldberg in sein Refugium zurückzog. Seine Dichtungen und orientalischen Studien setzte er fort.
Am 31. Januar 1866 starb Friedrich Rückert in Neuses bei Coburg.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Werken des Orientalisten und Dichters.
Friedrich Rückerts Zeitgenossen waren u.a. Goethe, Schiller, Herder, Jean Paul, von Eichendorff und Gustav Schwab (Griechische Heldensagen). Die „deutsche Literatur hatte ihren Höhepunkt erreicht“. Antoine Gallands Übersetzung der „Märchen aus 1001 Nacht“ in das Französische löste Anfang des 18. Jahrhunderts eine Morgenland-Begeisterung aus. Das Bild des „blinden Hasses gegen den Islam“, das sich gerade, nach 200 Jahren, leider erneut wiederholt, wurde durch die Aufklärung neu geformt.
Dichter, Maler, Musiker und Reisende lösten eine verklärende Begeisterung für den romantischen Orient aus. Goethe widmete sich
Hafiz und dem „West-Östlichen Diwan“, Rückerts Antwort darauf war sein Gedichtband „Östliche Rosen“ (1822) in Form der persischen Ghaselen nach Hafiz, eigentlich Hadj Shams ad-Din Mohammad Hafez-e Shirazi (1320-1389).

Friedrich Rückert konnte sich aufgrund seines Talentes zum Dichten  in die Gedichtformen anderer Sprachen sehr gut hineindenken. Er übersetzte meisterhaft die kompliziertesten Kompositionen der persischen und arabischen Dichter unter Beibehaltung der originalen Wortspiele. Besonderen Wert legte Rückert auf die persische und arabische Versform der Ghaselen. Diese benutzten persische Poeten wie Hafiz  und Dschalalluddin Rumi, deren Werke er übertrug oder nachdichtete. Aus dem Koran übersetzte er Teile. Er übersetzte „Sa’adis Bostan“ (Der Duftgarten) von Muscharraf ad-Din Abdullah (um 1190-um 1292), genannt Sa‘adi und das persische Königsbuch „Schahname“ von Firdosi.

1838 und 1839 erschien sein großes Lehrgedicht „Die Weisheit des Brahmanen“ in sechs Bänden. Eines seiner Meisterwerke ist die Übertragung und Nachdichtung der „Verwandlungen des Abu Seid von Serug“ oder „Makamen des Harari“ aus dem Arabischen, von dem Silvestre de Sacy anerkennend bemerkte: „Dank Ihnen wird nun jemand, der Deutsch kann, nicht mehr Arabisch zu lernen brauchen, um sich eine rechte Vorstellung zu machen, was es in dieser Art an orientalischen Werken gibt“.

Friedrich Rückerts Anliegen war die Völkerverständigung in Ost und West, zu der er mit seinen Übersetzungen und Nachdichtungen entscheidend beitrug:

„Dass über Bildung Gang
die Menschheit sich verständige,
dazu wirkt jeder Urweltsklang,
den ich verdeutschend bändige.“

Autorin:
Annemarie Schimmel (1922-2003) war eine der bedeutendsten Islamwissenschaftlerinnen Deutschlands. Sie lehrte in u.a. Bonn, Ankara und Harvard und erhielt neben anderen 1965 den Friedrich-Rückert-Preis und 1995 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Zahlreiche Bücher zum Islamverständnis sind von ihr erschienen, sie beschäftigte sich auch mit dem Sufismus und gab 2002 eine Einführung in die islamische Mystik heraus.

Fazit:
Das Buch gibt einen sehr interessanten Einblick in die Welt des Poeten, Philologen und Orientalisten Friedrich Rückert und zeigt, wie nah der Orient zu seiner Zeit in Europa war. Jeder hatte die Möglichkeit seine Bücher zu kaufen, doch das Interesse schien sich schon damals in Grenzen zu halten, wie er beklagte. Wer sich für die Übersetzungen, Nachdichtungen oder eigenen Werke des Dichter-Gelehrten interessiert, erfährt hier einen guten Überblick über die Schaffenskraft Friedrich Rückerts. Im Anhang werden Rückerts Werke und weiterführende Literatur aufgelistet.
Ein lesens- und empfehlenswertes Buch zum Rückert-Jahr 2016. 


Neu: Der Schwarze Tiger

Kösel Verlag

HANS  STOISSER

DER  SCHWARZE  TIGER
Was wir von Afrika lernen können

In Afrika gibt es keine Tiger. Aber einzelne afrikanische Länder sind drauf und dran, zu Tigern zu werden und Europa als stärksten Wirtschaftsraum der Welt zu überholen.
Afrika boomt. Selbst wenn es nur noch halb so schnell wächst wie in den letzten Jahren wird es die Wirtschaft Europas bis 2050 überholt haben.

„Afrika 3.0“ könnte man das Afrika nennen, in dem sich seine Bewohner  nicht zuallererst als Teil Opfer der Kolonialisierung sehen, sondern als Teil des globalen Dorfes, das sie mitgestalten.

Wie absurd unsere Entwicklungshilfen in Afrika sind, wie veraltet unser Afrika-Bild vom Kontinent der Armut und Katastrophen ist und welche dramatischen Folgen das für Europa hat, zeigt Hans Stoisser anhand verblüffender Fakten und persönlicher Beobachtungen.

Autor
Hans Stoisser studierte Volkswirtschaftslehre und Internationale Beziehungen. Der Gründer und Geschäftsführer der Managementberatung ECOTEC ist seit 30 Jahren auf dem afrikanischen Kontinent als Unternehmer und Berater tätig. Stoisser lebt in Wien. (Verlagstext)


Hans Stoisser
Der Schwarze Tiger
gebunden mit Schutzumschlag,
208 Seiten, Format 13,5 x 21,5 cm
1.Auflage 2015
Nur Euro 17,99 inkl. MwSt.   Buch kaufen

Montag, 11. Januar 2016

Friedrich Rückert

Wallstein

Annemarie Schimmel (Hrsg: Rudolf Kreutner)

FRIEDRICH  RÜCKERT
Lebensbild und Einführung in sein Werk

Zum 150. Todestag von Friedrich Rückert am 31. Januar 2016: Die Neuausgabe von Annemarie Schimmels grundlegender Biographie.

Der Dichter und Orientalist Friedrich Rückert (1788-1866) war einer der frühesten Vermittler arabischer und persischer Dichtung in Deutschland. Als Gelehrter und Übersetzer nah- und fernöstlicher Lyrik hat er der deutschen Sprache »einen Schatz geschenkt, den keine andere Sprache besitzt« (Annemarie Schimmel).

Auch Rückerts eigenes poetisches Werk ist erstaunlich: Sein (aus dem Nachlass veröffentlichtes) Liedertagebuch ist das größte Poesiewerk des 19. Jahrhunderts. Gustav Mahlers Vertonung der berührenden Kindertotenlieder machte diese Gedichte zum deutschen Kulturerbe.
 Die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel hat die Stationen von Rückerts Leben nachgezeichnet und sein Werk für heutige Leser erschlossen.  


Autorin
Annemarie Schimmel (1922-2003) war eine der bedeutendsten Islamwissenschaftlerinnen in Deutschland. Sie lehrte u. a. in Harvard, Ankara und Bonn und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Friedrich Rückert Preis (1965) und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1995). Veröffentlichungen u. a.: Ein Buch namens Freude. Gedichte von Frauen aus der islamischen Welt (2004); Sufismus. Eine Einführung in die islamische Mystik (2000).

Herausgeber
Rudolf Kreutner, geb. 1954, ist Historiker und Kustos des Rückert-Nachlasses in Schweinfurt sowie Geschäftsführer der Rückert-Gesellschaft. Er hat zahlreiche Beiträge zu Friedrich Rückerts Leben und Werk veröffentlicht. (Verlagstext)


Annemarie Schimmel
Friedrich Rückert
Herausgegeben von Rudolf Kreutner
Hardcover mit Schutzumschlag
16 Abbildungen,
Format 12,5 x 21 cm
158 Seiten
Euro 16,90 inkl. MwSt.   Buch kaufen

Donnerstag, 7. Januar 2016

Rezension: Risiko

Klett-Cotta 
Steffen Kopetzky

RISIKO

Hundert Jahre nach dem 1.  Weltkrieg lässt Steffen Kopetzky in seinem Roman „Risiko“ die Geschichte wieder aufleben.

Deutscher Djihad

Deutschland am Beginn des 1. Weltkriegs. Die Verbindung mit dem Osmanischen Reich verleitet den Archäologen Freiherr Max von Oppenheim zu einem Abenteuer, bei dem sich unter dem Titel „Deutscher Djihad“ die arabischen Länder gegen England erheben sollen. Dazu wird eine geheime Expedition nach Afghanistan organisiert. Mit dabei ist, neben Oskar Niedermayer, dem Leiter der Mission, der Protagonist und fiktive Funkmatrose Sebastian Stichnote, der zur Hauptfigur wird, und dessen Liebe zu Arjona und sein Auftrag ihn vor dem kompletten Verfall in den Opiumwahn doch noch am Leben hält.

Interessante Gestalten und das „Große Spiel“

Der Beginn des Buches lässt auf einen spannenden Verlauf hoffen. Der Journalist der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), Adolph Zickler, scheint ein Geheimnis mit sich herumzutragen. Der Konsulatsschreiber Amadeus Toth kann ohne seine Bücher nicht sein und welche Rolle spielt der Waffenhändler Helphand ? Wer ist die geheimnisvolle Arjona ?
Der Prolog nimmt das Ende des Romans vorweg, der afghanische Emir Habibullah Khan soll getötet werden. Bis es dann so weit ist, vergehen siebenhundert Seiten, die mal mehr, mal weniger spannend sind. Eingerahmt wird die Handlung vom „Großen Spiel“, das heute unter dem Namen „Risiko“ bekannt ist.

Die Karawane zieht nach Afghanistan

In Konstantinopel treffen sich die Teilnehmer der Afghanistan-Expedition und andere zwielichtige Gestalten. Tatsächlich wurde zu Beginn des ersten Weltkriegs die „Niedermayer-Hentig-Expedition“ durchgeführt und Oskar Niedermayer leitete die Mission, um, gemeinsam mit Persien, Afghanistan und Indien die Kolonialmacht England zu provozieren. Seine Erlebnisse schildert er im 1925 erschienen Buch „Unter der Glutsonne Irans“, aus dem Kopetzky zitiert.  
Endlich, nach über dreihundert Seiten beginnt die Karawane in Richtung Osten durch Wüsten und Berge zu ziehen. Nun driftet der Roman in die Welt der Karl May-Romane ab und die Handlung plätschert vor sich hin. Beschreibungen, Überfälle und Gefühlsregungen werden ausführlich in endlos verschachtelten Sätzen wiedergegeben. Immer wieder wird Stichnote von seinen Zahnschmerzen geplagt. Bis ihm der Zahn, in einem Weiler in Persien, endlich gezogen wird, vergehen etliche Zeit (und Seiten) und er wird opiumsüchtig.  
Die Expedition führt über Aleppo, Bagdad, Teheran, Isfahan nach Herat in Afghanistan und endet mit etlichen Legenden der Paschtunen in Kabul.

Fazit:
Warum der Vater des Schriftstellers Albert Camus, Lucien Camus, ein Kellermeister im französischen Algerien so ausführlich beschrieben wird, ist eher der Attraktivität des Namens Camus geschuldet.
Dass der Leser den britischen Spion Gilbert-Khan als solchen relativ früh „enttarnt“ nimmt leider einige Spannung aus dem Buch.
Der Autor hat sehr viele, fast zu viele Details in dem Buch untergebracht, wobei etliche historische und technische wirklich interessant sind. Der Transport der Funkanlage war wohl auch für Niedermayer tatsächlich ein großes Problem.
Alles in allem ein Abenteuerroman, der anfangs interessant aufgebaut ist und die einzelnen Personen spannend vorstellt. Aber je länger man liest, umso mühsamer werden die Spannungsspitzen erreicht und die Handlung zieht sich in die Länge. Der Autor hat zehn Jahre daran gearbeitet.

Quantität an Seiten bringt nicht unbedingt Qualität mit sich. Das betrifft nicht nur diesen Roman.   

Steffen Kopetzky 
Risiko
731 Seiten, Hardcover
1.Auflage 2015
Euro 24,95  Buch kaufen


Mittwoch, 6. Januar 2016

Rezension: Kopfkissenbuch

Manesse Verlag


SEI  SHONAGON

KOPFKISSENBUCH     (Original: Makura-no-soshi)

Aus dem Japanischen übersetzt und neu herausgegeben von Michael Stein

Ein wunderschön gestaltetes Buch mit einem gelben Einband, den ein Zweig voll roter Blüten ziert. Nimmt man es in die Hand fällt die „Wattierung“ auf, als hielte man ein Kopfkissen.

Tagebuchaufzeichnungen um das Jahr 1000

Alles begann mit zwanzig Bögen Papier, die Sei Shonagon von ihrer Kaiserin Sadako als Geschenk bekam. Die Hofdame schildert das Leben im Kaiserpalast um das Jahr 1000, der friedlichen Heian-Zeit. Jeder Japaner kennt die „freimütigen“ Erzählungen der Hofdame, denn das Kopfkissenbuch gehört zur japanischen Literaturgeschichte und zur Weltliteratur. 1875 wurden die Aufzeichnungen der Dichterin zum ersten Mal in eine europäische Sprache übersetzt.
Sei Shonagons Buch ist eine Art Tagebuch mit mehr oder weniger langen Notizen über ihre Beobachtungen am Kaiserhof. Gleichzeitig notierte sie ihre Gedanken über die Natur, Bäume, Berge, Flüsse, Seen, Wälder, das, was sie gern oder weniger gern mag, was sie erschreckt, was ihr zu Herzen geht, was nicht gut aussieht, Peinliches, Enttäuschendes, was man sich anschauen sollte, über Feste und Feierlichkeiten, ebenso wie die Gepflogenheiten am Hof.
In 325 Abschnitten erfährt der Leser Wissenswertes, Lustiges, Interessantes, Gedichte, Schriften und Erzählungen über die japanische Kultur der damaligen Zeit. Die Abschnitte können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.

Man wünscht sich „Gutes Neues Jahr“

Das Buch beginnt mit einem Eintrag über die Jahreszeiten: „Im Frühling liebe ich die Morgendämmerung, wenn das Licht allmählich wiederkehrt….“ Es folgen Gedanken zu Monaten, die „jeder zu seiner Zeit“ ihre eigenen Reize haben. Zum Beispiel wird am Neujahrstag dem Kaiser viel Glück gewünscht. Man zieht etwas Besonderes an und schminkt sich sorgfältig. Jeder wünscht jedem ein gutes Neues Jahr. „Wie herrlich, wenn alles einmal ganz anders ist als im Alltag“, notiert Sei Shonagon in ihr Kopfkissenbuch.

Das Leben am japanischen Kaiserhof

Kurze und längere, über mehrere Seiten gehende, mit spitzer Feder notierte Eintragungen zeichnen das Leben am Kaiserhof nach. Sei Shonagon lässt ihre Meinung einfließen oder schreibt als Beobachterin Geschichten, die sie mit den Hofangestellten des Kaisers und der Kaiserin erlebt; Legenden, Begegnungen bei Nacht, offizielle Zeremonien oder auch die Geschichte von der Katze und dem Hofhund. Manchmal sind es nur ein paar Worte, ein Satz („18: Schwerter: Am schönsten sind juwelengeschmückte Prachtstücke.“) oder subjektive Gedanken. Wichtig sind der Autorin die Kombinationen der Kleiderfarben, die sie lobt oder kritisiert.  

Zur Unterhaltung am Hof zählten die Kalligraphie, das Flötenspiel und das Verfassen von Stegreifgedichten, worin es zu Wettbewerben, auch mit der Kaiserin kam.

Sei Shonagon und die Entstehung des Kopfkissenbuches

Sehr interessant sind die Ausführungen am Ende des Buches. Hier wird über Sei Shonagun selbst und ihre Familie berichtet. Ihr Vater war bereits Experte für Dichtkunst und erhielt Einladungen zu Dichtwettbewerben am Kaiserhof. Sei Shonagon selbst erlernte ebenfalls die Dichtkunst, sogar die chinesische Literatur war ihr bekannt. Höhepunkt ihres Lebens war der Eintritt in den Dienst am Kaiserpalast als sie knapp dreißig Jahre alt war, später wurde auch ihre Tochter eine Hofdame.

Das Kopfkissenbuch wurde schon zu Lebzeiten Sei Shonagons gelesen und spiegelt den Alltag wieder, für spätere Generationen wurde es eine wertvolle Quelle über die Heian-Zeit. In einem weiteren Kapitel werden der Kaiserhof zu Kyoto, seine Gesellschaft und die Bräuche beschrieben.
Im anschließenden Glossar werden umfangreiche Erklärungen gegeben, die die zahlreichen Anmerkungen im Text unterstützen. Zum besseren Verständnis folgt ein Personenverzeichnis, das die komplizierte Verteilung von Namen und Titeln erklärt. Nach der editorischen Notiz folgt das Inhaltsverzeichnis.

Übersetzer:
Das zum ersten Mal vollständig auf Deutsch vorliegende Kopfkissenbuch wurde von dem Japanologen Michael Stein (geb. 1948) übersetzt. Er promovierte über die Heian-Zeit und lehrt seit 1980 in Tokyo. 1997 erschien sein Buch „Japans Kurtisanen“ über die umfangreiche Kultur- und Sittengeschichte fernöstlicher Erotik und Unterhaltungskunst. Michael Steins Übersetzung „Mond überm Dachfirst“ der modernen Klassikerin Higuchi Ichiyo im Manesse-Verlag, wurde hochgelobt.    

Fazit:
Ein sehr interessantes Buch, das Japanliebhaber immer wieder gern zur Hand nehmen werden, um sich darin zu verlieren. Wer vorher noch nicht so viel über Japan wusste, lernt das Leben am Kaiserhof um das Jahr 1000 kennen, als in Europa kaum jemand schreiben oder lesen konnte. Der feine Einband und die sorgfältige Auswahl der Schrift und des Papiers machen das Buch wertvoll und zu einem besonderen Geschenk.

Sei Shongon
Kopfkissenbuch
384 Seiten, farbige Fadenheftung
Foliengeprägter Feinleinenband mit zweifarbigem Schmucksatz
Format 22 x 22 cm
Euro 59,95   Buch kaufen


Freitag, 1. Januar 2016

Empfehlung: Algerien-ein Land holt auf!

Donata Kinzelbach
Rezension

Algerien - ein Land holt auf!  
Donata Kinzelbach
  
Algerien ist für Deutsche fast unbekannt oder aber in negativer Erinnerung. „Kann man dahin fahren? Ist das nicht gefährlich?“ sind die ersten Fragen, wenn man erzählt, dass man nach Algerien reist. Knapp 30000 Algerier leben in Deutschland, aber sie sind angepasst und fallen kaum auf, werden womöglich mit Marokkanern oder Türken verwechselt.

In ihrem neuesten Buch gibt die Autorin und Verlegerin Donata Kinzelbach einen persönlichen Einblick ihrer Aufenthalte in Algier, wohin sie jährlich zur dortigen Internationalen Buchmesse reist.
Seit fast 30 Jahren führt Frau Kinzelbach den einzigen Verlag in Deutschland, der sich ausschließlich auf maghrebinische (Algerien, Marokko, Tunesien) Länder konzentriert.

Namhafte Autoren wie Rachid Bousedra (diverse Titel), Maissa Bey (Ausgeblendet, Nachts unterm Jasmin), Malika Mokkedem (Suche auf See, Das Geheimnis der Mutter), Aziz Chouaki (Stern von Algier) und viele mehr schreiben im Donata Kinzelbach Verlag.

Seit einigen Jahren, vor allem nach dem schrecklichen schwarzen Jahrzehnt (1989-1999) zeichnen sich Veränderungen in Algerien ab, die als vorsichtiger Aufbruch bewertet werden können. Diesen Eindruck beschreibt die Autorin lebhaft und anschaulich in ihren Erlebnissen in Algier, der Hauptstadt des größten afrikanischen Landes.

Ihr fallen Mokkatassen mit arabischer und englischer Schrift, made in Germany auf, deutsche Schokolade, eine neue und pünktliche Metro, viele Buchläden und Literatur in der Berbersprache Tamazight, die erst 2002 zur anerkannten zweiten Landessprache erklärt wurde.
Frauen in Polizeiuniform (vor Jahren undenkbar), selbsternannte Parkwächter, die sich mangels Parkuhren einen Obulus verdienen, hervorragend ausgebildete Mediziner, die aber ohne funktionierende Geräte in den staatlichen Krankenhäusern nicht entsprechend arbeiten können und Jugendliche, die gut ausgebildet sind und keine Arbeit finden. Sie leben vom illegalen Handel, mit dem sie dennoch ein „geregeltes Arbeitsleben“ führen, mit sozialen Kontakten und „Erfolgserlebnissen“, allerdings ohne Sicherheit, Arbeitsrecht, etc.

Immer wieder kommen die Autoren zu Wort, die das Alltagsleben in Algerien schildern. So schreibt Aziz Chouaki in seinem Buch „Stern von Algier“ über die Schwierigkeit mit vierzehn Personen in einer 3-Zimmer-Wohnung leben zu müssen. Dies war das Bild der 1990er Jahre, das sich nun so verändert hat, dass Algerien heute einer einzigen riesigen Baustelle gleicht. Überall im Land werden ganze Vororte mit Hilfe chinesischer Bauarbeiter in rasanter Geschwindigkeit aus dem Boden gestampft und Autobahnen gebaut.

Weitere Themen sind Alltagserlebnisse am Flughafen, im Taxi, im Café und während der Buchmessen, Kolonialgeschichte, algerische Literatur, weibliche Stimmen und Sprachenvielfalt, ergänzt von Farbbildern. Eine kurze Einführung in die Landeskunde fehlt nicht.

Dieses interessante Buch ist eine Momentaufnahme und eine Liebeserklärung an die Menschen und das Land Algerien. Vielen Dank dafür, Frau Kinzelbach!

 Donata Kinzelbach
Algerien - ein Land holt auf!
Hardcover
110 Seiten mit 47 Farbbildern
nur Euro 17,- inkl. MwSt.    Buch kaufen


Freitag, 11. Dezember 2015

Buchempfehlung: Fes - Stadt des Islam, Rezension

Titus Burckhardt, Fes
Rezension und Empfehlung


TITUS  BURCKHARDT

FES  -  STADT  DES  ISLAM

Ein bemerkenswertes und eindrucksvolles Buch über die Stadt Fes ist vor kurzem erschienen.
Fes, eine der Königsstädte im nördlichen Marokko, wurde von dem Kunsthistoriker und Orientalisten Titus Burckhardt beschrieben. Er lebte in den 1930er Jahren für eine längere Zeit in Fes und kehrte nach der Unabhängigkeit Marokkos von Frankreich (1956) zurück. Aus dieser Zeit stammt das vorliegende Buch, das kein gewöhnlicher Stadtführer, eher ein „Verführer“ ist. Der Autor fragt sich, ob er „die herbe und würzige, äußerlich arme, aber innerlich reiche Welt des Mittelalters“ noch vorfindet. 1972 besuchte Titus Burckhardt nochmals im Auftrag der UNESCO die Königsstadt, um ein Konzept für den Erhalt der Altstadt und des traditionellen Handwerks zu erarbeiten.

Der Leser wandert nun mit dem Autor von außen durch die Stadttore immer weiter hinein, bis er im mystischen Raum, im Zentrum des Denkens, ankommt.
Nicht nur physisch sondern auch geistig erfasst Titus Burckhardt die Stadt und die Menschen von Fes, die Gebäude, ihre Struktur und Dekoration, sowie die Handwerker und Gelehrten, die Fes bis heute prägen. Dabei lernt der Leser etwas über die Architektur der Königsstadt, Moscheen und Medressen, Bäder, Märkte und Herbergen, Dekoration der Innenräume, über die Menschen, Nomaden und Sesshafte, Berber und arabische Einwanderer, die in Fes lebten und leben und den maghrebinischen Islam mit seinen Rechtsgelehrten und Mystikern kennen. Er zitiert andere Reisende wie Pierre Loti, der 1889 in seinem Tagebuch eine Begegnung mit Sultan Mulay al-Hassen festhält oder Leo Africanus.

Auf den Bildern sieht man Männer, eingehüllt in Burnus oder Djellaba, die mit Eseln durch die verwinkelten Gassen der Altstadt zu ihren Häusern gehen. Die Frau als Herrin des Hauses wandelt über die offenen Dächer mit freiem Blick. Der Autor gibt einen Einblick in das Haus. Das bekannte marokkanische Mosaik beschreibt er als geometrische Rose oder als vielstrahlige Sterne, die ein „schimmerndes Planetarium“ ergeben. Auffällig in der Architektur sind die maurischen Bögen, über die Titus Burckhardt schreibt: „Die islamische Kunst ist für den Adel eines Bogens überaus empfindlich.“ Der einzige Schmuck mancher Gebäude besteht nur aus diesen Bögen. Vom Haus geht er über zu den Frauen, der Ehe und den Sklaven.

Man wird immer weiter hineingezogen in das Wesen der Stadt, die sich seit ihrer Gründung durch Moulay Idris II. im 8. Jahrhundert gegen viele Umbrüche behauptet hat und ihr Wissen der islamischen Wissenschaften bewahrt. Noch heute sind die Qarawin-Moschee und -Hochschule Orte des Studierens. Titus Burckhardt lässt den Leser teilhaben an seiner Begegnung mit dem Gelehrten Mulay Ali, der ihn „in die Grundlagen des arabischen Wissens einführte“. Somit erfahren wir etwas über die arabische Sprache, die Gottes- und Rechtslehre, den Koran, die sufische Weisheit und die Mystiker wie Abu Madyan, Ibn Arabi, Al-Djazuli, At-Tidjani und anderen, die gerade im Maghreb eine große Bedeutung haben.  

Die neue Moderne bleibt draußen in den Neustädten und Vierteln, die während der französischen Kolonialzeit gebaut wurden. Und auch hiervon weiß Titus Burckhardt zu berichten.

Autor:
Titus Burckhardt lebte von 1908 bis 1984. Er wurde in Florenz geboren, sein Vater war Bildhauer und so studierte er Kunstgeschichte, dann Orientalistik. Vor allem lebte Burckhardt von seinen Tätigkeiten als Übersetzer, Zeichner, Verleger und Publizist. Neben „Fes - Stadt des Islam“ zählen „Die maurische Kultur in Spanien“ und „Art of Islam“ zu seinen Meisterwerken.  

Das Vor- und Nachwort schrieb Navid Kermani, der 2015 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt. Im C.H.Beck Verlag sind mehrere seiner Bücher erschienen.

Fazit:
Wieder einmal ist im C.H.Beck-Verlag ein gelungenes Buch in der Reihe „Neue Orientalische Bibliothek“ erschienen.
Der sehr schön gestaltete Titel Fes ist mit 47 schwarz-weiß Bildern der Stadt, 25 Zeichnungen des Verfassers versehen. Darstellungen von maghrebinischen Koranseiten und arabischen Schriftzeichen wechseln ab mit Gedichten oder Versen aus dem Koran und Zitaten der Mystiker.
Titus Burckhardt lässt Historiker wie Ibn Chaldun zu Wort kommen und zitiert Mystiker, die seine Erkenntnisse unterstreichen.
Navid Kermani hat das Vorwort geschrieben und einen Eindruck seines Besuches vom heutigen Fes im Nachwort gegeben.

Eine wunderbare Empfehlung für alle Besucher der Stadt Fes und Marokkos, zur Vorbereitung ebenso wie zum Nachlesen nach einer Reise.

nur Euro 26,95  Buch kaufen


Mittwoch, 9. Dezember 2015

NEU: Risiko

Klett-cotta

STEFFEN  KOPETZKY

RISIKO

Roman

Steffen Kopetzky hat einen funkelnden Abenteuerroman geschrieben, der auf historischen Fakten beruht. Er folgt einer legendären Afghanistan-Expedition auf der 5000 Kilometer langen Reise und begegnet historischen Personen wie Lucien Camus, dem Vater von Albert, oder Alois Musil, auch genannt Musil von Arabien.

Geheimexpedition des Deutschen Reichs an den Hindukusch: Nach einem Plan des Orientkenners Freiherr Max von Oppenheim ziehen sechzig Mann mit der Bagdadbahn, zu Pferd und auf Kamelen durch Wüsten und Gebirge. Das Ziel: den Emir von Afghanistan und die Stämme der Paschtunen im Namen des Islam zum Angriff auf Britisch-Indien zu bewegen.

Der junge Marinefunker Sebastian Stichnote liegt mit seinem Schiff vor der Küste Albaniens. Aus der Enge der Giesinger Gerberei seiner Brüder hat ihn das Fernweh hinaus auf See und zur vielstimmigen Funktechnik gezogen. Diese gibt ihm das Gefühl, mit dem ganzen Kosmos in Kontakt zu stehen. Als der Erste Weltkrieg beginnt, muss die unterlegene deutsche Flotte durchs Mittelmeer nach Konstantinopel fliehen. Stichnote hat es nach den ersten Seegefechten eilig, sein Schiff so schnell wie möglich zu verlassen und schließt sich als Funkoffizier einer geheimen Expedition nach Kabul an. Ihre Reise führt sie nach Syrien, Bagdad, Teheran, Isfahan und schließlich durch die persische Wüste. Am Ende hängt der Erfolg der Expedition von Stichnote ab, der mit allem brechen muss, was ihm einst heilig war.  (Verlagstext)

Autor:
Steffen Kopetzky, geboren 1971, ist Verfasser zahlreicher preisgekrönter Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Von 2002 bis 2008 war er künstlerischer Leiter der Theater-Biennale Bonn. Er lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt Pfaffenhofen an der Ilm.

Steffen Kopetzky
Risiko
Gebunden mit Schutzumschlag
ca. 731 Seiten
1.Auflage 2015
Euro 24,95    Buch kaufen


NEU: Syrien verstehen

Klett-Cotta

GERHARD  SCHWEIZER

SYRIEN  VERSTEHEN - Geschichte, Gesellschaft und Religion

Wer Syrien verstehen will, muss jenes Syrien kennen lernen, als es noch nicht zerstört war: Seine Geschichte, seine Politik, seine Religion. Dann wird deutlich, wie sehr der gesamte Nahe Osten von der Lage in Syrien abhängt. Die syrische Katastrophe droht zum Unheil für den nervösesten Unruheherd unserer Welt zu werden.

Syrien – seit drei Jahrtausenden Schmelztiegel östlicher und westlicher Kulturen, einst Hochburg des Christentums, dann ein Kernland des Islam, Schauplatz der Kreuzzüge, deren verhängnisvolle Nachwirkungen bis heute zu spüren sind, Brennpunkt der Religionsspaltung in Sunniten und Schiiten, unseliger Hort der Muslimbrüder, Kampfgebiet der Rebellen, des Islamischen Staates. Syrien wurde im 20. Jahrhundert zu einer Keimzelle des arabischen Nationalismus wie des islamischen Fundamentalismus. Die westliche Berichterstattung reduzierte den Nahostkonflikt lange Zeit auf die Krisenherde Israel und Palästina. Syrien ist unter der Diktatur der Assads zur Geisel der Gewalt geworden, geht in einem Bürgerkrieg unter – und die Welt schaut zu. Das Syrien der Assads versuchte sich schon lang, den Libanon als »Provinz« einzuverleiben. Auf jeden Fall will auch Baschar al-Assad als entscheidender politischer »player« wahr- und ernstgenommen. Dass der großsyrische Nationalismus zu lange unterschätzt wurde, führte zu der jetzigen Katastrophe, die den Nahen Osten, Europa und die Welt noch lange Zeit in Atem halten wird. (Verlagstext)

Autor:
Gerhard Schweizer, 1940 in Stuttgart geboren, promovierte an der Universität Tübingen in Empirischer Kulturwissenschaft. Er ist einer der führenden Experten für die Analyse der Kulturkonflikte zwischen Abendland und Orient. Er gilt als ausgewiesener Kenner der islamischen Welt und hat dazu mehrere Bücher veröffentlicht, die als Standardwerke gelten. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch seine Bücher über den asiatischen und arabischen Raum bekannt. Gerhard Schweizer lebt als freier Schriftsteller in Wien, wenn er nicht gerade auf Reisen recherchiert und Material für neue Reportagen und Bücher sammelt.

Gerhard Schweizer
Syrien verstehen
Broschur
500 Seiten, 2 Karten
1.Auflage 2015
nur Euro 9,95    Buch kaufen


Mittwoch, 14. Oktober 2015

NEU: Algerien - Ein Land holt auf!

Donata Kinzelbach
 DONATA  KINZELBACH

ALGERIEN  -  EIN  LAND  HOLT  AUF!

Algerien ist das flächenmäßig größte Land Afrikas, es ist der wichtigste Energielieferant Südeuropas und es liegt nur wenige Flugstunden von uns entfernt - und dennoch bleibt dieses Land von der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland - und in Europa insgesamt - weitgehend ausgeklammert.
Wenn überhaupt über Algerien berichtet wird, dann vielfach verzerrt: 132 Jahre französische Kolonialherrschaft hinterlassen Spuren …

Die Autorin möchte mit Vorurteilen auf beiden Seiten aufräumen und für ein wunderschönes Land werben, in dem der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat.



Donata Kinzelbach
Algerien - Ein Land holt auf!
110 Seiten
Euro 17,-   Buch kaufen

Donnerstag, 10. September 2015

NEU: Frühgeschichte der Mittelmeerkulturen

J.B.Metzler

Neuerscheinung

ANNE - MARIA  WITTKE  (Hrsg.)

FRÜHGESCHICHTE  DER  MITTELMEERKULTUREN

Historisch-archäologisches Handbuch
Regionen, Kulturen, Kulturkontakte

Aus der Enzyklopädie der Antike „Der Neue Pauly“ ist dieses Handbuch soeben neu erschienen. Es beinhaltet Beiträge zu übergreifenden Sachthemen wie Herrschaft, Krieg, Religion, Schrift und Wirtschaft und beschreibt die mediterranen Kulturen vom 12. bis 6. Jahrhundert vor Christus.

Reihe: Der Neue Pauly - Supplemente, 2. Staffel, Band 10



Anne-Maria Wittke
Frühgeschichte der Mittelmeerkulturen
45 s/w-Abbildungen und Karten
Gebunden mit Schutzumschlag im Schuber
656 Seiten
1.Auflage, 07.September 2015
Euro 199,95 inkl. MwSt   Buch kaufen

Freitag, 4. September 2015

Rezension. AFRIKA - Geschichte eines bunten Kontinents

Peter Hammer

Rezension

Lutz van Dijk

AFRIKA - Geschichte eines bunten Kontinents   

Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Ein Sprichwort aus Westafrika trifft es genau: „Wenn Du das erste Mal hierher kommst, dann mach‘ die Augen auf und nicht den Mund.“

Wir sind alle Afrikaner
Afrika ist der älteste Kontinent, die Landmasse, die als erste erkaltete und auf der sich Leben entwickelte. Alle Menschen auf allen Kontinenten sind im Grunde genommen Afrikaner, denn nur dort haben die Menschen die größte genetische Vielfalt, die sie an alle Nachkommen verteilt haben, die die Welt heute bevölkern, wie erst vor kurzem bewiesen wurde.

Die wesentlichen Erbinformationen wurden von weiblichen Vorfahren weitergegeben, wonach der erste Mensch nur eine Frau sein konnte! Afrikaner, wie der Zulu Credo Mutwa aus Natal in Südafrika schreibt in einer der ersten Darstellungen afrikanischer Geschichte überhaupt: „Es wird gesagt, dass der Große Geist das Universum … geschaffen hat … und dazu ein Wesen brauchte, das … die Erste Göttin genannt wird…“ Andere Entstehungsmythen berufen sich auf Frauen, auf die Mutter Erde oder auf ein (Ehe-)Paar. Auch in der Sprache kann man vermuten, dass es eine gemeinsame Muttersprache gab, denn es ist auffällig, dass sich das Wort „Mama“ in fast allen Sprachen so oder ähnlich erhalten hat, „auch wenn diese sonst wenig gemein haben.“ Erste Felsgravuren und Felsmalereien von Tieren, Menschen und Pflanzen sind Vorläufer der Schrift und mehr als 12000 Jahre alt. Sie sind in Namibia, Südafrika und in der Sahara zu bewundern.

Afrikanische Geschichte ohne Europäer
Für viele Leute ist es schwer sich vorzustellen, dass vor mehr als 6000 Jahren Menschen in Afrika ganz ohne störende Einflüsse von anderen Kontinenten zusammen lebten. Es kam hin und wieder zu inneren Konflikten und Afrikaner aus Zentralafrika wanderten in den Süden oder Ostafrikaner in den Norden, doch auch Klimaänderungen und die Ausbreitung der Sahara trugen zu den Wanderungen bei.

Es gab bereits die mündliche Überlieferung der Geschichte in allen Teilen Afrikas als in Ägypten und Nubien die Hieroglyphen entstanden und es wird leider zu selten erwähnt, dass die Pharaonen schwarz waren.

Sehr interessant ist der Beitrag über die ältesten Völker der Erde, der San und Khoikhoi im südlichen Afrika, der Hazda in Tanzania und der kleinen Menschen in den Wäldern Zentralafrikas oder Kameruns. Sie sehen keinen Vorteil für sich, den Wald zu verlassen.

Afrika ohne Religionskriege
Ganz aktuell ist wieder einmal die Diskussion über Religionen. Seltsam, dass es in der langen Geschichte Afrikas keine Religionskriege gab und deshalb sollte das Kapitel: „Bei den Geistern der Vorfahren - Glaube in Afrika“  unbedingt gelesen werden, ebenso der Abschnitt über die Importreligionen Judentum, Urchristentum und Islam in Nordafrika.

Aus dem Beitrag: „Südlich der Sahara - Gana, Mali und Songhai“ stehen folgende Zitate für die Zeit um 1070 und 1325: „Der König von Gana legte eine wohlwollende Toleranz gegenüber Anhängern des Islam an den Tag….“ und „Die Menschen in Mali sind selten ungerecht und haben eine große Abneigung gegen Ungerechtigkeit wie alle anderen Völker…“.
Im Süden Afrikas entstand um diese Zeit das Großreich Zimbabwe der Shona.

500 Jahre europäische Unterdrückung und Ausbeutung  
Nach 1500 begann die Unterdrückung und Ausbeutung durch die Europäer. Die ersten Ankömmlinge waren Portugiesen, Sklaven jagten alle, auch Araber, 1884/85 wurde Afrika unter Europäern aufgeteilt, ohne je einen Afrikaner gefragt zu haben. Deutsche verübten einen Genozid an den namibischen Herero, nur kurz war der Sieg der Zulus über die Briten. Auch an den Weltkriegen mussten Afrikaner teilnehmen, als Kanonenfutter für die Europäer.
Zögerlich ab 1946, dann ab 1960 befreiten sich die afrikanischen Länder von ihren europäischen Kolonialisten, doch mit China tritt ein neuer Fremdkörper auf afrikanischen Boden...  

Eine ausführliche Zeittafel am Ende des Buches trägt die wichtigen Ereignisse bis 2015 zusammen und die Literatur- und Quellenliste enthält weiterführende Werke.

Autor:
Lutz van Dijk, 1955 in Berlin geboren, war Lehrer in Hamburg, bevor er Mitarbeiter am Anne Frank Haus in Amsterdam wurde. Er promovierte über „Oppositionelles Lehrerverhalten 1933-1945“ und hatte eine tragende Rolle in der pädagogischen Friedensarbeit der 80er Jahre. Seit 2001 lebt er in Kapstadt. Er ist Herausgeber des Jugendbuchs „African Kids - eine südafrikanische Township-Tour“ und Autor des Romans für Jugendliche „Romeo und Jabulile“.  

Fazit:
Wie der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu eingangs richtig schreibt, kann man kein Geschichtsbuch über Afrika auf knapp 350 Seiten verfassen, das vollständig ist. Doch die Auswahl der Länder, Themen und vor allem und am wichtigsten der Stimmen Afrikas sind mehr als beeindruckend und macht dieses Buch sehr lesenswert. Vor allem nicht nur für Jugendliche, wie vom Verlag empfohlen (ab 12 Jahre), sondern für alle Menschen.
Es regt zu weiteren Fragen, Diskussionen und zum Nachdenken über die angesprochenen Themen an. Natürlich fehlen viele Länder und Themen, wie die noch immer nicht abgeschaffte Sklaverei in Mauretanien oder der vergessene Unabhängigkeitskampf der Menschen in der Westsahara, dennoch wurden wichtige Geschehnisse aus allen Teilen Afrikas bis in die heutige Zeit beschrieben und vor allem kamen Afrikaner selbst zu Wort, die in ihren eigenen Ländern Jahrzehnte bis Jahrhunderte lang unterdrückt wurden und schweigen mussten.

Dieses wichtige Buch sollten sich alle Schulen anschaffen, vor allem Haupt- und Mittelschulen, damit nicht nur die Schüler sondern auch die Lehrer ihr Wissensdefizit über Afrika minimieren, denn im Moment fehlt dieses Wissen in den Schulen in Deutschland.

B.Agada



Mittwoch, 2. September 2015

Simbabwe - Agonie oder Aufbruch

Brandes Apsel

ANDREA  JESKA

SIMBABWE  -  AGONIE  ODER  AUFBRUCH

Wie konnte es soweit kommen, dass Simbabwe nach der kolonialen Befreiung zu einem unfreien Staat mit einer kleptokratischen Nomenklatura wurde? Die Journalistin Andrea Jeska kennt das Land gut, sie lässt Farmer und Politiker, Anwälte, Frauenrechtlerinnen und Priester zu Wort kommen. Simbabwe ist nicht Mugabe, und seine Macht ist brüchig. Hinter den Kulissen findet längst eine Entwicklung ohne ihn statt.
Seit mehr als 20 Jahren liegt Simbabwe in zivilisatorischen Trümmern. Die einstige Kornkammer des südlichen Afrikas ist ein Armenhaus, Menschenrechte werden missachtet, Lebenserwartung und Alphabetisierungsrate sind geschrumpft, die Wirtschaftskraft ist flügellahm. Aufstieg und Untergang des Landes hängen am Staatspräsidenten Robert Mugabe. Einst Befreier von weißer Herrschaft, ist er längst der Unterdrücker seines Volkes. Doch auch in diesen Zeiten der kollektiven Angst beweisen die Menschen Courage und Fantasie.
Simbabwe liegt geostrategisch im Zentrum internationalen Begehrens. Ausländische Investoren stehen bereit, angelockt von Gold und Diamanten, Platin und Kupfer. Unter einer neuen Regierung könnte Simbabwe ein Modellland für gerechte Landaufteilung werden. Von der gegenwärtigen Umverteilung der Ackerflächen profitieren die Kleinbauern.

Autorin:
Andrea Jeska, Jahrgang 1964, arbeitet seit 1999 als freiberufliche Journalistin und veröffentlicht ihre Reportagen und Auslandsberichte u. a. in DIE ZEIT, FAZ, FAS, Brigitte, African Times, Chrismon, Lettre International, Manager Magazin. 2005 entstanden Dokumentarfilme für die ARD, es folgten Buchpublikationen. Sie wurde 2009 für den Egon-Erwin-Kisch-Preis nominiert. Im September 2013 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis, den Journalistenpreis der deutschen Zeitungen, in der Kategorie »Reportage/Essay/Analyse« und im Dezember 2013 den Deutschen Reporterpreis 2013 als "Bester freier Reporter".
(Verlagstext)

 Andrea Jeska
Simbabwe - Agonie oder Aufbruch
Format 20,7 x 14,5 cm 
164 Seiten   
1. Auflage 2013
Euro 19,90 inkl. MwSt.  Buch kaufen

Kochen und Essen wie in Afrika, Rezepte von Marokko bis Südafrika

Brandes Apsel

GHIRMAY  HABTON und HOLGER HENTSCHEL

KOCHEN  und  ESSEN  WIE  IN  AFRIKA
Rezepte der Einwanderer von Marokko bis Südafrika
  
Die afrikanische Küche hat viele Köstlichkeiten zu bieten und ist doch bei uns wenig bekannt. Kochen und Essen wie in Afrika lädt ein, die kulinarische Vielfalt Afrikas kennenzulernen.
Gekocht haben Einwanderer von Marokko bis Südafrika, vom Senegal bis Eritrea. Entstanden ist ein afrikanisches Kochbuch, wie es bisher auf dem deutschsprachigen Buchmarkt nicht zu finden ist.
Kochen und Essen wie in Afrika versammelt nicht nur Gerichte afrikanischen Ursprungs. Es lässt auch die Migrationserfahrungen der Köchinnen und Köche lebendig werden und versteht sich als Beitrag zur Weiterentwicklung einer multikulturellen Gesellschaft.
Die Realisierung eines derartigen Vorhabens war ein langwieriger und aufwändiger Prozess. Ziel war es, unterschiedlichste Menschen aktiv in die Arbeit an dem Buch einzubeziehen. Entstanden ist ein Werk, das neugierig macht auf den Reichtum der afrikanischen Küche.
Detailliert wird über Zutaten und Zubereitung informiert. Es erzählt von afrikanischen Koch- und Essgewohnheiten und gewährt Einblicke in afrikanisches Leben in Mitteleuropa.
Herausgegeben von Ghirmay Habton und notiert und fotografiert von Holger Hentschel

Autoren:
Ghirmay Habton, geboren 1958 in Asmara, Eritrea. Er floh 1980 nach Deutschland und lebte zunächst in Göttingen, ab 1991 in Frankfurt am Main. Er gründete dort 1998 mit seiner Frau Yordanos das afrikanische Restaurant und Kulturzentrum »Savanne«, das die beiden seit 2006 im mittelhessischen Lich betreiben.
  
Holger Hentschel, geboren 1959 in Altenburg/Thüringen; Elektronikstudium in Görlitz; 1989 Umzug nach Frankfurt am Main, arbeitet als Planungsingenieur für Automatisierungstechnik. Seit Mitte der 1990er Jahre Interesse an Afrika, verschiedene Afrikareisen und Lichtbildvorträge über die Reisen. Lernte Ghirmay Habton in der »Savanne« kennen und wurde von ihm zur Mitarbeit an dem Buch Kochen und Essen wie in Afrika gewonnen.
(Verlagstext)


Ghirmay Habton
Kochen und Essen wie in Afrika
Format 24 x 16,5 cm, durchgängig vierfarbig illustriert
168 Seiten   
1. Auflage 2014
Euro 19,90 inkl. MwSt.  Buch kaufen

Moyo! Der Morgen bricht an - Stimmen aus dem Kongo

Brandes Apsel

MUEPU  MUAMBA (Hrsg.)

MOYO!  DER  MORGEN BRICHT  AN
Stimmen aus dem Kongo

Der Kongo wird im Ausland meist als unregierbares Bürgerkriegsland wahrgenommen. Das Buch ist eine Einladung, den anderen, »unbekannten« Kongo kennenzulernen und sich von der Vitalität und Kreativität kongolesischer Künstler und Denker inspirieren zu lassen.
Mit Moyo grüßen sich Menschen in Teilen des Kongo, etwa im Sinne von: Dein Herz soll leben! Unter dem programmatischen Titel versammeln sich in diesem Buch rund 30 kongolesische Autorinnen und Autoren mit teilweise erstmals veröffentlichten Texten.
Ihre Texte streifen die Bereiche Politik und Gesellschaft, Literatur, Kunst und Kultur. In ihrer Vielschichtigkeit und Vielseitigkeit spiegeln sie Geschichte und Alltag sowie die Identitätserfahrungen von Intellektuellen im Kongo und in der Diaspora.
Die DR Kongo wird im Ausland meist als unregierbares Bürgerkriegsland wahrgenommen. Moyo! Der Morgen bricht an lädt ein, den anderen, »unbekannten« Kongo kennenzulernen und sich von der Vitalität und Kreativität kongolesischer Künstler und Denker inspirieren zu lassen.

Mit Beiträgen von Patrice Lumumba, Gérald-Félix Tchicaya-Utam’Si, Muepu Muamba, Mukala Kadima-Nzuji, Matala Mukadi Tshiakatumba, Elikia M’Bokolo, Antoine Tshitungu Kongolo, Charles Djungu-Simba, Jules Elongo Lomomba, Py-Nene Mayuma, José Tshisunguwa Tshisungu, Marie-Louise Bibish Mumbu, Bapuwa Mwamba, Georges Ngal Mbwil a Mpaang, Balufu Bakupa-Kanyinda, In Koli Jean Bofane, André Lye Mudaba Yoka, Cikuru Batumike, Clémentine Madiya Faïk-Nzuji,Toma Muteba Luntumbue, Iseewanga Indongo-Imbanda, Pius Ngandu Nkashama, Boniface Mabanza Bambu, Fiston Nasser Mwanza Mujia, Désiré Bolya Baenga, Elisabeth Françoise Mweya Tol’Ande, Vumbi Yoka Mudimbe, Kä Mana, Marc-Antoine Vumilia Muhindo

Autor:
Muepu Muamba ist Schriftsteller und Journalist. Er stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Vor Jahrzehnten floh er vor der Mobutu-Diktatur aus seiner Heimat, suchte zunächst vergeblich in mehreren afrikanischen Ländern Zuflucht. Schließlich fand er in Frankreich politisches Asyl. Heute lebt und arbeitet er im deutschen Exil. Muepu Muamba ist Vorsitzender von Dialog International e.V.
(Verlagstext)

Muepu Muamba
Moyo! Der Morgen bricht an
Format 20,7 x 14,5 cm, Paperback
300 Seiten   
1. Auflage 2012
Euro 29,90 inkl. MwSt.  Buch kaufen

NEU: Kongo - Die Hoffnung kehrt zurück

Brandes Apsel

BIRGER  THURESON

DIE  HOFFNUNG  KEHRT  ZURÜCK
Der Arzt Denis Mukwege und sein Kampf gegen sexuelle Gewalt im Kongo
Deutschen Institut für Ärztliche Mission e. V., Difäm (Hrsg.)

Übersetzung aus dem Schwedischen von Michael Josupeit

Denis Mukwege, Gründer und Leiter des Panzi-Krankenhauses in Bukavu, ist weltweit zu einer Stimme der traumatisierten Frauen im Kongo geworden. Seit Jahren prangert der Arzt öffentlich die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft an: Tausende von Frauen und Kindern wurden in den Kongo-Kriegen die Opfer brutaler Vergewaltigungen, und ihre Peiniger werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Im Oktober 2012 entkam Denis Mukwege nur knapp einem Attentat; er ging ins Ausland und kehrte Anfang 2013 nach Bukavu zurückt, um seine Arbeit fortzusetzen.
Der schwedische Journalist Birger Thureson hat Denis Mukwege und seine Patientinnen in Bukavu getroffen und ihre Geschichten aufgezeichnet. Ihre Berichte sind schmerzliche Zeugnisse erlittener Gewalt; sie sprechen aber auch von Lebenswillen und Lebensmut.
Ein ausführliches Portrait über Denis Mukwege, der für sein Engagement mehrfach international ausgezeichnet wurde, und eine Analyse über die Hintergründe der Kongo-Kriege ergänzen das Buch.

Alternativer Nobelpreis 2013 und Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europaparlaments 2014 an Denis Mukwege für sein Engagement für vergewaltigte Frauen in der Demokratischen Republik Kongo.

Autor:
Birger Thureson, geboren 1942. Schwedischer Journalist und Schriftsteller. Tätigkeit als Pastor und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der PMU InterLife. Thureson ist verheiratet und hat zwei Kinder.
(Verlagstext)

Birger Thureson
Die Hoffnung kehrt zurück
Format 20,7 x 14,5 cm, Paperback
160 Seiten   
1. Auflage 2015
Euro 14,90 inkl. MwSt.  Buch kaufen

NEU Tansania, Reportagen und Reiseberichte aus dem Herzen Ostafrikas

Brandes Apsel

THILO  THIELKE

TANSANIA - Reportagen und Reiseberichte aus dem Herzen Ostafrikas

Thilo Thielke bietet spannende Reportagen und historische Exkursionen zu einem Land mit einer bewegten Vergangenheit. Denn in Tansania trieben sowohl deutsche Kolonialisten als auch brutale Sklavenhändler ihr Unwesen. Doch mit seinen Rohstoffen und einer beeindruckenden Natur birgt Tansania viele Schätze. So ist es Objekt unterschiedlichster Interessen und heute das beliebteste Reiseziel Ostafrikas.

In Tansania gibt es gewaltige Gold- und Erdgasvorkommen, in Tansania liegen der Kilimandscharo, die Serengeti und der Ngorongoro-Krater. Das Land hat Zugang zu allen drei großen afrikanischen Seen: Tanganyika-, Malawi- und Victoriasee. Hinzu kommt eine endlose Küste am Indischen Ozean mit dem wichtigen Hafen Dar es Salaam. Tansania hat also beste Voraussetzungen für eine Erfolgsgeschichte.

Dennoch lähmen eine ausufernde Korruption und die sozialistische Vergangenheit mit den Volkserziehungsexperimenten des Unabhängigkeitspräsidenten Julius Nyerere das Land. Ausländische Investoren werden von Bürokraten verschreckt, die Wilderei wird exzessiv betrieben – hauptsächlich weil Beamte so tief in das schmutzige Geschäft verstrickt sind. All dies vermittelt uns Thielke auf spannende Weise als Kenner dieses interessanten Landes.

Autor:
Thilo Thielke, geb. 1968, arbeitete 1985-1990 für die Neue Presse, Hannover, danach beim SPIEGEL in Hamburg; dort 1990-1997 Redakteur bei SPIEGEL TV; beim SPIEGEL 1997-2000 Deutschlandressort, 2001 Sportressort, 2002 Auslandsressort; 2003-2008 SPIEGEL-Korrespondent in Nairobi, 2009-2012 in Bangkok; seit 2013 freier Journalist für Ostafrika und Besitzer einer Lodge am Kilimandscharo. Zahlreiche Buchpublikationen, u.a. Kenia – Reportagen aus dem Inneren eines zerrissenen Landes (2008); Philippinen. Unterwegs im Land der 7000 Inseln (2011).
(Verlagstext)

Thilo Thielke
Tansania - Reportagen und Reiseberichte
Format 23,5 x 15,5 cm
184 Seiten   
1. Auflage 2015
Euro 19,90 inkl. MwSt.  Buch kaufen

NEU Geschichte Namibias

Brandes-Apsel
NEUERSCHEINUNG

MARION  WALLACE, JOHN KINAHAN

GESCHICHTE  NAMIBIAS 
Von den Anfängen bis 1990

1990 erlangte Namibia, das ehemalige Deutsch-Südwestafrika, als letzte afrikanische Kolonie die Unabhängigkeit. Mit diesem Buch liegt erstmals eine umfassende Einführung in die Geschichte dieses faszinierenden Vielvölkerstaates in deutscher Sprache vor.
Die Historikerin Marion Wallace (London) und der Archäologe John Kinahan (Windhoek) bieten einen fundierten Überblick über die historischen Epochen und gesellschaftlichen Entwicklungen seit den ersten Niederlassungen von Menschen in den Savannen und Wüsten des südwestlichen Afrikas.
Die vielschichtige Darstellung der deutschen und der von Apartheitspolitik und Befreiungskampf geprägten südafrikanischen Kolonial­zeit schließt mit einer Einschätzung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft des unabhängigen Namibias.

Autorin:
Marion Wallace ist Afrika-Kuratorin der British Library und Historikerin Namibias.

Marion Wallace und John Kinahan
Geschichte Namibias
Format 21,5 x 13,7 cm
562 Seiten
1. Auflage 2015
Euro 29,90 inkl. MwSt.   Buch kaufen