Montag, 3. Juni 2013

Abu Dhabi und Dubai

Abu Dhabi und Dubai
RÜDIGER  NEUKÄTER

ABU DHABI  und  DUBAI - Willkommen in der Zukunft

Reisebeschreibung
 
Reisen in die Emirate, vor allem nach Dubai und Abu Dhabi, sind seit einigen Jahren ‚in‘. Nach einem Stop-over in Dubai war auch bei dem Vielreisenden Rüdiger Neukäter die Neugier geweckt.

Aufenthalte in Abu Dhabi und wenig später in Dubai waren die logische Folge. Mit offenen Augen erkundete der Autor die beiden Megastädte. Die Strände, die Großen Malls, die exquisiten Hotelpaläste, die himmelhohen Türme und Wolkenkratzer beeindruckten, ließen aber auch viele Fragen offen.

Abu Dhabi und Dubai – Willkommen in der Zukunft ist kein Reiseführer der üblichen Art. Subjektiv, anekdotisch und doch ernsthaft bezieht der Autor Stellung, hinterfragt und setzt sich kritisch auseinander mit der ‚schönen neuen Welt‘. Er berichtet von Erlebnissen und Gesprächen mit Gastarbeitern, begibt sich auf die Suche nach der Kunstszene, schildert die Wunderwelt der Aquarien, Wasserspiele und künstlichen Szenerien.

Amüsant. Kurzweilig und informativ entsteht so ein interessantes Bild der beiden Megastädte am Persischen Golf. 24 farbige Fotoseiten runden das Leseerlebnis ab und machen das Buch zu einem gelungenen Einstieg für eine Reise nach Abu Dhabi und Dubai.

Autor:
Rüdiger Neukäter, geboren 1940 in Annahütte/Niederlausitz. Er studierte Germanistik und Anglistik, war bis 2001 Lehrer an einer Gesamtschule in Nordhessen. Er erhielt mehrfach Auszeichnungen für Kurzgeschichten und Satiren, u. a. den ersten Preis des »Freien Deutschen Autorenverbandes«. 2002 und 2004 war Rüdiger Neukäter Preisträger der Kasseler Literaturbörse. Er lebt als freier Autor in Kassel. Im selben Verlag erschienen seine Bücher: Unterwegs in Indonesien - 2007, Unterwegs in Südostasien und Indien - 2007, Unterwegs in Sri Lanka - 2008, Alter Ego-Erlebtes. Erfundenes. Erinnertes - 2012, Abu Dhabi und Dubai - 2013


Rüdiger Neukäter
Abu Dhabi und Dubai
Gebundenes Buch             
130 Seiten
1.Auflage 2013
Preis: Euro 19,90    Buch kaufen
Wiesenburg Verlag, Schweinfurt




Koran, Kalifen und Kalaschnikows

Edition Die Nische
AHMADULLAH  RAHMANI

KORAN,  KALIFEN  UND  KALASCHNIKOWS

Die Geschichte des Islam erzählt von Ahmadullah Rahmani

Alle reden vom Islam. Viele verehren ihn, viele fürchten ihn. Die einen sind blind vor Fanatismus, die anderen vor Unwissenheit. Mit diesem Buch möchte ich daher eine Lücke füllen. Ich erzähle das Leben des Begründers dieser Religion. Ich versuche, auf diesem Weg im Rahmen einer spannenden Erzählung die Wurzeln dieses Glaubens zu beschreiben und damit den wahren, ursprünglichen Charakter des Islam darzustellen. Es geht mir dabei nicht darum, den Propheten zu „verherrlichen“, aber auch nicht um Attacken gegen Dinge, die vielen Millionen Menschen heilig sind.

Interview mit dem Autor: www.nw-news.de

Der Autor:
Ahmadullah Rahmani wurde 1947 in Afghanistan geboren. Er studierte Geschichte, Pädagogik und Betriebswirtschaft, von 1970 bis 1973 setzte er sein Studium in Deutschland fort. Er arbeitete als Übersetzer bei der Deutschen Botschaft in Kabul und der Lufthansa. Nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan im Jahre 1979 wechselte Ahmadullah Rahmani mit seiner Familie nach Deutschland.


Ahmadullah Rahmani
Koran, Kalifen und Kalaschnikows
Sachbuch, 320 Seiten
Preis: Euro 13,50    Buch kaufen
Verlag Edition die Nische, Wadersloh

  

Saiera - Allahs Geschenk, Eigentum des Mannes

Edition Die Nische
AHMADULLAH  RAHMANI

SAIERA -  ALLAHS  GESCHENK,  EIGENTUM  DES  MANNES

Ein Frauenschicksal in der islamischen Welt

Diese Lebensgeschichte einer afghanischen Frau ist eine erschütternde Erzählung. Sie nehmen hier Anteil an den Lebensplänen eines jungen Mädchens, an ihren Hoffnungen und an ihrem jugendlichen Optimismus. Sie gehen mit ihr aber auch weiter auf dem Weg durch alle Zwänge einer von Männern dominierten Gesellschaft. Das Schicksal von Saiera, das leider immer noch typisch ist für Afghanistan und für andere vom Islam geprägte Länder, ist ein Beleg dafür, wie weit Frauen in diesem Kulturkreis von einer Gleichberechtigung und einer menschenwürdigen Behandlung entfernt sind. Dieses Buch widmet der Autor allen Frauen, die in ihrem Leben gequält, gedemütigt, unterdrückt und gepeinigt wurden und immer noch werden.

Der Autor:
Ahmadullah Rahmani wurde 1947 in Afghanistan geboren. Er studierte Geschichte, Pädagogik und Betriebswirtschaft, von 1970 bis 1973 setzte er sein Studium in Deutschland fort. Er arbeitete als Übersetzer bei der Deutschen Botschaft und der Lufthansa. Nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan im Jahre 1979 wechselte Ahmadullah Rahmani mit seiner Familie nach Deutschland.


Ahmadullah Rahmani
Saiera - Allahs Geschenk, Eigentum des Mannes
Roman, 252 Seiten
Preis: Euro 13,50    Buch kaufen
Verlag Edition die Nische, Wadersloh

  

Mein Freund, der Gefangene von Guantanamo

Edition Die Nische
AHMADULLAH  RAHMANI

MEIN  FREUND,  DER  GEFANGENE  VON  GUANTANAMO

Ein Bericht aus den Höllen Amerikas: Guantánamo, Abu Ghraib, Bagram

Abdul Salam Zaeef, von dessen Aufenthalt in amerikanischen Gefängnissen hier berichtet wird, gehörte 1994 zu den Gründern der Taliban-Bewegung, die zwei Jahre später in Kabul an die Macht gelangte. Als enger Vertrauter des Taliban-Führers Mullah Omar stieg er zum stellvertretenden Verteidigungsminister auf. Als späterer Botschafter in Pakistan verhandelte Zaeef vor und nach den Anschlägen vom 11. September 2001 mit amerikanischen Diplomaten über eine Auslieferung des Al-Qaida-Führers Usama Bin Laden. Nach dem Sturz des Regimes verbrachte er vier Jahre im amerikanischen Militärgefängnis Guantánamo. Hiervon berichtet dieses Buch. Abdul Salam Zaeef - im Buch Bahram genannt - musste vier Jahre in der amerikanischen Hölle von Guantánamo verbringen und alles, was sich Unmenschlichkeit nennt, über sich ergehen lassen, ehe seine Unschuld bewiesen und er wieder nach Hause geschickt wurde.

Der Autor:
Ahmadullah Rahmani wurde 1947 in Afghanistan geboren. Er studierte Geschichte, Pädagogik und Betriebswirtschaft, von 1970 bis 1973 setzte er sein Studium in Deutschland fort. Er arbeitete als Übersetzer bei der Deutschen Botschaft und der Lufthansa. Nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan im Jahre 1979 wechselte Ahmadullah Rahmani mit seiner Familie nach Deutschland.


Ahmadullah Rahmani
Mein Freund, der Gefangene von Guantánamo
Sachbuch, 250 Seiten
Preis: Euro 13,50    Buch kaufen
Verlag Edition die Nische, Wadersloh




Freitag, 24. Mai 2013

Empfehlung: Allahs Töchter

Suhrkamp Verlag
NEDIM GÜRSEL

ALLAHS  TÖCHTER


„Im Paradies ging es allen Menschen gut, denn sie waren bei Gott.“

In diesem Buch geht es um drei „Kindheiten“: Die Kindheit des Autors, die Anfänge des Islam und die Entstehung der heutigen Türkei bzw. das Ende des Osmanischen Reiches.

Als Nedim, der Autor, vier oder fünf Jahre alt war, erzählte ihm seine tiefgläubige Großmutter die Geschichte von Abraham, der ins Feuer geworfen werden sollte, doch Allah rettete ihn in letzter Sekunde und ließ den Engel Gabriel nicht nur das Feuer löschen, sondern auch so viel Wasser emporschießen, dass ein Garten erblühte. Dieser Ort ist Manisa, die Stadt, „in der die Prinzen“ des Osmanischen Reiches ausgebildet wurden, die Heimat des Autors und seiner Familie.

Lat, Uzza, Manat, Allahs Töchter 
Haci Rahmani Ram aus dem türkischen Ort Hacirahmanli nordöstlich von Manisa, in der Nähe von Izmir, war der Großvater des Autors. Er erzählt seinem Enkel die Geschichte vom Leben vor der Geburt des Propheten Mohammed, als in Mekka hunderte von Göttinnen und Göttern verehrt wurden. Auf der arabischen Halbinsel lebten viele Beduinenstämme, die einmal im Jahr zur großen Messe nach Mekka kamen, um die Waren ihrer Handelskarawanen zu tauschen. Sie kamen aus Süden und Norden. Während dieser Handelsmesse besuchten sie den schwarzen Stein Abrahams in der Kaaba, die Quelle Zemzem und opferten ihren Göttinnen und Göttern. 
Jeder Stamm verehrte seine Gottheit, wir würden vielleicht Schutzpatron sagen, darunter die drei Göttinnen Lat, die Schutzpatronin der fruchtbaren Oase Taif, der „Jade, Rubin, Silber und Gold“ geopfert wurde, die aber eines Tages nach Mekka zur Kaaba, in „das Haus Allahs“, gebrachte und mit Hubal, dem Stadtgott der Araber vermählt wurde, Uzza, eine Holzstatue aus Mekka, die zum Muharram verehrt wird, dem Monat, in dem kein Krieg geführt werden durfte und die Beduinen auf ihren Kamelen zum Jahrmarkt nach Mekka kamen und Manat, „ein Felsstück aus Kudeyd inmitten der Berge“, das zu einem Frauenkörper geschliffen und poliert und bis zur Ekstase verehrt wurde.
Dann kam Mohammed zur Welt und der Großvater Haci Rahmi erzählt die Lebensgeschichte des Propheten und die Geburt und Kindheit des Islam, der die Göttinnen mehr und mehr verdrängte.

Beginn der Türkei 
Großvater Haci Rahmi Bey studierte in Istanbul und erlebte als Anwalt die Entstehung des neuen Staates Türkei, der 1922 aus dem Osmanischen Reich hervorging. Als junger Mann musste er im 1.Weltkrieg nach Ägypten marschieren und dann die heilige Stadt Medina schützen, wo er seinen linken Arm verlor. Vor wem eigentlich? fragte er sich, da nun Muslime gegen Muslime kämpften. Aber hinter den arabischen Stämmen steckten die Engländer, unter ihnen „Lawrence von Arabien“, der mit seinen Gruppen die Hedjazbahn (Bagdad-Bahn) attackierte, die den Nachschub an Lebensmitteln und Waffen nach Medina und Mekka lieferte. Als er nach Manisa zurückkehrte, wurde er Gaci, Veteran, aber die Großmutter sah in ihm einen Hadji, einen Mekka-Pilger, obwohl er nur bis Medina kam.
                                                                                                                             
Nedims Freund Ismail, Sohn des Bäckers Ibrahim Efendi, kam mit seinen Eltern als Flüchtlingskind nach dem zweiten Weltkrieg aus dem Balkan. Nachdem sich dort der Kommunismus ausbreitete, flüchtete die türkischstämmige Bevölkerung in die Türkei.
Auch die Familie der gläubigen Großmutter stammte aus dem Balkan, aus Skopje, und in ihrer Familie gab es Derwische und Märtyrer.  

Als Nedim klein war und die Großeltern aus dem Koran vorlasen, verstand er noch nicht alles, denn die Großeltern lasen auf Arabisch, während er nur türkisch lernte, aber der Klang der Sprache verzauberte ihn. Und der Großvater wollte seinen Enkel keine Angst machen und erzählte die schönen Seiten des Islam.  
Nach dem Tod des Vaters durch einen Unfall zog die Mutter nach Frankreich. Sie war Lehrerin und später studierte auch Nedim in Paris. Sehr viel später studierte Nedim den Nachlass seines Großvaters, der besser arabisch als türkisch sprach, den er nur mit Hilfe eines Übersetzers entziffern konnte. Im Osmanischen Reich wurde türkisch mit arabischen Worten vermischt gesprochen, aber Atatürk setzte die lateinische gegen die arabische Schrift durch und die türkische Sprache wurde von der arabischen „gereinigt“.


Fazit:
Nedim Gürsel beschreibt die Geschichte des Islam mit sehr schönen Worten. Bilder und Legenden werden ausgeschmückt, wie bei uns die Religion in Kinderbüchern nur vom „lieben Gott“ spricht, im Gegensatz zur tatsächlichen Geschichte. Der Großvater, Haci Rahmi Bey, richtet sie an seinen Enkel, den Autor, der wiederum in seiner Erzählweise der Du-Form einen imaginären Zuhörer bzw. den Leser anspricht. Das Beispiel des tiefgläubigen Abraham zieht sich durch das ganze Buch bis zum Schicksal des Bäckers Ibrahim Efendi und dem großen Hammelopferfest und machte dem kleinen Nedim in gewisser Weise Angst. Immer wieder werden Beispiele beschrieben, die auf diesen Ritus zurückzuführen sind. Oft wird der Koran zitiert.
Das Buch ist insgesamt sehr interessant geschrieben und gut zu lesen. Vor allem die Informationen zur Entstehung der heutigen Türkei sind durch die Erlebnisse des Großvaters gut beschrieben. Die Koranzitate und viele Zusammenhänge der türkischen Geschichte werden nochmals am Ende des Buches erklärt.
Warum der Autor in der Türkei wegen dieses Romans der Blasphemie beschuldigt und angeklagt wurde, ist nicht nachvollziehbar.

Autor:
Nedim Gürsel (62) lebt in Paris. Er wurde in Gaziantep, in der Türkei geboren, besuchte das Elitegymnasium Galatasaray in Istanbul und studierte in Paris moderne französische Literatur. Heute lehrt er an der Sorbonne türkische Literatur. Schon 1969 schrieb Gürsel in Literaturzeitschriften. Seine Romane wurden in 12 Sprachen veröffentlicht. Er zählt zu den wichtigsten türkischen Schriftstellern. Auf Deutsch erschienen seine Romane: Der Eroberer 2000, Turbane in Venedig 2002, Sieben Derwische 2008.

Aus dem Türkischen übersetzt von Barbara Yurtdas.

Nedim Gürsel
Allahs Töchter
Hardcover mit Umschlag, grüner Leineneinband
346 Seiten
1.Auflage 2012
Preis: Euro 24,95  Buch kaufen
Suhrkamp Verlag, Berlin

Mittwoch, 22. Mai 2013

Empfehlung: Unterwegs am Nil

Iatros Verlag
KARL  PLEPELITS

UNTERWEGS  AM  NIL 
Eine Reise durch Ägypten im arabischen Frühling

Ein erzählendes Sachbuch zur Reise.

Im Oktober des Jahres 2011 reist eine kleine österreichische Reisegruppe durch Ägypten. Reiseleiter Salam, Fahrer Mahmud und der Autor, der selbst als Reiseleiter einer österreichischen Reiseagentur unterwegs ist, begleiten die zehntägige Tour am Nil.

Die Reise beginnt in Kairo mit dem üblichen Besichtigungsprogramm: Ägyptisches Museum, Pyramiden, Moscheen, Souks und neu dazu kommt der Tahrir-Platz.
Weiter geht es zu den bekannten und wichtigen Orten einer Ägyptenreise nach Sakkara, Memphis, Tell el-Amarna, Assiut, in die Oase Faiyum, Theben, Abydos, Luxor, Tal der Könige, Tempel der Hatschepsut, Edfu, Assuan, Abu Simbel und zurück per Bahn nach el-Kahira, die Siegreiche.

Neben den Erzählungen zu den Sehenswürdigkeiten, wird in diesem Buch auch einiges angesprochen, das jetzt wieder an Brisanz gewinnt, wie zum Beispiel die Geschichte der Kopten in Ägypten, die neue Zurschaustellung der religiösen Symbole wie Frauen mit Tschador oder Burka, die es früher in Nordafrika gar nicht gab, sondern nur das einfache Kopftuch, und der Prophetenbart der Männer.

Auch Themen wie neue Entdeckungen, griechische Einflüsse der Ptolemäer-Zeit, römische Wasserleitungen, spezielle Gräbertypen, erste christliche Klöster des 3. Jahrhunderts (St. Antonius) und sogar das Klima (Chamsin, Smogwolke über Kairo) werden angesprochen und interessant erklärt.
  
Mit Begeisterung werden die neuesten Änderungen in Libyen, Tunesien und Ägypten kommentiert. Auch einige Zeit später ist es interessant zu lesen, welche Pläne und auch Illusionen im Land kursieren, ebenso Befürchtungen, die tatsächlich eingetroffen sind, wie z.B. der Wahlsieg der Islamisten.
                                                                

Fazit:                                                                   
Die Reisegruppe, und somit auch der Leser, erfährt viel Aktuelles, Antikes und Amüsantes über Ägypten nach der Revolution. Auf unterhaltsame Weise wird die Geschichte Ägyptens auf leichte Art vermittelt. Das Buch sollte auf keiner Ägyptenreise fehlen, die entlang des Nil und durch die ägyptische Wüste führt.

Autor:
Der österreichische Lehrer, literarische Übersetzer und Autor Karl Plepelits bringt seine Begeisterung für Ägypten sehr gut zum Ausdruck. Weitere Reiseromane von Karl Plepelits sind im IATROS-Verlag erschienen: Unterwegs in Ägypten, 2009, Unterwegs in Libyen, 2010 und Unterwegs in Marokko, 2012.


Karl Plepelits
Unterwegs am Nil
1.Auflage, 2012
120 Seiten - Paperback, Softcover
Preis: Euro 12,00   Buch kaufen
IATROS - Verlag & Service Gmbh, Potsdam





Freitag, 17. Mai 2013

Empfehlung: Stern über Afrika

Horlemann Verlag
IRIS  LEMANCZYK  &  TiNO

STERN  ÜBER  AFRIKA    -   Empfehlung  -


In der Altstadt von Fès, der ältesten Königsstadt Marokkos, besuchen jedes Jahr viele Touristen aus aller Welt die Sehenswürdigkeiten und Souks (Märkte). So auch Juli und Francois, zwei junge Franzosen aus Paris. Fremde sollten auf jeden Fall mit einem seriösen Führer die Stadt besuchen. Denn die Gassen und Gässchen sind in Fès sehr verwinkelt und unübersichtlich.

Mahmud und Rachid spielen gern Fußball und ausgerechnet heute hat Herr Ragazin den Ball nicht mehr zurückgegeben, der leider wieder in seinem Garten gelandet ist. Für die beiden ist nämlich der Eingang zum Grundstück die Begrenzung für ihr Tor. Nun beratschlagen Mahmud und Rachid, wie sie an Geld für einen neuen Fußball kommen und haben die Idee, sich als Stadtführer ein bisschen was zu verdienen. 
Da kommen Juli und Francois an den Platz der Kairaouin-Moschee, wo Mahmud sie anspricht. Francois ist skeptisch und zurückhaltend und brachte seine Vorbehalte gegenüber fremden Menschen mit ins Land. Schroff lehnte er das Angebot von Mahmud ab und seine Freundin Juli konnte ihn auch nicht umstimmen. Lieber ziehen sie allein los. Mahmud schaut ihnen etwas ratlos hinterher, wie konnten Ausländer seine Stadt besser kennen als er, denkt er gerade und geht ein paar Schritte, als er einen Gegenstand auf dem Boden liegen sieht. Es ist ein Geldbeutel mit einigen Dirham, Euro und Papieren. Es ist der Ausweis von dem mürrischen Mann von eben. Soll Mahmud das Geld behalten, das er gerade so gut brauchen konnte?

Lehrerin in der Sahara
Im Norden von Mali, dem Gebiet Azaouad der Tuareg, wohnt Aisha mit ihrer Familie. Sie sind Nomaden und ihr Bruder Tarek und ihr Vater begleiten die Salzkarawanen zwischen Taoudenni und Timbuktu. Tarek konnte ein bisschen lesen und Aisha war sehr neugierig und wollte immer mehr Geschichten hören und auch selbst lesen, schreiben und rechnen lernen. Wie es ihr erging und wieso sie Juli und Francois als Lehrerin begegnete, erzählt sie in der nächsten Geschichte.

Abenteuer auf dem Sambesi
Auf dem Sambesifluss zwischen Zimbabwe und Sambia wartet auf Salo und Nango ein Abenteuer zwischen Krokodilen, Flusspferden, Elefanten und Antilopen. Salo ist gerade zum Bootsführer ausgebildet worden und geht mit Nango auf eine „Testfahrt“. Auf einer Sandbank, die krokodilfrei ist, schlagen sie ihr Zelt auf, doch nein, das Zelt hat Salo vergessen. Nun müssen sie im Freien schlafen. Nango ist zu müde, um sich über Flusspferde und andere nachtaktive Tiere Gedanken zu machen, als ihn Salo plötzlich aufweckt. Was ist passiert?

Hasenjagd in Namibia
Michael erzählt eine Geschichte über eine Hasenjagd, bei der er Mut bewies, aber nicht so, wie man im ersten Moment glauben könnte. Seine Eltern gehören zu den deutschstämmigen Namibianern, die Farmen bewirtschafteten. Michael und sein älterer Bruder Johannes sind in Namibia geboren und haben deshalb deutsche Vornamen.

Kindersoldaten in Not
Akim erzählt eine gefährliche Geschichte. Er, sein kleiner Bruder und weitere Kinder aus seinem Dorf wurden verschleppt und zu Kindersoldaten ausgebildet, um den Anführer einer Bande, Papa Taylor Amin zum Präsidenten des Landes zu machen. Als ein Junge vom Lager fliehen wollte, wurde ihm ein schwarzer Skorpion zum Verhängnis. Akim konnte in der Nacht nicht in der stickigen Hütte schlafen und so schlichen sich er und sein kleiner Bruder Malik hinaus und legten sich hinter einen dicken Baumstamm. Am nächsten Morgen waren sie allein und das Lager verlassen. Was nun? Würde man sie suchen, wenn ihr Fehlen bemerkt wurde oder konnten sie weglaufen und ihre Eltern suchen? Da hörten sie, wie sich ein Auto schnell näher...

Kenias schnelle Läufer
Serah lebt in Kenia und ihren langen Schulweg legt sie immer laufend zurück, damit sie rechtzeitig zum Unterricht kommt, aber meistens klappt es nicht und die Lehrerin schimpft jedes Mal. Denn immer kommt etwas dazwischen. Beim Wasserholen stolpert sie und das Wasser im schweren Eimer schwappt über. Serah wird ganz nass und muss noch einmal zum Fluss rennen, um den Eimer aufzufüllen. Ihre beiden kleinen Geschwister müssen versorgt werden und zur Mutter aufs Feld gebracht werden. Dies und noch mehr erledigt sie vor dem Schulweg. Doch eines Tages hat sich Frau Odeke vom Schulamt angekündigt und Serah steht extra noch früher auf, es war fast noch Nacht, um pünktlich in der Schule zu sein, doch wieder kam etwas dazwischen. Als Frau Odeke Serah so schnell auf den Schulhof rennen sah, fragte sie wie weit denn der Schulweg sei, und spontan organisierte sie einen Wettlauf. Aus Kenia und Tanzania kommen heute die weltbesten Langstreckenläufer. Wer hat das Rennen wohl gewonnen?

Autoren:
Iris Lemanczyk wurde 1964 in Kirchheim/Teck bei Stuttgart geboren. Sie studierte Germanistik und Geographie, reiste sie um die Welt und schnupperte eine Zeitlang Zirkusluft. Sie arbeite als Zeitungs-Redakteurin in Namibia, reiste nach Australien, Neuseeland und Kenia. Seit 1997 arbeitet sie als Autorin und freie Journalistin.  

TiNO ist 1962 in Augsburg geboren und lebt heute in Karlsruhe. Er absolvierte eine Ausbildung zum Frühpädagogen und studierte Sozialpädagogik. Seine Kinderbücher wurden bislang in zehn Sprachen übersetzt. TiNO arbeitet als Kinderbuchautor und -illustrator, schreibt Beiträge für den Rundfunk (SWR, HR u.a.) und Geschichten für die KIKA-Figur »Siebenstein«. Für seine Arbeiten wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet.

Fazit:
Das schöne Ende und noch mehr wird im neuen Buch „Stern über Afrika“ von Iris Lemanczyk und Tino erzählt. Ein Buch, das Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Einblick in das heutige Leben der Kinder und Jugendlichen in verschiedenen Ländern Afrikas wie Marokko, Mali, Kenia, Namibia und anderen gibt.
Rührend, aufregend, abenteuerlich, auf jeden Fall lesenswert und sehr zu empfehlen. Als Ferienlektüre hat das spannende Buch in jedem Rucksack Platz.


Iris Lemanczyk, TiNO
Stern über Afrika      ab 12 Jahre
Hardcover, 112 Seiten
1.Auflage 2013      erscheint am 20.05.2013
Preis: Euro 12,90   Buch bestellen       
Horlemann Verlag, Berlin




Montag, 22. April 2013

Rezension: Den Islam neu denken

Verlag C.H. Beck
KATAJUN  AMIRPUR

DEN  ISLAM  NEU  DENKEN
Der Dschihad für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte


„Muslime sollen auf das Wort hören und dem Guten von ihm folgen“.  Der Koran fordert die Menschen also selbst auf, ihn auf die bestmögliche Weise zu lesen.“ Mit diesen Zitaten beginnt das sehr interessante Buch und weist direkt darauf hin, um was es geht, nämlich um das Überdenken des Islam mit Hilfe des Koran. Der Koran ist interpretierbar.

Weit verbreitet ist die Meinung, dass der Islam rückständig, frauenfeindlich, gegen die Demokratie und Menschenrechte ist. Er wird als Bedrohung für die sogenannten „westlichen Werte“ angesehen. Fundamentalisten meinen, dass der Koran nicht interpretiert werden darf und Wort für Wort gilt, bis in die heutige Zeit. Aber schon nach der Ausbreitung des Islam im 9. und 10. Jahrhundert gab es bereits Kritiker und im Mittelalter wurde der Koran von bekannten Philosophen interpretiert.

Katajun Amirpur stellt in ihrem Buch sechs Persönlichkeiten vor, die sich wichtige Gedanken zum Islam und der Auslegung des Koran machen. Diese Männer und Frauen kommen aus den Ländern Ägypten, Pakistan, USA, Iran, und weitere Denker aus anderen Ländern werden zitiert.

Da der Koran für die Muslime der einzig verbindliche Text der islamischen Religion ist, steht er bei den hier vorgestellten Denkern im Zentrum ihrer Überlegungen. Jeder der vier Männer und zwei Frauen beschäftigt sich mit der Analyse der heiligen Schrift und der „Originalität ihrer Gedanken sowie deren Wirkung“. Es wird untersucht, in wieweit Demokratie und Menschenrechte mit dem Koran vereinbar sind, das, wie man am arabischen Frühling ablesen kann, das Bedürfnis der Mehrheit der Muslime ist, sowie das Neulesen des Koran und Islam in guter Absicht.
Sie lesen den Koran anders, kritisieren und interpretieren ihn. Ihre Meinungen diskutieren und verbreiten sie mit ihren Studenten. Dafür werden sie von ihren Regierungen bedroht und/oder müssen ihre Heimat verlassen. Dadurch ergibt sich aber die Chance, im Ausland Gehör zu finden und die Möglichkeit in den westlichen Ländern neue Denkweisen über den Islam anzustoßen.

Die vorgestellten Denker sind:
Der Ägypter Nasr Hamid Abu Zaid (1943-2010). Er hat oft erlebt, dass der Islam von der Regierung umgedeutet und manipuliert wurde und war verunsichert. Er wurde von seiner Frau zwangsgeschieden, da er kritische Texte veröffentlichte. Sie gingen nach Europa um der Scheidung zu entgehen. Er stellte sich unter anderem die Frage, wie „wörtlich“ man den Koran nehmen kann, was genau „Gottes Wort“ ist und geht der Frage nach, ob „Gott Arabisch spricht“.

Der Pakistaner Fazl ur-Rahman Malik (1919-1988) lehrte islamische Philosophie in Großbritannien, wurde in Kanada Assistenzprofessor am Institut für Islamwissenschaft. Zurück in Pakistan nahm er am Modernisierungsprojekt für bessere Ausbildung teil und gab eine Zeitung heraus. Er übersetzte sein Buch „Islam“ ins Urdu, was ihm Morddrohungen einbrachte.

Die Afroamerikanerin, die als Mary Teasly 1952 in den USA zur Welt kam. Sie nahm den Islam an und wurde als Amina Wadud bekannt, die als erste Frau das öffentliche Freitagsgebet in New York leitete, für Frauen und Männer gemeinsam.
Sie forscht im Koran und stellt die Botschaft heraus, die im Zentrum stehen soll und nicht die „Vorschrift im Detail“. Zum Beispiel steht im Koran, dass Mann und Frau „sittsam bekleidet“ sein sollen; vom Kopftuch oder Schleier ist im 7. Jahrhundert nicht die Rede. Sie weist auf Übersetzungsverschiebungen hin und kommt zu dem Schluss, „dass alles in der Schöpfung einen Partner“ habe. In der Sure, die die Schöpfung beschreibt sind „beide Geschlechter gleichgestellt“ und „aus derselben Art“ erschaffen worden, also gleichberechtigt.

Die Pakistanerin Asma Barlas (1950 geboren), englisch sprachige Journalistin, studierte englische Literatur und Philosophie. Sie kritisiert die „traditionell männliche Auslegung“ des Koran in ihrem Buch „Believing Women in Islam“. Sie fordert muslimische Frauen auf, den Koran selbst zu lesen und zu hinterfragen. Sie fragt sich, warum „Gott zu Frauen ungerecht sein soll, zu Männern aber nicht“? Wenn alle Muslime glauben, dass Gott gerecht ist, wieso nehmen sich Männer das Recht heraus Frauen zu unterdrücken und begründen dies mit „legitimen Praktiken“? Für Barlas ist eine „Kritik an der Theologie“ und den Interpretationsmethoden nötig. Interpretation hängt davon ab, wer den Koran liest, ob patriarchalischer Mann oder Frau.

Der Iraner Farajollah Hajj Hosein Dabbaq (1945 in Teheran geboren), besser bekannt als Abdolkarim Soroush, studierte islamische Philosophie,  Theologie und Pharmazie. Nach dem Tod von Ayatollah Khomeini veröffentlichte er einen Artikel mit dem Titel „Freiheit und Geistlichkeit“ und kritisierte darin die „Monopolisierung der Religionserkenntnis“ durch die schiitischen Geistlichen. Dafür erhielt er Morddrohungen. Er tritt für die Demokratie ein, seiner Meinung nach, die Regierungsform, die die Religion am besten schützt.

Der Iraner Mohammed Mojtahed Shabestari, geboren 1936 in der Nähe von Täbris (iranischer Teil von Aserbeidschan) ist Islamwissenschaftler. Als Geistlicher lebte er 9 Jahre in Hamburg und leitete das Islamische Zentrum. Seine Idee ist, dass man „Texte nur subjektiv lesen kann“ und die Vorbildung bzw. das Wissen über ein Thema, das man bereits hat, in die Lesart miteinfließt. Daraus folgert er „keine Lesart des Koran kann beanspruchen die einzig Richtige zu sein“.  Es geht ihm auch darum, in welcher konkreten Situation der Text geschrieben wurde und stellt sich die Frage, wie kann man den Menschen in der modernen Welt Gott näher bringen und glaubt, dass Gott die Freiheit des Menschen respektiert und der Mensch aus freiem Willen glaubt und nicht unter Zwang.


Autorin:
Katajun Amirpur wurde 1971 in Köln geboren. Sie ist Professorin für Islamische Studien an der Universität Hamburg. Sie studierte Islamwissenschaften und Politologie in Bonn und islamische Theologie in Teheran. Die Islamwissenschaftlerin schreibt auch als Journalistin für große Zeitungen und Zeitschriften. Sie ist verheiratet mit dem Orientalisten und Schriftsteller Navid Kermani.

Fazit:
Das Buch ist in acht Kapitel unterteilt, wobei die ersten beiden den Leser an die Thematik heranführt, Begriffe erklärt, weitere Denker vorstellt, die im 19. Jahrhundert bereits neue Interpretationen formulierten. Sie versuchten die „Vereinbarkeit von Islam und Demokratie“ zu ergründen. Für ihre Ideen wurden sie im Gefängnis gefoltert und  mussten ins Exil flüchten.

Auch die Stellung der Frau wird heute, nicht nur von Frauen, im Koran und Islam überprüft und es zeigt sich, dass selbst der Prophet mit seinen Frauen besser umging, als so mancher Patriarch heute. Frauen beziehen sich sogar auf den Koran, um sich gegen Unterdrückung und Gewalt zu wehren. Dass der Islam zu Europa gehört, gilt schon seit dem frühen Mittelalter und nicht erst in der heutigen Zeit, und so wird auch in Europa und Deutschland über den Islam „neu gedacht“.  Religion ist das, was der Mensch daraus macht, auch im Islam.

Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zur allgemeinen Diskussion über den Islam, Koran und die arabische Welt in der heutigen Situation. Die Wissenschaftler, die hier zu Wort kommen, setzen sich für Demokratie, Freiheit, Menschenrechte und Frauenrechte ein. So wie sich die Bibel und die Kirche modernisieren, können sich auch der Koran und der Islam an die heutige Zeit anpassen. Der „arabische Frühling“ zeigt, dass die Bürger in den arabischen Ländern die gleichen Alltagssorgen und Probleme haben, wie die Bürger der „westlichen Welt“.

Dieses Buch zeigt Möglichkeiten gemeinsam „den Islam neu zu denken“. Der Islam bzw. der Koran an sich ist keine Bedrohung. Wie die Schriften  gedeutet und angewendet werden, geht auf die Menschen zurück. Muslime leben überall auf der Welt, sie haben sich schon seit langem angepasst. In den Ländern der arabischen Welt fängt die Reform jetzt an.
Vielen Dank für dieses interessante, wichtige Buch, das sehr zu empfehlen ist.


Katajun Amirpur
Den Islam neu denken
Klappenbroschur mit 5 Abbildungen
256 Seiten          
1.Auflage 12.02.2013
Preis: Euro 14,95   
Verlag C.H.Beck, München


NEU: Den Islam neu denken

C.H.Beck Verlag
KATAJUN  AMIRPUR

DEN  ISLAM  NEU  DENKEN

Der Dschihad für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte

Es gibt ihn doch, den modernen Islam, der für die Gleichberechtigung der Geschlechter, Demokratie, Freiheit, religiöse Toleranz und die Menschenrechte eintritt und sich dabei auf den Koran beruft !  Katajun Amirpur schildert die Geschichte des Reformislams und macht  mit seinen einflussreichsten Vordenkern in der islamischen Welt und im Westen bekannt, für die die Zukunft des Islam schon begonnen hat. Ihr engagiertes Buch zeigt eindrucksvoll, dass der Islam heute vielfältiger und moderner ist, als es bärtige Islamisten und westliche Islamkritiker wahrhaben wollen.

Dem Islam wird oft nachgesagt, er habe den Anschluss an Moderne und Aufklärung verpasst – ein Irrtum, wie Katajun Amirpur in ihrem eindrucksvollen Buch zeigt. Sie stellt die einflussreichsten Erneuerer des Islams vor, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen und dabei immer mehr Anhänger in Orient und Okzident finden. Sie wollen die Deutungshoheit über den Islam nicht den Fundamentalisten überlassen und setzen dem Dschihad gegen die Ungläubigen ihren eigenen Dschihad für mehr Freiheit und die Gleichberechtigung der Geschlechter entgegen. Zur Sprache kommen unter anderem der ägyptische Korangelehrte Abu Zaid, der durch die Zwangsscheidung von seiner Frau bekannt wurde, und die amerikanische Frauenrechtlerin Amina Wadud, die mit der Leitung eines Freitagsgebets – als erste Frau überhaupt – weltweit Aufsehen erregte. Ihre auf dem Koran gründenden Überlegungen zu einer gerechten politischen Teilhabe aller Menschen können, so zeigt das Buch, auch für Nicht-Muslime höchst anregend sein.

Autorin:
Katajun Amirpur, geb. 1971, ist Professorin für Islamische Studien an der Universität Hamburg. Sie schreibt zudem als Journalistin regelmäßig für große Zeitungen und Zeitschriften.


Katajun Amirpur
Den Islam neu denken
Klappenbroschur
Format 12,4 x 20,5 cm
256 Seiten, 5 Abbildungen
1.Auflage 2013
Preis: Euro 14,95   Buch kaufen
Verlag C. H. Beck, München

Rezension: Diese Dinge geschehen nicht einfach so

S.Fischer Verlag
TAIYE  SELASI

DIESE  DINGE  GESCHEHEN  NICHT  EINFACH  SO 

Die afrikanische Familie Sai lebt in den USA. Der Vater ist ein angesehener Chirurg, die Mutter hat ihre Karriere der Familie geopfert, der erste Sohn wird ebenfalls Arzt, die Zwillinge werden Künstler und Jurastudentin, das Nesthäkchen, studiert ebenfalls.

Nach einer Notoperation stirbt eine Patientin, was zur Kündigung führt. Der Vater kommt damit nicht zurecht und fährt trotzdem jeden Tag zur Arbeit, bis er eines Tages  die Familie verlässt und nach Ghana, in sein Heimatland, zurückkehrt. Er lässt die Familie allein und hat, bis auf einen viel zu kurzen Besuch seines Sohnes Olu, keinen Kontakt mehr. Es vergehen sechzehn Jahre bis er plötzlich an Herzversagen stirbt.

Die Mutter bringt sich und die vier Kinder allein durch. Sie schickt die Zwillinge nach Nigeria zu ihrem Bruder, der reich genug ist, um sie auf eine internationale Schule zu schicken. Doch bald kehren die Zwillinge mit einem Geheimnis zurück. Die jüngste Tochter ist noch zu Hause, der älteste Sohn studiert. Nach und nach löst sich der Familienverband auf.

Fola, die Mutter, eine Nigerianerin, verlässt die nun erwachsenen Kinder und kehrt ebenfalls nach Ghana zurück, wo sie ein Haus geerbt hat.

Die Nachricht vom Tod des Vaters bringt die Familie wieder zusammen.  Der erste Sohn, Olu, wird von seiner Mutter über den Tod des Vaters informiert. Er ruft seine Schwester Taiwo an, die wiederum mit ihrer jüngeren Schwester Sadie, ihren Zwillingsbruder Kehinde aufsucht. Zusammen, Olu mit seiner Frau Ling, reisen sie zur Beerdigung des Vaters nach Ghana.

Rückblicke der Eltern und der erwachsenen Kinder beschreiben die Kindheit, Schul- und Studienzeit und erste Erfahrungen und Gefühle. Sie fühlen sich nicht mehr zusammengehörig als der Vater die Familie verlässt, jeder meint, er sei ein Außenseiter und sie sind aufeinander eifersüchtig. Das ändert sich erst mit dem Tod des Vaters, der alle Familienmitglieder in Ghana vereint und es zu Aussprachen kommt. In Ghana entdecken sie, dass die Dinge nicht einfach so geschehen, sondern mit der Vergangenheit der Eltern zusammenhängen und finden sie zur Familie zurück.

Autorin:
Taiye Selasi ist in London geboren und in Massachusetts aufgewachsen. Sie arbeitet als Fotografin und Schriftstellerin. Ihre Eltern stammen aus Ghana und sind beide Ärzte und Bürgerrechtler. Sie veröffentlichte die Erzählung „The Sex Lives of African Girls“ in der Literaturzeitschrift „Granta“. „Diese Dinge geschehen nicht einfach so“ ist ihr erster Roman.

Die Autorin hat das Wort „Afropolitan“ geprägt, für Afrikaner, die in „der Welt“ zu Hause sind, wie viele Afrikaner, die ihren Heimatkontinent verlassen (müssen) und in Europa oder USA und Kanada leben. Diese Afrikaner, Weltbürger, können sich vielleicht eher mit der Geschichte in dem Roman identifizieren.

Fazit:
Der Roman ist nicht leicht zu lesen, man muss sich konzentrieren und bleibt ein Außenstehender, der
nicht in die Geschichte „eintaucht“.

Die großen Abschnitte sind in „Abschied“, „Aufruhr“ und „Aufbruch“ unterteilt und die Kapitel ergeben sich durch die Beschreibung aus Sicht der einzelnen Charaktere.
Die Beschreibungen sind streckenweise sehr in die Länge gezogen, wodurch der Leser geneigt ist, etliche Sätze zu überspringen. Störend wirken auch die vielen aneinandergereihten Aufzählungen und Satzteile in Klammern. Im ersten Abschnitt kommen noch die mit a),b), usw. gekennzeichneten Aufzählungen dazu, die den Lesefluss unterbrechen. Wenig wörtliche Rede, sondern eher die rückblickenden Gedanken der Charaktere, kennzeichnen diesen Roman.

Nach der starken Präsenz der Autorin in Presse und Fernsehen, hätte man vom Inhalt des Romans mehr erwartet. So hat das Buch bei mir (obwohl mit Afrika eng verbunden und die Situation der Figuren sehr gut nachvollziehend) einen differenzierten Eindruck hinterlassen.

Taiye Selasi
Diese Dinge geschehen nicht einfach so
400 Seiten, Hardcover mit Umschlag
1.Auflage 2013
Preis: Euro 21,99
S.Fischer Verlage, Frankfurt



Sonntag, 14. April 2013

NEU: Wächter der Lüfte

Wächter der Lüfte
ROSA  YASSIN  HASSAN

WÄCHTER  DER  LÜFTE

Im Mittelpunkt des Romans steht Anat Ismail, eine junge Syrerin, die für die kanadische Botschaft in Interviews mit Flüchtlingen aus unterschiedlichsten Teilen des Nahen Ostens und Nordafrikas dolmetscht. Sie lernt Dschawad kennen, der, kaum dass die beiden ein Paar geworden sind, verhaftet wird und als politischer Gefangener mehr als fünfzehn Jahre im Gefängnis verbringt. Doch nach seiner Entlassung wird beiden bald klar, dass die Zeit der Trennung tief greifende Spuren und seelische Wunden hinterlassen hat. Fatalerweise gelingt es ihnen nicht, diese Veränderungen und die neu entstandenen Bedürfnisse zur Sprache zu bringen, um sie zu überwinden. Nachdem jeder neue Tag die Kluft zwischen dem Paar größer werden ließ, stellt Dschawad seine schwangere Frau eines Tages vor die Wahl: Entweder kommt sie mit ihm nach Europa und wird selbst zur Asylbewerberin – oder sie bleibt alleine zurück.

Die neun Monate der Schwangerschaft sind die erzählte Zeit, von der aus sich die Protagonistin zurückerinnert, und so ihre Familiengeschichte und die Geschichte befreundeter Figuren erzählt.

Der Roman ist damit auch als eine Abrechnung mit den Lebensumständen unter dem totalitären Regime in Syrien zu lesen, die seit den Aufständen des arabischen Frühlings 2011 eine neue Dimension gewonnen hat.

Autorin:
Rosa Yassin Hassan, geboren 1974 in Damaskus. Studierte Architektur an der Universität von Damaskus. Sie arbeitet für mehrere syrische und arabische Zeitungen und Magazine als freie Literaturjournalisten. Sie ist Aktivistin in der Frauenbewegung und Gründungsmitglied in dem Verein „Frauen für Demokratie“. Als Preisträgerin für ihre Kurzgeschichten hat sie sich 1992 und 1993 auch als Schriftstellerin einen Namen gemacht. 2010 erhielt den Literaturpreis Beirut 39.
Seit Beginn des syrischen Aufstands berichtet sie über Printmedien und Internet über den Alltag der Menschen in Syrien. Sie veröffentlicht in einem Blog „Tagebuch der syrischen Revolution“. Auszüge aus dem Tagebuch wurden in Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie Bild-online veröffentlicht.

Von ihr erschienen: Ein Lichtverseuchter Himmel, Kurzgeschichten, Damaskus 2000; Ebenholz, Roman, Damaskus 2004; Negativ – Die Gedächtniskraft der weiblichen politischen Gefangene, Tatsachenroman, Damaskus 2008; Wächter der Lüfte, Roman, Beirut 2009; „Probe“, Roman, Beirut 2011.

Roman aus dem Arabischen von Stephan Milich und Christine Battermann

Die Übersetzung aus dem arabischen wurde mit Mitteln des Auswäetigen Amtes unterstützt durch Litprom - Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.


Rosa Yassin Hassan
Wächter der Lüfte
Leineneinband mit Prägung, fadengeheftet mit Lesebändchen
342 Seiten                   
1.Auflage März 2013
Preis: Euro 22,00   Buch kaufen
Alawi Verlag, Köln





Ebenholz

Ebenholz
ROSA  YASSIN  HASSAN

EBENHOLZ

Die Protagonistinnen in Ebenholz sind fünf Frauen. Eine Truhe aus Ebenholz begleitet das Leben der Frauen aus fünf Generationen: Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Tochter. Sie waren verträumt, verliebt, rebellisch und gebildet. Dennoch müssen alle den gleichen Kampf in einer patriarchalischen Gesellschaft ausfechten, bedienen sich jedoch unterschiedlicher Mittel. Die Urenkelin Angela führt uns durch das Leben der Frauenlinie, die bis in die Zeit der osmanischen Herrschaft in Großsyrien zurückreicht. Authentisch beschreibt Rosa Yassin Hassan eine Zeitgeschichte ihres Landes im 20. Jahrhundert, doch zart und einfühlsam zeichnet die Autorin ihre Frauenfiguren.

Der Roman sorgte bei seinem Erscheinen für Aufsehen. Das syrische Kulturministerium hatte ihn zwar mit dem zweiten Preis, dem „Hanna Mina Preis“ für junge Romanautoren ausgezeichnet, hat jedoch in der arabischen Ausgabe einige Passagen gestrichen, die sich mit Sexualität befassen. Der Alawi Verlag veröffentlicht die Übersetzung des unzensierten Originalmanuskripts.

Autorin:
Rosa Yassin Hassan, geboren 1974 in Damaskus. Studierte Architektur an der Universität von Damaskus. Sie arbeitet für mehrere syrische und arabische Zeitungen und Magazine als freie Literaturjournalisten. Sie ist Aktivistin in der Frauenbewegung und Gründungsmitglied in dem Verein „Frauen für Demokratie“. Als Preisträgerin für ihre Kurzgeschichten hat sie sich 1992 und 1993 auch als Schriftstellerin einen Namen gemacht. 2010 erhielt den Literaturpreis Beirut 39.
Seit Beginn des syrischen Aufstands berichtet sie über Printmedien und Internet über den Alltag der Menschen in Syrien. Sie veröffentlicht in einem Blog „Tagebuch der syrischen Revolution“. Auszüge aus dem Tagebuch wurden in Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie Bild-online veröffentlicht.

Von ihr erschienen: Ein Lichtverseuchter Himmel, Kurzgeschichten, Damaskus 2000; Negativ – Die Gedächtniskraft der weiblichen politischen Gefangene, Tatsachenroman, Damaskus 2008; Wächter der Lüfte, Roman, Beirut 2009; „Probe“, Roman, Beirut 2011.

Roman aus dem Arabischen von Riem Tisini

Rosa Yassin Hassan
Ebenholz
Leineneinband mit Prägung, fadengeheftet mit Lesebändchen
300 Seiten
Preis: Euro 19,90   Buch kaufen
Alawi Verlag, Köln


Fitna

Fitna
AMIRA  AL-QAHTANI

FITNA

Widerwillig begibt sich die junge Fitna zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder auf Pilgerfahrt nach Mekka. Humorvoll und respektlos schildert sie ihre Erlebnisse und die religiöse Heuchelei mancher Pilger. Gleichzeitig reflektiert sie ihre bisherige Lebensgeschichte als Scheidungskind, ihre Beziehung zu dem abwesenden Vater, zu einzelnen Männern und zu der arabischen Gesellschaft insgesamt. Schließlich kommt es in Mekka zu einem folgenreichen Wiedersehen …

So humoristisch, wie die Autorin die Schwachstellen ihrer Gesellschaft offenlegt, lässt sich die Figur der Fitna in ihrer jugendlichen Frechheit und Rücksichtslosigkeit in kein Opferschema pressen.

Autorin:
Amira Al-Qahtani ist Schriftstellerin und Journalistin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie schreibt literarische Kolumnen für die in Riad erscheinende Tageszeitung „Al-Jazirah“.

Roman aus dem Arabischen von Christine Battermann
                                                                                                                                                                            
Amira Al-Qahtani
Fitna
Leineneinband mit Prägung, fadengeheftet mit Lesebändchen
200 Seiten
Preis: Euro 19,90   Buch kaufen
Alawi Verlag, Köln



Der Duft von Kaffee und Kardamom

Der Duft von Kaffee
und Kardamom
 BADREYA  EL-BESHR

DER  DUFT  VON  KAFFEE  UND  KARDAMOM

Hind erzählt humorvoll und ironisch von ihrer Kindheit, von kleinen Freuden, vielen Träumereien und großem Schmerz. Zwischen Kaffee- und Kardamomduft wächst sie inmitten zahlloser Geschichten von Menschen auf, die ihr nahe stehen: denen ihrer Mutter, ihres Vaters, ihrer „Tante“ Ammusche, einem ehemaligen Sklavenkind. Und sie beschreibt wie sich in ihrem Freundeskreis und Arbeitsumfeld die Beziehungen zwischen Männern und Frauen gestalten, wie sich Liebe, Zärtlichkeit und Sexualität ihren Weg bahnen, um die gesellschaftlichen Verbote und Tabus zu überwinden, die vor allem Frauen einschränken. Hind muss ständig um ihre Freiräume, ihren Weg zur Schriftstellerin, schließlich um ihre Unabhängigkeit als geschiedene Frau und Mutter und um ihre neue Liebe kämpfen, nicht zuletzt gegen ihre harte, verbitterte und traumatisierte Mutter.

Das Buch bietet eine einmalige Möglichkeit, Verständnis und Sympathie für die Menschen Saudi-Arabiens zu gewinnen. Die saudische Gesellschaft mit ihren extremen Regeln und der Trennung der Geschlechter in eine Männer- und eine Frauenwelt mag uns fremd und bedrohlich erscheinen; dank Badreya El-Beshr und ihrer Protagonistin Hind kommen wir den Menschen jedoch sehr nahe.

Autorin:
Die saudische Schriftstellerin Badreya El-Beshr studierte Literatur- und Sozialwissenschaften an der König-Saud-Universität, Riad und der Amerikanischen Universität in Beirut. Sie arbeitet als Journalistin und schreibt literarische und sozialkritische Kolumnen für mehrere saudische Zeitungen, zurzeit hauptsächlich für die Tageszeitung Al-Hayat.
Von ihr erschienen in arabischer Sprache die Romane „Das Ende des Spiels“ (1994), „An einem Mittwochabend“ (1994) und „Der Duft von Kaffee und Kardamom“ (2006). Sie veröffentlichte eine Reihe von soziologischer sowie literarischer Abhandlungen und Studien über die saudische Gesellschaft.

Roman aus dem Arabischen von Nuha Sarraf-Forst                                                                                 

Badreya El-Beshr
Der Duft von Kaffee und Kardamom
Leineneinband mit Prägung, fadengeheftet mit Lesebändchen
270 Seiten
Preis: Euro 19,90   Buch kaufen
Alawi Verlag, Köln


Hennanacht

Hennanacht
NEMAT  KHALED

HENNANACHT

Die Geschichte zweier Frauen aus unterschiedlichen Generationen. Die junge Frau Nadia, die in dem palästinensischen Flüchtlingslager El Yarmouk, nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus, aufgewachsen ist. Eine Frau, die zwischen Vergangenheit, Tradition und dem Bestreben nach neuen Ufern zerrissen ist. Sie will nicht wie ihre Tante auf das Schicksal warten, sondern aktiv aus der von der Gesellschaft vorgesehenen Rolle ausbrechen. „Hennanacht” gibt einen Einblick in das soziale und menschliche Gefüge in dem größten palästinensischen Flüchtlingslager in der arabischen Welt.

Autorin:
Nemat Khaled lebt heute in El Yarmouk in Syrien und ist Absolventin der juristischen Fakultät an der Universität von Damaskus. Nemat Khaled ist eine multitalentierte Schriftstellerin: Sie ist aktive Literaturjournalistin und -kritikerin; sie schreibt Kurzgeschichten und Biographien über arabische literarische Größen, wie die bekannte arabische Schriftstellerin „Colette Khouri”. 
Neben „Hennanacht” sind in arabischer Sprache, „Die Begegnung”, (Kurzgeschichten 1994), „Die Begierde”, (Kurzgeschichten 1996), „Die Entfremdung”, (Roman 1999) erschienen.

Roman aus dem Arabischen von Nuha Sarraf-Forst und Angelika Rahmer                                         

Nemat Khaled
Hennanacht
Leineneinband mit Prägung, fadengeheftet mit Lesebändchen
160 Seiten
Preis: Euro 19,90   Buch kaufen
Alawi Verlag, Köln



Deine Augen - Mein Duft

Deine Augen-
Mein Duft
SAMIHA  KHRAIS

DEINE AUGEN - MEIN  DUFT

Ilham lebt in ständiger Sorge, ihr Leben könne in den Sog aus Langeweile und Genügsamkeit geraten, in dem bereits das ihrer Mutter endete, die einst schön und strahlend war und dann zunehmend verblasste, bis sie eines Tages ganz verschwand. Die heimliche Beziehung zu einem Bildhauer lässt Ilham zunächst hoffen, in seinen Armen die ersehnte Abwechslung zu finden, den Ausstieg aus ihrem trostlosen Dasein in diesem baufälligen, dunklen und abweisenden Haus. In ihren Träumen aber begegnet ihr ein Anderer. Sie hört seine Rufe. Klar, deutlich und zum Anfassen nah…

Auch der Geschichtslehrer lebt ein falsches Leben. Seine Welt ist bevölkert von Menschen, die er sich nicht ausgesucht hat, die ohne Unterlass auf ihn einwirken und ihm die Luft zum Atmen nehmen: die Mutter, die ihm zugewiesene Frau, der Sohn. Einzig ein Traumgesicht, das ihm in langen, einsamen Nächten erscheint, ein bekanntes und fremdes zugleich, verspricht Rettung aus seiner ganz und gar trostlosen Existenz. Er beschließt die Frau, die ihm allnächtlich begegnet, zu suchen. In dem Niemandsland zwischen Traumwelt und Realität verliert er aber bald die Kontrolle…

Gibt es den einen Menschen, der uns bestimmt ist? Und gibt es einen Raum, fernab der Realität, irgendwo zwischen Träumen und Wachen, in dem wir diesen Menschen finden können? Deine Augen, mein Duft lotet die Grenzen unserer Wahrnehmung aus und erzählt einfühlsam, emotional und temporeich von zwei einsamen Menschen, die aus dem Gefängnis ihres Lebens auszubrechen versuchen.

Autorin:
Die Jordanierin Samiha Khrais ist Schriftstellerin und Journalistin. Außerdem ist sie Leiterin der Rubrik Belletristik bei der größten jordanischen Tageszeitung Al-Rai. Von ihr erschienen in arabischer Sprache: „Mit dem Land” (1978), „Meine Reise” (1980), „Die Flut” (1990), „Baum der Geparden - Solo des Lebens” (1995), „Orchester” (1996), „Baum der Geparden - Solo der Liebe” (1997), „Der Stamm” (1999), „Mohn” (2000), „Der Teller” (2003).

Roman aus dem Arabischen von Marei Grundhöfer                                                                                

Samiha Khrais
Deine Augen - Mein Duft
Leineneinband mit Prägung, fadengeheftet mit Lesebändchen
174 Seiten
Preis: Euro 19,90   Buch kaufen
Alawi Verlag, Köln


Bücher der Flut

Bücher der Flut
SAMIHA  KHRAIS

BÜCHER DER FLUT

In „Bücher der Flut“ stehen die Krankenschwester Asmahan und ihre große Liebe Abdul-Razzak im Mittelpunk der Ereignisse, die sich Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts abspielt. Amman, die heutige Hauptstadt Jordaniens, wird zu Fluchtstätte und Schmelztegel von Menschen, die von überall her zuwandern, wo Kriege und Konflikte ausbrechen. Sie kommen aus Tschetschenien, Armenien und Osteuropa, aber auch aus benachbarten arabischen Ländern. Das Besondere; die Geschichte wird aus dem Blickwinkel von bereits vorhandenen oder eingeführten Gegenständen erzählt. Entlang des Romans stellt sich die Frage: wie kommen all diese Menschen miteinander aus. Kann beispielsweise der Muslim Abdul-Razzak die Christin Asmahan heiraten oder beugt er sich der Tradition einer vorwiegend islamischen Gesellschaft?

Autorin:
Die Jordanierin Samiha Khrais ist Schriftstellerin und Journalistin. Außerdem ist sie Leiterin der Rubrik Belletristik bei der größten jordanischen Tageszeitung Al-Rai. Von ihr erschienen in arabischer Sprache: „Mit dem Land” (1978), „Meine Reise” (1980), „Die Flut” (1990), „Baum der Geparden - Solo des Lebens” (1995), „Orchester” (1996), „Baum der Geparden - Solo der Liebe” (1997), „Der Stamm” (1999), „Mohn” (2000), „Der Teller” (2003).

Roman aus dem Arabischen von Fouad El-Auwad                                                                                    

Samiha Khrais
Bücher der Flut
Leineneinband mit Prägung, fadengeheftet mit Lesebändchen
360 Seiten
Preis: Euro 19,90   Buch kaufen
Alawi Verlag, Köln


Lulu

Lulu
ABEER  ESBER

LULU

Das ägyptische Filmteam wirbelt das überschaubare Leben in dem kleinen syrischen Dorf „El Hessn” durcheinander. Der Bauernsohn Khaled, verliebt bis über beide Ohren in sein Dorfmädchen „Wardeh”, ist zufrieden mit seinem Leben, bis er plötzlich mit einer anderen Welt konfrontiert wird. „Riem” wird für Khaled eine Herausforderung. Er vergisst seine dörfliche Liebe und will mehr über sich selbst und die große weite Welt wissen. Für ihren Roman „Lulu” erhielt die Schriftstellerin den syrischen Literaturpreis 2004.

Autorin:
Die Syrierin Abeer Esber studierte Literatur und Anglistik, besuchte die Hochschule für Film und Medien (ESRA) in Paris. Sie arbeitet als Drehbuchautorin und Regieassistentin. In arabischer Sprache erschienen von ihr die beiden Romane „Häuser der Ferne” (2007) und „Papierschnitzel” (2008).

Roman aus dem Arabischen von Marianne Wagdy

Abeer Esber
Lulu
Leineneinband mit Prägung, fadengeheftet mit Lesebändchen
108 Seiten
Preis: Euro 16,90   Buch kaufen
Alawi Verlag, Köln


Zauber des Türkis

Zauber des Türkis
MAI  KHALED

ZAUBER  DES  TÜRKIS

Nach einem Unfall oder „Selbstmordversuch“ Nirwanas, beginnt ein Zwiegespräch zwischen der jungen Frau Layla und Ihrer Tante Nirwana. Sie führt ihre Nichte durch ihr Leben, enthüllt ihre Geheimnisse, Sehnsüchte, Niederlagen und Glücksmomente. Layla setzt sich mit dem Leben Nirwanas auseinander und stellt fest, dass sie beide denselben Weg zur Befreiung und Selbstfindung suchen. Der Weg heißt, revoltieren gegen die Zwänge eines traditionsreichen Familienklans, ausbrechen aus der festgefahrenen Rolle von Frau und Mann in der ägyptischen Gesellschaft. Farben sind in diesem Roman Symbolträchtig; Türkis, die Farbe des Meeres oder Edelsteins, steht für Freiheit und Selbstfindung.

Autorin:
Die Ägypterin Mai Khaled ist Schriftstellerin, Literaturübersetzerin und Radio- und Fernsehjournalistin. Sie moderierte eine Reihe von englischsprachigen TV-Sendungen. Mai Khaled repräsentierte den Arabischen Schriftstellerinnenverband auf lokalen und überregionalen Konferenzen und Tagungen.
Von Mai Khaled erschienen in arabischer Sprache: „Eine letzte Mauer” (2001), „Ein letzter Stuhl in Evert Hall” (2005), „Zauber des Türkis” (2006), und „Sharkkeyyat“ (2007)

Roman aus dem Arabischen von Christine Battermann


Mai Khaled
Zauber des Türkis
Leineneinband mit Prägung, fadengeheftet mit Lesebändchen
168 Seiten
Preis: Euro 19,90   Buch kaufen
Alawi Verlag, Köln


Welttag des Buches

       

        Am  23. April 2013 ist der Welttag des Buches.
       
         Lesen unterhält, Lesen informiert, Lesen bildet.

         Lesen ist amüsant, spannend, erheiternd.

         Lassen Sie sich verzaubern, inspirieren, animieren.

         Lesen auch Sie Romane, Abenteuer, Krimis.

         Träumen Sie sich in die Welt mit Reiseberichten, Bildbänden,
                                                           Reiseführern